Samstag, 25. Juli 2015

byebye san francisco...

... hello group! Ich melde mich mal wieder kurz und stelle fest wie mühsam ich das Tippen mit dem Smartphone finde, nerv.

Habe gerade ein kleines Zeitfenster für einen Eintrag... Gezwungenermassen.

Aktuell geht's solala. Leicht genervt von San Franny bzw. den Zuständen hier. Aber der Reihe nach.

Bis Samstag letzte Woche war ich mit dem Autounterwegs, der Küste entlang an den Bundesstädten Washington und Oregon vorbei. War in Oregon auch im Landesinnern bei Portland und Crater Lake. Portland war, abgesehen von den Wasserfällen ein totaler Reinfall (mehr bei meinen detallierteren Einträgen), dafür war der Crater Lake TRAUMHAFT!

Washington ist eher Natur pur und der Küste entlang cruisen. Oregon bietet hammer tolle und kilometerlange Strände und Capes, die man bis zum abwinken (meist auch noch gratis!) abwatscheln kann. Aussichtspunkte und Attraktionen werden schön angezeigt. Ich freue mich schon darauf, hier Bilder und Videos veröffentlichen zu können :-). 

Kalifornien ist halt auch wieder eher Küste und daran entlangfahren. Ich schaffte es sogar weit über SF hinaus bis nach Santa Cruz und von dort aus einer 17 Miles bekannten Route entlang. So habe ich dann von L.A. aus wirklich Zeit für Santa Monica - Santa Barbara.

Dabei musste ich über die Golden Gate Bridge fahren - WAR DAS GEIL :-)))). Ja und seit einer Woche bin ich hier in San Franny (SF). Und teilweise extrem genervt.

Ich weiss - es gibt solche Tage und Kalifornien hat es mir zu Beginn nicht einfach gemacht. Ich meine, ich habe nur begrenzt Zeit, rase in der Gegend herum, um dann vor einem zugeschüttetem Beach zu stehen? So auch das Wetter. Morgens bewölkt und ab Mittag sonnig. Ich kann nich meine Zeit verplempern, hatte einen Abgabetermin für das Auto. Und fahre bestimmt nich 5 Stunden zurück, um die Gegend bei sonnigem Wetter erneut zu bestaunen :-(.

Aber ich muss zugeben, dass ich bei den wirklich schönen Orten immer Glück hatte.

Und nun zu - dieser Stadt hier. Von der ich mir so viel mehr erwartet hatte. Vielleicht war es auch der falsche Stadtteil. Laut, dreckig und überall diese Obdachlosen. Schon frùhmorgens - ich konnte es nicht mehr sehen und hören. So schwierig es teilweise in der Schweiz is und wie viel wir von uns selbst verlangen, ich kenne es so nicht. Und es hat mich erschüttert. Mehr dann bei den ausführlichen Einträgen. SF hat auch seine Highlights, aber die hat man in zwei, drei Tagen gesehen. Zudem war es drei Tahe bewölkt und das nacheinander schlug mir gewaltig auf doe Laune. So gab es einen Waschtag und gestern war es so schön, dass ich doch noch zu meinem Marsch über die GG Bridge kam :-). Und bis zu einem Berg daneben hoch...

Heute lerne ich meine Gruppe kennen. Es geht bis nach Las Vegas und L.A. Zwei Wochen lang. Ich bin nervös und doch freue ich mich über die Abwechslung. 7 Tage Einsamkeit und schlechtes Wetter - ich hatte sehr mit meiner Einkaufssucht zu kämpfen. Bin aber - abgesehen von 8 Lippenstiften als Kompensazion :-p - stark geblieben. Und will es bis September in New York bleiben. Einerseits wegen den 20 Kilo für Hawaii, andererseits für mich selbst. Bin jetzt 32 Tage shoppingfrei umd das ist viel für mich. So lange habe ich das nicht mehr nach meiner gezwungener Pause nach meiner Rücken-OP im Januar 2014 geschafft!!!!!

Und doch vermisse ich meine Kleider und Schuhe und Schminke und das Aufdonnern. Nicht blöd gemeint, aber das Frau sein. Mein Reich und mein Raum. Nicht aus dem Koffer und sportlichen Sachen leben. Natürlich vermisse ich auch meine Familie & Co. Stelle mir schon das Zusammentreffen mit Mutti, Pupa und Schila am Flughafen vor :-). Ich behaupte immer, alle bräuchten eine Auszeit von mir und doch bin ich meinen Eltern SO DANKBAR und mir ist bewusst, würde ich so vieles ohne sie nicht schaffen. Ich hatte in dieser Hinsicht sehr viel Glück.  

Znd auch hier hatte ich viele Momente, in denen mir einfach klar wurde, dass sich das Leiden der letzten Jahre für diese zehn Wochen gelohnt hat. Wenn es so sein musste für dieses Erlebnis, dann allemal. Und es waren mehr wie die Hälfte meines jungen Lebens. Das vergessen viele. Und nach meiner Rückkehr wird alles anders. Vor allem ich werde meine Maske ablegen und mein INNERES ICH ausleben. Mit Haarfarbe. Mit Ansichten. Mit Tattoos. Ich möchte dies und fertig. Ich muss mir gefallen, niemandem sonst.

Huch - abgedriftet :-). Details folgen. Aktuell sitze ich in einem Starbucks - von gut aussehenden und lecker riechenden Männern umzingelt. Und warte 4 Stunden auf mein Zimmer, welches erst um 16.00 Uhr bezugsbereit ist. Unglaublich - das müsste man sich in der CH vorstellen :-p.

Bibber...  bin ich nervös wegen dieser Gruppe und den nächsten zwei Wochen! Und PS: zum Glùck kennt ihr mich mittlerweile ein wenig - vieles erläutere ich dann wirklich erst später. So auch, warum die vielen Obdachlosen mich hier so gewaltig stören. Ich weiss - Amerika ist nicht die Schweiz. Und jedes Land hat seine Vor- und Nachteile. 

So, nun ist mein Finger vom Tippen taub :-).

Mittwoch, 8. Juli 2015

how do you do?

Ich habe die Möglichkeit, mich kurz zu melden. Richtige Einträge mit Details und Bildern folgen :-). Die werde ich dann ab September nach meiner Rückkehr nach und nach veröffentlichen. Mit Handy werden die langen Einträge schwierig und Fotos möchte ich ja auch hochladen können ;-).

