Donnerstag, 12. Januar 2012

shopping und manuskripte verschickt

Ich habe es schlussendlich doch nicht übers Herz gebracht, einfach ohne Schwester zu fahren. Ich habe sie heute Morgen noch einmal gefragt, ob sie mitkommen wolle. Sie bejahte.

Wir düsten also Richtung Deutschland los und für sie hat es sich zumindest gelohnt. Sie hat echt viele Sachen gefunden.

Ich habe eine skinny Jeans von Clockhouse XL in dunkelblau ergattert, die ich mir wohl noch einmal sowie zwei helle Varianten dieser Hose besorgen werde. Sie kostet "nur" 29 Franken und für diesen Preis ist sie echt genial. Sie sitzt total gut und frau kennt es: wenn eine Hose passt, wird sie gern doppelt gekauft. Denn so hat man länger was von :-).

Zudem habe ich Sneakers in dunkelbraun gefunden. Es gab sie auch in beige, aber diese waren leider nicht sehr gut verarbeitet. Da waren mir auch die zwölf Euro zu viel.

Im Müllers habe ich meine Pflegeprodukte für gut ein Jahr im Wert von gerade mal 11 Euro besorgt (sind 2 Tages- sowie 2 Nachtcrèmen, ein Peeling und eine Waschlotion) und im DM (eine ebenfalls günstige Drogeriekette) gönnte ich mir einen Haarspray, einen Nagellack in rot-braun und die Make-Up Grundierung von Maybeline Jade. Dieses Mousse, welches bei mir bis dato den besten Eindruck hinterlassen hat.

Nun fehlen mir noch die drei Jeans (eine dunkle und zwei helle). Ob ich sie mir dann schlussendlich auch wirklich leiste, überlasse ich nächsten Dienstag. Denn nach dem Vorstellungsgespräch begebe ich mich nach Zürich. Ist keine 20 Minuten von entfernt. Meine Schwester gibt mir ebenfalls einen Batzen mit, damit ich ihr auch zwei weitere Hosen kaufen kann. Da das Gespräch mitten im Nachmittag stattfindet, bin ich so nett und nehme sie auf dem Nachhauseweg mit dem Auto mit. So hat sie einen kürzeren Weg nach Hause.

Ich gucke dann noch schnell beim New Yorker vorbei wegen den Schuhen. Mehr liegt nicht drin, danach ist mal wieder gut.

Erinnert ihr euch an den riesen Eintrag mit den vielen Fotos, was ich alles probieren möchte? Nun ja, vieles war noch gar nicht in den Läden ausgestellt. Eigentlich eine Schweinerei. Denn: im Internet kann man alle Waren bestellen, in den Geschäften findet man sie jedoch noch nicht. Und so war nix mit weissen oder schwarzen Hosen.

Dies ist der Link: trigger / carving

Sagen wir es mal so, dass ich knapp zwei Drittel der Sachen im Laden erblickt habe. Aber es war nicht wirklich die nötige Grösse davon vorhanden. Und wie immer sah vieles im Geschäft ganz anders aus, als im Internet.

Zum ersten Mal in Friedrichshafen besuchten meine Schwester und ich die Deutsche Post. Heute Morgen um 00.45 Uhr ist mir die Idee gekommen, die fünf Manuskripte meines Krimiromans ausdrucken und in Deutschland aufgeben zu können. Es kommt mir so viel günstiger, als hier in der Schweiz. Hier hätte ich locker zwischen 25 - 40 Franken ausgegeben (je nach Grösse und Gewicht). In Germany waren es gerade mal 7.25 (!!!!) Euro.

Danach machten wir einen Abstecher nach St. Gallen, weil meine Schwester die oben genannten Jeans noch nicht gefunden hatte. Im Shoppingarena war auch nicht wirklich etwas Schlaues dabei. Ich probierte einen Ring und war erstaunt, wie gut er mir ging. Ich versuchte es auch am Mittelfinger und auch da flutschte es gut. Nun... als ich ihn mir wieder entfernen wollte, ging es einfach nicht. Ich kam langsam, aber sicher in Panik und zerrte daran herum. Zum Glück habe ich es doch geschafft *schweissabwisch*.

Heute war sowieso nicht wirklich mein Tag. Einmal dachte ich fast, ich hätte den Schlüssel in Baby Jane vergessen (wenn die Türen zu sind, dann komme ich da nicht mehr rein :-/) und war erleichtert, als er doch in meiner Tasche steckte. Ich liess ständig Dinge fallen und Baby Jane hatte auf einmal kein Kühlwasser mehr. Da helfe ich immer mit Leitungswasser nach, ich kann nicht alle zwei Monate zur Garage damit fahren!

Aber es hat ja zum Glück geklappt und wir sind heil angekommen. Zuvor waren wir noch in der City von St. Gallen und da klappte es für meine Schwester mit den Hosen in dunkel- und hellblau. Nun fehlt ihr der zweite Satz, mir eine dunkelblaue und zwei helle Jeans. Sind halt schon sehr geile Hosen. Ein paar schwarze Hosen durften bei ihr auch noch mit.

Tja, das war mein Tag bisher. Nun bin ich müde, gucke mir aber alles an, was ich im Verlauf des Tages mit dem Recorder aufnehmen lassen habe.

unfassbar!

Da bleibt einem echt nur noch der Mund offen stehen. Vielleicht könnt ihr mich nun besser verstehen, welchen Standpunkt ich in der Familie habe.

Immer muss ich nachfragen gehen. Immer muss von mir das Bitti und Betteln kommen. Es geht immer um mich und meine ach so zuverlässige und erwachsene Persönlichkeit!

Meine Schwester hat sich vor über einer Stunde schlafen gelegt. Ihr gutes Recht. Aber wir haben noch gar nichts wegen morgen bzw. heute besprochen.

