Donnerstag, 27. Juli 2017

einen beängstigenden gegner geknackt...

Gestern habe ich mich ordentlich herausgefordert. Okay, im Nachhinein wusste ich ganz tief irgendwo in meinem Innern, dass ich diese Hürde bewältigen würde - schon nur meine letzten Routen haben mir bewiesen, dass ich zwar nicht weiss ich wie ausdauernd trainiert und fit bin - aber doch einige Routen schaffe, welche ich mir nie zugetraut hätte.
 
Gestern wollte ich den Ricken bei uns in der Region "knacken". Okay, ich bin über die "leichtere" Route hoch, wie über den direkten Weg von uns aus. Da habe ich doch eher noch ordentlichen Respekt vor. Aber dafür bin ich darüber runter :-p. Und doch - ich verharmlose wieder eine Strecke, welche doch sehr anspruchsvoll ist.
 
Es war schon eher etwas spät, als ich losradelte, davor hatte ich noch Therapie. Die Strecke wurde mir mit 25 Kilometer und einem Höhenmeteranstieg sowie -abstieg von 439 Meter angezeigt. Da musste ich schon mal trocken schlucken. Die einte Etappe kenne ich ja vom Plauschvolleyball her, da finde ich es teilweise schon mit dem Auto eine Hürde :-). Zeitlich wurde mir 1 Stunde und 50 Minuten angegeben. Ich schaffte es von 18.20 Uhr bis 19.45/19.50 Uhr. Also habe ich dies doch ordentlich bewerkstelligt.
 
Alles der Reihe nach. Die erste Hürde ist in unserem Dorf selbst. Als Kind vermied ich diesen Anstieg schon und eigentlich wäre es auch der direkte Weg zu meinem früheren Geschäft - ich fahre dann aber eher dem See entlang. Gestern musste ich feststellen, dass ich diese Hürde mit meinem drei Gängen im zweiten Gang auf der leichtesten Stufe gut geschafft habe. Und mir fällt dies in letzter Zeit noch oft auf: die Hügel sehen sehr anspruchsvoll und jedes Mal denke ich mir: ohoh, das wird eine Knacknuss. Und dann strampel und strampel und strampel ich und plötzlich ist es doch nicht so streng und ich stehe oben. Joa - und dann kam der stetige Aufstieg, mal intensiver, mal schön monoton und gleichmässig. Eine ebene Strecke gab es kaum. Aber es war nicht schlimm. Meine Beine waren in Bewegung, ich spürte die Muskeln leicht, aber ich war nie wirklich so aus der Puste, dass ich das Gefühl hatte, es nicht zu schaffen.
 
Ich spürte, wie mir während des Radelns die Gedanken entglitten  und ich alles zu bagatellisieren begann. Es ist wirklich keine einfache Route und ich muss mir einfach eingestehen, dass dies in meinem Umfeld kaum jemand macht. Aber ich strample dann und ich weiss nicht, warum ich erwarte, dass mein Körper vor Schmerzen und Erschöpfung brüllen und brennen muss. Ich vermute einfach, dass es mit der Sehnsucht danach zu tun hat, sich lebendig zu fühlen. Dass man sich spürt, den Körper und immerhin etwas wahrnehmen kann. Und meist war dies ja nur der Fall, wenn ich mich selbst verletzt habe. Darum machen "wir" das ja. Aber mir bringt dies nichts mehr und zu Beginn meines intensiven Sports war es nun mal so, dass ich eben dieses Brennen wahrgenommen habe. Nun halt immer weniger.
 
Als ich beim Ort des Plauschvolleyballs ankam, hatte ich gute 25/30 Minuten hinter mir und mir kam der Gedanke, dass ich das in Zukunft ja auch mit dem Bike anstatt mit dem Auto bewerkstelligen könnte. Es war schon ein ordentlicher Anstieg, aber eben machbar. Und ich wäre schon aufgewärmt :-).
 
Dann ging es stetig in meinem Tempo weiter. Und plötzlich stand ich bei meinem persönlichen "Ziel-Schild". Und irgendwie wurde mir dann klar, dass ich freiwillig eine Route ausgesucht hatte, bei der es stetig aufwärts geht. Früher hätte man mich damit jagen können, ja nicht zu viele Aufstiege. Natürlich genoss ich dann umso mehr die wohlverdiente Runterfahrt. Die steile Runterfahrt, bei der ich mit dem Aufstieg wohl noch ein wenig warten werde, bis ich mich dieser wirklich gewachsen fühle. Wobei irgendwo tief hinten in mir drin eine leise Stimme ruft, dass ich dies schon schaffen würde/könnte.
 
Ich machte mich auf den weiteren Weg Richtung Abfahrt und konnte da noch die Aussicht auf den Züri-Obersee werfen. Und da überkamen mich einfach meine Gefühle. Es waren nicht bewusste Gefühle, welche ich wahrgenommen habe. Aber irgendwie kamen die Tränen und meine Brust zog sich einfach schmerzhaft zusammen. Ich habe ein paar intensive Tage hinter mir. Eigentlich positive, verbunden mit einem sehr guten privaten und einem Therapiegespräch. Aber es hat viel Kraft gekostet und viel ausgelöst. Und mir auch vor Augen geführt, was ich wo vielleicht ändern und wo ich mich öffnen und von meiner Vergangenheit berichten muss. Und da schwingen so viele Ängste und Kraftsammlungen mit... Ich stand da und war einfach nur traurig. Obwohl ich wirklich gute Gespräche hatte. Aber trotzdem war da diese Traurigkeit und einfach einmal mehr mein Kampf mit meiner Vergangenheit und was ich alles so miterleben musste. Der einte Teil, welcher weiter kämpfen möchte und der andere, müde, frustrierte und einfach erschöpfte Teil. Der sich fragt, wie lange ich dies noch so machen möchte und das die Kraft einfach nicht mehr für Jahre ausreicht. Dieses ständige Auf und Ab, dieses Gefühl, nirgends dazu zu gehören und einfach dieses Wissen, nie wirklich alt zu werden... Meine Therapeutin hat mir etwas mit auf den Weg gegeben, welches vielleicht einiges leichter machen wird. Dass meine Glaubenssätze nun noch stärker aktiv sind, weil sie merken, dass ich immer mehr Bestätigungen von aussen erhalte und erlebe, dass sie falsch sind. Wie ein Kind, welches sich noch stärker wehrt und "täubelet". Und es hilft mir schon auf eine Art und Weise... und trotzdem ist da einfach die Frage, warum genau ich diese Lebensaufgabe erhalten habe und was eigentlich meine wirkliche Lebensaufgabe ist. Es hat vieles aufgerüttelt und irgendwo hat nichts wirklich festen Fuss und Stand. Im Moment ist es einfach alles sehr schwammig und wirr und die Kräfte halt wirklich aufgebraucht. Es ist ein intensives Jahr, das ist mir bewusst. Es waren zwei intensive Gespräche, welche mir gut getan und mich doch sehr an meine Grenzen gebracht haben. Ich werde darüber noch berichten, aber nicht mehr heute.
 
Das intensive Sportlern... das Hungern. Das sind alles Dinge, welche mir das Gefühl von "Kontrolle" vermitteln. Wenn schon alles eher wirr ist und schwummrig... habe ich immerhin das im Griff - gefühlt. Es ist ungewohnt für mich, mich so zu öffnen und daher ist mir auch bewusst, haben mich gestern all diese Gefühle übermannt, weil ich mich am Dienstag beim Privatgespräch für meine Verhältnisse sehr verletzlich gezeigt habe. Wobei das ja lange irgendwie ein geheimer Wunsch von mir war bzw. ein Bedürfnis, mich endlich jemandem anvertrauen zu können. Aber es ist dann doch eine sehr schwere Hürde, wenn man es sonst nicht so von sich kennt. Ich weiss, dass die wirklich guten Menschen mit auch mit meiner Vergangenheit gerne haben und so nehmen werden. Aber für meine harte Seite ist es einfach eine Schwäche, wenn ich dies kommuniziere. Die möchte, dass ich einfach weiterhin stark bleibe und mir nichts anmerken lasse. Und das ist einfach ein sehr kräftezehrender und anstrengender Kampf.
 
Ich kam dann gestern irgendwann zu Hause an, ass etwas und ging nur noch unter die Dusche, nahm noch präventiv eine Fiebertablette (am Dienstag habe ich lange in der Kälte draussen gesessen und gestern war es auf dem Velo auch eher frisch...) und verschwand unter die Bettdecke. Ich konnte fast 8 Stunden durchschlafen und stand heute auf. Habe etwas Muskelkater und mein Gemütszustand ist auch eher schlecht wie recht... aber eben... ich muss mich wahrscheinlich einfach endlich meiner Vergangenheit stellen, um diese akzeptieren und die Glaubenssätze endlich ankämpfen zu können. Und ich weiss, was ich machen müsste. Und ich weiss, was ich für eine Angst bewältigen muss. Ach, im Moment ist es einfach nur seeeehr kräftezehrend.
 
Aber auch da sehe ich das Positive: mein Körper scheint die nötige Energie zu haben, welche ich von ihm abverlange. Und ja, ich bin nicht immer gleich stolz auf meine sportliche Leistung und gestern bin ich zugegebenermassen doch sehr erschrocken, als die Tränen kamen (und nicht vor Freude und Stolz)... und doch versuche ich mir jetzt einfach bewusst zu machen, dass ich wirklich sehr gute Leistungen auf meinem Bike vollbringe, welche einfach nicht jeder in seinem Alltag leistet.
 
So, nun lasse ich noch ein paar Bilder sprechen. Morgen ist eine Tour von 70.3 Kilometer geplant. Ich fahre ein wenig im Zürcher Oberland herum, mal bergauf und dann wieder bergab. Vor allem möchte ich die Route über den Hügel zu meinem früheren Geschäft machen. Und den einten Anstieg, vor dem ich lange Respekt hatte, habe ich gestern ja super geknackt.









Dienstag, 25. Juli 2017

biketour an den wägitalersee

Am Freitag entschloss ich mich für eine Biketour Richtung Wägitalersee. Eine Strecke war ca. 27 Kilometer lang und wurde mit 2 Stunden und 19 Minuten angegeben.
 
Ich fuhr eigentlich schon früh los, es war 08.20 Uhr, und zum Glück war meine Motivation einigermassen gut. Und meine Muskeln merkte ich zum Glück auch nicht allzu intensiv, trotz kurzer Biketour am Vorabend. Ich hatte doch ein wenig Befürchtungen, dass die Oberschenkel sich müde anfühlen könnten. War aber zum Glück nicht der Fall.
 
In meiner Kindheit waren wir oft am Wägitalersee an einem Grillplatz. Ich kannte also den Weg plusminus, war aber schon jahrelang nicht mehr da oben. Ich wusste nur noch, dass es ein besagtes Tunnel gab, welches uns Kindern einfach immer "angezeigt" hat, dass wir nun da sind. Ich habe das Bild immer noch genau vor Augen. Es war also eine einfachere Route, wie die zum Klöntalersee, weil ich sie bereits kannte.
 
Meine Motivation war wirklich gut - vor allem, weil ich in der letzten Woche einen "Hügel" bereits geschafft hatte, vor dem ich doch eher Respekt hatte. Als Kind kam mir dieser unbezwingbar vor, am Freitag schaffte ich diesen in meinem Dritten Gang auf der zweiten Stufe. Also ganz okay. Gut, ich bin noch nicht diejenige, welche den Hügel "raufrast" und die Beine richtig beansprucht. Ich wechsle da eher in den langsamen, gleichmässigen Modus.
 
Schnell kam das Anzeigebild "Sattelegg" und ich machte mich auf das Schlimmste gefasst. Zugegeben musste ich schnell in meinen ersten Gang wechseln und einfach langsam und stetig strampeln. Es verunsicherte mich doch. Und doch war es bis Vorderthal eine sehr angenehme Route. Es ging halt einfach stetig rauf, aber nie extrem. Ich war nie wirklich ausser Puste. Ich strampelte einfach und merkte, wie ich Höhenmeter um Höhenmeter gewann. Und doch erstaunte es mich, wie schnell ich diese 10 Kilometer von der Anzeigetafel Sattelegg bis Vorderthal geschafft hatte. Diese 10 Kilometer hatten für mich nach extrem viel geklungen. Vor allem, weil ich einen steilen Kurvenanstieg nach dem anderen erwartet hatte.
 
Okay, nach Vorderthal gab es dann doch einen ordentlichen "Stutz". Dort überholte mich ein fitter Radfahrer und bezwang diesen eben in einem sehr schnellen Tempo in einem viel tieferen Gang. Aber ich liess mich nicht davon beirren. Ich hatte eher Bammel, es nicht zu schaffen. Aber auch hier: ein Strampler nach dem anderen brachte mich näher ans Ziel. Klar, im letzten Teil kam ich doch nochmals ordentlich ins Schwitzen und im besagten Tunnel kam ich mir langsamer wie eine Schnecke vor... aber plötzlich war da dieser Flashback und ich sah  mich im Auto als kleines Mädchen sitzen und das Ende des Tunnels erblicken. Ich musste absteigen (nicht wegen der Kraft) - ich musste es fotografisch einfach festhalten. Und ja, nach ein paar wenigen Strampeln mehr stand ich da und blickte auf diesen wunderschönen Wägitalersee. Ein Blick auf die Uhr zeigte: trotz regelmässigem und (in meinem Empfinden eher) gemächlichem Strampeln hatte ich die Route in 2 Stunden und 10 Minuten geschafft.
 
Ja, ich war irgendwie stolz. Aber nur kurz. Irgendwie hält das bei mir immer weniger lang an. Okay, zugegebenermassen war diese Route niemals so anspruchsvoll, wie der Klöntalersee. Dort ging es dann doch eher stetig und steil bergauf. Auch hier beim Wägitalersee, aber halt nicht konsequent und so offensichtlich (halt eher der Schlussteil). Ich fuhr dann noch Richtung Grillplatz und genoss ein paar Schritte im Wasser. Natürlich genoss ich dann jeden Meter der Runterfahrt und hämmerte mir einfach bewusst ein, dass ich mir dies alles selbst "erarbeitet und verdient" hatte. Zurück war ich sogar in knapp 1 Stunde und 10 Minuten.
 
Abends sagte ich Mutti, dass ich nicht wirklich das Gefühl hätte, viel gemacht zu haben. Das es nicht wirklich eine ausserordentliche Leistung sei. Sie schaute mich nur entgeistert an und meinte, dass ich nicht mehr wirklich alle beisammen hätte (lieb gemeint natürlich). Und ja, ich selbst überlege dann schon, wer alles in meinem Umfeld so etwas macht - vielleicht zwei Knochen. Aber ansonsten niemand. Und ja, ich kann wirklich stolz auf mich sein - aber eben, für mich war es jetzt nicht eine weiss ich was für herausfordernde Aufgabe. Und doch - hätte mir dies jemand vor einem Jahr gesagt, hätte ich ihm den Vogel gezeigt.
 
Ich versuche das ganze Positiv zu sehen - mein Training schlägt anscheinend an und mein Körper mag mehr leisten. Fühlt sich aber dementsprechend hibbelig an, wenn ich mal nichts mache. Ach ja, was ich noch  zu meinem gestrigen Post ergänzen wollte: ich habe in meiner ganzen Gewichtsverlustzeit nie mit der Waage gearbeitet. Nach Amerika schon. Aber seit Januar nicht. Und ich glaube, mittlerweile bin ich schon lange nicht mehr bei der dreistelligen  Zahl :-). Aber ob ich beim alten Gewicht meiner Lehrzeit angelangt bin... ich weiss es nicht. Rein theoretisch eigentlich schon, denn es sind bestimmt nochmals mindestens 20 Kilo verloren gegangen...
 
So, nun lasse ich Bilder sprechen. Für diese Woche muss ich eine Route finden... irgendwie weiss ich nicht mehr, wohin radeln :-). Muss mal aufs Wetter hoffen...













Montag, 24. Juli 2017

veränderungen festgestellt

In Sachen Körper habe ich letzte Woche wieder viele Veränderungen festgestellt. Und ja, einerseits stimmen sie mich glücklich, andererseits auch ein wenig... ängstlich nicht, aber natürlich führt es mir viel an falschem Verhalten meinerseits vor Augen.
 
Ich stehe irgendwie im Zwiespalt. Ich war schon immer mollig und ich weiss, dass ich es immer sein werde. Schon nur von den Genen her. Ich kenne mich nur fülliger. Und ich war trotzdem immer sehr individuell und modern gekleidet. Ich habe meinen Stil. Mal mag ich es romantischer, dann bin ich wieder rockig und wieder weiss ich wie elegant oder sportlicher unterwegs. Für diese Woche hängen wieder alles mögliche an Outfits an meinem Schrank. Heute zum Beispiel trage ich ein sehr schönes Kleid in Petrol. Für morgen habe ich meinen Jumpsuit aus Jeans parat und am Mittwoch wird es wieder mal ein Top mit einem Tüllrock, welchen ich auf Taille trage. An meinem Kleidungsstil hat mein Gewicht(sverlust) nichts verändert.
 
Als Teenager wog ich bei einer Grösse von 175 Meter gute 88 Kilo. In meinen Augen war dazumal völlig okay. Eben, in meiner Familie kannte ich es nicht anders und ich war ja auch schön gross. Bei mir ist es auch nicht so, dass ich überall füllig bin. Meine Arme und meine Beine sind im Vergleich zu meinem Bauch sehr gut definiert. Ich habe halt ordentlich Schultern, aber die Hüfte ist eher wieder schmal. Auch jetzt noch wird mir oft gesagt, dass mich "la mia pancia mi frega" (mein Bauch trickst mich aus). Mein Bruder und auch andere haben mir oft gesagt, dass ich von vorne und hinten eigentlich schmaler aussehen würde, wie von der Seite - weil da nun mal mein heissgeliebter Ranzen ist. Und ich stehe dazu, ich persönlich hatte noch nie ein Problem mit meinem Gewicht. Auch jetzt nicht. Ich bin nun mal so und ja, oft kneiffe ich mir auch liebevoll in den Ranzen. Er gehört zu mir. Als Teenie trug ich eine 44/46 und es war okay. Eben, meine Grösse macht halt vieles wieder "wett" und ein Auftreten bzw. eine Aura in meinen Augen sowieso immer. Und ich wurde bzw. werde ja oft darauf angesprochen, dass ich halt einfach so eine spezielle Aura hätte.
 
In der Lehrzeit begann ich zu fressen. Wir hatten einen Bäcker direkt um die Ecke des Geschäfts. Ich ass, wenn ich mich belohnen wollte. Ass, wenn ich gefrustet war. Meist blieb es nicht einfach bei einem Sandwich. Es mussten drei oder mehr sein. Dann gab es Wähentag. Dann mal etwas süsses. Dann wieder jenes und dieses Gebäck. Fakt: ich frass. Ich nahm in der Lehrzeit ungelogen 30 Kilo zu und mein Höchstgewicht in den letzten Jahren lag bei 125.5 Kilo. Dann ging es ab nach Amerika im 2015 und dort nahm ich radikal gute 25 Kilo ab - ich war bei 103 Kilo angelangt. Unter die 100 schaffte ich es nicht. Auch im 2016 nicht. Ich ass einfach etwas bewusster - um nicht wieder alles darauf zu kriegen.
 
Meine Firmgotte entschied sich für einen schrecklichen Freitod im April 2016. Ich hatte sowieso schon mit dem Teilzeithungern angefangen und brachte nach der Meldung ganze vier/fünf Tage nichts runter, ausser Kaffee. Dann kam der Jobwechsel und im Januar diesen Jahres ging gar nichts mehr. Ich brachte nichts mehr herunter - der Stress schlug mir sprichwörtlich auf den Magen. Joa, und irgendwie waren plötzlich drei Monate rum und es ging mit wenig Essen und Kaffee. Teilweise gibt es auch jetzt noch über eine Woche lang keinen Reis oder keine Pasta oder Kartoffeln. Es hat sich einfach eingependelt und der Magen gewöhnt sich so schnell daran, wie er sich halt auch daran gewöhnt, wenn man regelrecht frisst.
 
Ja, zu Beginn war es eine Bestrafung für mich. Hungern. Wenn der Körper danach schreit und ich stärker bin. Mein Wille ungebrochen bleibt, obwohl meine Vergangenheit und meine Gegenwart so sehr an meinen Kräften zehren und es einfach nicht so will, wie von mir gewünscht. Ja, es gab mir meinen Halt, den ich irgendwie nirgends in meinem Leben als solchen empfand. Und plötzlich sind drei Monate so schnell vorbei... Und ja, mein Kritiker unterstütze mich ja auch auf seine Art und Weise.
 
Lange merkst du nicht. Wirst auch nicht darauf angesprochen. Dann werden die Hosen plötzlich lockerer und peng, der Gewichtsverlust folgt dann in einem grossen Schub. Ich wurde immer noch nicht darauf angesprochen (eigentlich nur von Mutti und Pupa) und machte einfach weiter. Dann kam der Sport zum Ausgleich und alles ging noch rasanter. Und auch jetzt werde ich nicht wirklich darauf angesprochen. Sei es positiv, wie negativ.
 
Und die Gesellschaft ist nun mal so, dass sie es bei mir als "positiv" werten wird und nicht als "negativ". Weil man davon ausgeht, dass ich mich zu dick fand oder finde. Was nicht der Fall ist. Klar, jetzt im Vergleich spüre ich schon ganz klar, wie viel mehr ich an Gewicht mit mir herumgetragen habe. Es gibt viele neue Dinge, welche ich nun einfach anders wahrnehme. Aber da ist auch der Sport nicht ganz unbeteiligt. Kleiden tue ich mich immer noch gleich - nur gehen mir jetzt auch andere Kleider wie von H&M in der normalen Abteilung oder von einem Laden wie Zara, Zebra, Chiccorée und Co. Mein Umfeld wird also kaum auf die Idee kommen, dass mein Gewichtsverlust mit einem dysfunktionalen Hunger zusammenhängt.
 
Es gibt aber auch seine Tücken. Ich esse nach wie vor nicht normal. Lasse oft mein Frühstück weg und genüge mich an einem Tag mit meinen 2-3 Kaffees und einem Naturejoghurt und ein paar Früchten zu Mittag. Salat esse ich abends teilweise, aber nur, wenn ich wirklich extremen Hunger habe. Und ja, mein Kaffee besteht aus viel Milch und "nur" einem Schuss Kaffee - somit ist auch dieser ordentlich nahrhaft. Aber es geht halt einfach ums Essen.
 
Ich erschrecke teilweise selbst, was ich mir alles verbiete. Und ja, mittlerweile ist auch oft die Angst im Hinterkopf, wieder ordentlich zuzunehmen. Wobei ich ja jetzt schon weiss, dass ich füllig bin. Ein paar Kilos mehr oder weniger ändern nicht wirklich viel.
 
Ich sehe im Spiegel noch oft die dickere zambrottagirlie. Obwohl ich direkte Vergleiche habe. Ich war vor meinem radikalen Gewichtsverlust etwa wie mein Mami. Wobei sie weniger Bauch, dafür mehr Busen und Po hat. Und lange war ich ja bei einer 48/50 (eher 50) und bei uns fülligen ist ein Gewichtsverlust nicht mit einer Kleidergrösse verbunden (zum Beispiel drei bis fünf Kilo von einer 38 auf eine 36 oder so). Dann kam die Phase der 46/48 und diese Woche habe ich meine ersten Jeans in einer 44 gekauft - ohne Stretchanteil.
 
Es ist zweimal passiert, dass ich in der Kabine sass und den Kopf schütteln musste. Hotpants in einer 44 - normaler Stoff. Kein Stretch. Okay, in einem normalen Laden wie C&A - aber trotzdem. Vor ein paar Monaten wäre es noch die 48 gewesen. Das sind zwei Kleidergrössen. Das muss ich mir einhämmern. Zudem probierte ich einen Jumpsuit aus Jeans aus Fun, der mir Ende Mai noch zu eng war. Ich probierte ihn nämlich mit Pupa und die Knöpfe vorne wollten nicht zugehen. Letzte Woche sah ich ihn reduziert und irgendwie wollte ich es einfach noch einmal versuchen, weil ich ihn eben noch cool finde. Peng, er ging zu und war vielleicht eher zu locker - in der besagten 46, welche mir Ende Monat noch zu eng sass. Klar, da war einerseits die Freude. Andererseits aber auch irgendwie die Bestätigung, dass ich wohl wirklich nicht ganz normal bin.
 
Ich habe ein Kleid bei Zebra in einer M gekauft. Ich finde, es sitzt sehr gut und es sieht nicht nach "zu eng" aus. Mutti war begeistert und meinte, dass sie genau so etwas suche für die Hochzeit meiner Cousine diesen Sommer in Italien. Ich fand es in einer L und gab es ihr. Und da musste ich einfach mit eigenen Augen sehen und mir eingestehen, dass ich mich körperlich anscheinend wirklich verändert habe. Mir persönlich ist es egal, wie die Menschen um mich herum sind. Ich kenne keine Kleidergrösse, Haarfarbe oder Haarschnitt. Jeder ist ein Individuum und genau das macht unsere Gesellschaft doch spannend. Und doch hatte ich den direkten Vergleich, wie das L bei mir sass (es rutschte regelrecht von meiner Taille) und bei Mutti. Da hätte es sogar eher eine XL sein dürfen.
 
Phu, jetzt ist alles herausgesprudelt :-). Naja, ich bleibe in Sachen Hungern auf diesem Weg, ich habe im Moment nichts anderes zur Kompensation gefunden. So auch mein extremer Bewegungsdrang und meine sportlichen Aktivitäten. Es hilft mir im Moment und das ist mir wichtig. Überall sonst habe ich mein Leben nicht im Griff (oder habe das Gefühl), da behalte ich immerhin die Kontrolle in meinem Essverhalten und meinem Sport - dysfunktional hin oder her.
 
Letzte Woche war ich jetzt weniger "abwechslungsreich" unterwegs, wie ich diese Woche geplant habe. Aber es waren doch einmal Sommerhosen mit einer Bluse und knallige Kleider mit dabei. Und auf dem letzten Bild sieht man noch das besagte Kleid. Ich habe es mit schönem Schmuck in Gold kombiniert (spanisch angehauchte Ohrringe). Aktuell verwende ich auch oft Blumen im Haar. Wie gesagt, ich bin halt nicht ein 08/15-Mädel.









kopf lüften

Aktuell bin ich in jeder freien Minute irgendwie sportlich unterwegs. Schwimmen stand schon wochenlang nicht mehr auf dem Terminplan. Irgendwie schade, denn ich liebe das Element Wasser. aber irgendwie spielen da viele Faktoren mit. Einerseits ist unser Hallenbad wegen Renovation geschlossen und ich bin halt doch ein grosser Fan von der Anlage und dem Umstand, dass es vom Arbeitsweg nach Hause halt doch perfekt liegt. Andererseits waren meine Haare nach jedem Schwumm trotz Schwimmkappe pflotschnass und das mag ich nun wirklich überhaupt nicht. Hat auch etwas mit meinem Handicap zu tun. Ich selbst wasche meine Haare nicht jeden Tag - es ist ein riesen Aufwand und ich persönlich finde auch, dass man die Haare zu oft waschen kann. Vom Sport her trifft es sich bei mir gut - zwei bis höchstens drei mal in der Woche reichen vollkommen aus. Immerhin ein positiver Effekt meines Handicaps - meine Haare fetten nicht nach.
 
Naja - und plötzlich wurde es mit dem Schwimmen auch eine Planung... Ich bin da eben eher festgefahren in Sachen Haare waschen, weil es nun mal so gut aufgeht. Sonntag ist sowieso mein grosser Beautytag. Da pflege und hege ich meinen Körper. Dann werden auch die Haare gewaschen. Dienstagabend Sport und lange Haare wasche ich nicht vor dem zu Bett gehen. Es ging aber immer gut auf, weil ich am Mittwoch über Mittag eh nochmals Sport (Volley) hatte. Somit hatte ich am Mittwoch wieder Haarewaschtag. Und meist dann wieder am Sonntag oder Freitag, wenn am Donnerstagabend Volleyball stattfand. Somit blieben mir fürs schwimmen nur noch der Montagabend und Freitag. Meist wusch ich sie dann am Freitag nach dem Schwimmen, weil ich am Montag dann jeweils diesen Bätschi-Abend hatte (wobei ich das Schwimmen nach einem langen Arbeitstag doch genoss - aber eben, Haare erst am Vortag frisch gewaschen und dann wieder richtig nass - uäch). Aber eben, aktuell fahre ich ja liebend gerne Bike und das Schwimmen fällt total weg...
 
Schwimmen beansprucht den Körper meiner Meinung nach noch ein wenig anders. Schwimmen fordert halt doch auch noch die Arme und Schultern. Ich glaube, sobald es von der Saison her wieder geht, schwimme ich dann halt freitags regelmässig. Wobei ich dreimal in der Woche Schwimmen sehr super fand. Man spürt halt doch, wie man fitter wird und mehr an Sport in der Woche auch "mag".
 
Aktuell ist es eher so, dass ich kaum ruhig sitzen kann. Es gibt keinen Tag ohne Bewegung für mich. Ob dies mit dem Unterbewusstsein festhängt, weiss ich nicht. Ob es daran liegt, dass ich nun halt mal meine hohen Erwartungen an mich habe oder mit dem Hungern... i don't know. Vielleicht ist es aber eher so, dass der Körper halt doch mehr gefordert werden möchte. Ich werde wirklich extrem hibbelig, wenn ich mich nicht aufs Rad schwinge oder Volleyball spiele. Mein Körper fordert mich tagtäglich heraus. Ausserdem lenkt Sport halt extrem gut ab.
 
Letzten Donnerstag fiel das Volleyball aus. Somit wollte ich doch noch eine kurze, aber intensive Tour auf meinem Bike machen. Die ging knappe 1.5 Stunden. Am Freitag wollte ich an den Wägitalersee per Bike und daher war ich mir bewusst, dass ich meinen Körper vielleicht nicht zu sehr herausfordern sollte. Wobei ich halt finde, dass man schnell mal über eine Stunde mit dem Velo unterwegs ist. Mein Körper aber wollte am Donnerstag doch noch gefordert werden. Und ja, ich habe auch von dieser Tour ein paar Eindrücke festgehalten.
 
Ah ja, natürlich konnte ich es nicht lassen und fuhr - trotz Tour an den Wägitalersee und eigentlich selbst verdonnerten Pause von mehr wie zwei Tagen - gestern dann doch wieder gute 1 Stunde und 20 Minuten in der Region herum.
 
Für mich Alltag. Andere sagen mir, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte. Ich spüre, dass es mir gut tut und das ich es vor allem auch körperlich schaffe. Warum also nicht diese Fähigkeit nutzen und etwas daraus machen? Eben.





Donnerstag, 20. Juli 2017

der eigene kritiker

Woher dieser Zustand im Moment auch immer kommt - aber es ist bei mir aktuell in Sachen Gefühle, Rückzug, Selbstachtung und Pipapo eher sehr anstrengend. Und wie so oft, ist mir vieles an meinem Verhalten ganz klar bewusst. Und doch finde ich manchmal: aber warum begreifst du das bei anderen, aber andere nicht bei dir? Warum merke ich mir solche Dinge, andere anscheinend nicht? Oder ist das nur, weil ich die Erwartung an mich selbst habe, mir dies merken zu müssen?
 
Ja, ich weiss, wie es ist, wenn sich jemand bei mir zurückzieht. Ich bin auch eher jene, welche sich nicht traut, beim Menschen nachfragen zu gehen. Aber daher frage ich ja Menschen, was man in dieser Situation tun muss. Wenn sich zum Beispiel jemand aufregt. Ich habe bei so vielen nachgefragt, wie ich mich dann am Besten verhalte. Und mache das dann auch. Und ich kommuniziere in meinem Umfeld nicht wegen lustig, dass ich nun eine bin, welche sich eher total zurückzieht und sich abschottet, wenn es ihr schlecht geht. So bin ich nun mal. Ich habe so vielen Menschen in meinem Umfeld gesagt, dass ich dann das Gefühl habe, niemanden damit belasten zu wollen und daher nicht von mir aus kommen würde. Auf die Frage hin, was mir dann am ehesten hilft, habe ich immer ehrlich gesagt, dass man auf mich zukommen kann und einfach fragen soll. Persönlich. Und ich mich dann meist öffnen könne. Aber ich komme nicht von mir aus und sage: "es geht mir schlecht, hilf mir". So bin ich nun mal. Seit klein auf habe ich solche Dinge immer mit mir ausgemacht.
 
Mir ist bewusst, verstehen viele es eher so, dass es mir gut geht, wenn ich mich nicht melde. Und trotzdem sitze ich hier und denke mir: Menschen kennen mich, wie ich wirklich bin. Ich bin dann aufgeschlossen, unternehmungslustig und suche den Kontakt. Es kann also nicht normal sein, dass so gar nichts mehr von mir kommt. So ein Typ Mensch bin ich nicht.
 
Ich weiss, es ist mein Problem, wenn ich mich überall vernachlässigt fühle. Mal von Personen, mal vom Schicksal. Und ich weiss, dass niemand um mich herum etwas für meine Vergangenheit kann. Aber es kotzt mich langsam wirklich an. Ständig dieses Einstecken müssen und nicht wissen, woran es liegt. Und ja, gestern sass ich auf dem Bett und dachte mir einfach: warum erleben alle dieses Gefühl, für jemanden so viel Wert zu sein, nur ich nicht?
 
Ja, ich habe meine Eltern. Ja, ich weiss, dass ich für sie einen enorm grossen Stellenwert in ihrem Leben habe. Aber es geht mir nicht darum. Es geht mir darum, auch für jemanden einfach wichtig zu sein. Eine "vordere" Priorität zu haben und dies auch vermittelt zu bekommen. Nicht einfach irgendwann an Stelle weiss ich wie viel zu kommen, nur, weil man vielleicht etwas in einer Gruppe unternimmt, wo zambrottagirlie vielleicht einmal nicht von der Partie war. Die lustige Dicke hat gefehlt. Die, mit den doofen Sprüchen. Ja sorry, wird mir so vermittelt. Schön, komme ich jemanden in den Sinn. Aber warum erst, wenn die Aktivität vorbei ist?
 
So auch in Sachen Unternehmungen. Aktuell wird mir das Gefühl vermittelt, dass man a) irgendwann in zwei Wochen Zeit für mich hätte und b) ich mich dann aber auch zur Verfügung halten muss, wenn es dieser Person dann eben geht. Und solche Dinge kann ich noch weniger ab. Entweder hat man auch mal spontan Zeit Lust für / auf mich oder gar nicht. Warum muss ich mich wieder nach allen um mich herum richten.
 
Ja, im Moment bin ich eher sehr angespannt unterwegs. Es ist mir auch alles bewusst. Aber ich bin es mir einfach leid, mir immer solche Grübeleien über alle um mich herum zu machen und bei allen als selbstverständlich angesehen zu werden.
 
Der Rückzug tut mir aktuell verdammt gut. Ich muss mich nicht mit Menschen auseinandersetzen und auch nicht Worten stellen, die mich irgendwie verletzen könnten. Ich muss mich dadurch nicht mit dem Leben von anderen vergleichen und sehe und nehme nur meinen eigenen Trott wahr. Ich kann mich wirklich abschotten und bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch ein ganz guter Eigenschutz.
 
Und doch merke ich, wie es extrem viel auslösen kann, wenn ich dann doch irgendwie Kontakt mit jemandem habe. Ich bin im Moment eher sehr distanziert und finde es auch teilweise angemessen. Ich muss meine Grenzen einfach aufzeigen. Mir ist aber auch bewusst, müsste ich auch ehrlich sagen, was mich stört, wenn dann jemand fragt. Kann ich aber nicht. Weil mein aktuellstes Bedürfnis einfach jemand ist, der sich zu mir hinsetzt, mich einfach in den Arm nimmt und sagt: lass den ganzen Scheiss einfach raus. Ich interessiere mich wirklich dafür und es geht einfach mal nur um dich. Lass es einfach laufen.
 
Vorgestern hat jemand gefragt, ob alles okay ist. Was antworte ich darauf? Nicht wirklich gross etwas. Weil ich mir einfach gedacht habe: okay, was willst du wirklich? Dich ausheulen, wieder Mal einen Rat holen und dafür bin ich gut genug?
 
Ich habe meine Rolle aktuell sehr satt. Und ich wäge oft ab, wo ich was mache und wo ich einfach einmal auch meine Grenze zeige. Und leider ist dies oft so, dass ich mich halt überall als immer verfügbar und selbstverständlich dargestellt vermittelt bekomme. Und darauf habe ich langsam echt keinen Bock mehr. Die alte, weise, mütterliche, liebe, anständige, immer zur Stelle stehende zambrottagirlie. Warum soll ich rennen, sobald andere pfeifen und sich mal Zeit für mich nehmen könnten. Nö. Auch ich habe mal keinen Bock, zu funktionieren. Ich mache es tagtäglich und es wird immer als selbstverständlich angesehen. Und ich habe es satt, mich nach Treffen schlecht zu fühlen, weil man mich eben so als selbstverständlich ansieht. Auch ich bin ein Mensch mit Bedürfnissen, Ängsten, Sorgen und Erlebnissen. Anscheinend nicht gegen aussen.
 
Ja, es hilft, wenn ich sonst schon kein gutes Bild von mir habe. Ich finde mich ja selbst abnormal und ist für mich habe ja die Antwort, warum ich so gelebt habe bzw. so lebe, wie ich es muss(te). Für mich ist ganz klar, warum ich ich bin und warum ich das alles so handhabe, wie ich es eben tue. Warum also länger dagegen ankämpfen. Es wird mich immer wieder einholen, davon bin ich überzeugt. Und umso mehr ich mich abschotte und umso mehr ich damit meine Bestätigung habe, umso richtiger fühlt es sich auch an. Ich muss mich keinen Enttäuschungen stellen und meine Erwartungen werden von Beginn an nicht für nichts strapaziert. Ich sollte einsehen, dass vielleicht der Einzelgang durch das Leben einfach doch der viel einfachere Weg für mich ist. Alles andere macht mich nur kaputt. Und eben, ich kenne es ja nicht anders. Es hat alles seinen Grund, warum ich es bis dato so erleben musste. Es stellt sich ja alles als richtig heraus: ich bin nicht normal, ich bin falsch, ich werde immer alleine bleiben und ich kann mich niemandem so zumuten. Ich weiss einfach, dass ich nie jemanden an meiner Seite finden werde und auch sonst eher immer einstecken werden muss. Und ja, nach wie vor weiss ich, dass ich meiner Aufgabe hier (wie auch immer die jemals ausgesehen hat) nachrennen werde. Ich werde nicht alt werden Das weiss ich einfach. Ganz tief in mir drin.

Mittwoch, 19. Juli 2017

kurze runde (1.5 stunden)

Für Freitag habe ich eine lange Tour an den Wägitalersee geplant - wird mich wahrscheinlich recht an meine Grenzen bringen. Darum wollte ich auch gestern eine "kurze" Biketour machen. Im Volleyball ist die Halle ferienbedingt aktuell geschlossen, daher wäre Beachen angesagt gewesen. Aber darauf hatte ich gestern nun wirklich keine Lust und ich hätte eher abgesagt (dies fiel weg, da das Wetter wirklich eher auf der regnerischen Seite stand).
 
Somit fuhr ich nach Arbeitsschluss direkt nach Hause, wechselte im Flug meine Kleidung und schwang mich auf meinen "Speedy Rosso". Ich unternahm eine Route Richtung Kanton Schwyz. Das liebe ich an unserer Region, diese grenzt an so viele Gebiete und Kantone. Ich spürte nach wie vor meine etwas müden Muskeln, vor allem in den Oberschenkeln. Aber liegt vielleicht auch daran, dass ich gesundheitlich etwas angeschlagen bin. Vom Freitag her, als es beim Aufstieg nur noch in Strömen goss und ich wirklich durchnässt war und so trocknete. Bei der Runterfahrt war mir dann dementsprechend kalt.
 
Und doch schaffte ich auch gestern einen Aufstieg im dritten Gang auf der leichtesten Stufe (ich habe drei Gänge und sieben Stufen). Wäre vor ein paar Wochen bestimmt nicht so möglich gewesen. Es ist eine Teilstrecke von meiner geplanten Wägitalersee-Route am Freitag. Es fielen bereits ein paar grosse Wassertropfen. Aber es war okay.
 
Und plötzlich donnerte es und blitzte es (Richtung Wägital) immer stärker - sodass ich ganz schnell beim See ein paar Bilder machte und mich wieder Richtung nach Hause hielt. Es hat gut getan, es war wieder eher mit Spass verbunden.
 
Und doch bin ich nun ein wenig nervös wegen Freitag... mal schauen, wie weit ich komme. Vor allem habe ich ja am Donnerstag noch das intensivere Volleyball - wen auch nur im Sand (auch da ist die Halle geschlossen). Durchziehen werde ich es alleweil, so gut kenne ich mich nun doch :-).
 
Nun noch ein paar Eindrücke von meinem gestrigen, "kurzen" (und für andere doch langen ;-)) Ausflug.  Ah ja - ich hatte schon immer eher muskulöse Beine (dank dem jahrelangen und frühen Volleyball und Babbos "Beingene" :-)) - aber gestern ist es mir einfach noch einmal mehr aufgefallen. Wuhu!










Dienstag, 18. Juli 2017

unerwartetes, tolles kompliment

Gestern hatte ich dann doch noch ein Highlight für den Tag. Ich bin ein wenig hin- und hergerissen aktuell. Mich überall abschotten und es wahrscheinlich nur selbst als solches wahrnehmen (kommt schon, wen interessiert das wirklich...) ist sehr anstrengend. Ja, es ist wahrscheinlich ein Wunschdenken von mir, dass jemand von sich aus kommt und sagt, dass er bzw. sie sich Zeit für mich nimmt und ich mich ausheulen kann. Wie so oft.
 
Auch in Sachen Sport ist da eine nicht allzu grosse Lust im Raum. Und irgendwie nervt mich das. Heute möchte ich noch mit dem Bike ein wenig raus - eine etwas eher kürzere Tour (ohne Pause etwas zwischen 1 Stunde 30 / 1 Stunde 45). Aber ich überlege ernsthaft, ob ich mir das "antun" möchte - und diesen Anschiss - vor allem beim Biken - hatte ich bis dato nicht wirklich so.
 
Oh je - der Trott schaut mal wieder um die Ecke. Aber wie ich mich kenne, werde ich es heute durchziehen. Wahrscheinlich wird es für ein Volleyballspiel eh zu knapp von der Anzahl Spieler her. Wobei ich auch da wahrscheinlich eher passen werde. Morgen möchte ich mich sportlich nicht wirklich verausgaben, weil ja am Donnerstag Volley ist (eher Beachvolley, wird nicht sooo anstrengend werden, je nach Anzahl Spieler) und ich am Freitag erneut eine grosse Tour zu einem See geplant habe. Diese wird happig.
 
Aber nun zum eigentlichen Highlight meines gestrigen Tages :-). Irgendwie kam es dazu, dass ich einfach loslachen musste. Ich weiss nicht einmal mehr genau, warum. Leider verlässt uns Ende Monat ein langjähriger Mitarbeiter. Als ich dann mal das Büro verliess, meinte eine Mitarbeiterin zu mir, dass eben dieser Mitarbeiter gerade etwas sehr Schönes über mich gesagt hat (sie waren in einem geschäftlichen Gespräch). Ich schaute ihn fragend an und er meinte:
 
"Ich wiirä dis Lache vermisse, zambrottagirlie". Ich stand da. Baff. Musste aber lächeln und bedankte mich. Meinte "gliichfalls, dis wird mer au fählä!" und ging von dannen. Aber es tat richtig gut, so etwas zu hören. Wow.