Mittwoch, 14. Oktober 2015

♥ hawai'i - nau ko'u aloha ♥

War das letzte Woche eine Aufmunterung, als ich meine Post durchsah. Mein Herz erwärmte sich und ich jubelte vor Freude. Es fühlte sich einfach so schön an! Okay, ich war wohl auch einer der wenigen, welche den Fragebogen im Flugzeug ausgefüllt hatte, aber: ich wurde aus zig Urlaubern herausgepickt, um bei einer Umfrage zu meinen Ferien auf den Trauminseln teilnehmen zu können.

Ich fühlte mich sofort wieder zurückversetzt in meine tolle Zeit auf diesen hawaiianischen Inseln. Es ist wie eine dritte Heimat für mich geworden - ganz ehrlich jetzt. Und ich weiss, ich werde bestimmt wieder einmal nach Kaua'i und Big Island reisen. Waren meine zwei persönlichen Lieblingsinseln. Danach kommt Maui. Und Oahu ist mir persönlich einfach zu touristisch in Honolulu und Waikiki Beach. Vielleicht müsste ich diese einmal dann ausserhalb dieser Hotspots erkunden.

Ja, mein Herz schmerzte. Und natürlich habe ich den Fragebogen sofort ausgefüllt. Es war wirklich besonders, alles noch einmal mental durchleben zu dürfen. Ich hatte solche Angst vor Hawaii und der Gruppe und allem. Ich hätte es schon fast wieder canceln lassen. Aber nein, ich habe es "durchgezogen" und um ehrlich zu sein, könnte ich mir so in den Hintern treten für meine Zweifel. Es war einfach unter anderem die Beste Zeit meines Lebens in Hawai'i. Genial! Zuvorkommende Menschen, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und dieses leben lassen. Genuss, Zeit, traumhafte Plätze. Traumhaft schön.

Ein Zeichen für mich, dass ich irgendwann einmal nicht mehr hier in der Schweiz sein werde. Ich habe jetzt noch ein wenig Zweifel und Ängste. Klar, mein junges Leben ist nicht so verlaufen, wie ich wollte. Ich konnte nie wirklich sparen und ich werde in meiner Zukunft auch finanzielle Proleme beibehalten - spätestens dann bei meiner Rente. Aber was denke ich jetzt schon nach, was in 40 Jahren sein wird. Es wird sich noch so viel ändern. Aber eben, eigentlich wäre ich schon längst weg aus der Schweiz.

Aaaaber, mein Lebensweg hat auch etwas Gutes. Ich selbst kann ganz genau sagen, wie gut wir in der Schweiz aufgefangen werden. Arbeitsdruck und Anforderungen der Gesellschaft hin und her. Wir sind versichert, haben ein Auffangnetz und stehen nicht einfach plötzlich auf der Strasse. Medizinische Versorgung ist in Topqualität gegeben und uns geht es wirklich gut. Und doch ist der Druck teilweise zu viel. Einmal weg von der Schweiz, ist eine Rückkehr nicht leicht. Es ist mit vielen Kosten verbunden.

Vielleicht liegt es auch am Alter. Vielleicht ist meine Angst einfach gesund. Obwohl ich ein wirklich gutes Gespräch mit einer neuen Mitarbeiterin hatte. Bis jetzt habe ich mich damit alleine gefühlt. Als sie erzählte, wie sie alleine Mexiko (!!!) bereist hat, meinte ich zu ihr: "Bist du auch jemand, welche sich überall zu Hause fühlt, nur nicht dort, wo sie eigentlich lebt?" Sie bejahte und schaute mich erstaunt an. Sie hat genau das gleiche Empfinden wie ich. Dass sie einsam herumreisen kann und sich besser fühlt, wie wenn sie hier ihren Alltag lebt.

Ich meine es gegen niemanden persönlich. Ich liebe meine Familie und mein Umfeld. Ich kenne tolle Leute und habe es gut. Ganz ehrlich. Es ist mir alles wirklich sehr bewusst. Aber innerlich bin ich so zerrissen und voller Grübeleien und Zweifeln. Und sich vorstellen zu müssen, zig Jahre so weiter zu leben ist einfach Horror pur. Und in Amerika war es so: ich war einsam unterwegs - aber es ging mir verdammt gut. Keine negativen Gedanken und teilweise zwei Tage ohne Gespräche. Dafür wieder spontane Begegnungen mit wildfremden Menschen, die sich so in meinem Kopf eingebrannt haben. Es ging mir einfach überall gut. Weit weg von hier.

Und sie versteht das. Und sie möchte in nächster Zeit auch vielleicht auswandern. Aber sie ist über 50zig. Ich nicht einmal 30. Und das ist halt ein gewaltiger Unterschied an Berufs- und Lebenserfahrung...

Aber eben, eigentlich ging es um das gute Gefühl meiner hawai'ianischen Post :-). Der Titel bedeutet übersetzt "Hawai'i - Meine Liebe gehört dir". Und ja, ich bin verliebt in Hawai'i ♥.

Und da ich meine Bilder immer noch nicht auf den PC herüberkopiert und hier keinen Rückblick gestartet habe, gibt es einfach so ein paar Eindrücke von Hawai'i. Alle von Kauai'i, jene Insel, welche ich ganz alleine erkunden durfte (seufz ♥).




Freitag, 9. Oktober 2015

dunkler donnerstag

Auch dieses Werk habe ich in Amerika verschlungen bzw. es ist dann doch noch bis mit in die Schweiz gekommen, weil ich nicht ganz fertig war :-).
 
Nicci French habe ich per Zufall für mich entdeckt. Ich stand bei Exlibris vor den Mängelwaren und der Krimi klang noch spannend. Es waren eigentlich zwei Geschichten zu einem Buch gebunden - 2 für 1 sozusagen. Und dass es sich dabei um ein Ehepaar handelt, welche die Geschichten zusammen schreibt, fand ich auch irgendwie beeindruckend und ganz interessant.
 
Leider gab es in Amerika auch zwei Bücher von ihnen, welche ich geschrottet habe. Das war noch frühere Werke - evtl. die ersten überhaupt. Bei diesem Buch handelt es sich um eine Krimireihe, bei der eine Therapeutin immer wieder mitspielt. Und laufende Reihen, welche sich gut verkaufen, sind in meinen Augen immer ein gutes Zeichen. Und ich glaube, es ist bereits die dritte oder vierte Geschichte mit dieser Klein. Es war eh gerade im Ausverkauf und so habe ich es mir vor Amerika noch geleistet.
 
