Dienstag, 2. Oktober 2012

nach lob und liebe folgt immer kritik

Darum bin ich auch der Überzeugung, dass man IMMER auf der Lauer sein sollte im Leben, egal, wo man ist. Auf Lob oder gute Zeiten folgt immer ein Sturz.
 
Gestern war ich fast 7 Kilometer mit Schila unterwegs. Bestimmt 4 am Morgen und am Nachmittag nochmals 3. Ich musste es irgendwie machen, weil mein Rücken in der Nacht zuvor trotz Schmerzmittel bereits um 3 Uhr schrie und schmerzte. Es tat mehr oder weniger gut. Das Wetter war trüb und irgendwie meiner hässigen Stimmung angepasst. Meinem Gesicht sah man an, dass ich kaum geschlafen hatte in der Nacht. Und obwohl Herbstwetter herrschte, wurde mir bei diesem schnellen „Lauf“ doch warm.
 
Auf dem Rückweg kam mir ein Junge (höchstens acht?) auf seinem Tretauto entgegen. Ich bin ihm schon ein paar Mal begegnet und er hat stets nett gegrüsst. So auch gestern. Er meinte jedoch plötzlich: „Willst du eine Zeichnung?“ Ich fragte nach, wo er denn die habe. Er: „Bei mir zu Hause! Heute gezeichnet! Habe sogar ein Herz, wenn du willst!“ Mir war es mehr als unangenehm, vor allem weiss man nie, wie Eltern reagieren, wenn ein Kind durch die Tür huscht und ein Bild für eine Fremde holt. Ich meinte rasch, dass Schila dreckige Füsse hätte und ich sie darum so schnell wie möglich waschen müsse. Er begnügte sich mit der Antwort und begleitete mich noch ein Stück.
 
Privat wie beruflich läuft es nicht wirklich. Habe einen „Hinweis“ erhalten, dass ich anscheinend zu viel von der Abteilung an Dritte weitergebe.
 
Es ist ehrlich gesagt ein Schlag ins Gesicht. Der Sachverhalt wurde mir näher erläutert, wenn nicht ganz genau. Ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr, was an diesem Tag genau war und was ich wirklich gesagt habe. Aber ich weiss ganz bestimmt, dass ich so etwas nie mit böser Absicht mache. Was das für mich heisst? Jemand spielt ein echt gemeines Spiel mit mir und lässt mich in offene Messer laufen.
 
Die Konsequenz? Rückzug. Einfach schweigen. Einfach nichts mehr sagen. Einfach Maske auflegen und jemand anderes sein. Zumindest für die Stunden im Büro.
 
Ehrlich gesagt traurig, muss das sein.
 
Wie ich damit umgehe? Nicht gut. Ich gebe mir die Schuld. Meine Dasein, meinem Verhalten, meinem Charakter.
 
Und habe einmal mehr die Schnauze voll.
 
Heute habe ich Physio. Ich sehe dem eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Vor allem muss ich ein richtiges Oberteil heraus picken.

2 Kommentare:

  1. hey zambrottagirlie, wir bekommen hier mit, dass du ganz schön viel erlebst mit deinem job. meiner ansicht nach ist es für dich einerseits sicher eine sehr grosse herausforderung, andererseits wirst du daran wachsen, auch wenn es zwischendurch tiefen gibt. es scheint, dass du durch den job wieder sehr viel kontakt hast mit verschiedenen menschen, wieder viele verschiedene situationen erlebst mit diesen personen, dich selber reflektierst, wie du reagierst, manchmal dinge besser, manchmal weniger verstehst, was dein verhalten oder das verhalten der anderen betrifft. durch deine spezielle situation bist du auf jeden fall jemand, der eben darüber nachdenkt, wie die menschen miteinander interagieren, wie sie miteinander sprechen, wie sie sich dir gegenüber verhalten, wie du dich verhältst. das bringt dich manchmal wohl einen schritt weiter, manchmal hast du lichtblicke und oft halt auch neue fragen, neue rückschläge. offenbar wurde dir kritik zugetragen. das ist nie einfach und wohl etwas, das man definitiv lernen muss. niemand hört gerne kritik und doch kann man sich daran gewöhnen, dass man es als lernchancen sieht. die situation kenne ich ja nicht genau und du hast ja weiter beschrieben, dass du da nochmals richtig nachfragen und gewisse dinge klarstellen willst, was sicher richtig ist. offenbar wurdest du auch überrascht mit dieser kritik. vielleicht war sie auch nicht in dieser form berechtigt oder du hättest dir eben gewünscht, dass sie direkter angebracht würde von den entsprechenden personen. wie gesagt, ich kann es ja nicht im detail beurteilen. manchmal überrascht uns kritik. wir sind wie vor den kopf gestossen. die kritik kann aber auch eine chance sein, eben halt ein anstoss. oder eine möglichkeit, unsere kommunikativen fähigkeiten zu testen, indem wir vielleicht genauer nachfragen. es ist meiner ansicht nach auch einfach wichtig, dass man kritik mal annehmen kann. akzeptieren kann. wichtig ist schon, dass man versteht, was kritisiert wird, deshalb kann das nachfragen sehr wichtig sein. manchmal muss man aber auch einfach einstecken und es dabei nicht zu persönlich nehmen. es zur kenntnis nehmen und im zukünftigen verhalten berücksichtigen. da ich bereits sehr viele ausbildungssituationen erlebt habe, also dass ich eben die auszubildende war (auch im studium wieder als lehrerin-praktikantin oder früher im militär als zugführerin, davor in der lehre oder zwischendurch auch im geschäft, als ich neu war usw.), habe ich auch schon sehr viele feedbacksituationen erlebt und auch viel kritik entgegen genommen. so blöd es tönt, aber an der kritik wächst man, kommt man weiter. aber nur, wenn man auch versucht, nicht alles zu sehr persönlich zu nehmen. ich hoffe, dass sich für dich die situation noch mehr klärt und du noch sagen kannst, was du mitteilen möchtest als reaktion. und ich wünsche dir gute besserung für den rücken, das tönt wirklich sehr unangenehm! es ist bewundernswert, wie du dich gerade durchkämpfst im job, wie du versuchst, tag für tag einen schritt weiter zu kommen. versuche es weiterhin, bleib dran!
    alles liebe
    seastorm

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  2. Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar. Es gibt einem Kraft, weiter zu machen!

    Mir ist bewusst, gehe ich mit gewisser Kritik nicht so um, wie ich es eigentlich sollte. Eigentlich kann ich mich gut abgrenzen, aber wenn das Nervenkostüm sonst schon dünn ist und man perfektionistisch verlangat ist, kann man es schnell falsch verstehen.

    Meist verstreicht dann Zeit und ich kann mich abgrenzen. Und in diesem Fall habe ich ja das Gespräch zum Glück gesucht (siehe Eintrag weiter oben :-)).

    Nochmals lieben Dank!
    zambrottagirlie

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