Zudem sind es dann doch schöne Erinnerungen für mich, in denen ich dann schwelgen kann.

Mir geht es soweit gut. Vancouver sowie Amerika haben mich warm empfangen. Sehr schönes Vancouver, so voller Freundlichkeit und Lebensfreude. Ruhig und grün, obwohl es eine Stadt ist.

Weiter ging es nach Seattle und aktuell bin ich mit dem Auto Richtung San Francisco unterwegs. Das heisst: fast jeden Tag eine neue Unterkunft suchen. Bis jetzt hatte ich Glück und alles ging gut. Und doch: zu Hause hat man alles zur Hand, alles steht an seinem Platz und ich weiss, wer in meinem Bett und in meiner Wäsche geschlafen hat. Sei es in der Schweiz wie im Haus in Italien. Klar, wer reisen möchte, muss dies in Kauf nehmen. 

Der Amerikaner an sich ist sehr freundlich und hilfsbereit. Daher der Titel, ständig ein "how do you do" und "have a good one!". Ob es am Westamerikaner liegt? Weiss nicht, das erfahre ich dann spätestens in New York. Als ich das Auto zum ersten mal tanken musste und mir nicht sicher war, ob Benzin oder Diesel, halfen mir sofort drei wildfremde Menschen.

Die Gegend hier im Bundesstaat Washington ist atemberaubend, heute habe ich den Olympic Park hinter mich gelassen und bin aktuell an der Westküste unterwegs. Bald kommt Oregon und dann bin auch ich schon in Kalifornien...! 

Das Auto muss ich am Samstag in einer Woche abgeben. Danach wieder ein Standort in San Francisco, bis die Gruppe losgeht. Und dann ist schon der erste Monat vorbei! Wie die Zeit vergeht - ich meine, ich bin beteits in der Hälfte meiner zweiten Woche!

Die Landschaft ist traumhaft, oft mache ich Strassen den Wäldern und dem Beach am Pacific Ocean entlang. Menschenleere Strände, nur ich, die Brise, das Rauschen und das Salzwasser, herrlich! 

Schnell wird jedoch teilweise klar, wie arm Amerika ist - weg von den Grossstädten. Eher einfache Holzhäuser und auch sonst eher arme Menschen, denen man ansieht, dass sie sich nicht so pflegen. Aber auch hier ganz liebe Menschen!

Meine Finger schmerzen bereits, ich tippe nicht gerne mit dem Handy solch lange Texte :-). Lustig finde ich hier, dass die Briefkästen alle rechts am Strassenrand stehen, egal, wo das Haus steht. Damit der Pöstler diese aus dem Auto füllen kann ;-). Schön sind die Strassen, bis jetzt war es überall sauber und es ist hammer, dass ich einer Strasse entlangfahren kann und mir fast 30 Minuten lang nienand entgegen kommt, hach.

Erschrocken bin ich heute das erste Mal. Habe zwei Mädcheb gesehen, eine zw. 9 und 10 und das andere vielleicht 11. Die Ältere hatte doch wahrhaftig ein Gewehr in der Hand :-(.

Aber sonst gefällt es mir ganz gut, meine Zweifel sind weg (das tippe ich dann wirklich lieber am PC :-)) und es kommt mir jetzt schon so vor, als wäre ich Ewigkeiten fort. Erholt und stressfrei. Die meisten Männer gefallen mir *schmacht*, vor allem die joggenden, verschwitzten und Oberkörper freien mit den Tattos überall ;-). Es geht mir hier wirklich gut, wobei ich zu Beginn Bammel hatte - aber eben, ein anderes Mal - habe eineb Krampf im Unterarm :-p.

Ich geniesse es. Es geht mir ehrlich gut so ohne Probleme und ohne Stressfaktoren von aussen. Einfach fallen lassen. Einfach schön...!

Montag, 29. Juni 2015

... und tschüss!!!

Heute beginnt mein Abenteuer Amerika!

In einer Stunde geht es los Richtung Flughafen.

Ich bin nervös, habe es noch nicht realisiert.

Freue mich auf meine Auszeit.

Und hoffe, schnell ein wenig darüber hier berichten zu können!

Ich wünsche allen eine gute Zeit, viel Gesundheit, viel Kraft und einen schönen Sommer 2015! Ich komme dann im September wieder zurück :-).

junikäfer

Am Freitagmorgen las ich mein Horoskop und da stand etwas von: "Heute erleben Sie eine Begegnung mit viel Gefühl. Die Herzen fliegen Ihnen in Scharen zu". Etwas Ähnliches in diesem Wortlaut. Ich lachte natürlich.

Am Abend war ich noch mit Laura unterwegs und dann noch bei ihr. Erzählte vom Horoskop und wir lachten. Davor nämlich war ich aus dem Auto gestiegen und kaum ein wenig weiter hatten mich die Junikäfer umzingelt und sind um mein weisses Kleid mit Blumen herumgeschwirrt ;-). Hartnäckig, hihi.

Mei, war das lustig. Und mei, bin ich an diesem Abend aufgezogen worden :-).

wohltuende auszeit

Ich merke einfach wieder, wie ich mich allgemein auf meine Auszeit freue. Es ist nicht persönlich gegen jemanden gerichtet, aber ich denke schon, dass „Menschen wie ich“ einfach noch bewusster ihre Auszeiten einsetzen müssen. Und gestern erst ist mir ein Gedanke durch den Kopf geschossen: wenn die letzten harte Jahre dazu geführt haben, dass ich mir diese Auszeit unter anderem leisten kann, dann habe ich schon einmal mehr etwas Positives miterleben dürfen. Einen Grund mehr gefunden, wofür sich das Kämpfen lohnt :-).

Die letzten Monate - vielleicht sogar zwei Jahre - waren rückblickend eine sehr schwierige Zeit für mich. Viele neue Erfahrungen, viele neue Situationen und ja, man darf nicht vergessen, dass ich mich zwar in Therapie begeben, aber praktisch nie mit der Praxis konfrontiert worden bin. Man denkt immer, die harte Zeit ist, sobald man sich für den Weg entscheidet, Hilfe zu holen. Dem ist aber nicht so. Ich habe mich vor allem zu Beginn sehr geborgen gefühlt. Einfach mal fallen lassen können, dem Druck entkommen, Stress abbauen. Diese Hilfe annehmen und akzeptieren zu können, dass man eben diese braucht, benötigt danach auch wieder ihre Zeit.