Zum Klappentext:
 
Frieda Klein hat es sich zu Hause gemütlich gemacht, da steht Madeleine Blackwell, eine einstige Schulkameradin, vor der Tür und bittet um Hilfe für ihre fünfzehnjährige Tochter Becky. Das Mädchen ist magersüchtig, verschlossen und schwänzt die Schule. Offenbar hat sie die Trennung von ihrem Vater nicht verwunden.
 
Frieda willigt nur widerstrebend ein - sie war mit Madeleine eigentlich niemals befreundet, und Becky gibt sich verstockt. Doch schon nach wenigen Sitzungen erfährt Frieda den Grund: Das Mädchen wurde eines Nacht von einem Unbekannten vergewaltigt.
 
Beckys Geschichte reisst in Frieda alte Wunden auf. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten kann sie ihre Vergangenheit nicht länger ausblenden, wenn sie der verzweifelten Becky und ihrer Mutter Madeleine helfen will.
 
In einem Akt der Selbsttherapie spricht sie mit engen Freunden über das Trauma, das sie seit Jahrzehnten tief in sich vergraben hat. Und sie reist in ihr Heimatstädtchen und klappert dort alte Liebhaber und Schulfreunde ab, um dem furchtbaren Geheimnis auf die Spur zu kommen… Wird der Täter am Ende wirklich ungestraft davonkommen, weil Beweise fehlen? Die Polizei, allen voran Friedas Freund Malcolm Karlsson, kann nicht helfen. Und Frieda bringt sich mit ihren eigenmächtigen Ermittlungen in Lebensgefahr.
 
Meine Meinung:
 
Ich werde auf den Inhalt nicht gross eingehen, der Klappentext ist selbst erklärend. Ich mag es, wenn man ein Buch zu lesen beginnt und sich plötzlich und schnell in der eigentlichen Geschichte befindet. Keine ausschweifenden Erklärungen. Einfach „peng“ und los geht’s. Erklärungen kommen nach und nach bzw. Nicci French schaffen es, dass es nicht grosser Erklärungen benötigt, um mit den Charakteren, deren Geschichten und Verbindungen untereinander mitzukommen.
 
Die Geschichte ist logisch und gut aufgebaut. Es gibt sehr ulkige Situationen, in denen ich nicht wusste, ob auflachen oder mich fremdschämen. Es waren teilweise wirklich sehr harte Dialoge mit sehr dunklem Humor und ich musste dann doch einfach auflachen, weil es Menschen gibt, die ich so kenne. Und doch schäme ich mich dann, weil es ja teilweise um sehr ernste Situationen geht. Ich vergleiche es dann gerne mit dem Film „Honig im Kopf“. Till Schweiger ist nicht mein Lieblingsschauspieler, ich werde einfach nicht warm mit ihm. Und doch produziert er grandiose Filme. Es gab so viele Situationen in Honig im Kopf, die eigentlich total ernst und traurig sind und es Schweiger doch geschafft hat, dass man doch das positive darin sehen und schmunzeln konnte. Ich meine, mit seiner Tochter war das einfach ein grandioses Werk. So ging es mir auch oft in diesem Buch.
 
Die Geschichte verläuft zackig voran. Lediglich im mittleren Teil fand ich es dann ein wenig langatmig. Es waren mir dann fast zu viele Bekannte in der Vergangenheit und oft musste ich dann kurz nochmals überlegen, wer nun wer war und wie zu wem in Verbindung stand.
 
Es ist ein spannendes Buch - ja. Und doch fand ich es dann teilweise doch zu klischeehaft. Ich will nicht angeben, aber ich hatte schon früh ein Bauchgefühl, wer der Täter sein könnte. Und es hatte sich bewahrheitet. Es war einfach zu offensichtlich, dass der zuerst verdächtigte ein Arschloch ist, aber dann doch nicht mehr. Einfach nur ein unangenehmer Zeitgenosse und basta.
 
Ich denke, es kommt von meinen vielen Krimi- und Thrillerromanen. Mit der Zeit hat man einfach ein Feingespür dafür. Aber auch sonst fand ich es ein guter Aufbau und man tappt eigentlich lange im Dunklen mit den logischen Schlüssen, welche den Tathergang dann komplettieren.
 
Ich fand diese Frieda Klein ein spannender und nicht greifbarer Charakter. In den Dialogen wirkte sie sehr hart, distanziert, in ihren Handlungen teilweise schon fast radikal und kühl und das fand ich irgendwie doch faszinierend. Teilweise wirklich schon fast wie ein Roboter, so ohne Gefühle. Für eine Therapeutin doch sehr hart. Ich stelle mir diese einfach anders vor ;-). Ich wurde nicht wirklich warm mit ihr und sie war schon ein grosser Bestandteil dieses Buches. Vielleicht sollte ich mir das erste Werk dieser Reihe gönnen, vielleicht hat sie ja ihre Vergangenheit so verändert.
 
Und doch ein sehr gutes Buch. Erschütternd und spannend zugleich. Werde ich bestimmt wieder einmal aus dem Buchregal nehmen und lesen.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

mach disch nakisch...

Die Prinzessin der Peinlichkeiten hat mal wieder zugeschlagen :-).

Tatzeit: kurz vor 10.00 Uhr.

Tatort: Pausenraum, Geschäftsort.

Beteiligte: X, jüngste Lehrtochter, Arbeitsmutti, gute Mitarbeiterin.

Tathergang: Ich hatte ein Shirt an, welches verteilt Löcher drin hat. Also so ein Häkelshirt, ein schickes Teil fürs Büro. Darüber hatte ich meine Wildlederimitatjacke (es ist eher ein leichter Blazer fürs Büro) in schwarz angezogen und vor der Kaffeepause war es mir irgendwie zu warm und somit  zog ich ihn aus.

