Freitag, 15. August 2014

freitags-füller

 
1. Ich habe beschlossen, in den nächsten Monaten so oft wie möglich zu meiner Verwandtschaft in Italien zu rattern.
 
2. Gleichgültigkeit und sich nicht darüber aufregen ist die Botschaft.
 
3. In der wohlverdienten Mittagspause liege ich oft in einer runden Schaukel und schaue den Wolken beim Vorbeiwandern zu.
 
4. Vieles in meinem Leben und in der Gesellschaft (vor allem in der!) muss ein Ende haben.
 
5. Machen wir uns nicht vor, es gibt Menschen, die werden sich nie ändern.
 
6. Die übergrosse Pizza meiner Lieblings-Pizzeria nach über drei Wochen Betriebsferien muss ich unbedingt ausprobieren.
 
7. Mein Wochenende? Hm… ich denke mal nur an mich :-p. Aber weiter gehe ich auf meiner Plattform bei eiem Freitags-Füller nur über mich nicht ein... ich provoziere nämlich ungern auf einem niedrigen Niveau.
 

Donnerstag, 14. August 2014

die dunkle macht

PS: der wirklich überflüssige (und dann noch anonyme) Kommentar zu meinem letzten Eintrag war mir vor dem Tippen dieser Zeilen noch nicht bekannt. Genau dies meine ich mit meiner Gesellschaft. Niemand darf sich selbst zu Themen äussern, wie er es für richtig hält.
 
Und wie wenig Menschen jemanden kennen lernen zu versuchen. Denn würde mich Anonym kennen, wüsste er, dass ich kein Egoist bin. Und das dies immer noch schlussendlich MEINE Plattform ist, welche ich so verwende, wie ich es für richtig halte. Was ich meinen Mitmenschen nicht mitteile, schreibe ich hier.
 
Und wenn man damit nicht klarkommt, wie jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise trauert (ich lasse mir doch nicht einreden, wie ich das zu machen habe), sollte man doch Analysen ins Blaue sein lassen.

Und von Shitstorms auf diese Art und Weise halte ich nichts. Bin a) kein Promi und b) bin ich mir für so ein Niveau dann doch zu schade. 
 
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Schon eindrücklich, wie viele Menschen von Robin Williams Abschied nehmen. Ich bin überzeugt, er hätte anders gehandelt, wenn er all diese Bilder sehen könnte.
 
Auf der anderen Seite muss man realistisch bleiben und erkennen, dass ihm die Wärme und Geborgenheit, die er eigentlich gesucht hat, nicht lange gereicht hätte. Man kann sich trotz Menschen um sich herum (sogar der eigenen Familie) so unendlich einsam und allein fühlen.
 
Ich weiss, mir steht eine Analyse nicht zu. Ich habe ihn nicht gekannt. Und ja, einerseits regt es mich auf, versuchen Menschen ihn zu verstehen und treten es im Fernsehen breit. Aber das sind fast ausschliesslich solche, die Depressionen und Süchte auch nur (natürlich auf einer anderen Seite zum Glück!) aus der Theorie kennen.
 
Klar, es würde mich auch ein wenig verärgern, würde man dieses Thema wieder einfach stillschweigend hinnehmen.
 
Ich hoffe einfach, Menschen in der Gesellschaft, welche mehr oder weniger „leichtfüssig“ durchs Leben gehen können, wird damit ein wenig die Augen geöffnet. Klar, es gibt natürlich auch andere Krankheiten und Süchte, von denen ich nichts weiss. Aber ich würde mich als einfühlsamen Menschen einstufen, der sich zumindest versuchen würde, in eine solche Lage hineinzuversetzen. Es gibt leider - und das ist die harte Realität! - immer noch Mitmenschen unter uns, die da überhaupt kein Verständnis dafür haben bzw. es einfach nicht nachvollziehen können, dass es halt auch Menschen unter uns gibt, die es nicht leicht haben und das Leben ein ständiger Kampf ist.
 
Daher kann ich nur von mir und meinen „Krankheiten“ sprechen. Und ich finde, ich kann hier sitzen und beurteilen, wie hart das Leben sein kann. Klar, kein Vergleich zu den hungernden Menschen in den Drittweltländern, aber ich bin jetzt hier nicht an diesem Eintrag tippen, um mich rechtfertigen zu müssen. Menschen, welche mich kennen und welche hier meine Zeilen schon ein paar Monate verfolgen, wissen, wie ich bin. Und das dies natürlich nicht spurlos an mir vorbei geht. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, werden wir an solche Umstände meistens nur erinnert, wenn wir Berichte darüber im TV oder in den Nachrichten sehen bzw. darüber in der Zeitung lesen.
 