Ich habe sie kurz geweckt und gemeint, was denn nun der aktuelle Stand wegen dem Shoppen sei.

Lahme Antwort: "Keine Ahnung...."

Aber ICH muss wieder nachfragen und der Sache auf den Grund gehen. Diese Gleichgültigkeit kotzt mich so an! Wochenlang labert sie mich voll, wie dringend sie neue Jeans braucht und wir den Ausverkauf nutzen sollen und nun das! Ich kann es echt nicht mehr haben, hören oder sehen.

Immer muss ich, ich, ich. Wenn ich nicht nachfrage, kommen Sätze alla: "Tja, du bist ja nicht nachfragen gekommen. Du hast es nicht mehr angesprochen."

Es kommt mir echt gleich hoch, obwohl ich nix im Magen hab. Einfach unfassbar und nur noch zum Kopf schütteln. Es ist nicht nur hier so. Wenn es um einen Kinoabend oder sonst etwas geht, muss immer ich die Organisation und Planung sowie Reservierung übernehmen.

Eigenständigkeit hin oder her. Es nervt nur, wie es schon fast als normal hingenommen und bewertet wird. Ich bin gerade so wütend, ich weiss nicht, ob ich morgen einfach alleine losdüse oder ob ich sie doch noch einmal frage.

Uah!

Mittwoch, 11. Januar 2012

resignation...

... ist bei mir im Blog immer wieder ein Thema. Ihr seid es euch alle gewohnt und doch appeliere ich an die Verantwortung jedes einzelnen Lesers. Jeder entscheidet selbst, wann er sich abgrenzen muss, wie viel er sich zumuten und inwiefern er sich das "antun" will.

Wie ich im Kommentar bereits erwähnt habe, weiss ich schon länger, dass etwas in meinem Leben nicht wirklich immer rund lief. Vor allem, wenn man sich als Teenager schon die arme aufkratzt (mit blossen Fingernägeln) und die Freundinnen verständnislos und schockiert darauf reagieren. Diese ständige Verheimlichungen, dieses "sich verschliessen" und dieser Perfektionsdrang. Auch war es eine Belastung für mich selbst mit diesem "Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt", dass ich wohl wahrnehmen, jedoch nicht einordnen konnte.

Bis "Borderline" in den Raum geworfen wurde. Und siehe da, ein Selbsthilfebuch gekauft und viele Gemeinsamkeiten sowie Antworten entdeckt. Danach kam die professionelle Hilfe ins Spiel.

Und obwohl ich bei Blueblog eine fleissige Bloggerin war (und es meistens heitere Einträge waren), musste auch ich mir eingestehen, dass ich dieser Diagnose Raum in meinem Leben geben muss, weil ich anstonen daran zu Grunde gehen würde. Es gehört nun mal zu meinem Leben, ob ich will oder nicht. Teilweise geht es besser, teilweise frage ich mich nach dem Sinn dieser psychischen Diagnose.

Mir ist bewusst, sind viele Einträge sehr ehrlich. Und lange, lange habe ich mich mit diesem Thema zurück gehalten sowie die Worte angepasst. Aber ich merke, wie gut es mir tut, den Frust hier so von mir abzulassen, wie er eben in mir brodelt. Dinge so zu beschreiben, wie sie mir rüberkommen und wie sie auf mich wirken. Hier kann ich Sachen so äussern, wie ich es will. Hier muss ich auf keinen Gegenüber achten. Hier redet mir niemand drein.

Ich schaffe die nötige Distanz, um einen klaren Kopf bekommen, mich auf andere Dinge konzentrieren und danach meine ganze Energie und Aufmerksamkeit wieder auf das Problem richten zu können. Ich schaffe Raum für mich. Für meine Lösungen. Für meinen Weg.

So wird auch dieser Eintrag wieder sehr ehrlich. Nur muss ich vielleicht auch lernen, meinen Freundinnen gegenüber immer öfters ehrlich meine Meinung zu sagen. Denn ansonsten gehe ich kaputt. Denn ich sage vieles nicht, aus Angst, dass ich danach wieder mal der Buhmann bin. Denn ich habe Borderline, also ist meine Ansicht schon von Anfang an falsch. Und dieses Gefühl tut einerseits weh und andererseits kann ich es echt nicht mehr hören.

Dies wird wieder ein kreuz und quer.

Ich war sonntags ja unterwegs, unter anderem bei Grossdäddi am Grab. Ich habe ihn um seine Unterstützung gebeten und immer öfters verspüre ich diesen Drang, einfach jemanden zu haben, der mich mal wieder ehrlich gemeint und innig in den Arm nimmt. Bei ihm hätte ich nicht dieses Gefühl, dass er sich vor mir ekelt, wenn er mich berühren muss. Einfach nur fünf Minuten mit ihm, um ihm all meine Fragen stellen zu können. Das Warum meines Leidens. Warum er so früh gehen musste und warum ich ihn lange nicht loslassen konnte. Warum ich durch dieses Tief muss und wann bzw. ob es jemals für mich aufhören wird. Dass er mir beistehen und Schutz bieten solle.

Heute war im über den Mittag mit Schila spazieren. Ich war beim Grab hier in der Nähe, dass ich für ihn ausgesucht habe. Es ist nicht ein konventionelles "Grab", es ist einfach ein Ort, den ich aufsuchen kann, um ihm nahe sein zu können. So muss ich nicht immer über 60 Kilometer an Weg auf mich nehmen.

Und da hat es bei mir aufgeleuchtet. Vielleicht war er mir am Sonntag näher, als es mir bewusst war. Und das gibt mir Mut, die Zähne ein wenig länger zusammen beissen zu können....

Ohjemine, ich muss schnell etwas dazwischen schieben... Ich habe teilweise echt Probleme mit dieser Rechtschreibung. Hoffentlich wird da diese Buchsache bei mir nicht der totale Reinfall. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Schrott diese Lektoren zur Überprüfung eingereicht erhalten und wie oft diese sich totlachen müssen. Eine grauenhafte Vorstellung...