Theoretisch war ich immer gut dabei. Aber wie alles anwenden, wenn ich keinen Job hatte, das Zwischenmenschliche einfach immer weniger wurde und joa, man möchte auch nicht mit allen über diese Sache sprechen. So richtig anstrengend ist erst die Zeit, wenn man wieder im Alltag angekommen ist. Und dies ist bei mir die letzten drei Jahre nicht ohne gewesen und ich habe lange gebraucht, mir das einzugestehen. Und vor allem bin ich ja eher diejenige, welche von sich selbst abverlangt, stark zu bleiben, die Zähne zusammen zu beissen und „es“ durchzuziehen. Aber rückblickend muss ich wirklich sagen, war es das letzte halbe Jahr wirklich eher sehr anstrengend.

Und mittlerweile freue ich mich auf mein Abenteuer. Auch in Thema Männer bin ich froh, wieder ein wenig Abstand zu gewinnen. Ich weiss nicht, ob ich mir selbst da im Weg stehe oder ob es Tatsache ist und ich einfach nicht die richtigen Zeichen sehe. Ich selbst stehe mir im Weg mit meinen Glaubenssätzen, einen Mann kennen zu lernen. Andererseits fokussiere ich mich vielleicht auch zu fest auf mein direktes Umfeld. Und andererseits darf man es mir auch nicht verübeln, deute ich vielleicht Zeichen schnell falsch - wie soll jemand Auto fahren lernen, wenn er noch nie am Steuer sitzen durfte? Eben.

Die letzte Zeit mit dem gewissen Mitarbeiter war wieder sehr intensiv. Und ich weiss nicht, ob ich das kollegiale schnell überbewerte oder ob er selbst sich keinen Kopf darüber macht. Aber seit er seine Freundin verlassen hat (oder umgekehrt, wer weiss das schon), ist er schon wieder eher zugänglicher geworden.

Ich habe ihn nie direkt auf seine Freundin angesprochen - hat mich nicht interessiert. Aber vom Hören her weiss ich, dass sie angeblich nicht "die einfachste" gewesen ist. Anscheinend viele Probleme mit sich selbst. Na klar haben da bei mir die Alarmglocken geschrillt. Ich selbst denke immer, dass jeder Mensch anders ist und jeder auf seine Art und Weise eine Chance verdient hat. Aber denken das auch andere so? Was, wenn es für ihn so eine schreckliche Erfahrung war, dass er nun sagt, sich nie wieder mit einer Frau einzulassen, welche auch Probleme mit sich bringt? Aber auch da denke ich mir, ist jeder wieder anders. Ich selbst weiss ja, dass ich Probleme mit mir selbst habe, diesem aber hier Luft lasse und meine Mitmenschen nicht damit belaste. Klar, ab und zu gibt es sehr intensive und schwere Gespräche, aber auch da merke ich, kann ich es ganz gut handeln. Ich übe gar keinen Druck auf andere aus, wie ich immer meine, wenn ich mit Teilen meiner Lebensgeschichte um die Ecke komme. Aber doch macht man sich dabei so seine Gedanken, wenn man davon hört.

Es ist nun alles gut drei, vier Wochen her - aber ich möchte es doch noch kurz verarbeiten. Und vielleicht ist es gerade gut, habe ich kaum Zeit, um diese Zeilen zu verfassen. Nicht mehr gross darüber grübeln. Tippen, veröffentlichen, Auszeit. Es wird schon alles kommen, wie es muss.

Wir hatten ja einen Jass-Event. Ich war sonst schon nervös und ja, ich jasse ja erst, seit ich in diesem Geschäft mit dabei bin. Also nicht wirklich gut, aber habe doch meine guten Momente mit Glück. Wie es kommen musste, war ich mit dem gewissen Mitarbeiter im Team. Ja, ich kann nichts dagegen tun, bei mir machte sich sofort ein schlechtes Gefühl breit. Ich dachte mir, der arme Kerl, wer möchte schon mit mir ein Team bilden. Aber er gab sich sportlich und wir schlugen also ein HighFive ein. Wie es kommen musste, sass der Mann der Gastgeberin direkt neben mir. Und ich weiss, es gibt sehr fanatische Jasser unter uns, aber der war einfach eine Nummer zu viel. Von der Person her ganz ein flotter, lustiger Typ, da habe ich nichts auszusetzen, ehrlich! Aber er sass da und wusste jede Runde und am Schluss sagte er jedem, was er wann wie und wo spielen hätte müssen. Und natürlich sah er auch meine Karten. Er sagte zwar nichts, aber am Schluss kamen dann doch Tips, welche mich nur noch mehr verunsicherten. Und mit der Zeit bemerkte ich einfach, dass er auch nonverbal kommunizierte. Ich bin da wirklich eher sensibel und somit merkte ich auch plötzlich seine körperlichen Veränderungen, Räuspern und weiss ich was. Mir ging der Laden runter. Dann bin ich total verunsichert und es geht gar nichts mehr. Und als der gewisse Mitarbeiter dann auch noch meinte, dass ich nie mit meinen Augen mit ihm kommunizieren und er meine Karten somit nicht einschätzen könnte, war schon alles vorbei. Ich verkroch mich noch weiter in mich selbst und wurde immer unsicherer.

Als wir die Plätze wechselten, wurde es ein wenig besser, aber wir verloren natürlich das Turnier. Ich fuhr nach Hause und schämte mich in Grund und Boden. Die Nacht war schlimm, ich schlief kaum und hatte Alpträume. Es waren vielleicht drei Stunden an Schlaf.

Ich weiss auch nicht, was mich geritten hat, aber ich wollte mich entschuldigen. Warum auch immer?, denke ich mir im Nachhinein. Warum mache ich mir darüber wieder Gedanken. Aber im Nachhinein vielleicht gar keine so schlechte Idee, ich habe das Gefühl, dass sich viele Verspannungen zwischen und (ich meine, man spürt doch, dass es vielleicht teilweise ein wenig "harzig" läuft) ein wenig gelöst.