Zuvor sass ich mit drei anderen Mitarbeitern da und quatschte mit. Nach etwa fünf Minuten war ich alleine. Die jüngste Lehrtochter kam, kurz darauf X und dann mein Arbeitsmutti und die Mitarbeiterin. Ich blickte zufällig auf meine Schulter, wieder weg und sofort wieder hin (kennt ihr bestimmt auch, wenn ihr auf der Strasse jemanden zu erkennen glaubt und euch vergewissern müsst). Und stellte erschrocken fest: ich hatte das Oberteil verkehrt herum angezogen. Ich begann, fieberhaft zu überlegen. Zuckte mit den Schultern, X war eh gerade mit der Kaffeemaschine beschäftigt und hatte mir den Rücken zugewandt. Ich zog es aus, drehte es um und wollte es mir wieder überstreifen, da meinte mein Arbeitsmutti schallend lachend, ob ich einen Striptease vorführen würde. Ich schüttelte nur den Kopf und alle begriffen, was los war. Ich lachte los, wurde knallrot und alle hatten ihren Spass an mir.

Die Röte blieb noch ein wenig und sie zogen mich noch ein wenig hoch, aber auf eine nette Art und Weise. Und ich erzählte noch vor einer anderen Bluse von letzter Woche, die Mutti extra auf die richtige Seite gekehrt hatte, weil sie Bedenken hatte, ich würde sie falsch herum anziehen. Ich hatte natürlich gross herumgepöhnt, dass mir das nicht passieren würde. Tja, diesmal hatte sie das Shirt verkehrt herum gelassen und zambrottagirlie ist geradewegs reingelaufen :-). So habe ich es dann auch im Geschäft erzählt und das Gelächter war erneut umso grösser. Hat gut getan. Ich habe den Menschen hoffentlich ein wenig den Tag versüsst.

Ja, X war auch da. Ich weiss. Und ich war froh, hatte ich ein einfaches Top darunter an. Ich bin nun mal eine, welche ein Top unter den Shirts und Blusen benötigt. Ohne fühle ich mich unwohl. Und er schien auch keine Scheu vor Körperkontakt zu haben. Als mir die Mitarbeiterin einen Zeitungsbericht zeigte und ich mir diesen schnappte, rutschte er sofort mit seinem gesamten linken Arm an meinen gesamten rechten Oberarm. So, als wäre es ganz normal.

Keine Gedanken machen, zambrottagirlie. Männer sind Männer. Komplizierte Wesen. Einfach alles so belassen, wie es ist.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

cool down & daumen drücken

Gestern war wohl mein verschissener Tag der Woche. Ich hoffe, dass es nur der gestrige bleibt und sich der heute nicht auch so entwickelt. Es war einfach nur doof.

Zuerst aber noch mein heutiger Tag. Ich habe mein Mitarbeitergespräch in ein paar Stunden und ja, es graut mir davor. Dementsprechend hatte ich wenig Schlaf diese Nacht und so einen dummen Traum, an den ich mich eh nicht erinnern kann. Ich möchte nämlich ehrlich sein und meine Vorgesetzte damit konfrontieren, was ihr persönliches Problem mit mir ist. Natürlich alles auf respektvoller Ebene. Aber das ist nicht alles.

Bei uns in einer speziellen Abteilung hat eine Mitarbeiterin gekündigt. Ich arbeite ja drei Tage in der Woche und mein Maximum ist vier Tage. Sie arbeitet jedoch zwei Tage, was dann ja Vollzeit für mich bedeuten würde. Ich hatte es eh schon im Gefühl, dass man auf mich zukommen würde. Und prompt sprach mich meine Vorgesetzte letzte Woche darauf an. Ob ich mir auch 90% vorstellen könne, weniger läge in der betreffenden Abteilung nicht drin.

Ich erhielt Bedenkzeit. Wusste aber schnell, dass ich es ausschlagen werde. Klar, ich schätze es, denkt man dabei an eine interne Lösung und an mich. Ich erwähne ja immer wieder, dass ich auf vier Tage aufstocken möchte. Aber da gibt es ein grosses Aber: es ist nicht meine Abteilung. Ich habe meine persönlichen Probleme mit der Vorgesetzten dort und ich habe intern schon so vieles mitbekommen. Und ich bin mittlerweile stark und weit genug, dass ich mein Wohlsein und meine Gesundheit für niemanden mehr aufs Spiel setze. Ich habe es einmal gemacht und durfte mich die letzten sieben Jahre ins Leben zurück kämpfen. Es war ein harter, langatmiger und steiniger Weg. Und die Vorgesetzte ist in etwa von der Art her wie meine aktuelle Vorgesetzte. Und doppelten Stress halte ich einfach nicht aus. Wäre es auf persönlicher Eben einfacher mit der anderen bzw. meiner jetzigen Vorgesetzten, könnte ich es irgendwie "durchziehen", es wäre ja für mich dann kein Problem, für einen Tag damit klarzukommen. Aber so, wie es aktuell läuft? Nein, da muss ich ganz klar für mich einstehen. Und da ich auch noch weiss, was so vorgefallen ist, verschliesst sich alles in mir. Mutti habe ich es erzählt. Sie steht hinter mir, was meine Entscheidung betrifft. Es wird sich ein Türchen für mich öffnen. Aber nicht dieser hier.

Ich wollte es meiner Chefin heute erklären am MAG. Sie kam jedoch bereits gestern zu mir. Und wollte wissen, was ich so überlegt hätte. Und ich wusste genau, dass sie versuchen würde, mir ein schlechtes Gewissen einzureden bzw. mir das Gefühl des schlechten Gewissens zu vermitteln. Ich meinte ehrlich zu ihr, dass ich es schätzen würde und prinzipiell ja auch aufstocken wolle. Aber dass 90% für mich persönlich einfach zu viel sind.

Warum schauen einen Menschen dann immer an, als hätte man nicht alle Tassen im Schrank? Warum müssen junge Menschen immer Vollzeit arbeiten? Ich würde mit 80% ganz gut alleine über die Runden kommen und es arbeiten heutzutage so viele Menschen Teilzeit. Warum dürfen das Frauen in meinem Alter mit einem Partner, aber Singles nicht? Was machen da zwei Jahre Altersunterschied aus? Warum darf ich nicht selbst für mein Leben entscheiden? Zudem muss ich ja nicht allen meinen Werdegang unter die Nase reiben und mich dafür rechtfertigen, dass Vollzeit einfach nicht mehr drin liegt. Soll doch jeder sein Leben selbst gestalten. Ich mache auch niemandem Vorschriften.