Aber ich glaube, ich kann durch meine Worte viel an Gefühl rüberbringen. Hoffentlich hilft mir das ein wenig weiter in diesem harten Job. Ich habe sieben Verlage gefunden, die ich anschreiben werde. Die meisten sind in Deutschland. Die Schweiz ist weniger "krimitauglich".

Zurück zum Thema. Ich fühlte mich Grossdäddi nahe. Und ihr könnt es Wunschdenken oder Absurdistan nennen, aber ich habe am Montag eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Nach bald knapp einem Jahr!

Es ist eine ganz kleine Gemeinde im zürcherischen Land und die Fahrt mit dem Auto beträgt gute 40 Minuten. Nachmittags sind die Büros geschlossen und es sind ganze drei Mitarbeiterinnen im Haus. Mehr weiss ich noch nicht, was die Leiter der verschiedenen Ämter etc. betrifft.

Fakt ist: es wäre eine 60%-Stelle in einem kleinen Team. Ich könnte mich einarbeiten. Es ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit. Ich hätte einen Job, würde mich gebraucht fühlen und müsste "nur" noch damit klarkommen, dass ich nicht genauso viel an Arbeit leisten kann, wie all meine Mitmenschen. Es wäre ein Riesenschritt für mich.

Klar, es gäbe Gefühle und Selbsthasserhöhung, weil ich unter Leute und mich jeden Morgen im Spiegel angucken muss. Aber bei der letzten Stelle mit den Empfangsladies hat es auch geklappt. Ich muss mir einfach vor Augen halten, dass ich sparen kann, um wieder zu meinem Haar zu gelangen. Weiter möchte ich darauf nicht eingehen.

Mannometer, macht eine Pause. Dieser Eintrag wird nämlich noch länger.

Informiert habe ich niemanden über das Gespräch, abgesehen von Pupa. Ich werde nur noch etwas erzählen, wenn ich danach gefragt werde. Und dann auch nur auserlesenen Leuten. Ich habe nämlich keine Lust mehr auf dieses weiss ich was. Ich kann es selbst nicht benennen, aber ich handle so, weil es sich für mich richtig anfühlt.

Menschen haben nicht gesehen, wie mies es mir in den letzten Monaten gegangen ist. Nun mache ich das Gleiche. Ich habe es nicht anders zu spüren bekommen und auch ich habe ein Anrecht auf mein Gefühl und meinen Missmut.

So auch mit dem hungern. Ich bin erstaunt, wie gut es heute geht. Ich habe, abgesehen von zwei Tassen Kaffe, vier Tiktak und Wasser nichts zu mir genommen. Morgen muss ich essen, denn da bin ich mit meiner Schwester unterwegs. Die hat mit der Sache ja nichts zu tun.

Meine Mutter hat heute nicht locker gelassen, sie wollte unbedingt mit mir sprechen. Ich habe am Nachmittag abgeblockt. Vater war in der Zwischenzeit vom Fischen nach Hause gekommen und sie holte mich da noch einmal. Sie wollte, dass ich mich zu ihnen hinsetze und mit ihnen spreche. Bei mir ging sofort das Garagentor runter, ich verschloss mich und meinte klipp und klar, dass ich nicht mit ihnen beiden gleichzeitig reden würde. Mit ihr schon, mit ihm nicht.

Meinte Mutter meinte nur, dass wir so nicht zusammenleben können, dass wir uns aussprechen müssten. Sie erzählte mir noch einmal, warum er so ausgerastet ist und ich knallte ihr an den Kopf, dass er dies nur bei mir tut und nie bei meinen Geschwistern.

Schlussendlich war sie der Meinung, dass ich nun nur so hässig wäre, weil es um meine Schwester und meinen Bruder geht (dass Babbo bei ihnen nie ausrastet, obwohl er immer am Computer und sie so hart und eine angreiffende Art hat).

Sie hat echt nicht begriffen, um was es mir genau geht. Die Worte, die er gesagt hat, hat sie anscheinden einfach so überhört. Oder erst gar nicht mitbekommen .

Was beim Gespräch schlussendlich rausgekommen ist? Ich habe gemauert und nicht gesagt, dass es mir nur noch um die gemeine Äusserung meines Vaters geht. Ich war einfach sprachlos und konnte nur noch den Kopf schütteln. Sie hat nur noch gemeint, was ich von meiner Therapeutin mitbekommen hätte (ich müsse über meine Probleme sprechen) und ist dann gegangen.

Und da hätte ich am liebsten losgeschrien. Dieses Reden bringt mir ja nichts. Ich habe am Sonntag Hilfe gesucht und keine erhalten. Keine Menschenseele hatte Zeit für mich. Das ist nicht ein trotziges Kind, dass da spricht. Das ist eine Freundin, die Hilfe braucht, die verzweifelt ist und nichts dergleichen zurück erhält. Spricht man das aus, wird einem nur wieder ein Vorwurf gemacht. Was ist meine Folge daraus? Den Mund zu halten und einfach gar nichts mehr zu sagen. Das betrifft alle Menschen in meinem Umfeld.

Ich hatte in den ersten dreissig Minuten echt Angst, dass ich einen Seich mache. Ich bin hier allen wohl zu zuverlässig. Ich weiss doch auch nicht mehr weiter...

Ein kleiner Lichtblick hat sich geöffnet: das Vorstellungsgespräch. Ich bete und hoffe, dass ich diese Chance bekomme. Das ich mich beweisen kann. Dass ich langsam wieder mein Leben in den Griff bekommen und übernehmen kann.

Gestern kam der nächste Dämpfer. Ich bin nun offiziell um eine Singlefreundin ärmer. Es handelt sich um meine beste Freundin. Und ich kann mich echt nicht darüber freuen.

