Freitag, 26. Juli 2013

anstrengendes hin und her…

Zuerst wollte ich hier einfach nur tippen und verarbeiten, aber rückwirkend könnte man es einfach als schlechten Tag verbuchen. Aber wer mich kennt, weiss, dass es trotzdem raus muss. Und ich bin noch so durcheinander von gestern (Eintrag folgt) und irgendwie auch verwirrt, weil es heute wieder so was von „normal“ ist / war.
 
Ich weiss, ich weiss… anstrengend. Und das bei dieser Hitze :-). Wobei ich erstaunt bin, wie okay ich es in letzter Zeit finde mit diesem Wetter… ansonsten bin ich diejenige, welche am meisten darunter leidet… aber so knallheiss… ich schweife ab, jajaja. PS: in unserem Heimatdorf in Italien waren es gestern schon vor zehn Uhr 42 Grad…
 
In genau einem Monat bin ich am Siesta machen… hach… träum…
 
Es war wohl wirklich ein ganz blöder Tag. Und vielleicht mache ich mir ehrlich ganz viele Gedanken, welche einfach nicht sein müssten.
 
Und ich glaube, der gewisse Mitarbeiter hat es einfach nur gut gemeint und vielleicht ist es beim „Rüberbringen“ einfach doof gelaufen. Und doch… für einen Menschen wie mich ist es echt anstrengend genug. Ich weiss, ich weiss, es gibt nicht nur schwarz und weiss und auch ich bin nicht immer gleich von meiner Art her… aber als Kontrollfreak und schon fast übersensible Person ist es verdammt hart, auf solche Gefühlsschwankungen einzugehen.
 
Ich bin im Theoretischen überall sehr gut mit dabei. Ich denke, da habe ich ein riesen Knowhow. In der Praxis ist es meist schwieriger und soziale Kontakte sowie zwischenmenschliche Beziehungen sind für mich sehr anstrengend. Zudem noch, dass ich es allen recht machen will und einfach alles miteinander. All diese Wahrnehmungen, Gedanken etc. verarbeiten, und dann noch mit sich selbst beschäftigt sein… hoppla und hilfe. Und vielleicht war es einfach ein wenig zu viel von allem.
 
Ich will einfach nicht zu sehr auf die Situation eingehen. Ein Teil der Mitarbeiter geht ja regelmässig ein wenig aufs Beachfeld und mein Knie macht mir ja seit Beginn an einen Strich durch die Rechnung. Und ich denke, in erster Linie war es ihm einfach wichtig, dass ich mich nicht ausgeschlossen fühle, weil ich schon betont habe, dass ich gerne mal zuschauen gehe und es gibt da ja noch ein See und wenn ich nachmittags frei habe, kann ich es so gut miteinander verknüpfen. Gleichzeitig geht es anscheinend einer anderen Mitarbeiterin nicht wirklich gut und sie hätte ihren freien Tag gehabt, jedoch niemand, der auf ihre Kinder aufgepasst hätte (sie hätte diese mitgenommen).
 
Es kam schnell ein „du kannst das ja übernehmen“ und ich Nachhinein glaube ich wirklich, dass es nur lieb gemeint war.
 
Aber es gab so viel Gründe, welche dagegen sprachen. Es sind nicht meine Kinder. Ich kann nicht gut mit Kindern (obwohl die ständig an mir kletten) und ich möchte auch keine Verantwortung für fremde Kinder übernehmen. Zudem muss ich nachmittags wieder ins Büro (und man zahlt Eintritt, was ich für knapp eineinhalb Stunden echt teuer finde!) und auch sonst hatte ich nichts dabei an Badetuch oder so.
 
Und dann das Knie. Ich kann erst seit Mittwoch wieder einigermassen Treppen laufen und es ist alles doch noch stark geschwollen. Ich kann damit niemandem nachrennen geschweige „kindgerecht“ reagieren. Und jeder weiss, wie schnell bei Kindern etwas passieren kann.
 
Gestern hat es mich einfach gewurmt, weil ich nicht gewusst habe, ob es rein darum ging, sie aufzubauen oder darum, einfach beides zu verknüpfen. Ich habe um Bedenkzeit gebeten und sein Gesicht sprach schon Bände, als ich dann definitiv verneinte. Ich weiss nicht, ob er enttäuscht war, dass ich nicht mit von der Partie war oder dass ich kniff und die andere nicht kommen konnte. Aber eben, mir war das zu heikel.
 
Ich steigerte mich dann schon rein und dachte mir plötzlich, wie schön es für die andere Mitarbeiterin ist, dass man an sie denken würde und schaut, wie es ihr geht. Wie sieht es eigentlich bei mir aus? Scheint ja egal zu sein! Und nein, ich habe nichts gegen die Mitarbeiterin, es ist eine ganz Liebe. Und ich will ja nicht unbedingt, dass man mir ansieht, wenn es mir schlecht geht. Dieses ständige Gefrage… und ja, sehr widersprüchlich, wenn man sich diese Aufmerksamkeit bzw. Feinfühligkeit von gewissen Menschen doch wünscht.
 
Ich muss aber (vermehrt) an mich denken. Und das schaffe ich nur, wenn ich lieber und netter zu mir bin, nicht ständig das Gefühl haben muss, anderen zu gefallen (und alles mitzumachen bzw. überall mit von der Partie sein zu müssen…) und auch nein sagen lerne. Ich kann es ganz gut, aber es gibt Situationen, da geht es noch nicht wirklich.
 
Vor allem kommt nach einem nein oft die Stimme, ob ich es nicht doch tun sollte. So auch gestern. Eine Stimme à la: „Ach komm, zambrottagirlie. Irgendwie würde es doch schon gehen, oder nicht?“ Und diese Stimme führt dazu, dass ich mich danach nur noch verunsicherter und schlechter fühle. Und dann einfach „Schluss“ sagen, ist sehr schwierig. Aber es hat dann geklappt.
 
Und dann folgen Tage wie heute. Ich war eher introvertiert in der Pause und eine Mitarbeiterin hat mich darauf angesprochen. Eigentlich wollte ich zuerst nichts erwähnen, aber es sprudelte doch aus mir heraus.
 
Wie es der Zufall wollte, waren nur noch wir zwei übrig. Er fragte etwas und erzählte dann auch eine erlebte Situation seinerseits und blieb dabei im Raum stehen und hielt Blickkontakt. Die Treppen hoch war auch alles okay und joa Ich war echt erstaunt und auch beim Mittagessen konnte ich schon wieder mit ihm scherzen und ein wenig lachen. Alles ganz easy und okay.
 
Versteht man mich jetzt, warum genau dies mich so verunsichert? Weil es von einem Extrem zum anderen geht. Und wenn man sich selbst nur in einem solchen Modus kennt, ist der Mittelweg immer schwieriger zu finden…
 
Bin mal auf nächste Woche gespannt. Aber ich mache mir jetzt keine Gedanken mehr. Heute war es okay. Gestern war vielleicht eine Momentaufnahme. Und seien wir mal ehrlich: habe ich mir nicht genau dieses „Normale“ gewünscht? Eben.

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