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Dienstag, 19. Dezember 2017

zwei monate - viel passiert

Ein Sammelpost - nach fast acht Wochen Abstinenz. War aber irgendwie nötig, habe ich gemerkt. Es ist viel passiert und einerseits kam ich nicht zum Tippen und andererseits... war diese Zeit einfach so schnell verpufft.
 
Geschäftlich läuft viel. Es waren anstrengende, intensive Wochen. Ich habe mich aber neu kennen gelernt und das ist gut so. Ich bin glücklich darüber, wo ich - im Vergleich zu letztem Jahr - im jetzigen Geschäft stehe. Es ist eine Gemeinde mit vielen Altlasten (alten Geschichten), aber das Personal an sich ist super. Wir haben es wirklich gut miteinander. Und das ist so viel wert.
 
Gesundheitlich bin ich eher angeschlagen. Meine Bandscheibe macht mir seit anfangs Dezember wieder zu schaffen. Ich hatte eine Schmerztherapie mit Tabletten und aktuell bin ich Mitten in der Physio. Sollte es nicht besser werden, muss mal wieder eine Kortisonspritze daher. Hatte ich vor drei Jahren das letzte Mal. Ich hoffe, dass mein Rücken einfach auf die intensive Zeit der letzten Monate (körperlich wie psychisch) sowie den Wetterumschwung reagiert. Ich konnte meine Dosis an Schmerztabletten extrem reduzieren und doch meldet er sich vor allem morgens noch oft. Und teilweise geht das ordentlich an die Psyche. In meinen Augen gibt es keinen schlimmeren Schmerz wie den der Bandscheibe. Das ist Horror pur. Und ich weiss, was ich da alles durchgemacht habe.
 
Es belastet mich vor allem auch mental, weil ich von 150 auf 0 musste - radikal. Damit meine ich meinen Sport. Im Sommer war es so genial mit dem Biken, schwimmen, Volleyball... ich fühlte mich topfit und war vorne mit dabei! Dann halt von Biken auf Schwimmen (wetterbedingt) und jetzt... gar nichts mehr. Mir ist bewusst, Volleyball ist der schlimmste Sport für Rücken. Aber es ist und bleibt meine Leidenschaft. Und ich werde, sollte es klappen, ab April Vereinsmitglied bei der Meisterschaftsgruppe im Dorf meines Arbeitgebers. Eine tolle Truppe.
 
Ich weiss, im Sommer war für mich Sport das A und O. Es hat mir viel gegeben, ich konnte vieles kompensieren und rückblickend war ich einfach nur ein Roboter, welcher funktioniert hat. Aber in diesem Moment habe ich es einfach genossen und ausgekostet, was mein Körper alles "bringen" konnte, wie sehr ich die Grenzen "austesten" konnte und wie weit ich damit kam. Ich habe einen grossen Wandel durchgemacht. Ich war wahrscheinlich schon eher in Trance.
 
Mit Mr. Flirty hatte ich eine Aussprache. Nach fünf Monaten. In meinen Augen zu spät. Ich habe mit der Gruppe abgeschlossen und mich entschieden, dass dies ein Verhalten ist, welches mir gegenüber nicht geht. Es geht nicht um den betroffenen Abend an sich - mir geht es um das Verhalten danach. Wir hatten eine gute Aussprache, an dem liegt es nicht. Ich konnte in den vielen Monaten einfach abschliessen mit der Sache und der Gruppe an sich. Mit einzelnen habe ich noch Kontakt, aber ich finde, da kann auch mehr von anderen einzelnen kommen. Ich habe mit dieser Geschichte abgeschlossen. Und ich habe dazugelernt. Es war keine einfache Zeit, aber eben, ich kenne nun meine Grenzen noch besser.
 
Ansonsten bin ich nach wie vor eher zurückgezogen zu meinem Umfeld. Ich konnte mich überall ein wenig abkapseln und ich erzähle nur, wenn ich danach gefragt werde. Alles andere reibt mich zu sehr auf und ja, es hat sich auch sonst viel geändert.
 
Der Kontakt mit Puma hat sich intensiviert. Es läuft Richtung Partnerschaft :-). Wir hatten viele, intensive Gespräche und haben uns sehr gut kennen gelernt :-). Er lässt mir viel Zeit, hat sehr Geduld und so konnte ich mich Schritt für Schritt öffnen. Es ist ja alles so neu für mich, sei es in Sachen Kontakt mit Mann und auch von den Gefühlen her. Viele Empfindungen, welche halt durch die Umstände vorher nicht oder nie spürbar und vorhanden waren. Ich konnte einfach immer "kalt" bleiben. Er weiss auch, dass ich bis jetzt in der Liebe kein Glück und ein unbeschriebenes Blatt bin. Wie sehr es mich beschäftigt hat, dass alle um mich herum jemanden finden und ja, ich habe ihm auch die Sache mit Laura anvertraut. Er ist wirklich ein sehr verständnisvoller, ruhiger, aufmerksamer und anständiger Mann. Er hat eine extreme Geduld und ja, ich merke ja auch, wie ich mich ihm gegenüber immer besser öffne.
 
Es ist vielleicht ungewöhnlich, sich über so intensive Gespräche kennen zu lernen. Aber ich persönlich finde es mit meinem Krankheitsbild wichtig. Mein Partner muss in meinen Augen davon wissen und bei ihm war eine kleinere Hemmschwelle vorhanden. Und ich benötige genau diese Sicherheit und diesen intensiven Austausch. Weil dann kann ich mich fallen lassen. Und ja, er knackt mich jeden Tag ein wenig besser und ja... ich kann diese Zeit mit ihm dadurch umso besser geniessen. Seine Zeilen und er tun mir gut, wir haben uns jetzt auch schon 4, 5 Mal nur zu zweit getroffen. Und wenn ich an ihn denke, von ihm spreche oder seine Zeilen lese, spüre ich diese angenehme Wärme in meinem Brustkorb. Alles neu, aber es fühlt sich alles sehr gut an. Er gibt sich sehr Mühe mit seiner Geduld, das merke und spüre ich. Denn er würde sich sofort für eine Partnerschaft entscheiden, das hat er mir auch so gesagt. Aber er respektier mich und meine "Bedingungen". Ich möchte mir sicher sein und etwas Langanhaltendes mit ihm geniessen. Ich weiss, eine totale Garantie gibt es nie - aber ich möchte mir für mich, aber auch für ihn, sicher sein, dass es für beide stimmt.
 
Es gibt aktuell zwei Sachen, welche mich eher verunsichern. Einerseits Laura, welche sich von X getrennt hat. Sie hatte ihre Gründe. Und ich finde es sehr fair. Und doch hat es mir Angst gemacht, weil es mit Gefühlen zusammenhängt. Und ich habe Angst, dass dies bei mir vielleicht in ein paar Monaten auch so sein kann. Was, wenn ich es jetzt geniesse und dann merke, dass doch nicht mehr da ist? Ich weiss, es muss bei mir nicht gleich verlaufen, aber trotzdem...
 
Die Mitarbeiterin (brünett), welche ich auch privat ab und zu treffe, hat ebenfalls jemanden kennen gelernt. Sie datet ihn nun knappe 3 Wochen und hat am Samstag bereits bei ihm übernachtet. Es ist nichts gelaufen, und doch hat sie ihn bzw. haben sie sich bereits geküsst. Und auch da lasse ich mich verunsichern... Klar, sie hat mir gesagt, dass sie es cool findet, wie Puma und ich uns am kennen lernen sind (eben so intensiv durch unsere Gespräche)... und doch denke ich mir: sie geht also den anderen Weg. Nähe aufbauen und dann Kennenlernen. Ich weiss nicht, ob man da meine Ängste nachvollziehen kann. Ich weiss ganz genau, dass dies der richtige Weg mit Puma ist. Alles andere (schnelle, körperliche Nähe) hätte mich sehr schnell und früh abgeschreckt. Das ist mir alles bewusst. Und doch stehe ich da und denke mir.... warum kann ich nicht so locker damit umgehen? Warum wollte ich nicht schon mehr?
 
Auf der anderen Seite hat sie nicht meine Vorgeschichte. Und ich finde es umso schöner, wenn ich diese Wärme im Brustkorb verspüre oder dieses Verlangen, seine Hand zu greifen oder ihn in den Arm zu nehmen. Total ungewohnt. Aber sehr schön. Alles sehr gute Anzeichen in meinen Augen.
 
Joa, kurzer Sammelpost :-). Jetzt seid ihr wieder up to date!

Freitag, 20. Oktober 2017

du bist wundervoll...

Es wird Zeit, dass ich hier ein paar Dinge verarbeite. Also, vor allem auf Puma bezogen und auch auf Aussagen von Menschen um mich herum. Welche es wahrscheinlich nur gut meinen, aber bei mir eher das Gegenteil bewirken.
 
Weil es für mich keine wahren Worte und Sätze sind. Weil es nicht mit meiner eigenen Einschätzung mir gegenüber übereinstimmt. Es geht für mich einfach nicht auf. Ich kann nicht glauben, dass Menschen so ein positives Bild über mich haben können, wenn ich mich selbst verabscheue. Ich bin kein guter Mensch, davon bin ich überzeugt - denn: warum sonst fühle ich mich so bestraft mit meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart und meinem Dasein?
 