Bei jedem Menschen zeigen sich Depressionen anders. Und doch kann ich einschätzen, wie sich der Mensch im Grunde so fühlt. Mit welchen Gedanken er sich herumschlagen muss.
 
Und vor allem ist jeder, jeder, jeder Tag eine Herausforderung!
 
An jedem - gottverschissenen (entschuldigt den Ausdruck, aber es ist die harte Realität!) - Tag stehst du auf und weisst nicht, wie hart der Kampf nun wird. Teilweise hast du ein paar Tage „deine Ruhe“, manchmal sogar ein paar Monate.
 
Aber diese dunklen Dämonen, dieses schwarze Loch, wartet einfach immer und überall. Und manchmal bekommst du es nicht bewusst mit, weil es dir gerade gut geht. Es gibt Dinge, die kannst du dir aneignen. Aber schlussendlich musst immer du selbst die Kraft haben und aufbringen, dieses Gelernte auch anzuwenden. Und es gibt halt einfach diese Tage, an denen du es nicht packst. An denen du dich in dieser Schwärze suhlst, Verlust-, Versagens- und Existenzängste hast, an allem zweifelst und einfach nicht mehr kannst. Dich müde und ausgelaugt fühlst und trotz Liebe und Zuneigung deiner engsten Mitmenschen einfach nichts davon fühlen kannst und dich so einsam fühlst.
 
Es reibt dich auf. Und es gibt Menschen, die kommen damit zurecht. Einige akzeptieren es einfach und leben ihren Trott. Andere finden ihren Ausweg. Und wiederum andere lassen sich nichts anmerken und nutzen die positiven Stunden.
 
Über den Freitod wählt schlussendlich jeder allein. Und so hart es klingen mag: akzeptieren kann ich den Entschluss von Williams nicht. Aber nachempfinden. Weil man selbst vielleicht an diesem Punkt schon stand. Und irgendetwas wird mich dazumal zurück gehalten haben. Bei mir ist es die Angst, wenn es schiefgeht und das Leben nach dem Suizidversuch noch schlimmer ist. Denn ich finde, mein Schicksal hat mich schon genug gebeutelt.
 
Ich denke, der Kern der Sache liegt darin, dass die Welt geschockt ist, dass ein solcher Komiker sich zu einem solchen Entschluss gerungen hat. Denn es gibt kein Zurück. Und da sind wir wieder bei einer wichtigen Sache in der Depression: Stimmungsschwankungen gehören dazu. Einige lassen sich davon treiben, andere nerven sich darüber und wiederum andere versuchen ein Hoch einfach zu geniessen, um die Tiefen wieder besser durchleben zu können.
 
Wenn man dann noch mit Süchten zu kämpfen hat, wird es nur noch schwieriger.
 
Mich persönlich erschüttert Robins Entscheid. Ich war jetzt kein Fan, welcher alles von ihm gesammelt und gebunkert hat. Und doch habe ich Filme, in denen er mitgespielt hat, sehr gerne geschaut. Und auch ihn fand ich sympathisch. Und vor allem liebe ich seine Grimassen. Und auch seine ernste Seite, welche ich zugegebenermassen kaum mitbekommen habe, berührt mich im Nachhinein extrem (ältere Interviews etc.).
 
Mich berührt dieses Thema schon enorm. Einerseits, weil ich hoffe, dass die Menschheit sensibilisiert wird bzw. das einfach bewusst wird, dass wir alle doch viel offener und verständnisvoller sind gegenüber psychischen Problemen, als wir bisher geglaubt haben. Nicht jeder „Psycho“ ist gleich. Es gibt verschiedene Arten und es äussert sich in verschiedenen Weisen. Nur, weil man es uns nicht ansieht, heisst es nicht, dass wir nichts haben. Es klingt nun vielleicht hart, aber die Realität war bei mir so: weil man mir mein Handicap nicht ansieht, muss ich im Alltag viel mehr kämpfen. Klar, ich bin froh, bin ich körperlich bis auf Rücken und Knie gesund und sitze ich nicht im Rollstuhl! Und ich will auch nicht behaupten, geht es Menschen mit „offensichtlichen“ Behinderungen leichter, überhaupt nicht. Denn auch da habe ich schon sehr krasse und traurige Berichte gesehen. Es geht mir einfach darum, dass man es diesen Menschen ansieht, und mir nicht. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie ich bei gewissen Behörden um etliches mehr für mein Recht kämpfen musste.
 
Auf der anderen Seite betone ich immer, wie froh ich darüber bin, sieht man mir meine psychische Krankheit nicht sofort an. Denn es wäre mir auch nicht recht. Vor allem gehen ja nicht alle Menschen gleich damit um und auf Rechtfertigungen habe ich keinen Bock. Und zudem bin ich ja der Typ Mensch, welche gerne verdrängen und vergessen möchte. Und wenn ich nicht darüber rede, ist es nicht real. Aber doch gibt es dann die Momente voller Einsamkeit, in der man einfach jemanden an der Seite haben möchte, welcher einen wortlos verstehen und trösten kann.
 
Ich weiss nicht, worauf hinaus ich mit diesen Worten möchte. Ich denke, einfach meine Trauer und meine Ängste verarbeiten. Denn Williams führt mir vor Augen, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Und um ehrlich zu sein, habe ich persönlich keinen Bock, noch so lange kämpfen zu müssen. Denn die Hoffnung, dass ich irgendwann doch „mein normales“ Leben führen kann, stirbt zuletzt.
 
Und doch wird mir bewusst, dass mich noch vieles erwarten könnte. Klar, ich habe auch gewisse Suchtansätze (mit dem Essen schwankt es zwischen heftigen Fress- und Hungerattacken und ich habe mein Einkaufverhalten nicht immer im Griff), aber ich persönlich hoffe einfach, dass ich nie zur Flasche oder zu anderen Drogen greifen werde. Denn das finde ich dann noch eine Stufe härter.
 
Aber auch ich setzte mich mit meinen Gedanken auseinander. Im Moment ritze ich mich nicht und ich habe auch keine Suizidgedanken. Für mich persönlich ein Segen, egal, wie verschissen es mir von Tag zu Tag geht! Denn auch ich muss morgens aufstehen und mich durch den Tag kämpfen. Manchmal geht es leichter, manchmal ist es schwieriger. Aber ich habe diese düsteren Gedanken nicht noch zusätzlich!
 
Und doch… will ich ein Leben bis 63, welches so verläuft, wie im Moment? In dem man immer das Gefühl hat, kämpfen zu müssen? Kann man da die Resignation nicht ein wenig nachempfinden?
 
Will man ein Leben gehen müssen, welches durch ein Schicksal und Umständen, für die man nichts kann, auserkoren wird? Ich meine, ich habe mir bestimmt nicht meine Diagnose ausgesucht. Es hat mit 9 begonnen. Und da müsste man echt andere Dinge im Kopf haben dürfen!
 
Ja, ich kämpfe. Obwohl ich mich vom Schicksal gebeutelt fühle. Ich weiss, es gibt auch andere Geschichte, wo Menschen einen Partner finden und sich dann alles ändert. Aber ich bin da wirklich zu realistisch. Ich selbst weiss nicht, ob ich mich jemals ernsthaft auf einen Mann einlassen kann. Klar, ich könnte auch einfach einen Freund für gewisse Stunden haben. Aber ich persönlich bin nicht der Typ dafür. Ich kann keine Nähe zulassen und bei mir schwirrt ständig der Gedanke mit, dass Menschen sich ekeln, mich zu berühren bzw. sich vor meinen Berührungen ekeln.
 
Will ich überhaupt Kinder und Ehe? Oder ist dies die Gesellschaft, die mir das vorschreibt? Fühle ich mich vom Schicksal gebeutelt oder habe ich einfach das Gefühl, in eine Norm passen zu müssen? Bin ich selbst Schuld, ein Leben allein führen zu müssen oder einfach zu sensibel und unsicher? Bin ich so wenig liebenswert oder sollte ich da einfach egoistischer werden und mir einreden, dass ich einen Freund und eventuell auch Familie verdient habe?
 
Williams Suizid macht mir Angst. Weil auch er gekämpft hat. Weil auch er eine Maske hatte. Weil auch ihn die Menschen anders eingeschätzt haben. Weil auch er der Optimist war. Weil auch er Menschen zum Lachen gebracht hat. Weil ich mich halt einfach in vielen Punkten in ihm sehe.
 
Und weil auch er selbst gespürt hat, dass er nicht alt werden wird.
 
So oder so kann ich nur immer wieder betonen, dass ich wirklich hoffe, dass er dort, wo er jetzt ist, seinen Seelenfrieden gefunden hat. Das er loslassen konnte. Und das es ihm gut geht, wo er jetzt ist.
 
R.I.P. Robin Williams!

Mittwoch, 13. August 2014

seelenfrieden

Ich gehe davon aus, dass die Meldung vom 11. August nicht nur bei mir eingeschlagen hat, wie eine Bombe. Der talentierte Schauspieler Robin Williams hat sich selbst das Leben genommen.
 
Ich habe es gestern aus dem TV vernommen, als ich mich gerade für die Arbeit umzog. Ich war geschockt und für eine Sekunde lang erstarrt.
 
Klar, es ist ein Thema, welches ich nur zu gut selbst kenne. Suizid und Gedanken bzw. Einsamkeitsgefühle und auch sonstige Versagens- und Verlustängste sind kein Fremdwort für mich. Und doch bin ich unheimlich traurig über den Entscheid von Williams.
 
Er hat mich in meiner Kindheit und Jugend sehr begleitet. Sei es durch seine Filme Flubber, Mrs. Doubtfire und Peter Pan. Aber auch sonst fand ich die Filme mit ihm immer gut. Sei es in ernsteren oder - natürlich bevorzugten - lustigen Rollen.
 
Sein Entscheid, das Leben hinter sich zu lassen, hat mich erschüttert. Und ich denke, wir selbst können es nicht vereinbaren, dass genau ein Komiker solche Probleme haben kann. Es passt nicht in unser Bild. Nicht er, der alles zu haben scheint. Witz, Humor und eine tolle Kariere!
 
Fakt ist, dass es halt doch noch die Menschen unter uns gibt, die sich einsam fühlen und gegen aussen sich nichts anmerken lassen. Die ihre Probleme mit sich selbst ausmachen. Ob durch die gesellschaftliche Norm dazu gezwungen (psychische Probleme sind in der heutigen Zeit leider immer noch ein riesen Tabu!) oder einfach, weil es nicht wirklich jeden etwas angeht...
 
Wie spricht man seine Gefühle aus, ohne egoistisch zu wirken? Ich selbst weiss, dass ich kein Leben retten kann. Aber ich kann mir vorstellen, was solchen Menschen in einer solchen Situation hilft. Und ich bin überzegt, dass es eine Kurzschlusshandlung war. Ich kann nachempfinden, was in ihm vorgegangen sein muss, wenn auch jede Psyche sich anders äussert. Aber in einem solchen Moment muss man eine enorme Einsamkeit empfinden und die Sehnsucht nach einer wortlosen Umarmung - die jedoch gleichzeitig das ganze Verständnis ausdrückt - ist riesig. Das Wissen, der andere weiss genau, was man denkt, ohne darüber sprechen zu müssen, hilft einem. Man fühlt sich nicht allein und "komisch" mit den Gedanken, die man nun hat und andere nicht zu keinen scheinen.
 
Ich weiss, ich hätte niemals etwas ausrichten können. Und es schmerzt, einen solchen tollen Menschen gehen zu sehen müssen. Vor allem ein solches Talent in solch jungen Jahren. Und doch... vielleicht hätte man in der entscheidenden Sekunde schon nur mit der wortlosen Präsenz helfen können.
 
Aber "Aussenstehene" können "unsere" Gedanken und Vorgänge nicht immer gleich gut nachempfinden. Und das macht es schwierig. Einerseits soll man offen über seine Probleme reden, andererseits ist es in der heutigen Gesellschaft immer noch sehr unverstanden, wie man selbst aus seiner (Lebens)Bahn gleiten kann.
 
Daher entscheide ich mich nach wie vor für den Weg, dass ich an mir und meinem Leben arbeite, es aber kaum jemandem unter die Nase reibe. Ich leide im Stillen. Erzähle wirklich kaum jemandem alles. Denn die Angst vor den Reaktionen ist riesig. Und seien wir mal ehrlich: die heutige Gesellschaft verlangt immer mehr ein perfektes Gesamtbild.
 
Ich kann Williams Entscheid nicht wirklich akzeptieren, aber nachvollziehen. Ich kenne das Gefühl auch, wenn man meint, kenen Ausweg mehr zu haben. Ob ich selbst jemals diesen letzten Schritt gehen könnte? Ich weiss es nicht. Ich war kurz davor, aber das ist schon fünf Jahre her und in der Zwischenzeit habe ich einiges gelernt.
 
Und doch macht es mir gleichzeitig Angst, denn vielleicht zündet es auch bei mir irgendwann einmal das letzte Fünkchen an Vernunft und ich führe eine Kurzschlusshandlung aus. Denn seien wir mal ehrlich: von Robin Williams hätte ich nie gedacht, eine solche Meldung hören zu müssen. Ich sah in ihm den Optimisten - trotz allem. Den aufgestellten Mann, der doch weiss, wenn er ernst zu sein hat. Der seine Probleme angeht und damit umzugehen lernt. Und seine Handlung erschreckt mich, weil ich mich in vielen Punkten in Williams wiedererkenne.
 
Das grosse Talent ist von uns gegangen. Schon ein schrecklicher Gedanke, zu wissen, dass man ihn nie mehr in einer neuen Rolle sehen wird. Ich hoffe wirklich für ihn, er hat nun seine Erlösung gefunden und muss nicht mehr leiden. Konnte auf seine Art loslassen.
 
Was ich ihm noch mitgeben will: Ich hoffe, du findest deinen Frieden, dort wo du jetzt bist. Ich wünsche dir dort alles Gute!





Dienstag, 12. August 2014

"was isch denn das au für en maa?"

Gestern hatte ich nach langer Zeit wieder etwas zu lachen. Ob es schlussendlich dem lieben Herren peinlicher war, wie mir, weiss ich nicht. Ich habe mich nämlich schnell aus dem Staub gemacht, haha!
 
Aber solche Aktionen sind wichtig, ist mir erst gestern wieder bewusst geworden. Das man doch noch skurrile und lustige Aktionen wahrnehmen und danach handeln kann. Das man lacht, obwohl einem nicht danach ist!
 
Gestern habe ich mich zum Schwimmen aufgerafft. Montag ist ja mein freier Tag und bald habe ich am Dienstag- und Mittwochnachmittag auch nicht mehr frei. Ich „darf“ aufstocken und Montag ist dann mein freier Tag in der Woche.
 
Klar, ich habe dann das erreicht, was ich möchte. 80-Prozent-Pensum im Kanton Zürich ist für mich Luxus pur. Und doch stimmen mich die Umstände nachdenklich. Vor allem, weil ich denke, dass es doch alles ein wenig „berechnet“ von statten gegangen ist. Würde ich nicht aufstocken, müsste man eine zweite Stellvertreterin für die Chefin suchen und das käme natürlich beim Personal wie auch bei der Kundschaft nicht gerade gut an. Vor allem, weil dann sofort das Gerücht umgeht, eine Frau in einer leitenden Position schafft es nicht allein bzw. mit einer bisherigen Stellvertreterin.
 
Mir soll es recht sein. Ich bin dann am einzigen Tag, an welchem ich alleine ohne Gspänli im Büro bin, mit der Stellvertreterin im Hause und nicht allein mit der Chefin. Das sollte bei mir auch noch Lockerung schaffen.
 
Fakt ist: wenn dann Montag der einzig freie Tag in meiner Woche ist, möchte ich diesen jeweils nicht gross verplanen. Denn das ist dann mein offizieller Ruhetag.
 
So war es gestern auch etwas mühsam, als ich mich aus dem Bett schälte und mein Zimmer dann am Vormittag noch auf Hochglanz brachte. Mich dann noch fürs Schwimmen aufzuraffen, war sehr anstrengend. Ich weiss dann natürlich, wie gut die Bewegung tut. Für meinen Rücken und für mein Knie. Dass ich Erfolge verspüre durch meine höhere (sportliche) Belastung und der Physio und da halt einfach dran bleiben muss, damit es konstant gut bleibt bzw. hoffentlich noch besser wird! Und ich gehe auch jedes Mal mit einem guten Gefühl aus diesem Hallenbad… aber oft ist es ein Kampf, dorthin zu gehen.
 
Gestern hat es natürlich gut getan und nach der Dusche ging ich in die Umkleide. Naja, ich gehe dort ja nur hin, weil unsere im Dorf wegen Renovierungen geschlossen hat… Ich meine, ich zahle jetzt fast das doppelte, wie bei meiner eigentlichen Schwimmhalle!!! In diesem aktuellen Hallenbad sind die Umkleiden für Herren und Frauen im gleichen Raum, man kann jedoch die Kabinentüren schliessen und ist „für sich allein“.
 