Es folgte der Gipfel. Sie meinte, dass man meine aktuelle Stelle auf 50 reduzieren könne und ich dann mit Zusammenschluss der Abteilung auch auf vier volle Arbeitstage komme. Innerlich fluchte ich auf. Sie sagte es so bestimmend, dass ich gar nichts darauf erwidern konnte. Zudem fand ich es auch ein wenig frech, mir mein Stellenpensum einfach so zu kürzen. Sie arbeitet jetzt ja mehr, wie ihre Vorgängerin. Natürlich muss man irgendwo einsparen - nämlich bei mir.

Es gäbe noch ein Schlupfloch. Es gibt ein Projekt, welches ich eventuell übernehmen würde. Dann aber würde es nicht mehr mit einer Reduktion aufgehen, dann wären meine drei vollen Tage komplett ausgefüllt. Dann würde es darum gehen, die andere Abteilung auf einen einzigen Arbeitstag zu reduzieren.

Aber damit habe ich mein Bedürfnis noch nicht verteidigt. Ich will nicht in diese Abteilung und basta. Und es hat nichts mit Stolz zu tun. Es geht mir rein um mich, meine Gesundheit und meine Achtung zu mir selbst. Und ich weiss, was da so vorgefallen ist. Und ich habe einfach keinen Bock, von dieser Stelle zu gehen und wieder von vorne beginnen zu müssen, weil mir diese Konstellation den Rest gibt. Ich will nicht noch einmal neu starten müssen - das schaffe ich einfach nicht.

Daher werde ich es heute - nebst anderem - noch einmal ansprechen. Und es mit "persönlichen Gründen" erklären. Mehr muss ich ihr nicht sagen. Es ist meine Entscheidung.

Drückt mir doch bitte ein wenig die Daumen.

Nun zum gestrigen Tag. Ich hätte den Papi-Mitarbeiter am liebsten eine schallende Ohrfeige gegeben. Ich muss echt mal einen Spruch bringen bzw. ihn in seine Grenzen verweisen. Aber irgendwie war es gestern zu viel und ich habe erst im Nachhinein daran gedacht.

Es war in der Kaffeepause. Anwesend waren X, der gewisse Mitarbeiter, der Papi-Mitarbeiter und zwei andere junge Damen. Darunter eine, die im Alter vom gewissen Mitarbeiter liegt und auch schon Sprüche von anderen Mitarbeitern kamen (die würden doch noch zusammenpassen etc.). Der Papi-Mitarbeiter meinte zu mir: "So, und jetzt zu diär, wiä lauft's mit em M.?" Ich schüttelte lediglich den Kopf und senkte meinen Blick. Mir war das so unangenehm und peinlich vor allen. X versuchte ihn mit einem Spruch abzulenken und ich war ihm ja dankbar. Währenddessen versuchte ich dem Papi-Mitarbeiter einen bösen Blick zuzuwerfen, welchen er einfach ignorierte. Standhielt und einfach stinkfrech ignorierte. Er erwähnte es wieder und ich meinte lediglich "Ou, bin scho lang da, mini Kaffiipause isch glaub verbi". Mehr bekam ich nicht mit. Ich schaute keinen mehr an, sprach nichts mehr und bekam nur noch mit, wie der gewisse Mitarbeiter etwas von "man muss ja informiert sein" oder so etwas wie "das müend miär jetzt scho wüsse" sagte. Keine Ahnung, hatte ja total auf Durchzug geschaltet. Als ich meinen Stuhl zurechtrücken wollte (wortlos natürlich), schaute er nur zu mir hoch, starrte regelrecht (also der gewisse Mitarbeiter) und ich blieb prompt mit dem Stuhl am Tischbein irgendwie hängen, schaffte es aber dann schon irgendwie. Ich weiss nicht, ob er gemerkt hat, dass es einfach ein Spruch zu weit war. Ob es irgendjemand realisiert hat, vor allem der gewisse Mitarbeiter. Ich habe mich noch höflich verabschiedet und bin dann gegangen. Dieser Typ (eigentlich der gewisse und der Papi-Mitarbeiter) regen mich auf. Einer weiss nicht, was er will bzw. wie er mit mir umgehen will und der andere merkt nicht, wann es genug ist. Viele vergessen, dass man mit mir Witze reissen und scherzen kann. Aber im Kern steckt immer noch ein Tschinggeli und wenn es zu viel ist, ist es zu viel. Dann hast du den Salat. Ich kann richtig unangenehm und nachtragend sein. Dann hast du es dir wirklich verscherzt. Sollte ich vielleicht bei diesem Papi-Mitarbeiter mal erwähnen...

Vor allem die Reaktion vom gewissen Mitarbeiter. Letzte Woche hatte der Papi-Mitarbeiter Ferien und es kam nie ein Spruch mit diesem M. Und nun wieder dieser Scheiss. Vor allem seine Reaktion. Eifersucht? Keine Ahnung. Innerlich hatte ich einen Tagtraum (kennt ihr bestimmt auch von Filmen, wo eine Szene gezeigt wird, wie ein Mensch am liebsten reagieren würde und der dann doch einfach versteinert stehen bleibt). Ich blickte dem gewissen Mitarbeiter in die Augen und zischte: "Soso, MIÄR wend das wüsse oder DU? Was isch eigentlich dis Problem? Iifersüchtig?" Tat ich aber nicht. Aber stellte ich gestern mit Pupa so zusammen bzw. wir spielten es nach. War noch lustig und ich hatte meine Ablenkung. Eigentlich hätte ich einfach keck fragen müssen: "Iifersüchtig?" oder "Störts di?" Aber das macht eine zambrottagirlie nicht. Auch nicht, wenn es auf lustiger Ebene vor anderen wäre. Ich hätte zu grosse Angst vor einem Korb vor allen. Damit umzugehen wäre verdammt schwierig für mich.