Es ist ein schwieriges Thema. Das kann man nicht nachvollziehen, wenn man solche Grundannahmen und Glaubenssätze nicht kennt. Sie sind nicht einfach wegen nichts da. Sie stammen aus Erlebten und haben in diesem Zusammenhang auch vieles bewahrheitet. Oft sind sie dadurch nur verstärkt worden. Nur so ein Beispiel: ich bin Dauersingle. Was ist meine Grundannahme? Ich bin nicht zumutbar. Was bestärkt diese Grundannahme? Der Tatbestand, dass ich einfach wirklich noch nie von einem Mann offensichtlich umschwärmt worden bin. Es ist nur ein Beispiel und natürlich spielen da noch zig andere Gedanken mit.
 
Ich habe von Pupa gestern folgendes Bild erhalten:
 
 
Mein erster Gedanke war: "Na klar. Darum fühle ich mich auch so einsam. Darum bin ich auch allein." Für mich stimmt ihre Einschätzung mit meinem Erlebten nicht überein. Und ja, wenn die Glaubenssätze und Grundannahmen eher schwach sind, geht es auch einfach, ein positives Bild von sich zu haben... aber wenn ich ganz ehrlich bin, stehen wirklich oft mein Kritiker und meine Tante neben mir und fordern Disziplin, Härte und Durchhaltewillen von mir. Und ich bin extrem hart zu mir selbst. Erwarte viel und fordere noch mehr. Nie reiche ich aus, nie bin ich gut genug und ich bin ein schlechter Mensch durch und durch.
 
Mir ist bewusst, gegen aussen bin ich ein hilfsbereiter Mensch, mir ist es wichtig, geht es allen um mich herum gut, ich bin für eine harmonische Beziehung in allen Bereichen, ein totaler Familienmensch und Respekt gegenüber anderen steht an höchster Stelle. Ich bin eine Bilderbuchtochter, war immer anständig und schüchtern, habe nie besoffen mein Elternhaus nach dem Ausgang aufgesucht und abgesehen von ein paar wenigen Gläsern Limoncello, zwei Smirnoff und zwei, drei Frauenbieren sind ein paar wenige Stresszigaretten im Jahr mein Laster. Und auch da gibt es monatelange Pausen.
 
Es ist stärker geworden, seit Puma sich in Italien mal von sich aus gemeldet hat. Er schien mich beim Volleyball zu vermissen, fragte, wann ich wieder nach Hause käme. Dann hatte ich mal mein Profilbild geändert und es kam einfach ein "hübsch bisch" dahingeknallt. Ich musste ein paar Mal schlucken und lesen, was da stand. Ich winkte ab und meinte, dass dies sicher an den erholsamen Ferien liegen würde. Es kam nur ein "nei, au sust" zurück. Ich  meinte ehrlich, dass ich nun mit rotem Kopf in der Runde sitzen würde. Es kam ein lachendes Smiley zurück. Ich fand es wirklich süss und ja, auch aufwertend. Ich habe mich besonders gefühlt und es hat mir gut getan.
 
Es kamen noch ein, zwei Sprüche von ihm und es gab doch ein paar Tage mit intensiverem Kontakt. Es gab ein, zwei mehr Komplimente und einerseits geniesse ich es, andererseits ist da die Sache vom letzten Jahr, welche mich einfach extrem verletzt hat und eine grosse Hürde für mich darstellt. Zudem ist alles eher sporadisch... manchmal kommt tagelang nichts und die letzten beiden Male habe eher ich mich wieder gemeldet. Und das führt eher wieder dazu, dass ich mich bestätigt fühle, abnormal und nicht zumutbar zu sein. Mit diesem Glaubenssatz verschliesst sich alles.
 
Einerseits ist da das Gefühl, auch mal umsorgt und von einem Mann "gesucht" zu werden. Ungewohnt, aber irgendwie schön. Das kenne ich ja gar nicht. Und trotzdem löst es auch extrem viel an Unsicherheiten aus... Und das bremst. Schauen, wohin es führt? Ich weiss nicht. Er scheint ein wirklich lieber Kerl zu sein. Aber ich vergesse nicht leicht. Und ausserdem habe ich extrem viel abgenommen, was er mitbekommen hat. Und auf so einen Grund der Annäherung habe ich keine Lust. Ich weiss, es ist nicht nur körperlich. Man kann sich auch menschlich in jemanden verlieben. Aber ich bin auch kein Notnagel - seine Chance hätte er letztes Jahr ganz locker kriegen können. Nun bin ich vorsichtig.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

goldener herbstspaziergang

Dienstags war ich mit Laura bei ihr in der Wohnregion unterwegs. Es war so ein schöner Tag und daher wollten wir auch noch die Abendsonne nach der Arbeit geniessen. Ich hatte leider sehr mit Krämpfen zu kämpfen, die letzten beiden Male war mein Zyklus ungewohnt sehr schmerzhaft.
 
Die Bewegung tat gut. Die Luft auch. Die Sonne ebenfalls.
 
Aber mir geht es leider wieder ähnlich, wie vor den Ferien. Es ist nicht so, dass ich niemandem sein Glück gönnen mag. Und Laura vermittelt mir auch nicht das Gefühl, durch ihren Partner weniger Zeit für mich zu haben (wie auch schon von anderen Freundinnen vorgekommen)... Und doch... es ist einfach das Gefühl, gegen das ich nichts machen kann. Ich stehe dann da und denke mir: okay, wo bleibt mein Glück? Und wenn es dann kommt, will ich es überhaupt? Kann ich damit umgehen? Ich weiss es selbst nicht.
 
Aber es wird einfach immer schwieriger, sich so anzunehmen, wie man nun mal ist und vor allem sein Schicksal so zu akzeptieren, wie es halt nun mal verlaufen ist und verläuft.
 
Ich selbst verstehe mich ja selbst nicht, warum ich mich bei diesem Thema selbst so "aufhängen" kann. Aber es ist nun mal so, dass einem das Gefühl vermittelt wird, nicht wertvoll zu sein. Unsichtbar. Kaum etwas Wert. Es ist schwierig.
 
Es bestätigt mich einfach immer mehr in der eigenen Ansicht, nicht normal und daher nicht zumutbar zu sein. Und innerlich wie auch äusserlich ziehe ich mich einfach immer mehr zurück. Nicht, weil mir Laura zum Beispiel das Gefühl vermittelt, allein zu sein. Nein, ich verbringe dann mit jemandem Zeit, der halt in der Realität nun mal einen Partner hat und es erinnert mich automatisch daran. Ich stumpfe immer mehr ab. Komplimente kann ich nicht wirklich annehmen und wenn eine Kollegin sagt, dass sie sich auf mich freut... ist es für mich, als würde ich ein Kochrezept lesen. Ich verschliesse mich total. Und niemand scheint es zu bemerken, also einmal mehr die Bestätigung, unsichtbar zu sein.
 
In Italien war ich weit weg. Allein. Und das Gefühl hat mit der Tatsache überein gestimmt. Es war um etliches einfach für mich, damit umgehen zu können. Hier ist es wieder die reinste Qual.








Freitag, 7. Juli 2017

nicht so, freundchen...

Aktuell ist mir die Sache mit Puma eher wieder zu viel. Am Dienstag war ich kurz drauf und dran, ihm zu sagen, ob er nicht merkt, dass er mich mit seinem Verhalten verletzt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass mir auffällt, dass er wieder eher "die Nähe" sucht. Komplimente, Aussagen und eben auch diese einte Umarmung.
 
Okay, vielleicht interpretiere auch ich zu viel in die ganze Sache. Vielleicht war ihm das alles letztes Jahr nicht so bewusst, wie mir. Vielleicht empfand er es nie so, als würde ich mehr für ihn an Interesse übrig haben. Und doch fand ich es eigentlich eindeutig, wenn man unseren Umgang etc. miteinander so anschaut. Und peng - knallt er mir eine Freundin vor den Latz.
 
Eigentlich ist so ein Mann sofort unten durch bei mir. Es war eine Heidenarbeit, mich "angemessen" von ihm zu distanzieren. Schlussendlich wollte ich weiterhin in dieses Volleyballteam und mir blieben nur die Optionen, damit abzuschliessen oder auszutreten. Es war eine schwere Aufgabe und teilweise auch schmerzhaft, aber es ging.
 
Bis eben vor ein paar Wochen. Und letzten Dienstag kam ich um die Ecke und er begrüsste mich bereits mit den Worten: "Zambrottagirlie hät do sicher en guete Tipp!" Ich fragte nach, um was es ginge. Um einen Kurzurlaub für 3 Tage. Er hätte an Berlin gedacht. Ich meinte, dass dies eine tolle Stadt sei, aber Hamburg mir viel besser gefallen würde. Ich sei erst wieder dort gewesen. Ich weiss nicht mehr genau, in welchem Zusammenhang es kam, aber er meinte dann: "Mir chönd ja au zäme id Ferie!" Ich lachte verunsichert auf. Innerlich aber schlug ich ihm die Fast mitten auf die Nase. Der Spruch war eindeutig ernst gemeint und ich war so verletzt. Er schien es zu merken und ruderte zurück mit einem: "Also, nur, falls du willsch!"
 
Wir betraten die Halle und vor der Garderobe schaute er mich direkt an und meinte (mit ernstem Ton): "Also, luegemer spontan, ja?" Ich zuckte nur mit den Schultern und nickte leicht, ging dann aber in die Kabine. Und schüttelte innerlich den Kopf. Ist diesem Mann wirklich nicht bewusst, was er da mit mir macht? Und vor allem... Gehe ich nicht mit Jedermann in die Ferien. Hallo?!
 
Ich liess es sacken. Und erhielt gestern eine Nachricht von ihm. Dass er nun alleine Hamburg gebucht hätte. Er schickte eine winkende Hand. Ein errötetes Smiley. Und ein Kusssmiley mit Herz. Ich sass da und ich hätte das Handy in die Ecke pfeffern können. Ich will kein Kusssmiley. Erst recht nicht von ihm. Nicht von diesem Mann. Ich hasse ihn nicht. Nein. Ich verabscheue ihn auch nicht. Nein. Er ist ein Lieber, ja. Er hat eine tolle Art. Aber er hat mich so tief verletzt, dass mir das alles einfach nur wehtut. Und ich schicke nicht einfach so Kusssmileys. Ich wusste nicht, was darauf antworten. Wollte es aber auch nicht so im Raum stehen lassen. Bestimmt nicht. Nicht so. Es machte wirklich den Anschein, als wäre er davon ausgegangen, dass es wirklich eine Option sein könnte, gemeinsam Ferien zu verbringen.
 
Ich liess es sacken. Wollte eigentlich Mr. Flirty gestern darauf ansprechen. Ging ja aber nicht dahin und am Abend hatte ich keine Lust und keinen Bock mehr darauf. Ich schickte noch ein paar Antworten auf den Bezug seiner Angebeteten und schloss dann die Augen. Und habe mir heute wieder gedacht, dass ich wahrscheinlich wieder zu viel gemacht habe. Aktuell ist wieder die Distanz extrem aktiv... Und irgendwie ärgert es mich auch, dass ich mir gestern für ihn so viel Zeit genommen habe, aber mein Anliegen einfach runtergeschluckt habe. Klar, ich habe ihm mitgeteilt, dass ich mit dieser Sache für gestern nichts mehr zu tun haben wollte. Und doch...
 
Item. Ich habe Puma heute geantwortet. Sachlich. Das es wohl besser so sei (mit einem tränenlachenden Smiley und einem offen lachenden Smiley mit einer verlegenen Träne auf der Stirn). Alles andere wollte bzw. will ich nicht auf mich sitzen lassen.
 
Aber schon schwierig das Ganze. Vor allem, einsehen zu müssen, wie sehr mich das alles doch noch zu beschäftigen scheint bzw. zu realisieren, wie schwer mich diese Geschichte doch getroffen hat.

Mittwoch, 24. Mai 2017

grenzen überschritten... (teil II)

Hui, irgendwie scheint der vorherige Post ein wenig wirr, es ist ja im Moment auch alles ein wenig kompliziert, komisch, nicht greifbar und einfach nur anstrengend. Ich weiss, dass es eh nie so sein wird, dass irgendwelche Umstände von heute auf morgen mein Leben zum Positiven wenden werden. Es wird niemals jemand plötzlich vor mir stehen und sagen: komm, wandere mit mir aus, ich habe einen super Job dort und dort und du hast deine Ruhe und deinen eigenen Bereich. Sei es eine Farm in Hawai'i oder sonst irgendwo. Aber in meinen Träumen fliehe ich oft, da bin ich oft einfach irgendwo, frei und ungebunden. Habe meine "Ruhe" und muss mich nicht mit diesen Gefühlen und Gedanken herumschlagen. Einfach jemand, egal ob weiblich oder männlich, der mich aus diesem Trott und diesem scheiss nicht selbst gewählten Lebenslauf herauszieht.
 
Ich wollte diesen Eintrag nicht mit jenem von der Therapeutin vermischen. Weil sie nichts miteinander zu tun haben. Und doch hat Puma bei mir gestern eine Schwelle überschritten und es war mir nicht recht.
 
Ich weiss, ich kann sehr nachtragend sein und jemand ist sehr schnell "bei mir unten durch". Und bei Puma war dies, als ich das Gefühl hatte, dass doch gegenseitiges Interesse besteht und plötzlich hat er eine Freundin. Das sind Dinge, die gehen gar nicht bei mir. Und ja, ich habe meine Zeit benötigt und ich habe Distanz aufgebaut und irgendwie ging es dann ja auch. Er war bzw. ist jetzt einfach nur noch ein Plauschkollege für mich.
 
In letzter Zeit gab es doch ein paar Sprüche, die ich einfach "unangebracht" fand. "Du bist heute schön geschminkt, zambrottagirlie" oder "du leuchtest heute so schön" sind noch die, welche mir geblieben sind. Klar, es sind sehr schöne Sätze und dazu von einem Mann. Ich müsste mich eigentlich geschmeichelt fühlen und ja, auch "wahrgenommen" in diesem Moment. Aber kann man nicht nachvollziehen, dass ich dies nicht wirklich von jenem Mann hören möchte, der mich so arg verletzt und enttäuscht hat?
 
So auch gestern. Ich fuhr die Auffahrt zur Turnhallo hoch - Puma und eine Plauschkollegin standen bereits da. Ich stieg aus dem Auto, sie kamen auf mich zu und ich wollte Puma - wie jedes Mal - die Hand reichen. Da öffnet er seine Arme und drückt mich einfach an sich. Ich war natürlich ein wenig perplex, machte aber bei der Umarmung mit und umarmte dann auch die Plauschkollegin, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste.
 
Ich weiss nicht, ob er es gemerkt hat, aber ich habe mich wirklich nicht wohl gefühlt. Es war mir einfach ein Schritt zu viel. Nähe zu dem Mann, der mich einfach wirklich sehr verletzt hat... sehr schwierig. Vor allem, weil ich doch ein paar Wochen gebraucht habe, um eine "angenehme Distanz" zu schaffen. Von einem "du bist bei mir so etwas von unten durch" zu einem "du hast mich stark verletzt und doch spiele ich mit dir Volleyball" zu kommen, war verdammt hart.
 
Und da passt eine solche Umarmung für mich einfach nicht zusammen.
 
Dementsprechend unruhig war meine Nacht.

Donnerstag, 6. April 2017

überflüssig

Das Gefühl, überflüssig und unsichtbar zu sein. In meinen Augen eines der schlimmsten Gefühle. Das kann man nicht aushalten. Es geht dabei um das Gefühl der Existenz und wenn man das als Mensch nicht mehr sieht... in meinen Augen eine sehr kritische Situation. Ich persönlich finde diese Gefühle und Gedanken schlimmer, wie wenn ich mich mit Suizidgedanken und Selbstverletzungsgelüsten herumschlagen muss.

So, nun muss dies einfach einmal alles raus. Im Moment ziehe ich mich immer mehr zurück und ich weiss, dass es im Grunde an mir liegt, Kontakt mit meinen Mitmenschen aufzunehmen. Man kann mir nicht hinter die Stirn schauen, ich weiss.

Aber irgendwie bin auch ich ein menschliches Wesen und weiss, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe. Und irgendwie erwarte ich da fast genau das Gleiche von der Gesellschaft. Wobei mir auch da bewusst ist, dass man da viel zu hohe Erwartungen hat und daher dann meist enttäuscht zurückbleibt.

Es ist hart, so als Sensibelchen durch das Leben laufen zu müssen. Es hat seine guten Seiten, aber mich persönlich belastet es aktuell schon fast wieder extrem. Immer diese Gefühlsschwankungen wahrnehmen müssen und dann diese Grübeleien. Gefühle, welche aufkommen und die Anspannung, die dadurch entsteht. Manchmal wäre ich gerne ein Egoist und eher gefühlskalt. Sensibel sein ist ein Segen, ja. Aber es kann auch ein enormer Fluch sein. Und ich bin nun mal so, dass ich von mir aus Dinge nicht anspreche. Aber eigentlich wissen dies ja Menschen in meinem Umfeld ja auch. Und daher finde ich auch, dass der Ball dann bei ihnen liegt. Mehr, wie sagen, wie ich bin und wie ich ticke, kann ich nicht. Und ich sage meinem Umfeld, dass sie mich alles fragen dürfen und können, aber einfach nicht immer eine positive Antwort erwarten dürfen.

Klar, ich weiss, dass ich mir somit viel an Verantwortung wegnehme und den Ball anderen zuschiebe. Aber macht das nicht irgendwann jeder Mensch? Jahrelang ist es anders verlaufen, ich habe nun einfach auch mal die Schnauze voll. Und schlussendlich bin ja ich die, welche mit Grübeleien und Gefühlen zurückbleibt. So schütze ich mich von Beginn an. Darf mich dann aber auch nicht darüber ärgern, dass niemand Interesse zeigt. Ich weiss. Weil ich dann da stehe und von meinen Mitmenschen erwarte, dass sie spüren, wie es mir geht. Was natürlich schwierig ist bei dieser perfekten Maske, welche ich mir schon jahrelang antrainiert habe und natürlich des Öfteren aufsetze. Vor allem in den letzten Monaten.

Man merkt und liest heraus, dass ich vieles weiss. Theoretisch gesehen. Dass es aber in der praktischen Version hadert. Ist nun mal so, kann man nicht ändern. Was soll ich gross gegen das Gefühl ausrichten, welches ich seit bald einem Jahr in mir trage? Dass ich nicht wirklich Teil dieser Gesellschaft bin, mich alleine und eher unscheinbar fühle? Klar, mir scheint es, als freuen sich Menschen, wenn sie mich sehen. Aber dann verpufft es schnell wieder. Man spricht nicht wirklich mit mir und natürlich fühlt sich dann mein unsicheres und unsichtbares ich bestätigt und zieht sich nur noch mehr zurück.

Aber ich schweife schon wieder zu sehr ab.

Klar, es gibt auch schöne Momente. Vor allem Schila scheint zu merken, dass mein Lebensplan (ganz ehrlich) in zwei Wochen eher Richtung Abschluss geht. Ich habe etwas im Ausland vor, also eigentlich einen Shoppingtrip. Und mein Necessaire wird auch mit dabei sein. Sie war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in meinem Bett. Eigentlich eher ungewohnt. Zum Schlafen geht sie immer zu meinen Eltern ins Zimmer. Am Dienstag kam ich nach dem Volleyball am Abend nach Hause und sie begrüsste mich freudig. Ich ging duschen und als ich in mein Zimmer kam, war ich doch erstaunt, als sie sich auf meinem Bett ausgebreitet hatte. Ich liess sie gewähren und schaute noch eine Folge Britt auf meinem Handy. Eigentlich wissend, dass sie vielleicht währenddessen aufsteht, an der Tür kratzt und raus möchte. Nichts dergleichen. Als ich die Tür öffnete, um mich definitiv bettfertig zu machen, ging ich erneut ins Zimmer und war wieder erstaunt, dass sie immer noch da lag. Ich gab klein bei und so durfte sie bei mir schlafen. Sie blieb die ganze Nacht, kratzte nie an der Tür oder bettelte nie bei mir, dass sie raus wolle. Es war ein schönes Gefühl und gestern hatte ich frei. So verbrachten wir nochmals den ganzen Tag zusammen. Ein tolles Tier, dieser Hund.

Aber auch wildfremde Menschen zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich weiss nicht, warum es wildfremde Menschen sind, welche es schaffen. Klar, meine Freunde und mein Umfeld vermittelt mir auch das Gefühl, sich über und für mich zu freuen und ja, ich spüre auch teilweise Verbundenheit mit einigen… aber irgendwie ist da das Gefühl teilweise wieder so schnell verpufft. Ich weiss nicht, ob es an meinem Kritiker liegt, an meiner Unsicherheit oder an diesem Gefühl, eine Last und eher Unscheinbar für meine Gesellschaft zu sein. Ich kann es nicht erklären. Jedenfalls fuhr ich gestern bei einem Laden auf den Parkplatz und stellte Baby Blue ab. Ich habe aktuell die Radzierkappen in Pink und Grün auf den Felgen. Wollte eigentlich zu Golden und Chrom wechseln. Hatte bis dato keine Lust und keine Zeit. Ich lief zu den Einkaufswagen und da kam schon eine ältere Dame angewackelt. Grinste mich breit lächelnd und mit funkelnden Augen an und meinte: „Sie Fräulein, das muss ich jetzt scho ganz ehrlich säge. Das gfind ich aber lässig! Ihri bunti Räder sind e ganz e tolli Sach! Ich bin richtig begeisteret! Das gfind ich aber schön, dass sie so umenandfahret! Sie hend mer jetzt e richtigi Fröid bereitet!“

Ich stand da. Baff. Bedankte mich für das Kompliment und war natürlich danach doch ein wenig heiter. Für mich persönlich gehört es ja zu mir, meinem Charakter und meiner Persönlichkeit. Es sieht sehr düster in mir aus, mal mehr und mal weniger. Aber ich bin gegen aussen in gewissen Dingen doch sehr extrovertiert. Was sich im Kleidungsstil, an meinem Auto und meinen Haaren sehr gut abzeichnet. Wobei ich bei meinen Haaren langsam eher wieder vom Roten weg in Richtung Schokoladenbraun möchte. Warum auch immer, ich verstehe mich da selbst nicht.

Im Moment meide ich bestimmte Personen bewusst. Oder habe ich mir vorgenommen, bewusster zu meiden. Weil halt doch etliche Dinge vorgefallen sind.

Vielleicht liegt es auch an meiner Vergangenheit oder meiner Generation. Es ist nun mal so, dass ich diesen Körperkontakt zwischen weiblichen und männlichen Freunden nicht gewohnt bin. Klar, mit Aline gab es das auch ab und zu und mit Laura kenne ich es ebenso. Aber ansonsten war das eher immer weniger ein Thema bei mir. Es ist mir halt schon aufgefallen, dass die heutige Zeit da weniger Distanzen in Sachen Körpernähe und Häufigkeit davon kennt.

Ich als Teenie kann mich nicht daran erinnern, dass ich gross Körperkontakt mit Freundinnen und Kollegen ausgetauscht habe. Es war eher so, dass Mädels mit Mädels und Jungs mit Jungs unterwegs waren. Es gab kaum Berührungspunkte. Ich persönlich habe dieses Thema erst seit etwa fünf Jahren kennen lernen dürfen. Manchmal waren es schöne Erfahrungen, dann wieder verwirrende bis eher für mich belastende. Aber ich kenne mich und ich weiss, dass mein Handeln viel an Gegenhandeln heraufbeschwört und umgekehrt geht es weiter so. Ist mir alles bekannt. In der Theorie bestehen bei mir keine Probleme. Ich weiss mehr bzw. mir ist mehr bewusst, wie es den Anschein macht. In Sachen Theorie war ich schon überall gut. Sei es in Sachen Sex, Depressoinen, Borderline und weiteren Themenbereichen in meinem Leben. Da bestand bzw. besteht nie ein Problem.

Aber eben. Die Umsetzung. Die Rückschläge. Die Steine, welche im Weg stehen. Ob es nun Fremde sind oder ich selbst. Ich schinde Zeit, um nicht berichten zu müssen, ich merke es schon wieder.

Es war vor zwei oder drei Wochen. Ich weiss es nicht mehr. Alles hat mit dem Kompliment von Puma begonnen, dass ich schön geschminkt sei. Komplimente von einem Mann. Kenne ich so nicht und irgendwie hat es mich dann doch ein wenig aus der Bahn geworfen. Wie auch ein weiterer Kommentar seinerseits, dass er meinen Bruder gesehen hätte. Diesen Spruch warf er mitten in einem Spiel ein und ich schaute ihn irritiert an. Bevor ich fragen konnte, wo dies denn gewesen sei, ergänzte er lachend: „uf dim profiilbild!“ Ich spürte, dass auch Laura etwas verwirrt auflachte, als sie diesen Spruch mitbekam. Okay, ich lachte mit und befahl mir innerlich, diesen Spruch einfach schnell zu vergessen. Dass es halt einfach mal wieder typisch ist, dass dies mir passiert und dass dies von Puma kommt. Und doch war ich dann am Wochenende darauf mit dieser Aktion im Rücken unterwegs und eher vorbelastet. Meine aktuelle Stimmung und mein Wertgefühl halfen da auch nicht wirklich dabei, mich besser und sicherer zu fühlen.

Es kam das erste Wochenende. Ich war mit der hübschen, blonden, ehemaligen Mitarbeiterin und meiner hübschen, brünetten, aktuellen (und ersten Lehrtochter in meinem Leben) Mitarbeiterin unterwegs. Wir waren bei einem Spiel einer weiteren, ehemaligen Mitarbeiterin. Von den Jahrgängen her sind alle jünger wie ich, aber es macht sich bei diesen eher weniger bemerkbar. Sie sind alle sehr weit und reif für ihr Alter. Wir sassen also da und schauten dem Spiel zu. Mr. Flirty hatte sich auch angekündigt und ich wusste, dass es wahrscheinlich eher ein anstrengender Abend werden wird.

Mir ist auch bewusst, verletzt mich sein Verhalten, weil ich eigentlich gedacht hatte, vielleicht etwas „Besondereres“ in seinen Augen zu sein. Aber ein Mr. Flirty ist nun mal ein charmanter Mann und ich habe schnell festgestellt, dass er zu allen lieb und nett ist. Und doch ist da etwas zwischen uns, das spüre ich einfach heraus. Ich kann es einfach nicht wirklich benennen. Es macht es nicht einfacher, dass er die blonde, hübsche Kollegin immer wieder als „seine Traumfrau“ betitelt und immer wieder Sprüche kommen, dass sie sich bei ihm melden solle, wenn es mit dem jetzigen Freund nicht mehr klappe. Wann sie endlich ein Date hätten und so weiter. Ja, es sind flapsige Sprüche und wir in dieser „Kollegenrunde“ sind uns die gewohnt. Und doch schmerzt es, wenn man als ich daneben steht und einfach einmal mehr merkt, was Männer anscheinend wirklich wollen. Und es ist nun mal so, dass diese blonde Kollegin wirklich sehr hübsch ist. Eine super tolle Frau, wunderschöne Figur und halt einfach eine Traumfrau. Das ist Fakt. Aber ständig noch die Sprüche dazu hören zu müssen… ist für mich persönlich einfach eher schmerzhaft. Und ich weiss nicht, ob sich die Brünette in der Gruppe da auch teilweise eher unwohl fühlt. Ich habe sie nicht danach gefragt. Wahrscheinlich eher weniger, wenn sie ein gesundes Selbstbewusstsein hat. 

Es kam die erste Pause und ich sass bei der Tribüne ganz aussen. Plötzlich bemerkte ich einen Klammergriff um mein Fussgelenk und schaute erschrocken nach unten. Da stand Mr. Flirty und blickte grinsend hinauf. Neben ihm sein Kollege und beide meinten, ob wir später auch noch weiter in eine Bar kämen. Wir sagten zu.

Das Spiel war dann mal fertig und so fuhren wir los. Zu dieser Bar. Es war zu Beginn okay, wir bestellten etwas zu Essen und quatschten ein wenig. Naja, bis da wieder die eindeutigen Sprüche seitens Mr. Flirty kamen und sich an die blonde Kollegin richteten. Später dann fragte er die Brünette, wie es denn in ihrem Liebesleben so ablaufen würde. Diese antwortete und fragte bei ihm nach und auch da kam seine Antwort. Es blieb ruhig in der Runde. Es hatte sich ja irgendwie herausgestellt, dass sein Kollege ebenfalls Single ist und alle wussten ja, dass die blonde Kollegin vergeben ist. Nach ein paar Sekunden wurde der Vorschlag in den Raum geworfen, Dart zu spielen. Ich sass da. Ja, ich hätte keine schlaue Antwort gehabt auf die Frage, wie es bei mir in Sachen Liebesleben und Männer aussieht. Ja, es wäre mir unangenehm gewesen. Aber trotzdem sass ich da und dachte mir: okay, scheint niemanden zu interessieren. Bei zambrottagirlie läuft ja eh nie etwas. Da muss man schon gar nicht mehr nachfragen! Ich habe mich wirklich in meinem Gefühl der Unsichtbarkeit bestätigt gefühlt.

Naja, wir spielten dann Dart. Sofort suchte Mr. Flirty da den Körperkontakt mit der blonden Kollegin (also, wenn ich einen Freund hätte, würde ich schon längstens mal etwas sagen), aber es scheint halt in der aktuellen Zeit unter Kollegen so zu sein. Schnell hatte ich das Gefühl, dass sich das Vierergespann immer mehr fand und ich einfach übrig blieb. Und ich bin nun mal so: wenn ich das merke, ziehe ich mich zurück. Dann geht einfach gar nichts mehr.

Ja, ich bin eine eigenständige Frau. Und ja, mir muss man in Sachen Dart, Bowling und Billiard als Mann nicht mehr wirklich viel mehr beibringen. Ich glaube, vielleicht lag es auch daran, dass ich da halt sehr gut darin bin und nicht „Hilfe“ benötige. Wie auch im Volleyball. Ich bin eine Frau mit harten Aufschlägen und ich liebe es, wenn scharfe Bälle auf meine Hände prallen oder ich meine Abnahme bei einem harten Smash beweisen muss. Ich kenne da keine Scheu. Vielleicht denkt sich da ein Mann halt schnell, dass ich keine Unterstützung (also keinen Helferinstinkt) benötigte.

Es kam der Vorschlag nach Bowling. Ich sagte etwas wiederwillig zu. Im Wissen, dass mein Gefühl der Unsichtbarkeit wahrscheinlich eher verstärkt werden würde. Betonte aber, dass ich früh ins Bett müsse, viel Programm am Sonntag. Die brünette Kollegin meinte ebenfalls, einfach nicht zu lange. Wir fuhren in der Region zur Bowlingbahn und mussten etwas warten. Wir spielten also zuerst am Kickerkasten. Wie es der Zufall wollte, hatte ich gerade einen guten Lauf und Mr. Flirty war begeistert über mein Können. Wir gewannen haushoch. Die blonde Kollegin und ich wechselten uns dann ab und waren mit ihm in einem Team. Wir gewannen bestimmt vier Mal haushoch gegen seinen Kollegen und meine brünette Kollegin. Es machte Spass und ich blühte ein wenig auf.

Wir machten eine Trinkpause und der Kollege wollte der blonden Kollegin unbedingt ein Bier ausgeben. Und ja, ich verstehe da die Männer: sie ist wirklich eine natürliche Schönheit und sie kann ja nichts dafür. Und doch merkt man halt da ihr junges Alter – ich hätte als vergebene Frau vielleicht schon eher einmal die Handbremse gezogen. Weil man sendet halt doch gewisse Signale aus und wenn man zu jedem nett ist… ich weiss ja nicht. Aber auch da hat jeder Mensch seine eigenen Ansichten und seine eigene Einstellung zum Thema. Mr. Flirty hatte einen anderen Kollegen erblickt und plauderte ein wenig mit dem und die brünette Kollegin stand dann auch bei einer Gruppe. Mr. Flirty’s Kollege, die blonde Kollegin und ich standen dann an einem Billardtisch gelehnt. Ich war eher der Part, welcher zuhörte und kramte ein wenig in meinem Portemonnaie herum. Erblickte noch einmal zwei 1-Fränkler und meinte freudig in die Runde, dass man ja noch einmal Kickern könne.

Meine blonde Kollegin stimmte begeistert zu, der Kollege meinte nur flapsig: „Klar wotsch du das. Würd ich au welle, wenni immer gwünne würd. Nei, ohni mich.“ Es hatte keinen wirklich scherzhaften Unterton mit dabei und wenn es als Scherz gemeint war, kam es für mich nicht so rüber. Es fühlte isch wahrhaftig wie eine Ohrfeige an. Ich glaube, die blonde Kollegin merkte an meiner Reaktion, dass mir seine Antwort so gar nicht gefallen hatte. Ich zuckte einfach mit meinen Schultern, murmelte ein: „denn halt nöd“ und vergrub meine Münzsammlung wieder in mein Portemonnaie. Sie meinte noch, dass wir bestimmt noch zu einem Spiel kommen würden. Keine zehn Sekunden später waren wir zum Glück wieder komplett, meine Stimmung solala und als Mr. Flirty zum Kickerkasten wollte, war dieser besetzt. So gingen wir zum Zeitvertreib zu den anderen Flipperkasten und Tataaaaaa: es stellten sich zwei Gruppen aus je einem Mann und einer Frau zusammen und zambrottagirlie stand da und schaute zu. Super. Danke auch. Am liebsten wäre ich da schon gegangen.

Es ging zum Bowling. Naja, dort lieferte eine zambrottagirlie ordentlich ab. Wenn ich spiele, dann richtig. Und ja, auch da merkte man, dass ich in diesen Dingen selbstständig bin. Mr. Flirty meinte, ich hätte einen ordentlichen Schuss drauf und ich bedanke mich einfach unsicher lächelnd. Was sollte ich auch sagen? Dass ich nun mal nicht die hilflose, zierliche Frau bin, welche bei Männern den Helferinstinkt weckt?

Ich merkte, wie Mr. Flirty mit beiden Ladies blödelte. Mal hie und mal da einen Körperkontakt startete. Gespräche geführt wurden. Sein Kollege wollte wissen, ob die blonde Kollegin Geschwister habe. Wie es bei der brünetten Kollegin aussehe. Ich sass daneben und wartete auf die Frage. Kam keine. Ich schüttelte innerlich den Kopf und dachte mir einfach gar nichts mehr dabei. Für mich war es einfach schon gelaufen. Ich lachte bei gewissen Sprüchen natürlich mit und doch war ich eher ruhig. Komisch ist einfach, dass, sobald ich mal bei Mr. Flirty einen Annäherungsversuch starte, dieser auch erwidert wird. Es ist nicht so, dass er dann auf Abstand geht. Es scheint mir nicht so, als würde er diesen abblocken, nein, sondern gerne erwidern. Und er hat nach einem Strike auch nach meiner Hand verlangt und diese so komisch in seine Hand gelegt und dann so getan, als würde er sie „auspeitschen“, weil sie so gut unterwegs sei. Und ich kenne das halt doch auch von mir. Auch ich traue mich bei gewissen Menschen nicht, die Initiative in Sachen Körperkontakt zu starten. Dann lasse ich es lieber sein. Aber sobald diese von den Menschen kommt, erwidere ich sie umso lieber. Ich bin nun mal schüchtern, was man gegen aussen im ersten Moment vielleicht so gar nicht denkt.

Mr. Flirty hat eben auch schon gemeint, dass er eher schüchtern ist. Wenn ihm jemand gefällt. Und irgendwie war er dann mit seinen Sprüchen halt doch eher als der Charmbolzen in der Gruppe bekannt. Und auch ich bin gegen aussen kommunikativ und man würde mich nie als schüchtern einordnen. Aber sobald es um Männer geht, bei denen ich doch anders wirken möchte, geht gar nichts mehr. Daher kann es schon ganz gut sein, dass auch er da ein wenig wie ich tickt.

Und doch, in erster Linie habe ich an diesem Abend nur erkannt, dass er meine beiden Kolleginnen eher mag, wie mich und das ein Abend ohne mich so gar keinen Unterschied gemacht hätte.

Die beiden Jungs wollten in eine weitere Bar. Mr. Flirty fragte zuerst die brünette Kollegin, ob sie mitkommen würde. Sie verneinte. Dann die blonde. Diese war noch unsicher. Wollte wahrscheinlich meine Antwort abwarten. Es war schon wieder ruhig und innerlich brodelte ich. Dachte mir, dass ich natürlich wieder als letzte gefragt werden würde und das bestimmt niemand Bock auf meine Anwesenheit hätte. Und wenn man fragen würde, wäre es nur aus reiner Höflichkeit. Wir liefen ein paar Schritte und da meinte Mr. Flirty: „Aber du chunnsch, zambrottagirlie?“ Wie aus der Pistole geschossen kam von mir: „Nei. Ich muess wükki au langsam hei.“ Am liebsten hätte ich gefragt, ob meine Anwesenheit einen Unterschied machen würde. Und als letzte Wahl keinen Bock darauf hätte. Okay, vielleicht übertreibe ich es, aber kann man sich das nach einem solchen Abend nicht denken, dass ich einfach wirklich davon ausgegangen bin, das fünfte Rad am Wagen zu sein? Der Kollege meinte noch, dass er nur kommen würde, wenn meine blonde Kollegin auch mit von der Partie sei. Innerlich schüttelte ich auch da den Kopf und dachte mir: na klar, die blonde, hübsche Kollegin. Es ist nicht ihr gegenüber böse gemeint. Ich bin froh, kenne ich sie und sie ist ein herzensguter Mensch. Ich mag es, Zeit mit den beiden Frauen zu verbringen. Aber es fühlt sich irgendwie auch nicht schön an, als Frau immer abgewiesen zu werden. Und dies so offenbar kommuniziert zu bekommen.

Während die blonde Kollegin noch überlegte, begannen die brünette Kollegin und ich uns zu verabschieden. Was sollte ich da noch lang mithören. Als ich wegfuhr, sah ich, dass die Gruppe sich ebenfalls getrennt hatte. Ich schrieb den Abend einfach ab. Es tat aber meinen Gefühlen nicht wirklich gut.

An diesem Wochenende war sowieso noch ein Vorfall, in dem ich mich von meinen Eltern in meiner Entscheidung übergangen gefühlt hatte. Es hat sich also einiges angestaut. In Sachen Therapie hatte ich über eine Aussage meiner Therapeutin auch noch die Schnauze voll und ja, es ist dann schwierig, sich von all diesem Scheiss abgrenzen zu können.

Ich wusste, dass ich der Gruppe am Freitag wieder begegnen würde. Eine Mitarbeiterin hatte ihren letzten und uns alle in eine Bar eingeladen. Ich überlegte also schon zu Beginn der Woche, ob ich daran teilnehmen wollte, oder nicht. Genau mit dem Wissen, was es wieder alles in mir auslösen würde. Ich wollte ganz klar auf Distanz. Ja, ein Abend hätte mir auch das Gegenteil beweisen können. Aber ich fühle mich ja sonst schon so unsichtbar und wenn ich an einem Abend Bestätigung (in meinen Augen durch welche Art auch immer) erhalten hätte, würde es nur schwieriger werden. Ich weiss, es ist wirklich schwer nachvollziehbar. Aber es ist ja nicht seit gestern so, dass ich mich unscheinbar fühle. Und ich hatte monatelang Zeit, Bestätigungen einzusammeln. Und dieser Selbsthass und dieser Kritiker sind extrem stark und gut darin, mich immer schlechter fühlen zu lassen. Und irgendwann einmal habe selbst ich nicht mehr die Lust, dagegen anzukämpfen. Da sind dunkle Gedanken einfach der leichtere Weg. Ich habe einfach keine Kraft mehr für und keinen Bock mehr auf weitere 30 Jahre in diesem Zustand.

Einzig das Hungern ist im Moment stabil und gibt mir „Kraft“. Ich spüre, wie mein Körper sich verändert und ich übertreibe es mit Schwimmen und Volleyball. Da funktioniere ich einfach. Keine Gedanken, keine Gefühle. Da klappt es. Und das benötige ich. Einfache Dinge die so laufen, wie ich will. Lange hatte ich das Gefühl, dass sich durch das  Hungern nicht viel ändert. Viele Menschen erzählen immer von neuen Hosen und Blusen, sobald sie ein paar Kilo zu- oder abnehmen. War bei mir nie der Fall.

Nun das erste Mal bewusst geworden ist es mir beim Hosenkauf in der letzten Woche. Dass ich da wirklich 1 (bis mittlerweile fast knapp 2) Kleidergrössen verloren habe. Vor allem der Bauch ist extrem zurückgegangen.

Es kam der letzte Freitag. Ich war wirklich lange unschlüssig, ob ich gehen würde. Es fragten einige nach, aber ich dachte mir einfach, dass sie dies einfach so machen würden. Ich weiss auch nicht, warum ich dann doch Vorbereitungen traf und schlussendlich spätabends doch noch dort eintraf. Und auch da hatte ich das Gefühl, dass sich Menschen freuen, mich zu sehen. Dass ich auch mit dabei war. Ich begrüsste einen nach den anderen und als ich mit der brünetten Kollegin kurz etwas besprechen wollte, zog mir plötzlich jemand an den Haaren. Mr. Flirty stand da und schien etwas vor mir zu verstecken. Ich gab ihm die drei obligatorischen Küsschen und irgendetwas zeigte er mir dann. Ich kam nicht wirklich nach, was genau. Ich gab mich eher etwas reserviert und beobachtete die Runde. Begrüsste noch ein paar andere und hörte der Musik zu. Hatte ständig das Gefühl, die blonde Kollegin wollte mich ansprechen, traute sich aber nicht. Und auch an diesem Abend merkte man einfach, wie die Männerwelt „Freude“ an ihr hat. Und ich kann es verstehen. Sie ist wirklich eine natürliche Schönheit und doch ist es als Danebenstehende nicht immer einfach. Ich glaube, es wäre einfacher, wenn ich nicht so vorbelastet wäre in Sachen Männer. Wenn ich das Flirten bzw. das Anmachen auch vermehrt erleben würde. Wenn es „ausgeglichener“ wäre. So hat man einfach jedes Mal die Bestätigung, dass man wirklich unsichtbar ist und halt einfach nicht wirklich der Typ, auf den Männer stehen.

Es kam, wie es kommen musste. Plötzlich standen Mr. Flirty, die blonde und die brünette Kollegin sowie ich in einer Runde. Es war wirklich eher eng und irgendwie stand ich Mr. Flirty direkt gegenüber. Ich habe keine Platzangst, aber fühlte mich nicht wirklich wohl und als ich wieder bemerkte, wie er mit der brünetten sowie blonden Kollegin herumwitzelte und tänzelte (nur ich aussen vor blieb), ging der Laden schon runter. Ist ja klar, dachte ich mir. Warum auch sollte er sich die Blösse geben. Aussen vor belasse ich dabei immer, ob ich überhaupt mitgemacht hätte oder nicht. Aber ich hatte einfach eine Bestätigung mehr. Irgendwie ergab es sich dann, dass die blonde Kollegin etwas bei der Bar abladen wollte und ich neben Mr. Flirty stand und irgendwie lief es ganz komisch ab, dass sich plötzlich die blonde Kollegin neben mir befand und sich ein Kreis schloss. Einzige aussen vor war ich.

Und ja, jeder andere Mensch hätte vielleicht darüber gelächelt. Aber für mich war es einfach ein Schlag ins Gesicht. Es ging einfach gar nichts mehr und ich wollte einfach nur weg. Ich ging Richtung Toilette und atmete da einfach ein paar Mal tief durch. Und als ich wieder von der Toilette hoch kam, wollte ich nicht zur Gruppe zurück. Ich benötigte einfach ein paar Minuten für mich. Ich, ein Getränk und meine Ruhe.

Ich weiss nicht mehr, ob es lange dauerte oder nicht. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Aber plötzlich standen die zwei Kolleginnen neben mir und meinte, sie hätten mich gesucht. Ich lächelte etwas verschämt entschuldigend, sagte aber nichts weiter. Sie wollten sich dann hinsetzen und ich schloss mich ihnen an. Mr. Flirty war schon wieder in der Bar unterwegs, er war sowieso eher weniger bei uns. Aber wenn, dann hatte ich jedes Mal das Gefühl, dass ich einfach anders behandelt werde. Und ich kann es einfach nicht zuordnen und solche Dinge sind einfach nicht wirklich einfach für mich. Ich kann damit nicht umgehen. So bin ich nun mal gemacht.

In der Zwischenzeit hatten sich zwei weitere Herren dazugesellt. Ganz nette, junge Männer. Beide hatten Freude an der blonden Kollegin (was auch sonst ;-)) und ja, ich war erstaunt, wie ich doch ein paar Sprüche auf Lager hatte. Meine Blonde Kollegin meinte, dass der einte Typ keine Distanz kennen würde beim Reden – „de chunnt mer extrem nöch, zambrottagirlie!“ Naja, ich erwiderte ihr lachend, dass die junge Generation in meinen Augen Körperdistanz an sich nicht wirklich kennen würde. Es war alles okay, bis der einte – wenn auch wirklich ungewollt – sein Bier über meinen Unterarm und etwas auf die Hose schüttete. Er entschuldigte sich sofort und was sollte ich gross anderes sagen, wie, dass es schon okay sei. Innerlich aber dachte ich mir nur, dass es ja wieder typisch ist, dass genau ich übersehen werde. Es musste ja so kommen! War ja klar, dass man über mich das Bier schüttet. Ich hatte keinen Bock mehr. Und als der Typ meine beiden Kolleginnen immer mehr vereinnahmte und ich einfach da sass, stand ich auf, holte meine Jacke und begab mich wieder zur Gruppe. Meine Kolleginnen meinten sofort, sie hätten mich schon wieder vermisst und was ich mit der Jacke wolle? Ich meinte, es sei Zeit zum Gehen.

Ich begann mit der Runde, die meisten meinten „ach, wie schade!“ und innerlich dachte ich mir nur: „Jaja, wie schade. Aber keinen ganzen Satz habe ich mich euch gewechselt“. Naja, das Beste an diesem Abend war dann ja der gewisse Mitarbeiter. Der hatte ordentlich gebechert und als ich am Abend gekommen war, hatte der solche Freude daran gehabt. Beim Abschied meinte er nur, wie schade es doch sei und anstatt mir die Küsschen auf die Wange zu geben, liess der sich richtig auf mich sinken! Ich stand da, total perplex und er lehnte sich mit seinem Kopf so richtig an meiner Schulter und umarmte mich. Es würde sich alles drehen, meinte er. Ich klopfte ihm auf die Schulter und meinte nur: „Denn trüll dich mit!“, schob ihn von mir und verabschiedete mich auch vom Rest.

Ich weiss, im Nachhinein und auch während dem Tippen ist mir vieles aufgefallen. Vor allem in Sachen Ursache und Handlung und der daraus wieder entstehenden Handlung. Ich hatte sowieso schon das Gefühl, unsichtbar zu sein. Mein Kritiker hatte in seinen Augen viele Bestätigungen und da konnte man mir ja schon fast nicht mehr das Gegenteil beweisen. Für mich war dann alles eine Bestätigung. Ich weiss. Ich weiss es ganz genau. Und auch während dem Tippen ist es mir wieder bewusst geworden.

Wie gesagt. Theoretisch ist mir vieles bewusst. Aber ich habe einfach keine Kraft mehr auf diesen ganzen emotionalen Stress und diesen Stuss. Auf diesen ständigen Kampf und uäch. Ich will einfach nur funktionieren. Einfach nur das.

Heute Abend ist Abschied von der Sportkollegin angesagt. Die brünette Kollegin hat mich schon angefragt, ob ich auch komme. Aber ich werde bewusst nicht dorthin gehen. Es tut mir leid, aber ich brauche von gewissen Menschen einfach Abstand. Und das zählt aktuell Mr. Flirty. Klar, ich überlege, ob ich sie morgen doch nach der Arbeit kurz noch umarmen gehen soll – sie geht drei Monate ins Ausland. Aber auch da arbeitet sie mit Mr. Flirty in einem Büro. Und ich muss mir einfach immer wieder selbst sagen: was würden diese Menschen im Gegenzug für mich tun? Und ich entscheide mich heute für mich. Und mein Seelenwohl. Wie das auch immer aussieht. Aber es ist einfach so, wie sich danach wieder mit Gefühlen und Grübeleien auseinandersetzen zu müssen.

So, das musste dringend raus. Und ich werde mich dafür nicht entschuldigen, weil es meine Plattform ist und es danach aussieht, als wäre dies schon lange dringend nötig gewesen. Anvertrauen kann ich es kaum jemandem. Schon gar nicht meiner Therapeutin. Weil ich mich in diesem Bereich (vor allem Männer) von ihr nicht verstanden fühle. Eher in die Ecke gedrängt.

Donnerstag, 23. März 2017

sehr lieb, aber...

Letzten Dienstag hat mich Puma ein wenig aus der Bahn geworfen. Wir waren im Volleyballspiel mittendrin und es ging alles ganz gut.

Aktuell schminke ich mich auch wieder sehr gerne und bin auch sehr experimentierfreudig. Aber während dem Sport verläuft sich das ja im schlimmsten Fall alles ein wenig.

Umso erstaunter war ich, als nach dem zweiten Satz plötzlich Puma neben mir stand und meinte: "Du bisch sehr schön gschminkt hüt, zambrottagirlie."

Ich war baff. Bedankte mich aber und kicherte dementsprechend etwas verunsichert. Es hat gut getan, ja. Es war ein schönes Kompliment, ja. Und ich glaube, er wollte mir damit einfach sagen, dass man mir vielleicht wieder ansieht, dass es mir wieder langsam besser geht (äusserlich). Das Innere ist ja nach wie vor immer gleich (Hadern mit Schicksal und das ganze PiPaPo), aber das Umfeld um mich herum ist nicht mehr nur rabenschwarz.

Klar, ich grübelte ein wenig darüber nach. Ein sehr liebes, aufmerksames Kompliment. Wie war das wieder gemeint? In Sachen "ich finde dich toll" oder einfach "meiner Plauschkollegin geht es besser, ich freu mich für sie mit!" Und ja, ich weiss - typisch Frau... aber gleichzeitig dachte ich mir: es ist schön, bekomme ich ein Kompliment. Aber nicht von dir. Nicht mit unserer Vorgeschichte.

Aber auf der anderen Seite war es auch einfach schön, mal so ein Feedback auch von einem Mann zu erhalten. Daher versuche ich es nun auch als solches anzusehen: ein Kompliment von einem sehr lieben und sehr aufmerksamen Plauschvolleyball-Kollegen.

Freitag, 2. Dezember 2016

outfits & mal wieder alles in einem post

Mal wieder ein Sammelpost :-). In letzter Zeit komme ich a) entweder nicht zum Tippen oder b) habe ich weniger Lust, abends nach einem Arbeitstag nochmals an einen PC zu sitzen. Ausserdem schaue ich c) aktuell sehr gerne TV, eingekuschelt in einer warmen Decke und Punsch oder Kaffee trinkend :-).

Aktuell geht es mir besser, wie auch schon. Obwohl es vor zwei Tagen mal wieder eher richtig schlimm war und mir meine Firmgotte als Kritiker erschienen ist. Aber am Montag kam mein Zyklus zum Zug und ich weiss ja mittlerweile, dass meine Stimmung währenddessen teilweise unterirdisch dunkel und schlimm sein kann. Es war nicht schön.

Heute geht es, weil ich meine zwei Wochen Stellvertretung geschafft habe. Es ging ganz gut, erstaunlicherweise. Nur am Dienstag war es zu viel. Ich hatte ja mein Bürogspänli (meine erste Lehrtochter), welche mir hilfreich zur Seite stand und die Lehrtochter im aktuellen Betrieb ist auch ein riesen Goldschatz. Klar, ich bin Stellvertreterin und ich bin jemand, welcher das dann gut machen möchte. Vor allem so wenig an Pendenzen wie nötig hinterlassen. Aber wenn ich dann so gar nicht zu meiner eigenen Pendenzenbereinigung komme, wird es kritisch. Ausserdem bin ich nächste Woche nicht im Geschäft, was den Druck erhöht hat.

Am Nachmittag kamen dann noch zwei externe Mitarbeiter ins Büro und begannen zu plaudern und lachen und es war ein Hin und Her im Büro (ich entschuldige mich jetzt schon für meine Tippfehler, es muss heute schnell gehen - mehr ein andermal :-)). Ich habe die Telefonzentrale bei mir und Schalter. Und ich finde, dass geht bei so intensiven Kundenverkehr, wie am Dienstag, einfach gar nicht. Plötzlich stand mein Chef neben mir und meinte, ob alles Okay sei? Ich meinte ruhig, aber eher kurz und knapp angebunden, dass es aktuell nicht wirklich gut sei. Er hat gemerkt, dass ich gerne in Ruhe gelassen werden wollte. Ich bin lange geduldig, man kann vieles mit mir machen. Aber wenn es zu viel wird, muss man mich in Ruhe machen und walten lassen. Weil ich dann einfach eines nach dem anderen erledigen möchte und mich nicht entscheiden kann, ob total auszurasten oder innerlich zu verzweifeln. Und während diesem Hin und Her muss ich mich dann darauf konzentrieren, nicht mit Flennen anzufangen. Ich war froh um seine Reaktion.

Ich musste pünktlich aufhören und am Mittwoch war es dann mehr oder weniger vergessen. Ein anderes Bürogspänli, welches ich bereits vor meinem Stellenantritt kenne und auch privat immer mal etwas unternehme, schaute rein und meinte, ob es heute besser gehen würde? Ich war erstaunt und entschuldigte mich, sollt eich mich ihr gegenüber barsch oder so verhalten haben. Ich selbst mag das ja bei anderen Menschen gar nicht. Und eben, bei mir ist es die Ausnahme. Sie meinte, dass alles okay sei, aber der Chef gestern noch bei ihr gewesen sei und gemeint hätte, sie solle doch bitte kurz bei mir vorbeischauen, man müsse mir doch "guet luege" und er käme wegen eines Termins erst später am Morgen im Büro. Das fand ich wirklich sehr toll. Und als er dann später kam, kam er ins Büro und meinte sofort, ob es besser sei und dabei tätschelte er mir meinen Arm. Er war wirklich sehr fürsorglich und fragte ein paar Mal nach. Das fand ich wirklich eine sehr gute und grosse Geste von ihm. Vor allem, weil ich es mir vom früheren Geschäft nicht gewohnt bin. Ich habe mir vorgenommen, auf mein Bauchgefühl zu hören. Ein Mensch kann sich nicht so verstellen und die Aktionen diese Woche von meinem Bürogspänli haben einfach gezeigt, dass wohl eher sie das Problem ist. Aber über sie möchte ich hier nicht viel weiter berichten. Ich habe einfach von meinem Chef ein riesen Lob und Dank für meine Arbeit bekommen und das geht runter wie Öl. Es tut richtig gut, so offensichtlich geschätzt zu werden. Ich bin es mir nicht gewohnt und irgendwie freue ich mich dann doch über so liebe Worte - weil meine Ansprüche an mich selbst sehr gross sind.

So, nun muss ich schnell weitertippen. Outfittechnisch eine kurze Anmerkung: ich habe nicht alle Outfits der letzten zwei Wochen fotografiert... Irgendwie war mir nicht danach und die Bilder sind selbsterklärend. Aber ich hatte diese Woche zum Beispiel mal wieder eher Lust auf stärkeren Lippenstift und ein schönes, angenehmes Kleidchen. Auf einem Bild habe ich Turnschuhe an, aber "ausser" Haus die Stiefel, welche daneben auf dem Boden liegen.

So, und nun geht es noch um das Thema Männer, Liebe und Frust. Vor allem den gewissen Mitarbeiter schiesse ich in den Mond. Sein Verhalten geht auf keine Kuhhaut mehr.

Aber zuerst Puma. Am Dienstag war er wirklich sehr nett und zuvorkommend, lobte mich für meine Haarfarbe (natürlich erschien ich mit offener Mähne...) und meinte zwei, drei Mal, dass es wirklich gut und "peppig" aussehen würde. Er tätschelte auch ein paar Mal meinen Oberarm und war sehr aufmerksam. Aber ich glaube, er möchte es einfach in erster Linie freundschaftlich wieder gut machen und am Dienstag gab ich mich ein wenig wärmer und offener. Aber doch bin ich noch sehr verletzt, sodass ich nicht einfach "Hü und Hot" machen kann. Ich brauche Zeit. Und die Zeit wird zeigen, was überhaupt je gewesen war und je sein wird.

Nun zum gewissen Mitarbeiter. Eigentlich geht es um zwei Männer. Der gewisse Mitarbeiter und jener Mitarbeiter, welche gestartet hatte, kurz bevor ich meine Kündigung einreichte. Ein attraktiver Mann, hat eine lange Beziehung hinter sich und flirtet jetzt, was das Zeug hält :-). Aber er ist wirklich anständig und ein sehr lieber Kerl. Keine Ahnung, wie ich diesen hier nennen sollte. Mr. Flirty :-)? Okay, dann ist er ab jetzt Mr. Flirty.

Es war am Mittwoch vor zwei Wochen, als mich meine zwei ersten Lehrtöchter von meinem früheren Geschäft darauf ansprachen, ob ich am Donnerstag in einer Woche auch mit von der Partie sei. Eine runde früherer, junger Mitarbeiter, welche ins Kino geht. Sie waren erstaunt und überrascht, als ich ehrlich meinte, dass ich nichts davon wissen würde und mich auch nicht aufdrängen wollen würde. Meine erste Lehrtochter meinte sofort, dass dies natürlich kein Problem sei und die zweite, dass sie morgen im alten Geschäft sofort nachfragen würde.

Am nächsten Tag erhielt ich von der zweiten Lehrtochter die Mail, dass sich die Gruppe des alten Geschäfts freuen würden und somit waren auch ich und meine erste Lehrtochter vom ersten Geschäft happy. Der Donnerstag kam.

Ich und meine erste Lehrtochter waren früher dran und setzten uns bereits an den Tisch. Die andere Gruppe mit meiner zweiten Lehrtochter, einer weiteren Mitarbeiterin, dem gewissen Mitarbeiter und Mr. Flirty kamen um die Ecke. Mr. Flirty schien zu strahlen und nahm mich auch in den Arm. Das ist mir aufgefallen - gute Freunde drückt er kurz. Wir assen und quatschten (wobei ich mich bei dem Thema nicht wohl fühlte) und die Zeit verging einfach wie im Flug. Da merkte ich, dass ich einfach eine andere Generation oder doch ein wenig älter bin. Die Ansichten über Beziehungen, jemanden kennen lernen und so... nicht meins. Und eine ist erst seit ein paar Monaten Single und meinte, dass sie bis zu ihrem Ameirkaaufenthalt nicht mehr aus dem Haus gehen dürfe. Ich fragte nach, warum und sie meinte: ich lerne einen Typ nach dem anderen kennen - ich muss doch Single bleiben!

Bäm, in mein Gesicht. War schon ein wenig happig. Vor allem, weil ich ja so gar keine einfachen Erfahrungen mit Männern und Kennenlernen habe. So, nun weiter im Text. Wir gingen ins Kino und wie es kam, sass ich ganz aussen neben Mr. Flirty. Ihm schien es nichts auszumachen, er meinte noch, dass wir nun knutschen könnten und brachte damit die ganze Gruppe zum Lachen. Vor allem war vor dem Essen etwas passiert. Ich las mein Horoskop und meinte, dass da auch stehen würde, dass ich meine grosse Liebe in der laufenden Woche kennen lernen würde. Der gewisse Mitarbeiter grinste und meinte, ob dieser vielleicht am Tisch sitzen würde?  und schaute zu Mr. Flirty. Und auch während dem Film fiel mir auf, dass Mr. Flirty nicht wirklich Berührungsängste zu haben schien - was mich auch nicht störte. Vor allem sagte er in einem kurzen Moment mit ganz ernster Stimme, dass ich im alten Geschäft extrem fehlen würde. Es sei wirklich sehr schade, sei ich nicht mehr da. Das ging runter wie Öl, tat wirklich gut. Es fühlte sich gut an neben ihm und als der Abschied kam, wollte ich ihn kurz drücken und merkte, dass ich ihn nicht loslassen konnte, weil er mich länger drückte. Länger und intensiver.

Ich war irritiert, aber genoss es. Am Freitag trafen wir uns per Zufall in fast genau der Gruppe wieder in einer Bar und da rief er, als er mich erblickte, schon durch die ganze Bar: "ciao bella!" und drückte mich wieder ordentlich. Er schien sehr anhänglich und flirty, berührte mich oft und war sehr aufmerksam. Aber er flirtete dementsprechend mit anderen :-). Aber doch nicht so touchy, wie bei mir. Es war lustig, wir hatten eine gute Zeit und dann kam der Abschied... Er nahm mich in den Arm, legte sein Ohr an meines und liess und liess mich nicht mehr los... bestimmt für zwanzig Sekunden. Liess ein wohliges Grummeln von sich und meinte: "ach, zambrottagirlie". Ich erinnerte ihn daran, dass er mir einen Drink versprochen und noch nicht gezahlt hätte und er meinte, dass ich ihn ja nicht nochmals darauf angesprochen hätte. Er liess von mir los, aber nahm mich an seine Seite. Und ja, es fühlte sich gut an und ich wollte mehr davon. Aber gleichzeitig war mir bewusst, dass ich so schnell nicht einfach von einem Mann eine Umarmung erhalte. Weil es privat ja nicht so besteht. Und das tut weh. Vor allem wird es nicht leichter mit dem Thema Männer, umso älter ich werde und mein Handicap zerstört einfach alles. Und meine innere Ansichten.

Aber in diesem Moment tat es gut und auch gestern wollte er spontan mit mir etwas trinken gehen. Leider war ich schon verhindert und ja, ich mache mir nun so meine Gedanken.

Der gewisse Mitarbeiter nervt. Weil ich mitbekommen habe, dass er mich in der Gruppe eigentlich am Kinoabend nicht dabei haben wollte, Mr. Flirty sich aber für mich eingesetzt hatte. Mich nervt es, weil die Gruppe frei zusammengewürfelt war und ich den Grund nicht verstehe. Weil ich etwas am Organisieren bin und an ihn gedacht habe. Und weil ich vom Arbeitsmutti die Bestätigung erhalten habe, dass er mir die Kündigungssache immer noch übel nimmt. Und jetzt muss ich los!