Es ist schwer zu beschreiben, ich schreibe es hier einfach, wie es mir aus dem Kopf gesendet wird. Und es stimmt, ich habe keinen Funken an Freude dafür übrig. So fühlt es sich bei mir nun mal an, ich kann nichts dagegen tun.

Vielleicht ist es darum, weil ich immer ausgelassen werde. Sei es bei der Arbeit, sei es beim Spass, sei es beim Leben, sei es in der Liebe. Und es wird auch immer so in meinem Leben sein und bleiben. Ich bin überzeugt, dass ich diejenige sein werde, die an Familientischen steht, jedoch das ledige Gotti, ledige Freundin der Eltern oder die ledige Bekannte der Familie bin.

Ich bin es so leid. Ich verstehe den Grund nicht, warum ich auf so vieles verzichten muss. Ich frage mich immer mehr, was an mir falsch ist. Und dann kommen so üble Vorschläge und Meinungen von Freundinnen, die meinen, sie wüssten nun alles, weil sie einen Freund haben.

Es fühlt sich zum Kotzen an. Und ja, ich hasse Männer und ich habe Probleme mit Nähe und meinem Körper sowie diesem Selbsthass mir gegenüber. Aber ist das die einzige Begründung? Wie viele andere kranke Menschen haben eine Partnerschaft? Wie viele Sozialhilfebezüger lernen ihren Partner kennen? Auch die haben Ängste und störende Gedanken. Wie ist es mit Magersüchtige? Auch die öffnen sich einem Menschen, obwohl sie ihren Körper hassen. Wie ist es mit Alkoholkranken? Auch die finden eine Frau bzw. einen Mann, also eine Person, die alles für einen tut.

Und da soll ICH Schuld an meiner Misere sein? Ja, ich hasse mein Aussehen. Ja, ich hasse meinen Körper. Ja, ich hasse den Blick in den Spiegel.

Warum müssen Frauen um mich herum einmal sagen: "Ich will im Moment gar keinen Partner!" und schon haben sie den nächsten an der Angel?

WARUM?

Und nein, es hat nichts mit Neid zu tun. Es geht einfach darum, dass ich es nicht verstehe! Warum muss ich anderen zugucken, wie sie ihr Leben leben können? Warum kann nicht ich einmal in der Position sein, wo andere zuschauen müssen? Warum kann nicht ich einmal all die tollen Menschen kennen lernen und jemand muss daneben stehen? Warum muss nur ich, ich, ich das über mich ergehen lassen? Warum muss nur ich die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, wenn die beste Freundin mal wieder einen Partner gefunden hat? Warum darf sie ihren Partner haben, wenn ich meinen erst finde? Warum wird sie nicht Single sein, wenn ich meine Beziehung eingehe? Warum? Es fühlt sich soooo mies an. Und das kann kein Mensch nachfühlen, der es nicht schon einmal mitmachen musste. Fakt und aus.

Ich weiss nicht, ob Mon Amour gemerkt hat, dass es mir danach nicht sonderlich gut gegangen ist. Wahrscheinlich nicht, denn ich bin momentan sehr reizbar, was ihre Andeutungen und Aussagen angeht. Vielleicht macht sie es unbewusst, vielleicht bekommt sie es wirklich nicht mit, aber ich glaueb, ich muss einfach mal ehrlich sagen, was mich in der letzten Zeit alles an unserer Freundschaft gestört hat.

Aber das wird ja sofort als Angriff auf ihre Person verstanden. Wobei das gar nicht stimmt. Darauf habe ich keinen Bock, denn dann muss ich mich wieder rechtfertigen.

Es geht darum, dass sie sich an Weihnachten nicht gemeldet hat. Ich musste nachfragen, was los ist. Es geht darum, dass die letzten Monate nur lernen bei ihr anstand und sie nie gefragt hat, wie es mir genau geht. Es geht darum, dass keine Sau gemerkt hat, wie verschissen es mir mit der Situation geht. Keiner hat sich für mich interessiert.

Sie sahen nur: ah, sie ist beschäftigt, also läuft's.

Es geht um ihre Reaktion bei meiner Aussage am Sonntag, dass ich nicht mehr weiter gewusst hätte. Sie hat nicht gefragt, was los ist, ob ich jemanden zum Reden brauchen würde. Es ging nur darum, ob sie meine Aussage im SMS als Angriff ihr gegenüber ansehen muss und wie verzweifelt sie erst über diese Tatsache war und wie erleichtert, als sie danach das SMS doch anders interpretiert hat. Und ich weiss nicht, ob ich doch eher zurück schreiben hätte sollen, dass es doch auch ein Teilangriff an sie war. Lernen hin oder her, ich wäre sofort zu ihr gedüst, wenn sie mir das mitgeteilt hätte. Wie ich auch Italien hinter mir gelassen hätte, wenn meine Hilfe von Nöten gewesen wäre.

Ich kann ihr nicht sagen, dass ich mich nicht für sie freue. Das versteht sie nicht. Sie ist seit Mitte Dezember mit diesem Typen zusammen. Ich erfahre es fast einen Monat später. Ihre Aussage? Sie wusste nicht, ob es dann zu viel für mich gewesen wäre, weil es mir ja nicht so gut ging.

Aha, und jetzt soll es mir besser gehen? Jetzt komme ich so vor, als würde mich aus dem Leben aussperren und nicht dabeihaben wollen. Ich fühle mich jetzt so, dass alles meine Schuld ist. Das ich der Grund bin, warum man Sachen nicht äussern darf. Ich bin wieder das Problem und das kann ich nicht mehr hören.

Wie auch gestern nach unserem Treffen. Sie meinte sofort, dass sie an diesem Nachmittag gemerkt hätte, was ihr über zwei Monate lang gefehlt hätte. Nämlich ich.