Ich fuhr mit einer Wut nach Hause. Und begegnete da wem? Könnt ihr euch an Giovanni erinnern? Den ebenfalls gaffenden Nachbarn, aus dem ich nie schlau wurde? Den habe ich gestern per Zufall mit Schila gesehen. Er fuhr mit dem Auto vorbei und gaffte so etwas von doof aus seinem Auto die Scheibe zu mir raus hoch. Er fuhr wirklich nahe an uns vorbei. Gaffte. Wie eh und jeh. Ich schüttelte nur den Kopf und dachte mir: "jaja, schau nur, was du für ein heisses Gerät verpasst. Frisch, erschlankt und geile Haarfarbe. Selberschuld". Sorry, ich war so wütend, da musste ich einfach so denken :-p. Es ist so typisch. Der Typ hat sich einfach nicht verändert.

Montag, 5. Oktober 2015

der kindersammler

In Amerika habe ich in den neun Wochen ganze sechs oder sieben Bücher verschlungen. Etliche sind dort geblieben, weil sie nicht mein Ding waren. Da war ich teilweise wirklich enttäuscht von Kriminalautoren, welche mich bis dato eher begeistert hatten.

Ich habe mir zwei Krimis in Englisch geleistet von Lisa Jackson sowie ein weiterer englischer Roman. Den letzteren habe ich ebenfalls dort gelassen, weil er eher Schrott in meinen Augen war. Den einten Krimi von Jackson habe ich verschlungen und war stolz auf mich und begeistert davon, wie einfach gut und fliessend der zu lesen war. Den werde ich hier auch noch präsentieren. Den zweiten von Lisa Jackson lese ich hier dann noch. Vorfreude herrscht!

Ich war unsicher, ob es sich überhaupt lohnt, über Bücher zu berichten, welche ich vor bald drei Monaten gelesen habe. Aber ich erinnere mich noch erstaunlich gut an die Prachtwerke. Vor allem fand ich es natürlich toll, wie viel mehr ich in Amerika zum Lesen kam. Ich war schon immer eine Leseratte, aber die letzten Jahre waren eher so, dass in die Glotze gaffen eher entspannend ist und ich vor dem Licht löschen und die Augen schliessen nachts lieber Verliebt in Berlin oder Anna und die Liebe (längst eingestellte Serien ;-)) nachgucke. Dabei ist Lesen nun mal wirklich eine grosse Leidenschaft meinerseits. So auch das Tippen. Nach meinen zig Fotobüchern werde ich an einem zweiten Roman tippen. Darauf freue ich mich jetzt schon. Denn Berlin habe ich heute fertig erstellt (also das physische Fotoalbum, CD's mit Sicherheitskopien erstelle ich dann zum Schluss). Nun geht es weiter mit Hamburg. Mallorca und Köln sowie London mache ich wahrscheinlich am PC mit Ifolor. Oder doch auch persönlich, ich weiss nicht. Mich entspannt das Basteln halt schon und man schwelgt so schön in den Erinnerungen... Worum geht es in diesem Post noch einmal ;-p?!

Zum Klappentext:

Anne und ihr Mann Harald erleben den Alptraum aller Eltern. Während eines Toscana-Urlaubs verschwindet ihr Kind beim Spielen spurlos und sie müssen zwei Wochen später unverrichteter Dige nach Hause fahren. Zehn Jahre danach kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist. In einem einsamen Tal kauft sie eine romantische Wassermühle von einem charismatischen Deutschen. Der Mann fasziniert sie, und sie vertraut ihm bereits nach kurzer Zeit blind. Sie weiss nicht, dass dieser charmante, freundliche Mann ein Massenmörder ist, der sowohl in Deutschland als auch in Italien mehrere Kinder getötet hat und sich seit Jahren unbehelligt in den toscanischen Bergen versteckt hält.

Meine Meinung:

Wie ich es von Sabine Thiesler gewohnt bin, hat mich ihr Werk in den Bann gezogen. Da war die Spannung, die Trauer, die Wut und die Liebe. Es war einfach wirklich eindrücklich, wie man stiller Begleiter dieses Täters war und teilweise vergass, was dieser eigentlich im Schilde führte. Es schien teilweise so banal einfach und alltäglich, dass ich selbst erschrak, wenn es "zur Sache" kam und der Täter diese jungen Buben missbrauchte und tötete.

Man bekommt vieles aus der Vergangenheit des Täters mit. Meine Verachtung ist da eher gewachsen, ich konnte kein Verständnis aufbringen. Zwei Familien mit missbrauchten und getöteten Buben kommen auch intensiver im Buch vor - darunter eben die Familie von Anne und Harald.

Thiesler schweifte immer mal wieder in die eigenen Leben der Charaktere ab. aber es war nie zu viel. Ich fand es wirklich gut gehalten und wie sie die Landschaften beschrieb, ist und bleibt halt einfach genial. Man hat das Gefühl, als wäre man selbst in der Toscana. Schön.

Irgendwie kann man schnell eins und eins zusammenzählen und es ist ja auch irgendwie klar, wer der Täter ist, wie er heisst etc. Also, da würde ich mich langsam doch als so trainierte Krimi- und Thrillerleserin nennen, der man mittlerweile doch eher weniger etwas vormachen kann. Ich verschlinge die Bücher und meine Alarmglocken läuten schon teilweise früh. Vielleicht spielt auch oft die Fantasie mit. Und davon habe ich eine Menge. Oder ist es meine verdorbene. dunkle Seite *schluck*...? Wie auch immer ;-).

Gegen Ende fiebert man natürlich voll mit und doch scheint es einem lange, als hätte sich selbst Thiesler ein wenig verrannt. Ich fragte mich dann, wie man je auf den Täter kommen sollte (als Leser kennt man diesen ja, es geht eher darum, wie Anne zum Mörder ihres Kindes kommt und zur Leiche ihres Sohnes. Weil sie noch immer davon ausgeht, dass dieser irgendwo leben könnte). Sie hatte aber auch da perfekte Charaktere zur Hand. welche früh in der Geschichte vorkamen und dann perfekt zu ihrem Einsatz kamen.

Am Schluss passiert noch etwas, was mich zum Grübeln brachte und wo die Meinungen nun mal auseinander gehen. Einerseits kann ich es verstehen. Andererseits kommt mir der Täter zu einfach davon. Für mich müsste ein solcher Mensch eingesperrt und gefoltert werden. .Wasser und Brot. Kein Luxus. Leiden. Und nicht dann doch irgendwie so "einfach" davonkommen, weil ein Dritter Gott spielt.

Aber mehr wird nicht verraten :-). Vielleicht nicht gerade das beste Werk für sehr zarte Gemüter und sensible Magen. Es ist ein Prachtwerk und ich fand es wirklich mitreissend. Und doch wieder so grauenhaft, dass man nur trocken schlucken konnte und sich die Kehle einem zuschnürte...

Und das las ich teilweise alleine in einem Hotel- bzw. Motelzimmer. Irgendwo in der Pampa. Gruselig :-).

tragödie in oregon

Mit Schrecken habe ich die Nachricht mit dem Amoklauf in Roseburg im Bundesstaat Oregon an der Westküste von Amerika vernommen.

Es war ein Schock für mich. Vor nicht einmal zwei Monaten war ich da gewesen. Hatte in dieser Stadt in einem Hotel geschlafen. Es war in der Näher vom Crater Lake und so schlief ich zwei Nächte dort. Es ist nicht direkt an der Küste - eher gegen das Landesinnere des Bundesstaates. Tolle Gegend, keine 90 Minuten zum Crater Lake. Mehr dann in meinen Rückblicken.

Es war einfach erschütternd für mich. Weil ich dort war und das erst kürzlich. Weil ich weiss, wie schön es dort ist. Weil ich noch genau weiss, wie offen mich die Menschen dort empfangen haben. Wie freundlich die Dame an der Rezeption war und mir peinlich berührt gestanden hatte, dass sie nun ewig hier leben und es immer noch nicht zu diesem atemberaubenden Crater Lake Nationalpark geschafft hätte und ich ihr unbedingt erzählen müsse, wie es gewesen sei.

Weil ich am Abend nach dem Crater Lake in einem Subway eigentlich nur ein Sandwich zum Mitnehmen bestellen wollte und während der Bestellung mit den zwei Damen hinter dem Tresen ins Gespräch kam und sie spontan meinten, ich solle mich doch mit ihnen an einen Tisch setzen und mit ihnen plaudern, weil sie eh nicht so viel  zu tun hatten und ich ihnen so sympathisch war und ihnen mehr über das tolle Schweizerland erzählen solle. Weil sie auch studieren und ich mir nun natürlich den Kopf zerbreche, wo es noch einmal genau war und ob es ihnen gut geht.

Schrecklich. Einfach nur schrecklich teilweise, was so auf der Welt alles geschieht.

Sonntag, 4. Oktober 2015

anziehungskraft & shoppingprobe

Ich finde es schön, wenn man auf Arbeit nette Menschen kennen lernt. Daraus entstehen meistens gute Bekannte und wenn man Glück hat Freundschaften.

Ich habe meine Zeit gebraucht, um meinen Platz in meinem Geschäft zu finden. Ich war zu Beginn sehr vorsichtig und lernte eigentlich doch schnell, dass die Menschen, welche ich auf den ersten Blick sympathisch gefunden hatte, eher "Eintagsfliegen" blieben. Es gibt da ganz klar Ausnahmen, aber die meisten lernt man besser kennen und ich musste bei vielen einsehen, dass eine "kollegiale Bekanntschaft bei Arbeit" der richtige Weg ist und eine private Freundschaft eher weggelassen werden sollte.

Auf der anderen Seite habe ich tolle Frauen kennen gelernt. In jeder Altersklasse. Ich würde schon sagen, dass mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen die Zahl auf gute Bekannte bis Freundinnen zwischen 8 und 10 Frauen liegt.

Mit einer Dame (sie wird 55 und mittlerweile sehe ich sie als Arbeitsmutti) verstehe ich mich seit bald einem Jahr so richtig gut. Sie kam an einem Morgen zu mir und meinte zu mir, ob ich ihr aus dem Weg gehen würde. Ich hätte mich extrem verändert. Ich will hier nicht näher auf die Umstände eingehen. Ich war einfach kurz vor der Kündigung und es war nach der Rücken-OP. Der ganze Stress mit meiner Chefin, der psychische Druck von ihr und diese Spielchen. Die Vorwürfe und Anschuldigungen und die Tatsache, dass ich ihr wahres Gesicht gerade kennen gelernt hatte. Die Mitarbeiterin wusste von dem alles nicht. Ich fühlte mich mit den Anschuldigungen allein gelassen, welche teilweise mit einer Gruppenreise mit anderen Mitarbeiterinnen zusammenhingen - darunter auch besagte Mitarbeiterin.

Ich erschrak ab ihrer direkten Frage. Damit hatte ich nicht gerechnet. In einer ruhigen Minute suchte ich das Gespräch mit ihr und da sprudelte alles aus mir heraus. Und seitdem haben wir immer mehr Vertrauen ineinander gefunden und ich bin extrem froh über diese zusätzliche Stütze. Und ja, wir waren zwischenzeitlich auch oft unterwegs. Mir macht der Altersunterschied von 27 Jahren nichts aus. Ich verstehe mich blendend mit ihr und allgemein sind die Frauen über 50 extrem jung geblieben, finde ich. Sie ist ein toller Halt für mich. Vor allem hat sie wieder kopfschüttelnd die ganzen Geschichten mitangehört, welche meine jetzige Vorgesetzte (eben ehemalige Chefin) mit mir seit meiner Rückkehr (und das sind nicht einmal drei Wochen Arbeit) so betreibt. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen. Weil ich nicht darüber nachdenke. Weil ich nicht möchte, dass ich sie hier auch noch erwähnen muss. Weil es für mich abgeschlossene Geschichten sind. Weil die Frau ein Problem mit sich hat und ich sie nicht zu meinen machen möchte. Sie gehören nicht hier hin. Zumindest vieles davon nicht mehr. Etwas werde ich hier noch verarbeiten und nächste Woche habe ich noch mein Mitarbeitergespräch. Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen und sie direkt darauf ansprechen, was ihr persönliches Problem mit mir ist. Und dann zu meinem neuen Chef gehen, wenn gar nichts mehr geht. Den Rest lasse ich schon gar nicht mehr an mich heran. Weil ich es einfach nur noch Kindergarten finde teilweise. Ich hoffe, dass ich bald etwas Neues finde. Meine Augen sind weit offen, so meine Ohren auch. Es wird schade um die tollen Bekanntschaften - aber auch da habe ich viel von Amerika mitgenommen. Wer sich wirklich für mich interessiert, wird auch die Nähe und den Kontakt zu mir suchen. Ich habe da vieles mitnehmen können. Habe eingesehen, dass ich meine Kräfte nicht für andere Menschen hergeben muss. Dass ich auch mal gesucht werden muss. Und vielleicht auch mal mehr nehmen wie geben sollte. Weil es eh kaum ein Mensch schätzt. Familie mal ausgenommen. Also meine persönliche Familie wie Papi, Mutti, Schwester, Bruder und Grosi. Meine engsten Bezugspersonen. Und eine Laura und eine Pupa zum Beispiel. Obwohl es da auch mal mehr und mal weniger ist. Aber vor allem im breiteren Umfeld muss ich einfach aufpassen, dass ich nicht "zu" verfügbar bin. Weil schlussendlich nur ich mich dann letztendlich unsichtbar fühle, wenn ich wieder das Empfinden habe, von allen "vergessen" worden zu sein. Weil nun mal nicht alle Menschen so ein Sensibelchen wie ich sind.

Nun zur besagten Mitarbeiterin. Wir waren am Freitag spontan unterwegs. Ich war mit ihr am Freitagabend Pizzaessen. Bei meinem Lieblingspizzaiolo, welchen ich durch Pupa kennen gelernt habe. Der machte wirklich die besten Pizzen in der Region. Viele Menschen kommen sogar über 70 Kilometer angebraust, um diese zu essen. Dort arbeitet auch "M.", welcher mir seit ein paar Monaten angedichtet wird.

Danach ging es ab ins Kino. Wir haben uns "man lernt nie aus" mit Robert De Niro angeschaut. Ich finde ihn einfach super. Ich mag den Schauspieler. Bis jetzt hat er mir in den meisten Rollen gefallen. Eigentlich wollte ich den Film nicht schauen gehen. Ich finde sie jetzt nicht so eine wahnsinnig tolle Schauspielerin. Aber im Film haben sie perfekt harmoniert und schlussendlich fand ich den Film doch ganz toll. Hat mir echt gut gefallen. War mal wieder ein Movie, bei dem man nicht allzu viel mitdenken musste, wo man lachen konnte und wo es dann doch wieder tränenreiche Szenen gab.

Danach gingen wir noch in eine Bar in der näheren Region und sie brachte mich nach Hause. Per Zufall kamen wir aufs Tivoli und dass ich Ende Oktober nach drei - sogar fast vier!!! - Monaten mir einen Shoppingtag dort gönnen werde. Sie murmelte nur, dass sie schon seit bestimmt sechs Jahren nicht mehr dort gewesen wäre und es vielleicht am Samstag machen würde (also gestern). Ich lachte nur auf und sie fügte hinzu, ob ich Lust hätte, mitzukommen?

Sie weiss mittlerweile von meiner Diagnose und meinen Kaufeskapaden in den letzten Monaten. Mit ihr gehe ich auch in regelmässigen Abständen nach Stuttgart. So Ende Oktober wieder, YES! Ich stimmte zu und sagte aber auch ganz ehrlich, dass ich nichts kaufen dürfe. Dass ich dies lernen müsse und das eine gute Übung sei als eine Art Beraterin. Ich mache das halt schon gerne Outfits aussuchen und mitexperimentieren und Sachen zusammenstellen. Das ist schon irgendwie meine Welt. So machten wir für den nächsten Tag ab.

Klar hatte ich ein wenig Angst vor dem Tag. Ich schätze sie so ein, dass sie mir angeboten hätte, mir ein paar Dinge vorzuschiessen. Das Geld hätte sie morgen erhalten. Aber ich hätte es abgelehnt. Ich muss das lernen. Ich muss mir immer wieder sagen, dass es eine Sucht ist. Es war ein wunderschöner Tag und obwohl es Samstag war, waren wir früh dran und somit war die Menschenmasse noch gar nicht so schlimm. Es war ein wunderschöner Tag. Wir hatten gute Gespräche, viel zu lachen und sie hat ein paar tolle Teile gefunden. Ich habe mich in einen babyblauen Mantel verliebt, welcher mir in der 48 geht. Auch sonst konnte ich auf die 48 zurückgreifen und es zeigte mir einfach, dass ich doch viel abgenommen habe. Vor Amerika war es oft etwas zwischen 50 und 52. Ein tolles Gefühl. Und der Mantel passt zu meinem Haar in Mahagonirot und meiner Brille in dunkelblau. So habe ich auch eine Lederjacke in Rostrot probiert. Beides habe ich zurücklegen können und ich werde es mir dann in Stutti leisten, wenn ich es sehe. Oder Ende Oktober im Tivoli, wenn es dies noch gibt. Ich hatte Angst, dass mir vieles Nachlaufen würde und ich Online bestellen würde - aber nein. Ich habe zwar schon ein wenig den Drang, aber ich werde es nicht tun. Weil ich es schaffen möchte und weil ich in drei Wochen nach Stutti gehen darf. Weil ich stark bleiben werde. Weil ich stolz auf mich bin. Und nach meinem Countdown her "schon wieder" seit 28 Tagen shoppingfrei bin. Keine unnötigen Einkäufe. Für eine Sucht eine starke Leistung. Und ja, es war eine spannende Erfahrung für mich. Einerseits, wie viele Dinge noch dort hingen, die ich vor meiner Abreise bereits gesehen hatte und gleichzeitig doch die krasse Tatsache, wie wöchentlich neue Dinge reingehängt werden, eben damit immer wieder wöchentlich kurz in den Laden nachgeschaut wird. Es ist nun mal so, dass die Mode schnelllebiger ist und man wirklich spätestens alle zwei Wochen wieder ganz neue Teile in den Läden findet. Und wenn ich nichts verpassen möchte, ist der Drang umso grösser, jede Woche mal bei C&A oder H&M vorbeizuschauen.

Aber wie gesagt: es geht mir eigentlich seit dem Shoppingtag sehr gut mit dem "Glüsteln". Ich bin ruhig und kann getrost drei Wochen auf meinen Einkauf warten. In Gedanken bin ich oft in Onlineshops unterwegs, aber getan habe ich bis dato nichts in dieser Art. Ich habe mir dafür gestern zwei Nagellacke in Zartrosa und einen Lipgloss gegönnt. Damit mir die Männerwelt auf die Lippen starren kann :-p. Denn die finde ich beinahe perfekt. Ich liebe meine vollen Lippen. Da habe ich echt Glück gehabt.

Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie gefährlich mein Essverhalten wieder ist. Ich stand in der Kabine und freute mich wie ein Honigkuchenpferd darüber, wie alles einfach doch irgendwie besser aussah. Ich weiss, eine 48 scheint für viele noch extrem viel und doch darf man nicht vergessen, dass ich nie schlank war und bereits mit sechzehn eine 42 oder 44 trug. Ich bin sehr gross und meine Beine und Arme sind eher schlank im Vergleich dazu. Meine Schultern sind etwas breiter und von hinten und vorne sehe ich auch nicht so wuchtig aus. Bei mir ist halt wirklich eher der Bauch das Problem. Aber auch jetzt werde ich wieder auf eine Kleidergrösse von 44 geschätzt. Ich denke, das liegt zum Glück wirklich an meiner Grösse. Und ich blicke in den Spiegel und fühle mich wohl. Ich liebe meine Kurven und ohne die kann ich mich gar nicht vorstellen. Ich weiss einfach, dass ich nie schlank sein werde. Und es hat sich toll angefühlt, eine Nummer kleiner greifen zu können.

Gleichzeitig merkte ich die Gefahr. Mein Magen knurrte vor Hunger und ich genoss es. Und es sind Alarmglocken, die ganz klar in meinem Kopf schrillen und doch ziehe ich es weiterhin durch. Seit dem Grillieren gestern Abend habe ich lediglich zwei Stück Zopf mit Butter und Honig gegessen sowie einen Kaffee getrunken. Zum Abendessen gab es einen Apfel und eine Banane. Mein Magen krampft sich zusammen und doch fühlt sich die Macht darüber herrlich an. Ich habe doppelt Angst. Angst, dass ich es so weiter durchziehe oder ins andere Extrem falle und Hungerattacken über mich kommen werden. Aber kann man es mir verübeln? Es ist einfach wieder so viel um mich herum. Innerlich denke ich oft an meine Auszeit und lasse alles nicht an mich heran. Habe das Kaufen und Ritzen im Griff.

Dafür bin ich wieder mit meine Essverhalten konfrontiert. Ich schaue dem ganzen noch ein wenig zu. Sage es vielleicht der Therapeutin noch einmal und was dann...? Es ist schwierig, etwas aufzugeben, welches einem das Gefühl von Kontrolle und Macht vermittelt. Obwohl es total absurd ist. Das ist mir bewusst. Wenn ich es schreibe und denke. Es ist mir ganz klar bewusst. Es klingt absurd und grotesk. Aber so ist es nun mal. Ich fühle mich so, wie ich mein Leben aktuell führe (von den Umständen bei der Arbeit mal abgesehen -.-), wohl. Und das ist meine persönliche Hauptsache. Man muss nicht verstehen, dass ich hungere, weil ich mich vor mir selbst ekle und mit meinem Schicksal im Allgemeinen tagein, tagaus mal mehr mal weniger hadere. Und das ich mich anders halt nicht kenne. Ich habe immer mit einem dysfunktionalem Verhalten zu kämpfen. Vor Amerika war es Fressen. Nun ist es halt Hungern. Und ja, es erschreckt mich schon, fühlt es sich für mich "geil" an, wenn der Magen schreit und knurrt.

Aber so ist es nun mal. Auch dieser Ekel mit Männern ist wieder eher aktuell. Den hatte ich die letzten Monate nicht. Es ist eher wieder so, seit ich zurück bin. Ich distanziere mich enorm von ihnen und halte auch kaum Blickkontakt. Eigentlich das genaue Gegenteil, wie ich eigentlich nach meiner direkten Rückkehr von Amerika gefühlt hatte. Dort hatte ich eher gemerkt, dass ich Männern gegenüber offen war. Nun ist es wieder das andere Extrem. Am Besten gar keinen Gedanken daran verschwenden. Auch da habe ich meine Schlüsse gezogen und werde mich daran halten. Vor allem im Bezug auf einen aktuell bestimmten Mann. Ich muss vielleicht zu meinem eigenen Schutz auf Distanz gehen. Grenzen aufzeigen. Und damit leben, dass ich halt gedanklich weiterhin nach Körperkontakt lechze, der mir aber nicht gut tut. Weil nur ich weiss, mit welchen Grübeleien ich zurückbleibe. Grml, eigentlich wollte ich über diesen Typen nicht mehr nachdenken. Und bestimmt nicht in diesem Post erwähnen, hach.

Gleichzeitig ist mir etwas Interessantes widerfahren. Ich war im H&M mit besagter Mitarbeiterin und ein Typ begleitete seine Freundin. Ich meine, gucken darf man ja immer. Egal, ob der Typ vergeben ist oder nicht. Ich möchte ja schlussendlich nichts von dem Typen und gehe ja eh davon aus, dass mich keiner interessant und attraktiv findet. Sozusagen bin ich gar keine Gefahr. Der lief so extrem nahe an mir vorbei und per Zufall scannte ich seinen Körper einfach mal genauer. Er roch zudem noch extrem gut. Sofort kribbelte es in meinem ganzen Körper und ich musste einfach aufseufzen. Und ja, es war für mich auch eine neue Erfahrung. Dass ich einfach einen Mann attraktiv finden kann. Diese kurze Sekunde hat meinen Tag versüsst. Es war okay so. Und es war ein hübscher Mann. Punkt. War schon spannend, zu merken, dass man einfach jemand wildfremden so anziehend finden kann. War wirklich eine Schokolade von Mann. Mmhhhh.... der Gedanke an die Situation hat nun auch meinen Abend versüsst :-). Gibt bestimmt einen schönen Traum heute, hihi.

Die Mitarbeiterin kam noch einen Kaffee zu mir trinken und danach gingen wir noch lecker zusammen Abendessen. Es war einfach ein wunderschöner Tag und ich habe ihn genossen. Mit guten Gedanken bis gar keine störenden Gedanken. Mit einem durchwegs positiven Gefühl und mit der Hoffnung, dass nun einfach alles so kommt, wie es kommen sollte und wie ich es nun langsam echt mal verdient hätte.