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Sonntag, 2. Juli 2017

fremd

Während der Flugzeit und einigen freien Minuten hatte ich im Urlaub Zeit, zwei ganze Bücher fertig zu lesen. Eines davon war "Fremd" von Arno Strobel (in Zusammenarbeit mit einer weiteren Autorin). Er gilt bekannterweise ja als einer meiner Lieblingsautoren auf dem deutschen Markt.

Zum Klappentext:

Vertrau oder stirb...

Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?

Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?

Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen...

Meine Meinung:

Mich hat der Klappentext sehr angesprochen und ich habe mich auf eine spannende, verwirrende und aussergewöhnliche Lektüre gefreut. Das Buch ist logisch aufgebaut und fliessend zu lesen. Wie bereits von Strobel gewohnt, befindet man sich schnell in der Hauptgeschichte.

Ich las die ersten Seiten und war noch ein wenig hin- und hergerissen. irgendwie fehlte mir der Aspekt, dass der Mann vielleicht derjenige ist, der verrückt ist. Ich wartete immer darauf, auch diese Option mal mitlesen oder mitbeobachten zu können. War aber nicht der Fall. Es war sehr schnell klar, dass anscheinend nur die Hauptakteurin jene ist, welche offensichtlich "das Problem in dieser Geschichte ist".

Es machte mir persönlich nichts aus und ich las munter weiter. Bis dann irgendwie die Wende kam, die ich persönlich einfach skurril fand. Okay, mir war bewusst, dass beide irgendwann einmal sich dieser Gefahr stellen müssen, die auf dem Buchrücken beschrieben ist. Aber so? Es war mir dann teilweise wirklich zu viel und sehr weit hergeholt. Es war immer gut zu lesen und nie hatte ich das Gefühl, dass es zu surreal war... und doch war es einfach... komisch. Ich fand die Geschichte nicht mehr wirklich gut und nicht einmal eine Art Actionfilm war für mich in meinem Kopfkino auf diese Art und Weise möglich.

Mir kam dann eine Idee, dass es wahrscheinlich eine politische Verschwörung sein könnte und da verging mir plötzlich jegliche Lust aufs Lesen. Das mag ich persönlich überhaupt nicht. Und ja, am Ende stellte sich dann dies auch als dieses heraus. Das Ende war sehr abrupt und kurz gehalten. Es war eher unlogisch und die politischen Absichten dahinter meiner Meinung nach einfach nur ein paar Zeilen wert. Und im Buch wurde auch nur auf den letzten Seiten darauf eingegangen. Aber eben, es war dann wirklich nicht mehr meine Lektüre.

Schade. Denn der Beginn war wirklich vielversprechend. Wie gesagt, für Fans von Strobel ein Muss, das Buch ist eigentlich wirklich gut und flüssig geschrieben. Man muss keine Angst vor sehr absurden und von Blut getränkten Szenen haben - aber man muss sich einfach bewusst sein, dass es eher ein schlechterer Actionfilm ist, der im Kopf dann abläuft... Aber eins muss man dem Autorenpaar lassen: man möchte doch bis zur letzten Seite lesen, um die wahre Verbindung dieses "Ehepaares" zu erfahren.

Dienstag, 6. Juni 2017

desire

Lisa Jackson ist eine berühmte, amerikanische Autorin und in ihrem Land sehr beliebt und bekannt. Es ist nicht ihr erstes Werk, welches ich Lese. In Amerika habe ich mir vor zwei Jahren ein Buch von ihr in Englisch geleistet. Mir ist dies für die englische Literatur empfohlen worden.
 
Zum Klappentext:
 
Sie haben gesündigt, wieder und wieder. Dafür müssen sie jetzt büssen!
 
Der Anblick des Tatorts ist verstörend - selbst für erfahrene Detectives wie Rick Bentz und Reuben Montoya. In der Kirche St. Marguerite ist eine Nonne, bekleidet mit einem vergilbten Brautkleid, erdrosselt worden. Die Tatwaffe: ein Rosenkranz. Die Obduktion ergibt, dass Schwester Camille schwanger war. Schon wenige Tage später stirbt eine weitere Nonne. Auch sie hütete ein Geheimnis. Eine Mordserie, die Detective Bentz an den Rosenkranzmörder erinnert, den er vor zehn Jahren erschossen hatte...
 
Meine Meinung:
 
Oh jemine, mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich in Sachen Bücherlesen in den letzten Wochen nicht wirklich sehr fleissig war. Mein letzter Eintrag liegt fast zwei Monate zurück und es ist leider Tatsache, dass ich dieses Buch immer wieder zur Hand genommen und nicht wirklich regelmässig darin gelesen habe.
 
Lisa Jackson ist eine sehr gute Autorin in meinen Augen, wenn man ihre Werke in Englisch - also ihrer Muttersprache - liesst. In den deutschen Versionen verliere ich sehr schnell das Interesse und die Spannungswelle lässt bei mir sehr schnell nach. Habe ich nun beim Lesen ihrer letzten Werke einfach so feststellen müssen.
 
Das Buch, welches ich als erstes in Englisch gelesen habe, war viel spannender. Da war ich stetig dran und ich empfehle es auch für Englischeinsteiger. Es ist wirklich flüssig geschrieben und ich persönlich finde es auch in Sachen Krimis nicht als "harte Kost".
 
Aber auch hier musste ich leider in Deutsch wieder feststellen, dass mich die Spannung nicht wirklich packen konnte. Die Geschichte an sich ist eigentlich gut und doch... waren es mir zu viele Paralellgeschichten, zu viele Charaktere, so viele Nonnen, welche eigen waren und mit deren Eigenschaften ich sie mir eigentlich hätte bildlich vorstellen müssen... was ich aber nicht tat, weil das Interesse nicht wirklich da war.
 
Das Buch ist einfach und flüssig geschrieben. Es scheint alles logisch und doch... viele Seiten hätte man meiner Meinung nach streichen können. Das Ende hat mich persönlich dann nicht wirklich überrascht, eher enttäuscht. Weil es so wenige Seiten übrig waren und ein so schnelles Ende bei einem Rosenkranzmörder mich einfach nicht überzeugt hätte. So konnte ich dann schnell 1 und 1 zusammenzählen und schlussendlich bestätigte sich auch meine Intuition eines Nachahmungstäters.
 
Mich persönlich hat das Buch nicht überzeugt. Es ist einfach geschrieben, ja. Die Charaktere sind teilweise sehr eigen und so detailliert beschrieben, obwohl sie kaum von Bedeutung sind. Viele Menschen sind in der Vergangenheit miteinander verknüpft und es schien mir, als hätte Jackson überall ein wenig zu schreiben begonnen und die Geschichte dann doch wieder im Sande verlaufen lassen. Leider werde ich dieses Buch nicht noch einmal zur Hand nehmen. Ich weiss nicht einmal, ob ich sogar diese Version in Englisch zu Hause habe - ich glaube es aber eher weniger. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass es das Werk ist, in dem die Jagd in Sachen Rosenkranzmörder intensiver aufgenommen wird (ich werde dies in Englisch mit in die Ferien auf die Insel Fehmarn nehmen).

