Montag, 18. Juni 2012

der fremde gast

Diesmal gibt es eine Zusammenfassung um ein weiteres Werk, welches ich letztens von Charlotte Link ergattert habe. Ich habe es mir geleistet, als ich mal wieder eine schwere Woche mehr oder weniger (in meinen Augen) zufriedenstellend hinter mich gelassen habe.

Auch dieses Buch von ihr habe ich mal wieder in einem rasanten Tempo gelesen. Mit Lesen - glaube ich - hatte ich am Donnerstag begonnen.  Gestern und heute sind knapp 250 Seiten zusammen gekommen. Egal, was ich tat und wie müde ich war: meine Hände klebten am Buchrücken. 

Für Links Verhältnisse ist dieses Buch eher "dünn" gehalten. Knapp 480 Seiten füllen dieses Lesewerk.

Zum Klappentext:

Rebecca Brandt hat beschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Nichts kann sie über den Tod ihres Mannes hinwegtrösten. Doch ein unerwarteter Besucher hält sie von ihrem Vorhaben ab, ein alter Freund, der in ihrem einsam gelegenen Haus in Südfrankreich auftaucht und noch dazu zwei Fremde mitbringt: die Studenten Inga und Marius, die ans Meer trampen wollten. Rebecca feundet sich mit den beiden an und überlässt ihnen sogar ihr Boot. Während des Segeltörns kommt es jedoch zu einem furchtbaren Streit, in dessen Verlauf Marius über Bord geht. Er scheint spurlos verschwunden. Kurz darauf erscheint sein Bild in der Zeitung: Er wird im Zusammenhang mit einem grausamen Verbrechen in Deutschland von der Polizei gesucht.

Meine Meinung:

Zuerst einmal muss ich loswerden, dass ich in Zukunft alle Bücher von Charlotte Link kaufen und nicht mehr nur "auslehnen oder mieten" werde. Ich war bis jetzt von jedem Werk begeistert, es reichte immer dafür, dass ich es mir später dann doch leistete.

Sie kann es halt schon! Auch, wenn man sich schnell an ihren Schreibstil gewöhnt und viele Geschichten oberflächlich gleich ablaufen (es endet immer in einem Krimi, Drama oder Thriller und eine Person muss immer vor dem Bösen flüchten, es handelt sich oft um Familiendramen, ein Schicksalschlag folgt dem anderen, grob verletzte Menschen schaffen es, zu fliehen  und so weiter), schafft sie es jedes Mal, mich in eine innere Spannung zu versetzten. Ich will und will dann nicht mehr mit Lesen aufhören.

Auch in diesem Buch wird einem zu Beginn viel Spielraum geboten und es geht zuerst einmal darum, sich in die verschiedensten Hauptakteure einzulesen. Es geht viel um Gedanken, Gefühle und Gespräche und die Geschichte beginnt bei einem einschneidenden Erlebnis. Aber sie macht es gut und ich liebe ja diese Dialoge. Umso mehr geredet und vom Leben der verschiedensten Menschen preis gegeben wird, umso mehr hat zambrottagirlie ihren Spass an der ganzen Sache.

Die Geschichte ist logisch und nach und nach erfährt man immer mehr. Das Buch konnte ich ab der Mitte nicht mehr aus den Händen legen. Es ging da erst richtig los und ich wollte einfach immer mehr von dem Schicksal der einten Hauptperson wissen.

Das Ende hat mich dann doch wieder überrascht. Obwohl ich da schon langsam ein Gefühl für Links Schreibweise und die Änderung verschiedenster Situationen habe. Man denkt, man hat einen roten Faden und plötzlich gerät man wieder ganz schnell in diese ineinander verworrene Wolle. Und doch war ich dann über das wahre Tatmotiv überrascht. Ich selbst kam erst darauf, als diese Person erneut in der Geschichte vorkam.

Wie so oft lieferte sie einen Denkanstoss schon zuvor in der Geschichte, nur las man ihn eher als überflüssig durch, weil er genau einen Satz füllte. Nich in jedem Buch gibt sie Hinweise, hier jedoch schon. Und ich ertappte mich dabei, dass ich diesen Grund für das Motiv schon fast wieder vergessen hatte. Es war wie abgeschlossen und kam für mich nicht mehr in Frage.

Auch oft fühle ich mich bei ihren Gedankabläufen ertappt. Vor allem, wenn die Person entgegen ihrer Intuition entscheidet. Einerseits denke ich dann immer: "Mädel, hör auf dein Gefühl!" und dann erwische ich mich doch dabei, dass ich wohl auch genau anders reagiert und mich in den grössten Schlamassel begeben hätte. Oder doch davon gekommen wäre.

Gefährliche Szenen kann sie schriftlich herrlich herüber bringen. Man zittert richtig mit und es läuft einem kalt und warm den Rücken runter. Oft höre ich dann im Bett auf zu lesen, ich Angsthase *g*.

Eine Geschichte mit einem Schicksal, welches mich echt berührt hat.

Schlussendlich weiss man nicht, ob man böse mit dieser einten Person sein sollte, müsste oder es sogar könnte oder ob doch eher Mitleid und Mitgefühl angemessen wären.

Ich habe mich für zweiteres entschieden.

Ich bin und bleibe begeistert von Charlotte Link!

Um ehrlich zu sein hat mir eine ExLibris-Verkäuferin einmal bei einem Kauf von ihrem Buch anvertraut, dass es zwei oder drei Werke von Link gibt, die beim Publikum nicht so gut angekommen sind. Weiss da jemand mehr darüber?

Denn: bei jedem Kauf denke ich mir, ob ich nun den schwarzen Peter in den Händen halte. War zum Glück bis jetzt nicht der Fall, denn ich war von jedem Werk mehr oder weniger begeistert. Wie viele davon schon in meinem Bücherregal stehen? Bestimmt schon an die sieben oder so :-). Ansonsten in der Rubrik "bücher" durchscrollen. Ist alles an Bücher aufgelistet, die ich seit einer Weile von ihr lese.

Vor allem freue ich mich auf ein Buch, welches wir in Italien horten. Lange, lange liegt es schon da unten, bestimmt schon zehn Jahre. Der Klappdeckel hat mir nie wirklich gefallen und ich war ja ständig in diesem Andreas-Franz-Fieber. Letztes Jahr habe ich es dann zu lesen begonnen und war einfach nur begeistert.

Wurde mal Zeit! Und es wird dieses Jahr erneut gelesen und in die Schweiz importiert. Eine Schande, dass das tolle Werk in Italien vor sich in gammeln muss :-).

Aber um zurück zu Link zu kommen: ich bin auch diesmal überzeugt worden und bin sicher, dass ich bald wieder um ihre Werke schleichen werde, um mir schlussendlich doch eins zu kaufen.

Top-Autorin!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen