Samstag, 10. November 2012

schlaf nachholen & andere eindrücke

Dies wird mal wieder ein etwas zusammengefasster Eintrag. Irgendwie sind die Tage unheimlich schnell vergangen und ich will hier nicht weiss ich wie viele Post aufschalten müssen.
 
Mittwoch war ja Shoppingtag mit meiner Schwester und Mutti angesagt. Wir hatten eine echt tolle Zeit, Baby Blue war das erste Mal im Ausland. Wir haben zwar kaum etwas gefunden (also meine Mutter schon, die hat ja mal zugelangt, obwohl sie mit shoppen überhaupt nichts anfangen kann ;-)), aber die Stunden habe ich umso mehr genossen. Es gab eine kurzärmlige Bluse in schwarz, Jeggins in einem schönen Jeansblau und Make-Up en masse...
 
Am Donnerstag stand endlich meine Spritze an. Ich war schon ein wenig nervös, weil ich ja keine Ahnung hatte, wie das so abläuft. Ich ging also zum Spital (ist keine fünf Minuten zu Fuss von unserer Wohnung entfernt ;-)) und meldete mich dort an. Es kam, was kommen musste. Es begrüsste mich ein Mann um die 55, der wohl Freude an meiner Masse hatte.
 
Ich weiss, man darf es niemandem übel nehmen und ich versuche es auch, locker zu sehen. Aber wie hier bereits bekannt ist, mag ich Berührungen überhaupt nicht. Sogar bei Pupa kann es mir teilweise zu viel werden, obwohl wir uns lange und intensiv kennen. Auch von Freunden und Familie lasse ich es eher weniger zu. Es hat mit Ekel zu tun, aber nicht ich ekle mich vor den Menschen. Meine zwei Grundgedanken sind: der Mensch mir gegenüber ekelt sich, mich berühren zu müssen bzw. er ekelt sich, wenn ich ihn berühre.
 
Nur war der Mann nicht so. Er hat keine Grenzen in diesem Sinne von Belästigung überschritten, aber immer wieder musste er meinen Arm tätscheln und schon fast vaterhaft sagen, dass es nicht wehtun wird, dass ich es super mache und das es schon wird.
 
Wenn es immerhin mal ein junger, knackiger Typ gewesen wäre... :-D! Ist nämlich nicht der erste ältere Herr, der gerne an meinem Oberarm herum "klatscht"...
 
Naja, ich habe es irgendwie geschafft und habe mir diesen doofen Kittel übergezogen (durfte nur Unterwäsche und Socken anbehalten). Plötzlich wurde ich zurück in diesen kleinen Umkleideraum geschoben, ein Notfall kam. Ich kam dann mit 10 Minuten Verspätung dran.
 
Der Arzt erklärte mir alles und schon durfte ich mich auf den Bauch legen. Ich wurde in eine Röhre geschoben, die keine war. Sie war zwar rund, aber sehr dünn. Sie wird nur gebraucht, um per Computer die Nerven zu sehen, die betroffen sind. Der Arzt benannte jeden Schritt, ich musste einfach ruhig liegen bleiben.
 
Er zeichnete ein, es gab eine kleine Spritze und ein kleines Röhrchen wurde in den Rücken gesetzt. Die Liege bewegte sich dabei immer leicht nach oben, unten, hinten oder vorne, um ja alles per Computer sehen zu können.
 
Dann kam der etwas unangenehme Teil. Es war nicht schlimm, aber der Arzt musste ja alles genau in die Nerven spritzen. Bei mir waren es zwei. Es ist wirklich nicht schlimm, einfach leicht unangenehm und mir wurde für einen kurzen Moment eher schwarz und unwohl. Aber nur gaaaaanz kurz. Man muss sich das Gefühl so vorstellen, als würde man sich die Nerven am Ellenbogen unangenehm stossen.
 
Danach war die ganze Aktion vorbei. Mein rechter Fuss fühlte sich lediglich taub an, ich durfte für den Rest des Tages auch nicht mehr Auto fahren. Dieses Taubheitsgefühl lässt jedoch mit der Zeit nach, heute habe ich gar nichts mehr gespürt.
 
Den Druck der eingeklemmten Nerven spüre ich wahrhaftig nicht mehr und diese Nacht konnte ich endlich mal durchschlafen (auch auf der rechten Seite,  meine Einschlafseite, ging die letzten Wochen jedoch nicht, weil die Nerven rechts eingeklemmt werden...). Und doch tippe ich diesen Eintrag früh am Morgen und habe für die Nacht etwas an Pillen eingeworfen. Einfach zur Sicherheit. Mein Bein schläft nach wie vor einfach ein, egal, ob ich stehe, sitze oder Auto fahre. Aber das war mir bewusst, es können lediglich die Nerven "ruhig" gestellt werden.
 
Keine zehn Minuten später war die Aktion vorbei und ich durfte aufstehen. Der Assistent stand sofort zur Seite und tätschelte wieder munter drauf los. Und als wir uns verabschiedeten, konnte er es wieder nicht lassen und wünschte mir alles Gute.
 
Heute ging es ganz gut, ich konnte ohne Schmerzen aufstehen. Ich spüre einen Druck und manchmal ist mir leicht übel und ich fühle mich ein wenig schwach. Muss mir halt einfach ein wenig Sorge halten, meine Übungen weitermachen und hoffen, dass es nun reicht. Ich möchte mir nicht ausrechnen, was in ein paar Wochen sein wird.
 
Heute Morgen war ich über eine Stunde mit Schila unterwegs. Und lacht mich jetzt aus: ich habe voll einen Sonnenbrand im Gesicht gekriegt. Nicht fest, aber meine Backen sind doch ganz rot geworden. Ich habe es aber genossen. Ich spüre zwar immer ein leichter Druck im Rücken, mal mehr, mal weniger, aber der ständige "Grundschmerz" ist nicht da. Herrlich!
 
Ich habe sogar einen Igel vorbeihuschen sehen :-). Ich war so überrascht, dass ich zwei Mal hinschauen musste. Schila wollte sofort spielen, ich konnte sie zurück halten. Es kam noch ein Lieferwagen der Post um die Ecke geschossen und ich blieb kurz neben dem Igel stehen, damit er nicht überrollt wurde. Danach konnte ich noch beobachten, wie er in die Wiese huschte.
 
Am Nachmittag war ich mit Mutti unterwegs. Wir waren im Thermalbad in Bad Ragaz. Dies hat eine Renovation hinter sich, seit ich das letzte Mal dort war. Es ist wunderschön gestaltet, nur schlief mein Bein dementsprechend oft ein und mein Blutzucker schwankte auch von so nach so. Mal war ich voll da, dann wieder bleich. Aber es hat gut getan. Nur die Einstiche habe ich nicht massieren lassen. Ausserdem bin ich ständig müde. Hoffentlich kann ich ein wenig Schlaf nachholen.
 
Ich habe nichts gegen Päärchen im Thermalbad, aber es gibt Arten, da fragt man sich, ob die kein Zuhause haben. Sogar meine Mutter verzog ihr Gesicht und meinte, dass grenze ja an Körperverletzung, was sie mit den Augen ansehen müsse. Die junge Frau zog sogar vor Kindern ihr Oberteil aus. Einfach ein No-Go!
 
Es hat nichts mit Neid zu tun. Aber dieses ständige Gefummel, Gegockel, Geknutsche, Betatsche... Uah! Einfach peinlich, wenn man zwei Päärchen zuschauen muss, wie sie sich gegenseitig duellieren, wer am besseren und leidenschaftlicheren Herumleckt.
 
Uah, nicht daran denken.
 
Aber irgendwie war es die letzten Tage doch ein wenig zu viel. Plötzlich war meine Stimmung im Keller. Ich liess mir nichts anmerken, aber meine Gedanken kreisten. Dieses Müdigkeitsgefühl, diese Lustlosigkeit, diese Mutlosigkeit und ich fühle mich kraftlos.
 
Dieses Hadern mit dem Schicksal, dieses Wissen, dass ich ewig allein sein werde, dieses Los, welches ich einfach nie freiwillig gezogen habe und diese Diagnose, die ich nicht akzeptieren kann.
 
Sobald ich in den Spiegel schaue, fällt alles noch mehr in sich zusammen. Es spricht purer Hass aus mir. Ich sehe nichts an mir, meinem Äusseren, meinem Charakter, meiner Einstellung und meinem Ich als Ganzem.
 
Und irgendwie habe ich die Schnauze einfach immer mehr voll davon, zu kämpfen. An mir zu arbeiten, mich wieder lieben zu lernen.
 
Es bringt einfach nichts.

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