Sonntag, 9. April 2017

anonym

Nach langer Zeit habe ich es mal wieder geschafft, ein Buch fertig zu lesen. Es handelt sich dabei um ein Werk von Arno Strobel Ursula Poznaski.

Zum Klappentext:

Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du hasst deinen Chef? So sehr, dass du ihm den Tod wünscht? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche erfüllt... 

Als der Hamburger Kriminalkommissar Daniel Buchholz zu einem Tatort auf einem verlassenen Fabriksgelände gerufen wird, findet er dort nicht nur eine entsetzlich zugerichtete Leiche, sondern trifft auch auf eine neue Kollegin: Nina Salomon. Die beiden geraten sofort aneinander, denn der überkorrekte Buchholz zuckt schon beim Anblick eines ungebügelten Kragens zusammen - Salomon dagegen nimmt es mit Konventionen aller Art nicht so genau. Dafür verfügt sie über einen sicheren Instinkt und kommt sehr schnell einem Internetforum auf die Spur, das seinen Mitgliedern ein Spiel besonderer Art bietet: Sie dürfen Menschen, denen sie den Tod wünschen, auf eine Liste setzen, und die Forenuser stimmen dann über den "Gewinner" ab. Der Tote auf dem Fabrikgelände war der erste, der gewählt wurde, und die nächste Spielrunde läuft bereits. Doch alle Versuche der Polizei, den Betreiber zu lokalisieren oder das Forum vom Netz zu nehmen, schlagen fehl, denn die Seite befindet sich im sogenannten Darknet, wo kaum Regeln gelten - bis auf eine: Anonymität...

Meine Meinung:

Ich hatte lang an diesem Werk. Aber nicht, weil es eher langweilig war und mich nicht in den Bann gezogen hat, sondern weil die Zeit dazu teilweise einfach fehlte. Ich habe dann oft während meiner Mittagszeit ein paar Zeilen gelesen. Ansonsten komme ich im Alltag nicht wirklich dazu.

In Zukunft möchte ich mir wieder mehr Zeit für das Lesen nehmen.

Das Buch ist einfach und flüssig geschrieben. Und ich habe auch diesmal auf den richtigen Täter getippt :-). Irgendwie fand ich die Spannung zwischen Salomon und Buchholz teilweise noch amüsant und es war aber auch spannend zu lesen, wie zwei doch sehr unterschiedliche Charaktere gut miteinander arbeiten können. Vieles erschien mir dann doch sehr weit hergeholt und der Fall zog sich dann in der Mitte eher in die Länge. Es gab ein paar Dinge, welche ich einfach aus dem Buch streichen hätte können. So zum Beispiel werden Experten aus Amerika eingeflogen, sehr detailliert beschrieben etc., um dann doch nicht wirklich viel im Buch beizutragen bzw. an der weiteren Geschichte des Buches.

Nina Salomon an sich empfand ich als sehr schwierigen Charakter. Ich konnte mich in vielen Dingen mit ihr identifizieren, aber ansonsten war sie doch eine eher komplexe und unumgängliche Persönlichkeit. Wobei mir bewusst war, dass man eher auf ihren Charakter, wie auf den von Buchholz eingegangen ist. 

Der Schluss stellt sich sehr spannend heraus.Die Auflösung ist dann eher sehr knapp gehalten und man klappt das Buch zu und denkt sich, dass schon fast eine Fortführung folgen muss, bei doch eher vielen, offenen Fragen. Mir persönlich fehlten da Gründe und weitere Informationen, um die Handlungen des Täters irgendwie nachfühlen oder zumindest nachempfinden zu können. Den Schluss an sich fand ich genial und es zeigt einfach, dass der Mensch nicht berechenbar ist. Und doch war es für mich einfach zu schnell zu Ende (dafür, dass dieser Trajan im Buch immer als Allmächtig dargestellt wird und die Polizei lange Zeit benötigt, um irgendwie überhaupt in seine Nähe zu kommen).

Ich finde es immer wieder spannend, ein Buch zu lesen, bei dem zwei Autoren daran gefeilt und gearbeitet haben. In diesem Buch waren die Übergänge fliessend und an sich ist es wirklich eine sehr gute Geschichte. Welche leider auch viele Tiefen der heutigen Gesellschaft sowie die Vor- und Nachteile der digitalen Welt aufzeigt.

Samstag, 11. Februar 2017

tiefe narbe

Das neuste Werk von Arno Strobel mit einem ganz neuen Kommissaren-Paar. Natürlich liess ich mir das nicht entgehen und habe es in zwei Tagen durchgelesen.

Zum Klappentext:

Max Bischoff ist der Neue bei der Mordkommission in Düsseldorf. Er ist jung und schwört auf moderne Ermittlungsmethoden, was nicht immer auf Gegenliebe bei seinem Partner Horst Böhmer stösst. Sein erster Fall beim KK11 hat es in sich. Auf dem Präsidium taucht ein verwirrter Mann auf, von oben bis unten mit Blut besudelt. Er kann sich an nichts erinnern, die letzte Nacht ist wie aus seinem Gedächtnis gelöscht. Wie sich herausstellt, stammt das Blust auf seiner Kleidung nicht von ihm selbst, sondern von einer Frau, die vor zwei Jahren spurlos verschwand. Die für tot gehalten wird. Ist der Mann, der vor Max Bischoff steht, ihr Mörder? Als kurz darauf eine Leiche am Rheinufer gefunden wird, verstricken Max Bischoff und Horst Böhmer sich immer tiefer im Dickicht der Ermittlungen, um einen Fall zu lösen, in dem lange nichts zusammenzupassen scheint...

Meine Meinung:

Neues Konzept, Ermittlungen, Thriller... Genau mein Gebiet! Gespannt las ich die ersten Zeilen von Strobels neuem Werk. Und ich muss sagen, die ersten 250 Seiten verschlang ich in fast einem Nachmittag. Dann wurde es ein wenig harzig und irgendwie gab es in meinen Augen zu viele Zufälle und irgendwie hatte ich dann schnell einen etwas schlechteren Tatort vor den Augen im Kopfkino.

Nichtsdestotrotz tippte ich die ganze Zeit auf zwei falsche Personen und der wahre Täter überraschte mich wirklich. Strobel ging geschickt mit Worten um, als er die Kapitel beschrieb, in denen man die Gedanken des Täters / der Täterin lesen kann. Und diese wurden immer intensiver und hatten es immer mehr in sich. Manchmal hatte sogar ich richtig Gänsehaut vom Lesen. Das Buch nennt sich ja auch "Tiefe Narbe - im Kopf des Mörders".

Der Aufbau, der Schreibstil... alles gut und flüssig. Viele Dialoge und auch viele Charaktere, die wirklich speziell sind und sich einbrennen. Dann wurde es doch plötzlich sehr... filmreich. Kommissare besuchen eine Schauspielerin, Kommissar A verliebt sich in Schauspielerin und umgekehrt, innerhalb weniger Sekunden sind sie zusammen und keine drei Tage später beteuern sie sich ihre Liebe. Schnell wurde mir dann klar, dass etwas mit der Schauspielerin passieren wird und ja, am Schluss wird sie es noch mit Leben und Tod zu tun haben. Ich fand das alles ein wenig sehr weit hergeholt, war aber wichtig für die Auflösung des Falls.

Wie Zufälle dazu führen, dass die Kommissare plötzlich doch mit dem Täter zu tun haben... das fand ich an diesem Buch sehr genial, ich wäre nie vom schlussendlichen Täter / der schlussendlichen Täterin ausgegangen. Man bekommt auch ein wenig vom Privatleben dieses Max Bischoff mit und ich persönlich genoss die Lektüre der liebevollen Beziehung zu seiner Schwester.

Auf der letzten Seite bzw. beim Buchdeckel lassen Zeilen vermuten, dass ein weiteres Werk mit den beiden Kommissaren Bischoff und Böhmer bereits geschrieben worden sind und im Frühling 2018 veröffentlicht werden. Ich stehe dann natürlich sofort in den Startlöchern, mir dieses zu bestellen und liefern zu lassen. Ich bin gespannt, wie Max Bischoff das Erlebte verarbeitet.

Ich persönlich fand es einen guten Einsteigerkrimi bzw. -thriller für jene Leser, die in diesem Bereich noch nicht so geübt sind. Es ist keine allzu harte Kost, Fitzek hätte bestimmte Situationen ganz anders beschrieben. Aber Strobel hat seinen ganz eigenen Stil beibehalten und das hat mich überzeugt. Denn wie gesagt: als Schreiben in der Rolle als Mörder hat er mir doch ordentlich Angst eingejagt.


Sonntag, 5. Februar 2017

beautiful bastard

Mein Arbeitsmutti - mittlerweile sehr enge Freundin - ist eine richtige Leseratte. Leider schläft sie teilweise nicht wirklich gut und in dieser Zeit verschlingt sie ein Buch nach dem anderen. Sie kauft sie teilweise sehr günstig in Deutschland, manchmal gerade mal für 1 Euro. Viele leiht sie mir aus oder schenkt sie einfach weiter.

Dieses Buch ist so ein Exemplar. Mal etwas anderes, wie mein eigentliches Terrain :-).

Zum Klappentext:

Eine ehrgeizige Praktikantin. Ein anspruchsvoller Boss. Eine knisternde Atmosphäre...

Chloe Mills weiss, was sie will. Doch auf dem Weg zum Traumjob stellt sich ihr ein Problem in den Weg: ihr Boss Bennett Ryan. Perfektionistisch, arrogant - und absolut unwiderstehlich. Ein verführerischer Mistkerl!

Bennet Ryan weiss, was er will. Und dazu gehört garantiert keine Affäre mit seiner sexy Praktikantin, die ihn mit ihrem unschuldigen Lächeln in den Wahnsinn treibt. Trotzdem kann er Chloe einfach nicht widerstehen. Er muss sie haben. Überall im Büro.

Gemeinsam verfangen sie sich in einem Netz aus Lust, Gier und Obsession...

Meine Meinung:

Natürlich ist es ein sehr vorhersehbares Werk. Es erfüllt auch alle Klischees und ist ganz kurz zusammen gefasst. Es erinnert irgendwie automatisch an das andere, bekannte Buch. Wobei ich da weder das Werk gelesen, noch den Film gesehen habe. Weil ich nicht wirklich viel mit dem Buch anfangen konnte, vor allem dieser dominante Mann ging mir schnell auf den Zeiger.

Hier ist es ausgeglichen. Vor allem ist Chloe nicht diese schüchterne, unschuldige Sekretärin, sie selbst hat es auch faustdick hinter den Ohren und startet auch mal von sich aus die Initiative der Verführung.

Die Szenen sind wirklich sehr gut geschrieben, der Fantasie und Lust wird viel Freiraum gelassen. Aber natürlich wiederholt sich dann vieles und irgendwie weiss man, dass die Charaktere Sex im Büro, auf dem Boden, im Fahrstuhl, im Treppenhaus und dann auch noch im Auto in der Garage haben werden. Überall dort, wo sie ertappt werden könnten. Und ja, irgendwie fand Sex auf jeder zweiten Seite statt und irgendwie hatte ich es dann auch gelesen :-).

Es war mir klar, dass es mit einem Happy End aufhören würde. Der ach so unnahbare Chef wird gezähmt und findet seine wahren Gefühle für diese Chloe. Ich persönlich fand es mal etwas anderes und auch gut. Es hatte wirklich auch seine Reize und mein Kopfkino, wuhu, das lief teilweise echt auf Hochtouren und es hat mich erstaunt, dass Menschen um mich herum nicht meine Gedanken lesen und an meinem Gesicht sehen konnten, was ich mir da so Schmutziges zusammen reime. Erfahrungen hin oder her, ich habe auch meine dreckigen Gedanken :-). Und ja, ich persönlich bin ein sehr sexueller Mensch. Ich weiss viel in der Theorie darüber und natürlich bin ich auch schon mit gewissen Filmchen in Berührung gekommen. Heilig und unschuldig bin ich in dieser Hinsicht nicht ;-p.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig gehalten. Es gibt nicht wirklich viele Hauptakteure und ich persönlich fand das gut. Aber eben, irgendwann einmal wiederholte es sich und da ich das Ende irgendwie sehr absehbar fand, war es dann einfach plötzlich auch nur ein Endspurt / Rennen Richtung letzte Seite.

Ich werde es nicht behalten. Habe aber eine weitere Reihe vom Arbeitsmutti erhalten. Aber nicht von der bekannten Autorin. Aber es geht auch in die erotische Richtung :-). Zuerst aber folgt das neuste Werk von einem weiteren Lieblingsautor meinerseits: Arno Strobel.

Sonntag, 29. Januar 2017

das joshua profil

Ein weiteres Werk von einem weiteren Lieblingsautor meinerseits.
Zum Klappentext:

Hast du die Fäden für dein Leben noch in der Hand?

Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiss... Im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.

Ein weiterer Ausschnitt:

Der mann, den ich angefahren hatte, lag direkt in der Einfahrt... Verdammt. Was hatte der hinter dem Tor zu suchen? Und wie hatte ich ihn bloss übersehen können? "Hallo, können Sie mich hören?", rief ich. Ich beugte mich zu ihm hinunter, und da er sich nicht bewegte, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Mit offenen Brüchen oder gar einem eingedrückten Schädeldach - aber auf den Anblick, der sich mir bot, als ich in das Gesicht des Mannes blickte, war ich nicht vorbereitet.

"Du?", fragte ich und wich zurück, als hätte ich den Antichrist gesehen. Das ist unmöglich. Das darf nicht sein. Vor mir, auf dem Asphalt, lag ein Mann, der in seiner Jugend weitaus Schlimmeres getan hatte, als mit Steinen zu werfen. Er pfählte Katzen, schmiss Molotowcocktails in offen stehende Fenster, und neben Tierquälerei und Zündeln hätten sicher auch die nassen Laken, die seine Mutter jeden Morgen wechseln musste, einen eindeutigen Hinweis auf die psychopathische Zukunft des Heranwachsenden geliefert. Wenn er denn Eltern gehabt hätte, denen es nicht gleichgültig gewesen war, dass aus ihrem Jungen ein psychopathischer Kindervergewaltiger wurde.

Meine Meinung:

Schwierig. Ich habe lange an diesem Buch zu lesen gehabt. Nicht, weil es so ein grosser Schinken ist. Irgendwie kam ich einfach nicht vorwärts. Ich bin mir ja von Fitzek viel gewohnt und ich mag seinen Schreibstil. Immer möchte man weiterlesen, die Kapitel sind kurz und spannend gehalten und Enden immer so, dass man die Luft anhalten muss.

Der Anfang des Buches war wirklich gut und manchmal muss man doch genauer lesen. Fitzek hat es wirklich gut drauf, Situationen so darzustellen, dass man sich immer das Schlimmste ausrechnet. Aber da ist auch genau wieder der Punkt. Manchmal scheint es so weit hergeholt, dass es selbst mir zu komplex und zu zusammen fantasiert war. Ich würde mich selbst doch eher als geübte und belesene Leserin bezeichnen. Ich stehe nicht lange auf der Leitung und habe viele Vorahnungen. Nein, ich bin nicht Miss Superintelligent, aber ich würde mich doch in Sachen lesen als eher schlaue, achtsame, konzentrierte und vorausschauende Leserin bezeichnen.

Aber im Mittleren Teil des Buches hätte ich am Liebsten aufgegeben. Es war mir so etwas von komplex und so weit hergeholt... Es war nicht mehr wirklich mein Metier. Okay, eigentlich war der gesamte Mittlere Teil des Buches nicht wirklich meins. Gegen Ende wurde es wieder spannend und realer und ich hätte mir gewünscht, Fitzek hätte sich eher auf diesen Teil des Werkes konzentriert.

Die Charaktere sind gut - vor allem die Hauptcharaktere. Cosmo und Max - nur hätte ich noch gerne mehr über deren Vergangenheit erfahren, um noch mehr aus ihnen zu lernen und zu begreifen, warum sie so sind, wie sie sind. Die Tochter, eine weitere Hauptfigur, brachte mich teilweise zum Schmunzeln und Irritieren zu gleich. Solche Gedanken und Sprüche in diesem Alter... oh wei. Und als es richtig kompliziert wurde, waren es mir dann auch zu viele Charaktere und viele auch überflüssig.

Nichts gegen Fitzes, er ist und bleibt einfach einer meiner Lieblingsautoren. Aber es ist, nebst ein paar wenigen Werken, wirklich nicht mein Buch.

Behalten werde ich es - wie alle Werke von meinen Lieblingsautoren - natürlich doch :-).

Dienstag, 27. Dezember 2016

der mädchenfänger

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich dieses Buch selbst gekauft oder geschenkt erhalten habe. Es ist aber eine bis mir dato unbekannte Schriftstellerin gewesen: Jilliane Hoffmann.

Zum Klappentext:

"P.S. Pink steht dir." Die zwölfjährige Lainey kann es kaum fassen. Zach, der gut aussehende Sonnyboy aus dem Chatroom, steht offensichtlich auf sie. Und er will sie treffen. Als sie von der Schule nicht nach Hause kommt, nehmen alle an, dass Lainey weggelaufen ist. So wie ihre ältere Schwester Denise vor ein paar Jahren. Routinemäßig wird FBI Agent Bob Dees in die Untersuchung miteinbezogen. Bobby ist Spezialist für verschwundene Kinder - nicht nur beruflich, sondern auch privat. Seine eigene Tochter Katy verschwand vor fast einem Jahr und niemand hat seitdem wieder etwas von ihr gehört. Lainey ist nicht weggelaufen, da ist sich Bob sicher. Doch zunächst führen alle Spuren ins Nichts. Bis ihm ein schreckliches Gemälde zugespielt wird - es zeigt eine gefesselte junge Frau. Anhand des Gemäldes findet Bobby heraus, wo das Mädchen gefangen gehalten wird - doch sie kommen zu spät. Das Mädchen ist tot. Es ist nicht Lainey, doch im Bild finden sich Hinweise auf sie. Bobby kommt der Verdacht, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der es auf junge Mädchen abgesehen hat, von denen alle denken, sie seien weggelaufen. So wie Katy...

Meine Meinung:

Das Buch habe ich im Sommer zu lesen begonnen und erst wieder in die Hände genommen, als es nach Italien ging. Ich wollte die letzten Seite im Flug fertig lesen. Dies sagt schon fast alles aus.

Es ist ein gutes Buch, flüssig zu lesen und auch gut geschrieben. Aber irgendwie wurde ich nicht warm damit, man bekam kaum etwas seitens Täter mit und das Ende war mir dann auch einfach zu platt und abrupt. Ich hatte mir ein wenig mehr an Spannung und Action gewünscht. Die Charaktere gingen oft unter und ich wurde auch sonst nicht wirklich warm mit diesem Werk.

Okay, eins hat die Autorin geschafft: man hatte Angst um ein Happy End - bis zur letzten Zeile. Ob ich erlöst wurde? Tja, lest selber nach :-p...


Sonntag, 25. Dezember 2016

das paket

Natürlich konnte ich mir das neuste Werk von einem meiner Lieblingsautoren nicht entgehen lassen. Sebastian Fitzek Buch kam auch in einer originellen Verpackung: nämlich als Paket :-). Das Buch selbst besteht aus festem Kartoneinband und darum herum war es wie ein Paket, ich fand es wirklich cool!

Zum Klappentext:

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt - weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher - bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...

Meine Meinung:

Das Buch hatte seine Höhen und Tiefen. Die Tiefen waren aber bei mir einfach stärker vorhanden und ich persönlich fand es bis jetzt sein schwächstes Werk. Entweder liegt es daran, dass ich nichts mit dem Werk beginnen konnte oder ich habe mich mittlerweile an die Schreibart dieses grandiosen Autors gewöhnt.

Ich hatte mir mehr Spannung gewünscht. Irgendwie waren die Situationen so grotesk, sodass man einfach nie wirklich dieses "sich in die Geschichte fallen lassen" miterleben konnte. Weil ich mir immer im Hinterkopf dachte: "Jaja, die spinnt sich wieder etwas zusammen und es ist am Schluss gar nicht so." Und meist stellten sich die Situationen dann auch als Hirngespinste heraus und ich persönlich verlor schnell die Lust am Lesen.

Okay, die Auflösung war genial. Das muss ich ganz ehrlich gestehen. Hätte ich nicht damit gerechnet und den Täter an sich konnte ich nie irgendwie aus der Geschichte heraus feststellen.

Aber eben, mir persönlich sagt das Buch nicht wirklich zu. Ich werde es aber trotzdem behalten, was ich nur mit den Werken meiner Lieblingsautoren mache :-).


Samstag, 19. November 2016

die entscheidung

Das neuste Werk von Charlotte Link - neben Sabine Thiesler meine einzige weibliche Lieblingsautorin - konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Darum habe ich mir dieses ebenfalls bestellt.

Zum Klappentext:

Was, wenn du im falschen Moment die falsche Entscheidung triffst? 

Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass, und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau: Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, die fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt ist. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen. Und zu Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Ihr gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Verwicklungen aus, die Simon und Nathalie, tausende Kilometer entfernt, in der Provence zum Verhängnis werden…

Meine Meinung:

Diesmal befand sich Charlotte Link in ihren Geschichten in der Provence. Ich glaube, dass ich auch schon Bücher gelesen habe, in denen die Hauptgeschichte in Frankreich gespielt hat... Aber Link verbinde ich eher mit Schottland und England. Sie schafft es da immer, diese tolle Landschaft und deren Eindrücke in den Büchern zu vermitteln.

Ich weiss nicht, ob es an mir liegt oder ob Link einfach keine einfache Zeit hinter sich hat. Ich hatte noch nie so lange an einem Werk von ihr, wie an diesem. Okay, es ist ein dicker Schinken, fast 600 Seiten umfassend. Und ich selbst habe ja meist viel Stress und gaffe eher in die Röhre, wie ein gutes Buch weiterzulesen bzw. abends im Bett schaue ich noch die bereits abgesetzte Telenovela "Verliebt in Berlin" nach. Das reguliert mich eher. Aber wenn ich ein Buch wirklich gut finde, finde ich immer ein paar wenige Minuten für ein paar wenige Seiten.

Die Charaktere an sich sind gut, aber sie hatte schon besser Hauptakteure erschaffen. Spannender, witziger, schnelllebiger, fetziger und irgendwie auch ideenreicher. Die Geschichte an sich ist teilweise wirklich langatmig und die Spannung hat mir persönlich oft gefehlt. Vieles war vorhersehrbar und die Kombination zwischen Simon und dieser Nathalie... teilweise eher zäh und trocken. Und irgendwie waren mir viele Wendungen schon viel eher im Vorneherein klar und das machte es nicht wirklich spannender.

Es tut mir leid um diese tolle Autorin, denn ich kenne von Charlotte Link auch ganz andere Bücher. Da habe ich teilweise ein Buch fast in einem Nachmittag verschlungen. Irgendwie kann ich hier nicht wirklich etwas zusammenfassen, denn die Geschichte ist einfach erzählt: Simon trifft auf Nathalie, welche flüchten muss, weil ihr Freund mit der grausamen Geschichte dieser Selina verwickelt ist. Simon wird von Nathalie in die Geschichte hineingezogen, lange versuchen sie es selbst, dann kommt die Polizei ins Spiel und doch läuft etliches schief. Und sobald man heutzutage Bulgarien oder andere Länder dieser Region hört, weiss man ja schon fast, dass es sich um Menschenhandel handelt. Das gehört zur traurigen Geschichte dieser Erde.

Viele Seiten waren mir einfach zu lang und viele Persönlichkeiten waren wirklich eher Platzhalter. Ich behalte dieses Buch, weil ich alle Bücher von Link bestellt habe und behalte. Aber wirklich empfehlenswert... finde ich es persönlich aus meiner Sicht nicht. Es ist ein Kriminalroman, ja. Aber ich kenne von Link einfach auch Bücher mit mehr Feuer und Leidenschaft.


Mittwoch, 12. Oktober 2016

der seelenbrecher

Dieses Buch war mein erstes Werk von Fitzek. Was mir anno dazumal noch unbewusst war, denn da sagte mir sein Name noch nichts und ich war noch kein richtiger Fan von ihm. Das Buch habe ich dann weitergereicht – eigentlich nur geliehen – und nie wieder zurück erhalten. Ich weiss genau, wem ich es geliehen habe, aber es ist nun mal so. Mittlerweile besteht kein Kontakt mehr. Aber ich persönlich mag es nicht wirklich, wenn geliehene Sachen nicht zurückgegeben werden.

Daher habe ich dieses Buch noch einmal bestellt. Erinnert ihr euch an meine Sorge, mich bei nächsten Lesen von „Schlaf nicht wenn es dunkel wird“ an den Tathergang zu erinnern? Tja, beim Seelenbrecher dachte ich es auch – wurde aber eines Besseren belehrt :-). Ich hatte die Geschichte nicht mehr so im Kopf.

Dieses Buch habe ich in einem Strandtag zu Ende gelesen.

Zum Klappentext:

Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den „Seelenbrecher“ nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Aussenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt…

Meine Meinung:

Wie bereits erwähnt, habe ich dieses Buch bereits vor zig Jahren einmal gelesen. Das waren bestimmt schon an die 6 bis 7 Jahre. Damals war ich schon sehr begeistert, aber da ich das Buch verliehen hatte, vergass ich es dann irgendwann.

Bis ich mir alle Bücher von Fitzek bestellte (weil mich zwei sehr überzeugt hatten und ich sie in meiner Sammlung haben wollte), merkte ich, dass ich dieses Buch ja bereits einmal verschlungen hatte! Natürlich musste es auch her in die Sammlung ;-).

Es ist ein sehr flüssiges Buch. Man kommt gut durch und kann teilweise mit rätseln, was mich sehr in den Bann gezogen hat. Es ist wirklich schwierig, hinter den wahren Täter zu kommen, weil es so viele Wendungen gibt. Die Charaktere sind alle sehr gut besetzt und irgendwie benötigt es auch jeden. Keine zwei Seiten und man befindet sich plötzlich mitten in der Geschichte. Es geht hauptsächlich um Caspar, der sein Gedächtnis verloren hat. Schnell kommt die schicksalshafte Nacht und es geht darum, seine Ärztin sowie ein paar weitere Patienten, einen Rettungssanitäter, eine Krankenschwester, die Köchin der Klinik sowie sich selbst zu retten.

Die Absätze sind sehr spannend gehalten, vor allem Richtung Ende eines Kapitels. Die Augen wandern sofort auf die nächste Seite, schnell möchte man wissen, wie es weitergeht. Vor allem konnte ich nicht so schnell lesen, wie meine Hände und Finger umblättern wollten :-).

Es gab einen Teil, sagen wir Ende des zweiten Drittels, wo ich es dann doch seeeehr an den Haaren herbeigezogen fand. Aber es benötigte diesen Abschnitt, um an Fachwissen für die Auflösung des Buches zu gewinnen. Und ja, ich persönlich fand dann doch noch spannend, was nun wirklich von diesem Seelenbrecher angewandt wurde. Fitzek hinterlässt in der Danksagung noch ein Rätsel, welches er dann auch verschlüsselt in derselben auflöst. Ich bin darauf gekommen und hatte meine Freude daran :-).

Dieses Buch kann man nicht gross zusammenfassen, ohne nicht zu viel zu verraten. Man muss es einfach lesen. Es ist eher ein Psychothriller, der Atem bleibt einem wirklich oft im Hals stecken. Und das will bei mir geübte Leserin dieses Bereiches etwas heissen :-p.

Es geht hauptsächlich um diesen Caspar und die Rettung der oben genannten Charaktere. Nach und nach kommt man hinter seine Geschichte, „bekämpft“ die Amnesie dementsprechend mit ihm.

Dieses Buch werde ich natürlich behalten. Und mal schauen, ob ich in sieben Jahren wieder den falschen Täter vor Augen habe ;-). Tja, einmal mehr wird einem vor Augen geführt, wie schnell aus Opfern Täter und aus Tätern Opfer werden. Wie schnell lassen wir uns täuschen? Ist es wirklich so oder entspricht es doch nur einem an den Haaren herbeigezogenen Spruch?

Überzeugt euch selbst!


Freitag, 7. Oktober 2016

der fänger

Es ist ja kein Geheimniss, das mein absoluter Lieblingsautor Andreas Franz ist. Als ich schon in jungen Jahren ein Buch von ihm gelesen hatte, war es um mich geschehen. Obwohl es unter seinen Werken ganz schwer verdauliche Lesekost gibt. Aber so ist bzw. war er nun mal. Nannte die Grausamkeiten beim Wort und wenn ich ehrlich bin, schaffen es nur er und Fitzek, mir regelmässige Gänsehautschauer über den Körper zu jagen. Andere Krimi-, Dramen- und Thrillerautoren sind natürlich auch gut und ich bin schon von vielen eher unbekannten Autoren überrascht worden. Aber ich bin und bleibe ein grosser Fan von Andreas Franz.
Dementsprechend warte ich jedes Jahr sehnsüchtig auf eine neue Buchveröffentlichung. Franz ist im März 2011 überraschend verstorben. Man munkelt bis heute, dass es damit zu tun hat, dass er in seinen Büchern kein Blatt vor den Mund genommen hat. Ich selbst habe mir auch schon überlegt, ob es daran liegen könnte. Er hatte Kontakte bei der Polizei und seine Geschichten hatte er nicht nur rein aus seiner Fantasie. Es gibt Bücher mit Durant, die wirklich sehr happig sind. Und wenn man diese gelesen hat, merkt man schon, wie die Brutalität und Grausamkeit (vor allem im Bereich Bandenkriminalität in Sachen Zwangsprostitution (auch vieler Minderjährigen) mit dem Ostblock) in seinen Büchern mit der Zeit nachgelassen hat. Und ich kenne ja all seine Werke. In den ersten Bändern von Durant hat es mir regelmässig den Atem verschlagen. Okay, vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich langsam an seinen Schreibstil gewöhnt hatte ;-). Nach wie vor schätze ich es, dass man auf frühere Werke nicht sonderlich eingeht und damit Geschichten verrät. Wobei doch immer wieder Charaktere vorkommen, die mein Gehirn natürlich sofort fast detailgetreu der (Kennenlern-)Geschichte zuweisen kann. Es sind halt Namen, die einem beim Lesen früherer Werke sofort das gewisse Licht aufgehen lassen. Aber es sind wenige. Und das schätze ich sehr, dass weiterhin daran festgehalten wird.
Fakt ist: Daniel Holbe hat dann seine begonnenen Werke weitergeschrieben. Wie viele Zeilen dabei schon von Franz bestanden haben oder ob mittlerweile Holbe alle selbst aufgesetzt hat, ich weiss es nicht.
Zum Klappentext:
In einem Waldstück bei Frankfurt wird die grausam verstümmelte Leiche eines Mannes gefunden, der seit Jahren verschwunden war. Die Ermittlungen ergeben, dass er zwar mehrfach wegen Sexualdelikten angezeigt, doch nie verurteilt wurde. Selbstjustiz?
Julia Durants 16. Fall führt die Frankfurter Kommissarin an ihre Grenzen, denn sie stösst in den eigenen Reihen auf ein geheimes Netzwerk, das anscheinend bis in Kreise von Politik und Justiz reicht.
Meine Meinung:
Es ist jedes Mal so, dass ich hier die Brutalität anspreche. Ich möchte nicht masochistisch erscheinen, aber von Franz bin ich mir da doch einiges gewöhnt. Und auch dieses Buch kam nicht an diese Messlatte heran.
Was meiner Begeisterung keinen Zacken von der Krone nimmt. Das Buch ist flüssig geschrieben, die Charaktere sind, wie man sie kennt und doch sind die Autoren auch schon intensiver in die Privatsphäre der Kommissare eingedrungen, haben mehr darüber berichtet.
Es gab mir teilweise schon fast zu viele Geschichten, welche parallel liefen. Vor allem viele Charaktere und Namen. Da musste man teilweise ganz genau und konzentriert lesen. Oft hatte ich den Eindruck, als würde Holbe alles sehr oberflächlich halten, um ja bei niemanden anzuecken. Und bei einem Charakter ging er ganz hart ran, fast über ¾ des Buches lang – um dann einfach kurz vor knapp damit aufzuhören. Da hatte ich mir schon Sorgen gemacht, ich rechnete eigentlich mit einem Weggang oder Tod eines langjährigen Teammitglieds von Durants Einsatzkommando.
Das Ende hat mich dann doch sehr enttäuscht, entspricht aber wahrscheinlich der Realität der Korruption. Die Politiker waren fein raus, ein Sündenbock war schnell gefunden. Der Leser ahnt zwar die Wahrheit und für das Weiterschreiben der Bücher benötigte Holbe den eigentlichen Täter noch. Dies ging aus den letzten Seiten heraus.
Dieses Buch bringt einen zum Grübeln. Es ging auch um das Verarbeiten von Traumas, um die Dynamik einer Gruppenfunktion, um das Verschweigen, Korruption, Hinterschlagen und vor allem um das Schicksal viele Osteuropäerinnen. Und ich glaube, genau dies macht es für den Leser schwierig. Denn es passiert wirklich da draussen auf der Welt. Nur bekommen wir es nicht mit bzw. nicht jeder hat die gleich hohen Berührungspunkte damit.
Wie soll ich es sagen… ich werde dieses Buch weiterhin behalten und zu meiner Sammlung legen. Ich werde alle weiteren Bücher, welche unter dem Namen Andreas Franz veröffentlicht werden, kaufen und behalten. Und doch war auch hier wieder dieses Gefühl, die Kommissarin und die Personen drum herum nicht wirklich greifen zu können. Vieles schien mir eher oberflächlich und nicht wirklich tiefgründig. Es gab ein paar Passagen, welche dies schafften, und doch war es mir einfach sehr oberflächlich gehalten. Es liefen so viele Geschichten parallel nebeneinander her in diesem Werk, dass man eine „Intimität“, also Tiefgründigkeit , nicht wirklich innerhalbt der knapp 430 Seiten erwarten kann.
Die Geschichte an sich ist gut. Und doch fehlte mir das gewisse Etwas. Die Auflösung an sich fand ich dann gut – abgesehen von der Korruptheit und der Inhaftierung des falschen Mannes – vor allem gefiel mir der Gedanke daran, dass der Haupttäter noch frei war und sich auf sein nächstes Opfer konzentrierte. Wobei es hier Franz/Holbe sehr gut geschafft hat, ein gewisses Mass an Verständnis, Mitgefühl und Anteilnahme dem eigentlichen, wahren und ungefassten Täter gegenüber aufzubringen. Sexualstraftäter (egal ob selbst als Täter, Pädophiler, Zuhälter, Schleuser oder weiss ich was noch alles…) werden meiner Meinung nach viel zu milde bestraft. Ich kann da nur sehr gut nachvollziehen, dass gewisse Menschen an Selbstjustiz denken. Und wäre ich selbst davon betroffen, wäre ich ebenfalls eine, welche mit diesem Gedanken nicht nur einmal spielen würde – es vielleicht sogar in die Tat umsetzen würde. Denn es gibt leider immer noch Grausamkeiten, die viel zu milde bestraft werden. Ich bin nicht Befürworterin der Todesstrafe. Aber foltern sollte man gewisse Täter schon.
Eben, das Buch ist an sich wirklich ganz gut geschrieben. Die Dialoge sind gut und schlüssig, ein Film lief während dem Lesen in meinem Kopf ab und das deute ich immer als gutes Zeichen. Nicht das stärkste Werk von Holbe und Franz, aber auch nicht das schwächste. Es war halt wirklich eher ein Kriminalroman. Einzig was mich gestört hat, waren die vielen verschiedenen Geschichten, welche nebeneinander liefen und dementsprechend viele Personen und Charaktere mit sich brachten. Obwohl die Fälle irgendwie zueinanderfanden.
Es ist nun mal so, dass Franz in der Zwischenzeit viele Kriminalkommissare mit eigenem Gebiet erschaffen hat. Aus dem hohen Norden (kann mich nicht mehr an deren Namen erinnern), Durant in Frankfurt mit ihrem Team und Brandt in Offenbach, ebenfalls mit einem Team. Natürlich ist mir klar, dass sich da alles mehr auf deren Terrain und Privatsphäre konzentriert, wenn explizit nur in deren Gebiet ermittelt wird. Und vielleicht ist genau das, was mir fehlt. Für einige Fans war es natürlich super, dass die Wege von Durant und Brandt zueinanderfinden und sie bis dato nicht nur einen Fall miteinander gelöst haben.
Ich aber wäre eine der wenigen, welche einen einzelnen Fall für den Norden, für Durant und für Brandt wieder befürworten würde. Mit mehr an Privaten vielleicht ;-). Wobei mir klar ist, dass da sich vieles natürlich auch irgendwie festgefroren hat und Kinder, Partner/innen etc. sich alle dementsprechend weiterentwickelt haben und es nicht mehr das gleiche wäre.
So, das Buch behalte ich und empfehle es für Kriminalbucheinsteiger wärmstens!

schlaf nicht wenn es dunkel wird

Ich hätte dieses Buch nicht wirklich mit nach Italien nehmen sollen – wo ich abends allein in einem Haus mitten in der Pampa in Italien übernachten musste ;-). Ist von Joy Fielding, von ihr habe ich ja auch schon das einte oder andere Werk gelesen.
Zum Klappentext:
Die Krankenschwester Terry Painter führt ein zurückgezogenes Leben in einer kleinen Stadt in Florida. Nicht selten fühlt sie sich einsam, und so fasst sie eines Tages den Entschluss, ihr Gartenhäuschen zu vermieten. Alison, die junge Frau, die bei ihr einzieht, wächst Terry sofort ans Herz, und es entsteht eine liebevolle Freundschaft zwischen den beiden. Doch langsam beschleicht Terry der Verdacht, dass Alison etwas vor ihre verbirgt. Ihr Misstrauen wächst immer mehr und schliesslich muss Terry befürchten, in ein infames Katz-und-Maus-Spiel geraten zu sein.
Meine Meinung:
War natürlich doch eine Umstellung, dieser Schreibstil. Von Sabine Thiesler, welche mir nun langsam doch vertraut ist, musste ich mich auf eine amerikanische Schriftstellerin „umstellen“ :-).
Leider war ich in der Mitte des Buches wirklich in der Versuchung, es einfach abzubrechen. Irgendwie kam da keine Spannung rein, alles schien so voraussehbar und irgendwie waren die Dialoge teilweise wirklich ein wenig komisch. Ich dachte mir, dass es ja irgendwie klar sei, wie alles aufhören würde.
Und doch spornte ich mich zum Weiterlesen an. Denn bei vielen amerikanischen Autoren habe ich bis dato feststellen können, dass die plötzliche Wendung einen doch noch aus den Socken hauen kann, wen es auch erst bei den letzten 50 Seiten ist.
Und auch hier war dem so. Oft musste ich mich mit dieser Terry vergleichen. Eine Frau, welche einsam lebt und bei gewissen Umständen die Grübeleien enorm ausarten können. Gegen Ende jedoch sah ich mich überhaupt nicht mehr in ihr, sondern die Auswirkungen einer psychischen Störung, welche nie behandelt wurde bzw. Kindheitstraumas, welche gewisse Umstände doch erklären, aber wofür man nie Verständnis aufbringen kann.
Es gab viele Charaktere, welche gegen Ende nicht mehr wichtig waren. Leider auch zur „Hauptsaison“ des Buches nicht. Und doch waren sie da. Das Buch las sich fliessend und ja, eine Männergeschichte erinnerte mich an meine eigene Situation und natürlich war ich da voll mitten drin und verfluchte diesen männlichen Hauptakteur. Die Hauptperson ging auf ihre Art damit um. Und dort kam die Wende, die ich nie erwartet hatte. Wie lange ist man Opfer und ab wann handelt man wie ein Täter? Ich lass die letzten Zeilen des Wendekapitels immer und immer wieder und war erschüttert. Ich hätte nie damit gerechnet.
Und das fand ich den eigentlich genialen Schachzug von Joy Fielding. Und von da an kam ihre wirkliche Autorenkraft zum Zug und ich verschlang die letzten 70 bis 80 Seiten innerhalb von 40 Minuten. Absoluter Rekord ;-).
Klar, im Nachhinein fand ich diese Veränderung ihrerseits genial. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet, und ich würde mich doch eher als Expertin in Sachen Thriller, Dramen und Krimis beschreiben. Tja, diesmal nicht ;-). Aber bis zu dieser Wende musste ich mich über 260 Seiten lang kämpfen und hätte schier „aufgegeben“, weil ich dachte, dass die ganze Geschichte sehr voraussehbar ist.
Ich behalte dieses Buch einfach mal. Wer weiss, vielleicht vergesse ich die Wende in ein paar Jahren und bin dann wieder überrascht ;-).

Samstag, 24. September 2016

der menschenräuber

Kurze Info: es werden im Verlauf dieser Woche viele Zusammenfassungen von Büchern erscheinen - hatte viel Zeit in Italien und dementsprechend viele Bücher verschlungen ;-).


Ich habe mir kurz vor den Ferien zwei Bücher von Sabine Thiesler geleistet, welche noch nicht in meinem Regal stehen. Ich bin eher jene, welche Bücher kauft und bestellt – wobei ich nur fast ausschliesslich Bücher von meinen Lieblingsautoren bestelle. Dazu gehören Andreas Franz, Sebastian Fitzek, Arno Strobel, Charlotte Link und eben Sabine Thiesler. In regelmässigen Abständen schaue ich online nach, ob neue Werke erschienen sind bzw. nächstens herausgegeben werden.


Zum Klappentext:


Zuerst verliert er durch einen schrecklichen Unfall seine Tochter. Dann seinen Beruf und schliesslich seine Frau. Als der erfolgreiche Medienmanager Jonathan in einem einsamen Bergdorf in der Toskana ankommt, scheint er am Ende zu sein. Doch dann trifft er die junge Sofia und beginnt mit ihr ein neues Leben, bis ihn die Vergangenheit einholt. Aus Rache wird er zum Mörder, aber das ist erst der Anfang…
Meine Meinung:
In Sachen Siena, Ambra und Umgebung ist Thiesler einfach unschlagbar. Sie scheint sich dort gut auszukennen, die meisten ihrer Bücher spielen immer wieder dort. Mir persönlich gefällt es. Wie auch dieses Werk, wobei ich die ganze Zeit über das Gefühl hatte, Thiesler hat mit angezogener Handbremse geschrieben. Nach dem zweiten Werk innerhalb von knapp vier Tagen hatte ich dann auch den direkten Vergleich und die Bestätigung, dass sie hier nicht all ihre schreckliche Fantasie hat spielen und walten lassen.
Nichtsdestotrotz ist es ein gelungenes Werk. Flüssig geschrieben, viele Dialoge, keine langweiligen Seitenfüller – nein, einfach abwechslungsreich in Sachen Personen, viele gute Charaktere und spannende Zeilen. Manchmal wurde es dann sogar mir ein wenig zu grotesk, aber genau das macht es für mich dann eben wieder aus. Ein Thriller oder Psychodrama müssen halt immer eher so geschrieben sein, dass ich mir den Film dazu direkt vor Augen vorstellen kann.
Zu Beginn tat mir dieser Jonathan leid. Es läuft wirklich vieles schief und irgendwie sieht man das Ende seiner Ehe schon früh kommen. Unglückliche Umstände führen dann zu seiner „Flucht“ ins Ausland und dort baut er sich dann ein neues Leben auf. Wobei es dann doch eher ein wenig schwierig ist, damit umzugehen, dass er sich in eine Frau verliebt, die seiner verstorbenen Tochter so verdammt ähnlich sieht und dann eine Beziehung mit ihr beginnt. Küssen, Intimität – da kam bei mir einfach schnell das Wort Unzucht in den Sinn. Aber mit der Zeit hatte er Probleme mit dieser Nähe und distanzierte sich immer mehr in Sachen Sexualität von seiner Ehefrau Sofia.
Lange geschieht im Buch eher weniger. Natürlich gibt es ein Schicksalsschlag nach dem anderen, aber dabei geht es eher um die Vergangenheit von Jonathan und seiner Frau (eine Primaballerina, welche zum Höhepunkt ihrer Karriere schwanger wird mit seiner Tochter, welche dann im Verlauf des ersten Drittels stirbt…) sowie die Vergangenheiten des Täters und dessen Familie.
Richtig spannend wurde es erst, als die Familien nach knapp zehn Jahren durch Umstände aufeinandertreffen. Und da kommt das Krankhafte in Jonathan heraus. Und ganz ehrlich: manchmal konnte ich ihn sehr gut verstehen und mich in ihn hinein fühlen. Vor allem, wenn ein Mensch im öffentlichen Verkehr sterben muss, nur, weil jemand besoffen mit dem Auto durch die Stadt rast. Müsste ich jemanden auf diese Art und Weise verlieren, dann wüsste ich auch nicht, was mir alles so für Gedanken in den Kopf steigen würden. Es gibt Dinge, die „laufen“ einfach blöd. Aber bei Alkohol, Rausch und Drogen verstehe ich einfach keinen Spass mehr.
Die Seiten wurden immer weniger, Sofia schient etwas zu ahnen, aber doch nichts dagegen tun zu wollen und plötzlich kam so ein schnelles, fulminantes Finale, dass nicht einmal mehr ich nachkam. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber Sofia hat einen Grund bzw. eine Vorgeschichte, warum sie nicht wirklich alles mitbekommen kann, was Jonathan so macht. Aber sie hätte doch eher auf ihr Bauchgefühl hören sollen. Fakt ist, dass Jonathan sich dann schlussendlich doch nie wirklich richtig an den Haupttäter rächen konnte. Er wurde zum Mörder, aber der, der seine Tochter umgebracht hat, wird nicht von ihm, sondern einer anderen Person tödlich verletzt.
Das Ende fand ich dann wirklich eher platt und irgendwie… so husch husch und rasch hingeschrieben. Das Buch war so lange im Aufbau der Geschichte, dass ich mir da doch mehr erwartet hätte. Aber wahrscheinlich hätte man diesen Charakter Jonathan bis zum eigentlich Schluss mit Handlungen und weiteren Vorkommnissen nicht mehr steigern können. Ich persönlich fand das Ende nicht wirklich gut, aber insgesamt fand ich das Werk verdammt spannend!
Es muss ja nicht immer um Mord und Totschlag gehen. Ich persönlich finde diese „Psychospiele“ mit dem Leser fast spannender ;-).
Das Buch werde ich ganz bestimmt behalten, das ist beschlossene Sache. Aber das zweite Werk hat mich dann doch eher (noch mehr) aus den Socken gehauen…