Was habe ich davon? Es geht nur wieder darum, was in ihrem Leben gefehlt hat. Es geht nicht darum, wie es mir ergangen ist.

Nein, es hat nichts mit ich, ich, ich zu tun. Es geht um die Sache, dass sich niemand für mich zu interessieren scheint. Ich keine wichtige Person bin.

Lustig ist: sie hat gestern gemeint, dass sie das Gefühl von anderen Bekannten gehabt hätte (alle haben sich be ihr ausgeheult, sie musste zuhören). Ich bin bewusst nicht darauf eingegangen. Ich habe nur gemeint, dass ich mich nun für den Weg des "Abstumpfens" entschieden hätte. Alle anderen würden es doch auch so machen. Alles andere bringt mich nicht weiter.

Ich werde dies wohl mit ins Grab nehmen. Denn es wird wahrscheinlich eine riesen Diskussion geben und wie so oft werde ich das Gefühl vermittelt bekommen, dass alles an mir liegt, ich diejenige bin, die alles falsch aufgefasst hat und demzufolge das Problem bin.

Und darauf habe ich einfach keine Lust mehr. Da bin ich froh, kann ich bei Pupa einfach ehrlich sein. Wir sagen uns die Meinung, wenn uns etwas nicht passt. Und so werde ich auch bei den anderen Anfangen. Ich lasse viel mit mir machen, aber auch ich verändere mich.

Ich bin nicht mehr die, wie vor ein paar Jahren. Wem es nicht passt, der soll gehen. Auch ich habe ein Recht auf meine Meinung und auf meine Ansichten. Auf eine freiwillige Äusserung und auf die Richtigkeit in einer Sache. Nicht ich bin falsch, nur weil ich Borderliner bin.

Vielleicht liegen auch andere falsch, weil sie Egoisten sind.

Vielleicht liegen auch andere falsch, weil sie nicht sensibel sind.

Vielleicht liegen auch andere falsch, genau deswegen, weil sie keine Borderliner sind.

Bei mir wird ein riesen Theater gemacht, wenn ich etwas nicht erzähle. Es wieder ein riesen Tratram gemacht, wenn ich mich meine Meinung mal ehrlich zu äussern traue. Es wird mir das Gefühl vermittelt, einfach anders und damit falsch zu sein.

Fast hätte ich mich doch bei dieser Singlebörse angemeldet. Aber ich lasse es sein, denn so gebe ich den anderen doch nur das Gefühl, im Recht zu liegen.

Und ja, im Moment hab eich einen riesen Hals auf alle. Da ist die unbeschreibliche Wut im Bauch. Ich fühle mich wie ein Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch steht...

Ich habe es irgendwie satt. Wenn ich in den nächsten Tagen sterben sollte, dann würde es an der Himmelspforte ein riesen Donnerwetter geben. Ich würde alles klein hauen und nur noch rumschreien, nach dem Grund suchen, warum ich auf dieser Welt war und was meine Aufgabe gewesen hätte sein sollen. Und dass ich nicht darum gebeten habe, auf diese Welt geschickt zu werden. Aber das geschieht wohl erst am 21. Dezember 2012. Nun wisst ihr, warum die Welt untergehen wird. Ich werde nämlich mit meinem Ausbruch vor der Himmelspforte dafür sorgen :-).

600 Einträge...

... in 25 Monaten bei Blogspot. Ich möchte gar nicht mehr wissen, wie viele es noch bei Blueblogzeiten waren. Ist eine echt grosse Leistung.

Ich mülle euch den Berechnungen zu Folge jeden Tag mit einem Anteil von 0.8 an Einträgen voll. Obwohl.... Genau genommen wären es noch mehr, denn es waren nicht knapp etwas über zwei Jahre lang, sondern 24 Monate (also genau zwei Jahre, weil ich noch in Italien war. Und wenn man es genau nehmen würde, könnte man auch die mikrigen Einträge zu diesen Monaten wegnehmen und und und.... *haha*).

Weiterhin viel Spass dabei :-).

Und danke *g*!

strafe muss sein

Gestern bin ich ja über Nacht bei Pupa gewesen. Wissen tun es nur wir beide, niemand anders interessiert sich wirklich dafür. Haben alle etwas anderes im Kopf. Und ich werde auch niemandem etwas darüber unter die Nase reiben.

Tja, that's life und ich bin es mir nicht anders gewohnt. Aber das darf man jaaaa niemandem an den Kopf werfen, denn das wird sofort wieder als persönlicher Angriff angesehen.

Ihr merkt, ich bin auf hundertachtzig. Weil ich diesen Scheiss einfach nicht mehr sehen, hören und fühlen mag. Dazu gab es aber mehr im oberen Beitrag. Ihr Armen :-).

Ich werde meinen Vater so nicht davonkommen lassen. Meine Mutter meinte gestern Morgen nämlich, dass es Stress wegen dem und dem und dem und laberlaberlaber gab, aber das ist für mich immer noch nicht eine richtige Begründung, geschweige denn von einer Entschuldigung.

Die muss persönlich erfolgen.

Von Babbo.

Alles andere lasse ich nicht durchgehen. Immer muss ich mich im Zaum halten, immer muss ich meinen Ärger runterschlucken, und wenn es dann knallt, bin auch ich noch der Sündenbock!

ICH habe ein schlechtes Gewissen, weil ich MIR die Schuld an meinem Dasein und der Misere gebe, die unkontrolliert seit 3 Jahren mein Leben zu bestimmen scheint. Und dann muss ICH mir auch noch solchen Scheiss anhören, obwohl ICH Tag für Tag zum Haushalt gucke, darauf achte, dass um 12 der Zmittag auf dem Tisch steht und leider momentan nur so ein einfaches und kleines Dankeschön zurück geben kann.

Nicht mit mir, auch ich habe die Schnauze mal gestrichen voll. Obervoll. Elternteil hin oder her. Und ich lasse beide spüren, was das für mich zu bedeuten hat. Denn: meine Mutter hat nichts gesagt, als er diese gemeinen Sachen über mich und mein Leben hier auf der Erde gesagt hat.

Ich wurde nämlich nie danach gefragt, ob ich es will und ich verteufel mich dafür, dass ich nicht "gentlemanlike" anderen den Vortritt gelassen habe, als es um die Befruchtung ging! Passt hier nicht wirklich rein, aber das Bild dabei ist schon lustig, ich denke da an das Pix von seastorm :-).

Im Nachhinein hätte ich eigentlich zurück schreien sollen, dass ein Präservativ in dieser Nacht wohl wirklich billiger und nervenschonender gewesen wäre und ich bestimmt nicht um Leben auf dieser Erde gebettelt hätte.

Tja, die besten Dinge kommen einem immer erst im Nachhinein in den Sinn. Aber dieser Spruch wird schon noch zur richtigen Zeit seinen Einsatz finden.

Könnt mich trotzig oder kindisch nennen. Ich habe einfach meine Schmerzgrenze erreicht.

Gesagt habe ich ihnen nichts. Aufgefallen wird es der Familie wohl erst sein, als am Morgen mein Bett immer noch unberührt war, die Tür zu meinem Schlafzimmer offen stand und Baby Jane nicht auf dem eigentlichen Platz parkiert war.

Promt folgte eine SMS am frühen Morgen von Muddi, dass ich mich nächstes Mal bitte abmelden solle, wenn ich über Nacht wegbleiben würde. Sie würde sich Sorgen machen. Meine Schwester fragte auch noch nach, wo ich sei.

Ich glaube, wenn ich einen Job, das nötige Geld und die Sicherheit hätte, wäre spätestens heute der Zeitpunkt gewesen, zu dem ich mich auf Wohnungssuche gemacht hätte. Und wenn ich wüsste, dass es Baby Jane schaffen würde, wäre ich nach Italien abgehaut.

Einfach, um denen mal den Kopf zu waschen. Sie wachzurütteln. Dass bei mir halt nicht alls Friede-Freude-Eierkuchen ist, obwohl ich jeden Scheisskurs mitmache und mich jede Woche bewerbe.

Nee, ich bleibe hart. Hatte gestern Nachtessen mit Pupa. Sie hat mich fast dazu "gezwungen". Heute hatte ich lediglich zwei kleine Toastscheiben (Dinkelbrot, glaube ich) mit Streichbutter und Marmelade. Ansonsten gar nichts.

Und morgen wird es ganz hart, weil ich den ganzen Tag über zu Hause bin. Jaja, haltet diesen Hungerstreik auch mal für kindisch oder unnütz, aber das ist für mich die einzige Chance, die ganze Umwelt um mich herum wachzurütteln. Schneiden lasse ich nicht zu, denn dann gibt es nur wieder Sätze wie: "Warum hast du das wieder gemacht? Was hast du schon wieder in der Therapie gelernt? Ich dachte eigentlich, du wärst weiter" und und und. Alles doofe und zu Nichts gebrauchende Sätze. Mal gucken, ob wenigstens die Therapiepause bemerkt wird *pf*.

Es war eine schöne Zeit mit ihr gestern. Und obwohl ich weiss, dass sie in Sachen Stärke eindeutig die Schwächere von uns zwei ist und ich nächstes Mal vielleicht wieder vor verschlossenen Türen stehe (und sie mal wieder keine Zeit hat), bin ich ihr für dieses Angebot dankbar. Ich habe auf dem Sofa übernachtet, sie wollte, dass ich zu ihr ins Bett liege (ist ein Ehebett). Aber ich kenne mich da, ich hätte Probleme damit gehabt. Aber nicht wegen ihr, alles von mir aus. Wegen meiner Persönlichkeit, meinem Körper und meiner Nähe, die nicht gerade als angenehm empfindet werden kann.

Jaja, kommt mir mit euren Sprüchen alla "du spinnt doch!" :-). Auch Pupa hat das gemeint, aber das sind meine Selbstzweifel und mein Selbsthass.

Und am Donnerstag haue ich  in Deutschland mein Feriengeld von Italien auf den Putz. Ich werde mir diesen Ausflug und den Ausverkauf gönnen. So viel habe ich verdient.

Mindestens.

vollidiot

So schnell hatte ich ein Buch, glaube ich, schon lange nicht mehr durch. Als letztes stand "Vollidiot" von Tommy Jaud an.

Ich habe schon seit Ewigkeiten den Film dazu auf DVD aufgenommen, als er mal im TV lief. Nur nie geguckt. Es ist noch heikel, wenn man eines von beiden zuerst geschaut oder gelesen hat. Denn nicht immer stimmt alles überein. Sei es an der Reihenfolge oder den Tatsachen.

Zum Klappentext:

Nicht alle Männer sind Idioten, einige sind Vollidioten. Wie Simon Peters aus Köln, 29 Jahre alt, T-Punkt-Verkäufer. Im Laden tappt er in jedes Fettnäpfchen, zu Hause droht Putzfrau Lala, ihn mit einem gackernden Business-Huhn zu verkuppeln, und im Fitnessstudio lauert Popeye, die Killerschwuchtel. Dabei hat Simon sich doch endlich mal so richtig verliebt: in Marcia P. Garcia, die Milch aufschäumende Traumfrau aus dem Starbucks gegenüber. Nur eine winzige Kleinigkeit steht einer romantischen Hochzeit in der Karibik noch im Wege: Er müsste Marcia vielleicht doch einmal ansprechen...

Meine Meinung:

Ich musste echt oft lachen wähend dem Lesen und ich fand das Ganze mehr oder weniger unterhaltsam. Teilweise war es einfach typisch Mann und der Hauptdarsteller, Simon, dachte nur an das Eine. Kein Wunder ist dieses Buch bei Laura durchgefallen ;-)!

Ich wusste gar nicht, dass "Millionär" der zweite Teil von Simons Leben ist. Diese habe ich mir nämlich vor gut 6 Jahren geleistet und ich war begeistert davon. Nun steht "Resturlaub" an. "Hummeldumm" muss noch geliefert werden.

Nee, ich fand es wirklich gut. Mal etwas anderes, als Krimi & Thriller.

Heute habe ich mir noch ein "Typisch-Mann-Buch" geleistet. Bin mal gespannt, wie mir das gefallen wird. Es geht um wirklich eklige Dinge, aber es musste heute sein.

Montag, 9. Januar 2012

gebrochenes herz

Diese SMS ging heute Nachmittag an Pupa raus:

"ciao amore. non preocuparti, va bene per me, se vuoi rimanere in calma a casa dopo tanti giorni di stress. volevo solo guardare se hai un po di tempo perché mi sentivo sola ed avevo paura di fare una cazzata. papa mi ha detto qualche minuto prima di chiamarti, che vuole ritornare indietro giovane e di non volermi nella sua vita. gli ho voluto fare questo piacere e andarmene per lasciarlo vivere in santa pace. ma non ce la faccio. adesso mi vado a mangiare mille hamburger. tanto lui ama solamente la mia sorella, anche se lei ha il piu brutto carattere di me. faccio di tutto, ma rimango una delusione per tutta la famiglia. mi raccomando, stammi bene e tanti abbracci con tutto il cuore spezzato, che mi e rimasto. a presto..."

Muss ich das wirklich übersetzen? Ich finde, in der italienischen Sprache hat es mehr an gebrochenem Herzen und Leid.

Aber ich tu's euch zu Liebe (nicht erschrecken, Pupa nenne ich immer so. Bin aber hetero :-)):

"Hallo Schatz. Mach dir keine Sorgen, für mich ist es okay, wenn du dir einen ruhigen Abend gönnen willst nach diesem ganzen Stress. Ich wollte nur gucken, ob du ein wenig Zeit für mich hast, weil ich mich einsam gefühlt und Angst davor hatte, einen Scheiss zu bauen. Papa hat mir einige Minuten, bevor ich dir angerufen habe, gesagt, dass er gerne wieder jung wäre, um mich nicht in seinem Leben haben zu müssen. Ich wollte ihm diesen Gefallen machen und für immer verschwinden, damit er in Ruhe sein Leben leben kann. Aber ich schaffe diesen Schritt nicht. Jetzt gehe ich tausend Hamburger essen. Er liebt sowieso nur meine Schwester, auch, wen sie den hässlicheren Charakter als ich hat. Ich gebe alles und doch bleibe ich eine Enttäuschung für die ganze Familie. Halt die Ohren steif, alles Gute und viele Umarmung mit meinem ganzen gebrochenen Herzen, dass mir geblieben ist. Bis bald..."

Ich denke, hier wird schon viel erklärt, was vorgefallen ist. Am Mittagessen ist die Situation plötzlich eskaliert, mein Vater hat ausgerufen und eben gemeint, dass ich sein grösster Fehler in seinem Leben bin. Tja, ich nehme mir das sehr zu Herzen, auch, wenn wir wahrscheinlich alle Dinge sagen, die wir in einem Wutausbruch nicht so meinen.

Schon lange habe ich diese Befürchtung. Ich sehe mich seit langer Zeit als die Loserin dieser Familie. Und er hat mit dieser Aussage den Wunden Punkt noch vertieft. Es waren Worte, die ich nicht gut gebrauchen kann. Denn ich habe so schon genug mit meinem schlechten Gewissen und mit meinem Scheitern in diesem Leben zu kämpfen.

Tja, wie das Leben so spielt, hatte niemand Zeit für mich. Ich bin es mir in letzter Zeit nicht anders gewohnt. Alle scheinen wichtigere Dinge zu haben, die warten. Und dann macht man mir Vorwürfe, dass ich vieles so lange in mich reinfresse.

Auch dies bleibt bei mir. Abgesehen von diesem Blog. Ich habe echt keinen Bock mehr darauf. Menschen um mich herum scheinen mein Schicksal einfach so hinnehmen zu können. Keine Sau fragt mich, wie es mir geht und was bei mir so läuft. Keine fragt einmal: "Wie fühlst du dich mit dieser IPT? Macht es Sinn für dich? Wie geht es dir mit deinem schlechten Gewissen?" Es kommt einfach nichts dergleichen. Die Menschen sehen, dass ich Kurse besuche und an der IPT-Sache dranbleibe. Aber Fragen dazu folgen einfach keine. Es wird einfach gesehen, abgehakt und mal weiterschauen, was sie als nächstes macht.

Diese Gleichgültigkeit nervt. Und ich verstehe immer mehr, warum Menschen so abstumpfen und nur noch an sich denken. Ich bin immer schnell zur Stelle, wenn jemand jammert. Bei mir hat keine Menschenseele Zeit beziehungsweise weiss keine Sau, was läuft.

Ich mache niemandem Vorwürfe. Ich schlucke es runter und gut ist. Denn würde ich Vorwürfe machen, gäbe es nur mehr Stress. Menschen können sich nicht abgrenzen, beziehen alles auf sich.

So habe ich auch Mon Amour geschrieben. Sie hatte ihr Handy aus, weil sie für Prüfungen lernt und auch heute spontan keine Zeit. Ich meinte nur ehrlich, dass ich gehofft hätte, dass jemand für mich Zeit haben würde, da ich nicht mehr weiter wissen würde. Mir selbst jedoch bewusst war, dass es wahrscheinlich zu kurzfristig wäre. Ich meinte noch, dass dies wohl das Leben sei und ich mir das gewohnt wäre.

Sie hat es sofort auf sich bezogen, dass ich ihr damit unterstellen würde, dass sie mir nie helfen und nie zur Seite stehen würde. Und das stimmt nicht. Ich habe in diesem SMS niemanden angeprangert.

Zum Glück hat sich dieses Missverständnis von selbst gelöst. Denn dafür hätte ich echt nicht noch mehr Kraft gehabt. Und doch habe ich das Gefühl, schirmt Mon Amour alles ab, was ihr zu viel auflasten könnte. Klar, sie hat Prüfungen vor sich und irgendwie kann man da nichts anderes gebrauchen. Und doch hat jeder das Bedürfnis zu sprechen. Und Fakt ist: obwohl ich geschrieben habe, dass ich nicht weiterweiss, hat es keine Frage diesbezüglich gegeben. Nur die Reaktion, ob meine Aussage, dass ich mich an das gewohnt wäre, auf sie bezogen sei. Es ging nur um einen eventuellen Angriff an ihre Person.

Aber ich lasse das alles hinter mir. Ich bin ich und mir das Wichtigste. Ich werde meine Sorgen niemandem aufbürden und einfach für mich schauen. Jeder andere tut es so, also auch ich.

Morgen übernachte ich vielleicht bei Pupa. Meinen Eltern sage ich nichts davon. Bin mal gespannt, was da so kommt. Bin nämlich heute von 13.30 bis 21 Uhr unterwegs gewesen. Habe die halbe Schweiz bereist. Zuerst bin ich in die Ostschweiz gedüst und habe mir im BK eine Cola gegönnt. Danach bin ich zu Grossdäddi ans Grab gefahren und habe ihm mein Herz ausgeschüttet.

Ich habe geweint und mir gewünscht, dass er bei mir wäre. Einfach für fünf Minuten lang und ich eine starke Schulter zum Ausheulen hätte. Einfach seine Nähe mal wieder spüren darf. Ich bat ihn darum, mir Kraft zu geben und auf mich zu schauen. Und wie sehr ich mich selbst verabscheue dafür,  wie mein Leben bisher verlofen ist. Das ich mich in Grund und Boden für mein Dasein schämen würde und einfach nicht mehr weiter weiss.

Es hat gut getan. Danach habe ich mich bei Pupa gemeldet, damit sie sich keine Sorgen mehr macht. Sie hatte mich bis dato über 15 Mal versucht, zu erreichen. Sie hat mir das Angebot gemacht, den morgigen Abend mit mir zu verbringen und das ich mein Pyjama mitnehmen soll. Mal schauen, vielleicht ist das für alle eine Lektion.

Danach war ich bei BK in der Nähe, habe etwas gegessen (meine erste und einzige Mahlzeit an diesem Tag). Nun bin ich in einem Hungerstreik.

Wer mich kennt, weiss, wie angegriffen ich mich fühle. Es ist wie, wenn man eine Narbe über dem Gesicht trägt und eine wichtige Bezugsperson darauf herumreitet. Bei mir ist es einfach schlimmer, weil ich so schon mit meinem schlechten Gewissen und dem Gefühl und Gedanken nicht gut genug für meine Eltern und nur eine elendes und lästiges Anhängsel  zu sein, zu kämpfen habe.

Nun ja, ich werde nun einfach an keiner Mahlzeit mehr teilnehmen und mich im Haushalt auch nicht mehr betätigen. Soll er mal sehen, was ich ansonsten den ganzen Tag über mache, um annähernd einen Ausgleich zu schaffen, für das, was sie mir geben und dass ich zu Hause wohnen darf, obwohl ich überhaupt kein Einkommen habe.

Mein Krimi hilft mir darüber hinweg. Ich habe nun alle 369 Seiten ausgedruckt. Dabei sind 4 Seiten pro A4-Blatt und doppelseitiger Druck. Auch so komme ich auf stolze 47 Seiten. Nun werde ich die durchkorrigieren.

Morgen geht es auf die Recherche nach ein paar Verlagen. Knaur ist ganz bestimmt dabei. Ich habe mir eine Limite von höchsten 5-6 gesetzt. Danach geht es an den Versand der ersten dreissig Seiten (die habe ich einfach doppelseitig, ansonsten müssen die ja Lupen zum Lesen nehmen) und das Warten darauf, ob sie das ganze Manuskript eingereicht haben wollen.

Ausserdem hilft mir "Vollidiot" von Tommy Jaud. Ist ganz unterhaltsam.

Der Druck ist fast fertig (ächz, ist das eine Knobelarbeit). Danach liege ich ins Bett und lese, bis mir die Augen zufallen.

Mit der Welt habe ich mal wieder abgeschlossen. Eigentlich müsste ich auf Praktikumssuche. Ich werde es schleifen lassen. Immer mache und tue ich, bin anständig und halte mich an alle Regeln. Bin die Zuverlässigkeit in Person. Jetzt habe ich mal keinen Bock und tue, wonach mir ist. Ackert man, wird es als selbstverständlich hingenommen. Tut man nichts, wird sofort gemeckert. Nie folgt irgendeine Anerkennung und Bewunderung für die Energie, die man in etwas reinsteckt.

Wichtig ist mir, dass ich gezeigt habe, dass ich doch noch die Notbremse ziehen konnte. Ganz allein. Keine Ahnung, warum ich solche Angst habe, einfach einen Berg runterzudonnern oder mich vor den Zug zu werfen. Es ist und bleibt die Angst, wenn man doch wieder die Augen aufmacht und immer noch hier ist (im schlimmsten Fall im Rollstuhl oder so). Und natürlich die unbeteiligten Mitmenschen, sollte man sich für die Gleisvariante entscheiden.

Und Männer sind und bleiben doof :-).