Ich kaufte ihm zwei Getränke, die er mag und über die wir schon ein paar Insiderwitze untereinander ausgetauscht haben. Am Freitagmorgen ging ich zu ihm runter, stand neben seinem Schreibtisch und stellte beide Dosen ab. Dabei zitterte ich total, lief wahrscheinlich knallrot an und stotterte etwas von "Verunsichert, Laden runter, unwohl gefühlt, sorry". Er schaute mich mit grossen Augen an und meinte, dass dies doch nicht nötig gewesen sei und er es total verstehen würde! Und ja, man hätte gemerkt, dass ich mich unwohl gefühlt hätte mit der Zeit und auch die Gründe dafür hatte er begriffen, aber das das doch total verständlich sei! Richtig toll fühlte ich mich, nachdem er gemeint hätte, dass wir es beim nächsten Mal allen zeigen würden. Tja, und dann stand er plötzlich auf und meinte: "Ach zambrottagirlie, komm mal her und lass dich knuddeln!" und UMARMTE mich! Ich stand perplex da. Es ging gar nichts mehr. Ich spürte nur seinen Körper an meinem, wie ich über sein Schulterblatt strich und wir uns bestimmt drei Sekunden (oder fünf?) in den Armen lagen. Er seine Wangen an meiner Schulter (nicht zum Nacken hin schauend) abgelegt. Es hat mir den Boden unter den Füssen weggenommen.

Es hat sich toll angefühlt, ja. Aber gleichzeitig war ich total perplex. Dann kam mir der Gedanke, dass er mein Profilbild auf WhatsApp vielleicht gesehen hat. Jetzt sind Shirts mit dem Aufdruck "Big Girls Cuddle Better" sehr bekannt in Amerika und ich habe da einen tollen Typen einfach mal frech als Profilbild auserwählt. Man sieht, dass es eine Werbung ist :-). Und er hat ja das Wort "Knuddeln" verwendet. Ausser, es sind wieder dumme Zufälle und es war nicht beabsichtigt.

Aber es gab noch etwas sehr Zufälliges. Ich habe eine Zeit lang an allem gezweifelt und dies auch als Status eingetragen. Und seine Statusänderung danach passt irgendwie wie die Faust aufs Auge darauf und hat mir doch die Augen geöffnet.

Aber eben, vielleicht alles einfach "dumme" Zufälle.

Nach der Umarmung versuchte ich mich natürlich selbst runterzuholen und nicht viel zu viel da reinzuinterpretieren. Aber es gab doch noch ein paar Momente, wo ich das Gefühl hatte, ein wenig Eifersucht zu spüren. Vor allem mit seinem Vorgesetzten habe ich es immer besser und der öffnet sich auch enorm. Wir machen viele Witze miteinander und auch letztens stand ich am Schreibtisch seines Vorgesetzten und fragte ihn nach seinen Ferien aus. Als er meinte, er sei in Italien gewesen und ich seine Entscheidung natürlich grandios lobte, stand er neben mir, gab mir ein Foto und die Aufgabe, ihn aus der Menschenmasse zu finden. Dabei kam er mir mit seinem rechten Oberarm ganz nah an meinen linken Oberarm. Und ja, da kamen schon ein paar "Vibes" vom gewissen Mitarbeiter gegenüber in meine Richtung geflogen. 

Auch sonst hat er in letzter Zeit oft meine Kleidung kommentiert oder letztens ist ihm sogar aufgefallen, dass mein vierter Zehennagel immer in einer anderen Farbe lackiert ist, wie die restlichen vier. Sehr aufmerksam. Und auch sonst finde ich, hört er vieles, von dem, was ich sage und geht darauf ein. Mal mehr, mal gar nicht - aber da geht er irgendwann später mal darauf ein und hat mir dann doch zugehört, wie sich später herausstellt.

Es gab dann noch einen Sonntag, an dem ich arbeiten musste. Am Freitag davor war ich mit ein paar Mitarbeiterinnen im Kino gewesen. Ich hatte es ihm und seinem Vorgesetzten an diesem Freitag erzählt, da eine Mitarbeiterin der Herren auch mit von der Partie war. Am Sonntag kam ich also zur Arbeit und eine andere Dame war auch im Hause, welche auch an diesem Kinoabend mit dabei war. Ich ging hoch in mein Büro, startete die PC's und er kam auch. Ich ging mit den Sandwiches in den Aufenthaltsraum und er meinte, ob er mir helfen könne? Ich verneinte und liess die Tür offen. Plötzlich kam die Mitarbeiterin, welche auch am Kinoabend dabei war, und wir begannen zu plaudern. Es ging nicht lange und er stand auch bei uns und fragte uns, wie der Film gewesen sei. Naja, es ist wegen der hübschen Mitarbeiterin, ging mir sofort in den Kopf.

Und doch verlief der Morgen dann ganz anders. Wir mussten Vorarbeit leisten und viele Couverts öffnen und mit einem Datumstempel versehen. Er sass zuerst am Tisch bei den drei anderen, unter anderem auch die oben genannte Mitarbeiterin. Er meinte dann plötzlich, dass ich ihm seinen Platz weggeschnappt hätte. Ich entschuldigte mich und meinte, ob wir tauschen wollen, was er verneinte. Und doch meinte er plötzlich: "Ich sitze mal zu zambrottagirlie rüber". Und dann ging es los mit den zufälligen Berührungen, Seine Hände beim Stempel, wenn ich gerade wollte, Oberarmstupser an meinen Oberarmen und das "Touchieren" unserer Stühle. Ich dachte mir nichts dabei und irgendwie doch, dass er so etwas nie tun würde, wenn ihm die andere Mitarbeiterin gefallen würde. Da würde er ja ein Eigentor schiessen.

Es ging ein paar Mal so weiter und ich wollte es doch einfach nicht an mich heranlassen. Wobei ich es natürlich genossen und dann auch eine Neckerei gestartet habe ab und zu.

Ich meine, es ist mir auch schon aufgefallen, dass er keine Berührungsängste mit anderen Mitarbeiterinnen hat. Und doch ist es immer noch ein grosser Unterschied zu mir, finde ich. Und ich bin wieder an dem Punkt vor einem Jahr und mehr, wo es einfach nicht mehr ging und ich nicht wusste, wie mit ihm und allem umgehen. Vor allem, wenn ich nicht einmal weiss, was ich will und Männer sind halt ein schwieriges Thema für mich. Da verschliesst sich jegliche Pore und gegen Aussen habe ich es mittlerweile gut im Griff, aber innerlich wird so viel aktiviert. Vor allem diese Unsicherheit, die Selbstzweifel und dieser Selbsthass. Und ganz schlimm der Gedanke, mich keinem Mann zumuten zu wollen, wobei ich natürlich weiss, dass ich nicht schlimm bin und es gut handhaben kann mitlerweile das alles. Aber dann kommt mein Handicap und es geht gar nichts mehr.

Am Freitag war ich noch im Büro des gewissen Mitarbeiters, seines Vorgesetzten und einer Mitarbeiterin von ihnen. Sie arbeitet nur halbtags und ich wollte mich von ihr verabschieden. Der Vorgesetzte und die Mitarbeiterin waren auch schon beide in Vancouver und so begann ich, die Bilder von ihnen zu fotografieren und meinte, dass ich mal schaue, ob ich die Plätze finde und aktuelle Bilder ihnen zuschicke. Also lief ich von einem zu anderen und plötzlich meinte der gewisse Mitarbeiter neben mir: "Wotsch fu mir au gad no es Föteli mache?" Ich lachte auf und hätte es eigentlich einfach machen sollen. Oder ein Selfie von uns zwei. Aber ich traute mich natürlich nicht. Meinte nur scherzhaft, dass ich doch von der ganzen Abteilung eines machen könnte. Aber das liess ich dann sein.

Am Nachmittag kam er zu meinem Chef und ich hatte gesehen, dass er früher vom Geschäft gehen musste. Er meinte nur, ob ich meinen Rundgang schon gemacht hätte und ich verneinte. Er meinte nur, damit wir uns ja nicht verpassen würden. Für den nächsten Jassevent hat er nämlich auch extra vor meiner Abreise eine Umfrage gestartet, weil ich dann lange weg sei und er gerne doch noch alles geplant haben wollte, bevor ich weg bin. Und ja, das ist bei mir natürlich runter wie Öl gegangen, ich habe mich so wohl und wertgeschätzt gefühlt.

Ich ging dann zu den Jungs und hatte genau da eine Hitzewelle. Sie nahmen mich noch ein wenig hoch, wir plauderten ein wenig und da sprang auch schon die Mitarbeiterin (von weiter oben) ins Büro und meinte, dass sie ihre LAP bestanden hätte. Die Jungs schüttelten ihr die Hand, ich knuddelte sie fest. Dann stand ich auf und der gewisse Mitarbeiter nannte meinen Namen, öffnete seine Arme und ich vergass alles um mich herum. Ich umarmte ihn einfach fest und fuhr ihm über seine Schulter. Keine Ahnung, ob er nur drei Küsschen geben wollte, aber er liess es zu. Er drückte mich an sich und gab mir drei Wangenküsse, ich fuhr ihm den Oberarm herunter und wünschte ihm alles gute. Dabei spürte ich seinen Oberkörper noch nahe an meinem. Seinem Vorgesetzten gab ich auch einen leichten Drücken und drei Wangenküsse - aber nie so intensiv, wie es sich beim gewissen Mitarbeiter angefühlt hatte. Keine Ahnung, ob der baff gewesen war, aber für mich stimmte es einfach in diesem Moment.

Auch sonst habe ich oft das Gefühl, glänzen seine Augen, wenn er mich sieht. Und ja, es lässt mich wichtig erscheinen und es tut der Seele gut. Und doch habe ich Angst, dass ich wieder für jemanden Springe, sobald ich wieder ein wenig "von der Person gestreichelt und wahrgenommen werde". Und das möchte ich nicht. Denn eigentlich tut es schon weh, wenn sich ein Mensch andersweitig umschaut und man doch das Gefühl hat, es wäre was zwischen uns.

Aber eben, meine Auszeit tut mir jetzt gut. Klaren Kopf. Abstand. Nach Hause kommen und weiterschauen.

Sonntag, 21. Juni 2015

♥ deep (vocal) house ♥

Wie meine Liebe zu Tattoos, hat sich auch meine Liebe zu House früh gezeigt. Bereits mit achtzehn kannte ich Dj's, welche hier noch gar nicht bekannt waren.

Ich kenne mich nicht ausserordentlich gut in der Szene aus, aber doch mehr, wie andere :-). Ich liebe ATB und auch andere Dj's. Deep House und Vocal House sowie Chill Out gehen immer. Techno und Trance helfen teilweise beim Stressabbau und auch Dance bietet gute Stilrichtungen und Mixes.

Mein Herz schlägt für Deep House bzw. House im Allgemeinen. Einfach nicht zu abgefahren und zu Elektro, bitte :-).

Worauf ich hinaus will? Ich fülle meinen USB und meine Speicherkarte fleissig mit Liedern und House-/Chill Out-Alben für meine Amerikareise und das Autofahren dort :-p...

Wer sich noch nicht rangetraut hat: mein Tipp ist immer mit Chill Out bzw. Lounge(Tropical)-House zu beginnen. Dann weiter über Deep Vocal House herantasten. Deep House geht auch noch und dann ist man eh dem Musikstil schon längstens verfallen ;-))).

Also, ich tauche dann mal wieder ab! Was gibt es besseres, als Autofahren, schnelle Autobahnen und laute Musik oder Kontrastprogramm à la leises Gedudel und Fenster leicht offen - die Brise im Gesicht, auf den Armen und in den Haaren *schmacht*...

Müsste hier eh noch etwas verarbeiten - Männer sei Dank -.-. Wird aber ein wenig mehr Tipparbeit!

kraftakte

Spätestens nach Amerika habe ich einen Schlussstrich unter vielen Verhaltensweisen meinerseits gezogen. Ich habe mir vorgenommen, zurück zu kommen und eine andere zu sein. Nicht so radikal, wie es jetzt gerade klingt. Aber ich werde kämpfen. Für meine Ziele. Für meine Wünsche. Für meine Bedürfnisse.

Und vor allem damit aufhören, es allen recht machen zu wollen.

Ich werde mein Leben auf meine Art und Weise leben. Ich musste bis jetzt immer zurückstecken und auf alle Rücksicht nehmen. Jetzt bin ich dran. Warum für andere schauen, wenn niemand auf mich schaut? Klar, meine Familie ist etwas anderes. Ich bin glücklich, habe ich so eine tolle Mutter, so einen tollen Vater (wenn es auch meist schwierig ist, aber er ist halt ein Tschinggeli mit sehr bewegter Vergangenheit), eine etwas sture Schwester und einen Bruder, welcher mich in männlicher Form wiederspiegelt. Wir sind uns verdammt ähnlich.

Ich werde Amerika nutzen. Um mich auf mich zu konzentrieren. Kraft zu sammeln. Ich werde zurück kommen und mein Leben auf die Beine kriegen. Ich kämpfe jetzt schon, aber es ist ein überleben und nicht ein Leben, wie ich es möchte. Ich will das Beste daraus machen, scheiss auf all diese Schicksalsschläge. Ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen. Es wird ein harter, steiniger und vielleicht auch langer Weg. Aber ich bin es mir ja gewohnt, ständig einstecken und kämpfen zu müssen.

Begonnen wird bei der Haarfarbe. Mein Handicap. Was auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, ich aber weiss und mich somit selbst an allem hindere. Begonnen beim Wohlgefühl, beendet beim Thema Männer. Nebst den Glaubenssätzen ein Grund, warum ich keinen an mich heranlasse. Ich möchte nach Hause kommen und meine Haare so tragen, wie ich es möchte. Und ich liebe Mahagoni mit Rotstich. Scheiss drauf, was andere da sehen könnten. Es muss mir gefallen. Ich werde von Null in Sachen Finanzpolster beginnen müssen, aber ich wohne ja noch zu Hause. Und ich lebe gerne zu Hause. Helfe mit, übernehme Verantwortung und zahle meinen Mietanteil. Es gibt so viele Familien, welche noch zusammenwohnen, weil sie den Vorteil darin sehen. Und in meinem Freundeskreis bin ich längst nicht die einzige und älteste, welche noch die vier Wände mit den Eltern teilt. Es ist mein Leben, ich muss es niemandem recht machen.

Weiter geht es dann mit Körperschmuck. Ich möchte ein Tattoo, seit ich 15 bin. Es hat mich schon immer fasziniert und ich habe lange überlegt. Nun reicht es. Auf wen soll ich acht nehmen? Auf einen potentiellen Partner, welcher Tattoos abstossend finden könnte? Dann ist es nicht der wahre Mann für mich. Der wird mich nehmen, so, wie ich bin. Und es muss mir allein gefallen. Ich habe so gründlich etliche Tätowierer in der Region überprüft und meine Schwester hat sich ja eines stechen lassen. Sehr gute Qualität und die Adresse habe ich auch. Ich habe mir meine Stellen sehr gut überlegt, die meisten sieht man nicht, sie werden verdeckt sein. Ich bin die Art Mensch, welche es liebt, wenn ein Mann auf einer Seite von der Brust an über Schulter und den ganzen Oberarm tätowiert ist. Lange haben mich farbige Tattoos nicht wirklich überzeugen können, aber mittlerweile gefällt mir das Bunte fast besser, wie das übliche Schwarz. Da aber nur bei anderen. Bei mir selbst müssen sie Schwarz sein. Mit schönen Schattierungen. Ich möchte keine farbigen Tattoos. Bei anderen gefällt es mir umso bunter, umso mehr.

Ich werde wohl oder übel das Schicksal so nehmen, wie es für mich nun mal auserkoren wurde. Ich habe mir vieles nicht ausgesucht und ich weiss, ich werde noch oft damit zu hadern haben. Also das Beste daraus machen. Wenn ich meine Schulden bis Weihnachten beglichen habe, werde ich mir mein erstes Tattoo stechen. Von der Stelle her bin ich noch nicht sicher. Sollte es nicht klappen (meinen dreizehnten Lohn habe ich nämlich den Eltern fest versprochen), wird es März - mein Geburtstag. Mit der Töffprüfung nächstes Jahr wird es nichts. Tja, dann bin ich halt schon dreissig und habe ein Ziel nicht erfüllt. Ich wollte es nämlich vor meinem nächsten, runden Geburtstag schaffen. Aber mit 60 Prozent und von null beginnen wird es sehr schwierig nächstes Jahr. Wobei ich nie so grosse Reisekosten haben werde, wie dieses Jahr. Nächstes Jahr gehe ich lediglich nach Italien in die Heimat. Aber warum rechtfertige ich mich hier schon wieder. Eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes berichten - aber tut auch gut, sich diese Zeile von der Seele schreiben zu können. Es ist vielleicht auch der Trotz auf den Neid aller Menschen um mich herum. Ich muss wirklich damit aufhören, es allen recht machen zu wollen. Ich bleibe schlussendlich die, welche auf der Strecke bleibt. Ich habe mein Päckli zu tragen und ich muss das beste daraus machen. Und das mache ich mit dieser Reise und mit dem Leben danach. Ich muss echt mehr "arsen" werden (egoistischer).

Mit der Stelle des Tattoos bin ich mir noch nicht so sicher. Vielleicht eher versteckt, bis ich wirklich ganz sicher bin, dass ein Werk so schön am Schlüsselbein prangert. Ich möchte - bis dato - alle Tattoos auf meiner Linken Körperhälfte gestochen haben. Hinter dem linken Ohr ganz klein etwas, was mich mit Italien verbindet. Vielleicht links am Hinterkopf dem Haarkranz entlang etwas, was mit Musik zu tun hat. Auf das linke Schulterblatt soll ein grosser Schmetterling seinen Platz finden. Am linken Oberarm auf der Innenseite ein Spruch, der mit Leben zu tun hat und etwas, was davonfliegt. Und wenn es nur "la vita" ist oder so. Auf dem linkten Schlüsselbein bzw. direkt darunter Richtung Schultern ein schönes Motiv. Etwas fliessendes, weiches dem Schlüsselbein entlang - gespickt mit Schmetterlingen, Sternen und Schattierungen. Am Ende dieses fliessenden Verlaufs eine kleine Rose. Und hinter dieser Rose, am Ende des Schlüsselbeins, dort, wo die Knochen zusammenkommen auf der Schulter ein einfacher Stern. Ein einzelner. Ich bin Fan von Sternen. Weiter geht's mit dem Fuss. Auch hier links. Am Innenfuss den Namen dieses Blogs. Auf dem Fussrücken wiederum etwas verschnörkeltes mit Rosen oder so. Und beim linken Knöchel auf der Innenseite auch etwas. Und so geht es weiter bei meinem Handgelenk. Neben den Pulsadern links habe ich die Pfote von Chico, unserem verstorbenen Kater, runterkopiert. Auf eine Grösse, die schön da Platz hat. Schön versteckt. Dann noch meinen Kurznamen mit drei Sternen dem letzten Buchstaben entlang (unter dem "e") auch am Handgelenk links, aber auf der äusseren Stelle, Richtung Ellbogen. Ganz klein am Ende der Hand, bevor das Handgelenk beginnt.

Und was mein erstes werden soll? Ich tendiere zum Schlüsselbein. Oder Schulterblatt. Noch ganz unsicher...

Uff, einiges, um die nächsten fünzig Jahre zu füllen :-). Aber ich werde es durchziehen. Wenn ich denke, wie viele Frauen erst nach einer Scheidung oder so aufblühen. Eben, wie schon gesagt: ich muss wieder umdenken. Härter werden. Vor allem mehr auf mich achten. Es wird schon kommen, wie es muss. Und meine Lebensprüfung ist teilweise verschissen, aber ich versuche nach wie vor, das Positive, den Grund darin zu erkennen. Und weiterhin daran glauben, dass sich die ganze Mühe dafür auszahlen wird. Wir werden ausgesucht, weil wir stärken sind, wie die anderen. Ich war schon ganz unten, ich weiss, wie lange es dauert, bis man wieder einigermassen stabil stehen kann. Und ich weiss, wie viel Kraft es benötigt. Aber ich weiss auch, dass es so schlimm ist, dass nicht alle damit umgehen können. Und ich weiss auch, dass ich innerlich daran zerbrochen bin, aber nicht gestorben. Und ich werde weiter meinen Weg gehen. Vielleicht oft einsam und mit vielen Selbstzweifeln und Hadern mit dem Schicksal. Aber eben - es wird (hoffentlich) sich irgendwann alles auflösen und ich für alles "entschädigt". 

Puh, etliche Zeilen geschrieben und nicht das erwähnt, was ich wollte :-). Der Freitag war wirklich ein Kraftakt. Es war wirklich anstrengend für mich, für andere bedeutet es bestimmt kaum etwas. Für andere ist es normal. Für mich bedeutete es ein Ausbrechen von Glaubenssätzen und Verhaltensmustern. Und ich denke und hoffe, ich habe ein Zeichen gesetzt. Meine Mutter hat natürlich mitbekommen, wie es mir immer schlechter ging und am Freitag wusste sie einfach nicht mehr, wohin mit ihrer Angst. Sie rief mich sogar im Geschäft an und meinte, dass ich das Geld gespart hätte und auch verdient hätte, meine Träume zu erfüllen. Dass ich Amerika machen solle, meinen Traum leben solle. Wir würden dann Schritt um Schritt nach Amerika weiterschauen. Sie würde total hinter mir stehen und ich solle endlich damit aufhören, es immer allen recht machen zu wollen und auf andere zu achten. Ich würde doch tagtäglich beweisen, wie ich an mir arbeite. Und sei es durch meine Hilfe im Haushalt, bei Behördengängen, der Steuererklärung und Schila. Und das sie Angst hätte, ich würde es in zwei Jahren bereuen, so für meinen unbezahlten Urlaub gekämpft zu haben und doch "nur" nach Italien gefahren zu sein. Und da habe ich mich endgültig für Amerika entschieden. Es wird so kommen, wie es muss. Ich habe das Geld zusammen. Werde mit null beginnen müssen, bin aber nicht alleine. Weiss und kenne mich, dass ich mich in zwei Jahren so dafür hassen würde, es nicht gemacht zu haben. Ich habe so viele verschissene und anstrengende Jahre hinter mir, jetzt bin ich an der Reihe. Und ich weiss, was ich geleistet habe und noch leisten werde.

Am Freitag ist mein Bürogspänli arbeiten gekommen. Eigentlich tut sie dies nie. Es war mir etwas unangenehm, aber ich wollte mit meinem Chef reden. Meine ehemalige Vorgesetzte sehe ich nur noch nächsten Dienstag und sollte ihr mein Gespräch nicht in den Kram passen, erlebe ich einen Zusammenschiss nur am Dienstag und kann dann ab ins Ausland. Ausserdem kann es mir egal sein, sie ist nicht mehr für das Personal zuständig. Sie kann sich alles herausholen und ich finde, wenn ich mich nicht wehre, bin ich selberschuld. Ich lasse es ja mit mir machen.

Also kniff ich meine Pobacken zusammen, nahm meinen Mut zusammen und fragte meinen Chef, ob er fünf Minuten Zeit für mich hätte. Ich schloss die Tür und erhielt a) Ferienzusage und b) konnte ich meinem Unmut über die Pensumreduktion erklären. Alles anständig, aber bestimmt. Ich habe gelernt, dass bei uns im Haus nur die Menschen weiterkommen, welche motzen. Reklamieren, sich beschweren. Und ich bin immer nur auf den Mund "gehockt" und jetzt beginne ich mich zu wehren. Es ist nun mal in der harten Realität so, dass diejenige, welche die Zähne nicht auseinanderkriegen, als "zufrieden damit" abgestempelt werden. Und ich sehe einfach nicht ein, warum mein Pensum gekürzt werden soll. Es lautet immer, dass ich mit 60 % angestellt worden bin. Warum klappt es bei allen anderen mit dem Aufstocken, auch, wenn sie mit einem anderen Pensum angestellt worden sind? Ich sehe da die Gerechtigkeit nicht. Er meinte zu mir, dass viele mit einer Anfrage betreffend Pensumerhöhung zu ihm gegangen sind. Vor allem von 80 auf 100 Prozent. Ich meinte ehrlich zu ihm, dass ich mich damals glücklich geschätzt hätte, diese Stelle zu bekommen. Dass ich zwei Jahre zuvor arbeitslos gewesen sei und dies der perfekte Einstieg für mich gewesen wäre. Das ich das Betriebsklima schätze und mir die Arbeit Spass machen würde - aber mittlerweile doch drei Jahre vergangen seien. Das ich mich mit meinem Bürogspänli sehr gut verstehen würde und auch froh sei über den bewilligten unbezahlten Urlaub. Das ich zwar noch zu Hause wohnen würde, aber dies auch gerne irgendwann einmal ändern würde. Und das die letzten Monate für unser Team nicht einfach waren und ich mich nun nicht wertgeschätzt fühlen würde. Weil wir halt wirklich eine harte Zeit hinter uns haben. Zudem meinte ich auch, dass es klar auch ein grosser finanzieller Sprung von 80 auf 100 Prozent sei, aber immer noch ein gewaltiger Unterschied zu einem Pensumanstieg von meinen 60 auf 80 Prozent. Ich leide da natürlich finanziell und existenziell natürlich mehr wie einer mit 80 Prozentanstellung.

Richtig aus den Socken hat es mich gehauen, als er gemeint hat, wie ich eigentlich zu meinem Pensumanstieg gekommen sei. Er wisse dies nicht, wäre davon ausgegangen, dass ich seit eh und jeh so angestellt sei. Innerlich schüttelte ich den Kopf. War ja klar, warum dies verschwiegen wird. Vor allem von meiner ehemaligen Chefin. Grauenhaft. Ich habe ihm ruhig und gerecht (ich habe meine Chefin nicht an den Pranger gestellt) erzählt, wie die Fakten waren. Dass ich probeweise aufstocken durfte, wie auch gleichzeitig die damalige Stellvertreterin. Diese hätte das Angebot jedoch ausgeschlagen und wäre bei ihren 60 % geblieben. So verblieben also ich und meine damalige Chefin mit 80% und 100 %, wobei meine Chefin dann auch auf 80 % runterging. Mehr musste ich nicht sagen. Er meinte von sich aus, dass er jetzt nun Vollzeit arbeiten würde und meine ehemalige Chefin einen Posten mit 20 % mehr besetzen würde. Und ja, ich wollte einfach zeigen, dass ich mich glücklich über meine Chancen schätze, aber auch die Wertschätzung einfach fehlt. Vor allem, weil wir den Personaldienst bei uns haben und ich somit vieles mitbekomme, vor allem diese Pensumerhöhungen, die überall möglich sind - nur bei mir nicht.

Und meine Chefin ganz genau weiss, warum ich wieder abstocken muss. Sie ganz genau darauf achtet, dass es für sie allein aufgeht. Und mir dies ins Gesicht sagt, sich scheinheilig entschuldigt, aber ihr Geld verdient. Als stellvertretende Chefin sicher noch genug. Aber das habe ich mir dann alles nur gedacht. So weit gehe ich dann doch nicht.

Er meinte dann von sich aus, dass er zwar erst zwei Monate bei uns wäre, aber sieht, was ich alles so leiste. Und das ich mit meinen Sprachen und der Stelle bei uns im Geschäft sofort und überall mit Kusshand genommen werden würde. Und er dies natürlich verstehen würde, aber natürlich nicht will. Ich sei eine super Mitarbeiterin. Mei, das ging runter wie Öl. Ich bin nicht eine, welche immer mit einem Schulterklopfer gelobt und gehätschelt werden möchte. Aber ein wenig mehr Anerkennung und nicht ständig das Grübeln und Suchen nach Fehlern und herumstochern in Wunden.

Fakt ist: ich hatte mich getraut, meinen Mund zu öffnen. Anständig und Sachlich zu bleiben. Für mich und meine Bedürfnisse einzustehen. Verantwortung für mich zu übernehmen. Mich nicht selbst zu bestrafen mit Nichtachtung. Ich bin für mich eingestanden. Ich bedankte mich beim Chef und öffnete die Tür. Mein Gspänli hatte einen Blick drauf, welcher Angst aussprach. Er zeigte mir, dass sie sich Gedanken machte und am liebsten gefragt hätte, warum ich beim Chef war. Sie hat aber nicht gefragt, auch nicht, als wir alleine waren.

Ich weiss nur, dass ich danach gleich ein wenig erschöpft war. Es ist Neuland für mich und neue Wege gehen ist halt doch anstrengender, wie der übliche Trott. Aber ich werde mein Leben nun grundlegend ändern. Vor allem auf mich achten. Man kann es nie allen recht machen. Und leider ist es so, dass das Umfeld erst mitrealisiert, wenn man ausbricht. Und ich finde, ich habe lange genug immer gegeben. Jetzt bin ich dran. Es wird schwierig, meine Selbstzweifel und mein Selbsthass und mein Hadern mit dem Schicksal werden nicht einfacher.

Aber ich habe wieder eher das Gefühl, zu "kämpfen" und nicht nur einfach zu "überleben". Es wird schwierig, es werden hier etliche Zweifel aufkommen. Aber warum muss ich mich immer für Dinge rechtfertigen, welche andere aus einer Selbstverständlichkeit allen aufbürden und sich keine Gedanken über Handeln, Sprache und Taten machen? Eben. Ich muss mit mir und meinem Umfeld leben. Und meine Familie ist da die Ausnahme, weil sie das Wichtigste in meinem Leben ist. Und Menschen, die mich so behandeln, wie ich sie behandle. Ich habe 27 Jahre nur auf andere geachtet. Jetzt bin ich dran.

Und Amerika wird mein Start! Und ich bin überzeugt davon, dass ich in elf Wochen hier sitze und die Vorteile, Erfahrungen und Erlebnisse dieses Abenteuers den finanziellen Einbruch um WELTEN übersteigen werden. Ich werde nichts bereuen. Und wer weiss, vielleicht kann ich mir durch diese Erfahrungen in ein paar Jahren sogar einen kompletten Branchenwechsel oder das Bewältigen anderer (Lebens)Hürden vorstellen.

Ach ja, ich habe mir erlaubt, vier Wochen nach meiner Rückkehr zwei Wochen einzugeben. Mitte bis Ende Oktober. Ich wollte es zuerst nicht, aber nach meiner Pensumreduktion ist es mir egal. Ich habe "keine" Ferien in diesem Sinne in diesem Jahr. Kann auch nichts dafür, dass meine ehemalige Chefin meinen unbezahlten Urlaub auf Mitte Jahr gesetzt hat. Ausserdem haben wir Mitte Oktober eine grosse Abstimmung und es besteht eigentlich unausgesprochenes Ferienverbot im Oktober. Vor allem bei mir und meinem Gspänli hat meine damalige Chefin immer wieder betont, dass wir anwesend sein und vorbereiten müssen. Und plötzlich erfahre ich, dass mein Gspänli die zwei Wochen vor diesem Sonntag doch frei bekommen hat? Tja, jetzt ich die zwei danach. Und werde mich spontan entscheiden, ob ich an diesem Sonntag nach den Wahlen direkt in den Süden düse oder zwei Wochen hier geniesse. Italien ist immer eine günstige Alternative: Haus, Familie, nähe vom Strand. Bei meinen Ferien habe ich natürlich zuerst an das Gerede meiner Mitarbeiter gedacht, ist mir aber langsam egal. Jene, welche sich mit mir freuen, werden sich mit mir freuen. Den anderen kann man es eh nicht recht machen.

So, ich fühle mich gestärkt!