Ich betrat gestern also nach meinem Schwimmtraining eine Umkleide und begann, mich umzuziehen (ich hasse es, wenn alles so klebt, uäch!). Plötzlich hörte ich zwei Männer, welche sich zwei Kabinen neben mir aussuchten und auch gewaltig mit den Türen knallten.  Was mich schon mal den Kopf schütteln liess. Naja, sie sprachen miteinander (wie sich Männer oft „Alter“ nennen können, ist mir unbegreiflich. Ich finde das irgendwie wirklich nicht gerade niveauvoll!) und mir schien es von der Stimme her, als wären sie in meinem Alter (also 27 aufwärts bis ca. höchstens 32). Es war eine Weile still. Und dann meinte der einte im vollen Ernst (und schon richtig liebevoll und zärtlich) zu sich selbst:
 
„Was ist denn das au für en Maa?“
 
Stille.
 
„Aaaah, de Pillermaa!“
 
Ich hielt in meiner Bewegung inne und konnte mir ein Grunzen nicht verkneifen. Als ich meine Hände  über die Lippen legte, war es schon zu spät. Der andere meinte zum Verursacher: „Hei Alter, muesch ufpasse, mir hend Zuehörer!“
 
Tja, da war es um mich geschehen, ich lachte erst recht laut los. Und eine Dame neben mir schaffte es auch nicht mehr, sich zu kontrollieren. Naja… natürlich achtete ich dann beim Herausgehen, den Männern nicht gerade über den Weg zu laufen.
 
Denn auf das Gesicht vom Herrn Pillermann hatte ich nicht wirklich Lust ;-D!
 
Hach, hat gerade gut getan, mich an diese Situation zu erinnern. Denn diese Nacht habe ich gerade mal drei Stunden geschlafen, obwohl ich sterbensmüde war. Viel zum Grübeln und wahrscheinlich auch der Mond. Dementsprechend mies gelaunt bin ich, obwohl das Wochenende ein voller Erfolg war. Es war überhaupt nicht so schlimm, wie vorgestellt. Und doch hatte ich wohl viel zu verarbeiten. Es wird ein anstrengender Tag. Vor allem, weil mir alles aus den Händen fällt und mich alle einfach nur aufregen.
 
Aber immerhin geht es hoffentlich körperlich weiter bergauf. Gestern war ich schwimmen, weil ich heute mit Laura zur Plauschgruppe fürs Volleyballspielen gehen möchte. Sie ist dort ein wenig mit ihrem jüngsten Bruder dabei und bei gutem Wetter wird Beachvolleyball gespielt. Sie kennt somit die Gruppe schon ein wenig und ich kenne auch schon mal zwei. Erleichtert einiges :-). Aber schön piano, eines nach dem anderen. Ich mache regelmässig Pausen und setzte aus. Denn ich  möchte so gut dranbleiben. Daher fällt das Schwimmen am Dienstag nun weg (war eigentlich mein „Schwimmtag“) bzw. ich muss einen anderen Tag wählen. Mittwoch geht nicht, weil da meistens ein paar von der Arbeit miteinander Volleyball spielen. Und irgendwann einmal möchte ich auch frei haben. Vor allem nach einem langen Arbeitstag am Donnerstag und Freitag.

Freitag, 8. August 2014

freitags-füller

 
1. Für mich wird dieses Wochenende anstrengend. Ich werde mit Etlichem Konfrontiert und muss mich auch vielem stellen.
 
2. Ich möchte den Tag morgen hinter mich bringen, in irgendeiner Form.
 
3. Was macht eigentlich das „Gewisse Etwas“ für jeden einzelnen von uns aus?
 
4. Mitbringsel aus der Heimat ist eine feine Sache (Rustico und Calzone, yammi! Dank sei den lieben Eltern!).
 
5. Haben wir schon wieder Spätsommer?
 
6. Ich reibe mich nicht mehr für jeden Mitmenschen auf und möchte in dieser Sache auch egoistischer werden. Denn gewisse Aktionen sind wirklich für die Katz.
 
7. Das Wochenende verdränge ich. Ganz einfach!
 

Donnerstag, 7. August 2014

geteiltes leid…

… ist immer halbes Leid. Ist ja ein bekanntes Sprichwort. Was nur, wenn man nicht über seine Sorgen spricht (sprechen kann)? Wenn man einfach wirklich ganz alleine auf dieser Welt ist? Klar, ich kann es mir auch selber einreden und man kann auch sagen, ich wäre selber Schuld. Denn ich müsste ja nur meine Klappe aufmachen und mir jemanden schnappen, um darüber zu sprechen. Aber darf man da nicht einfach doch auch anders eingestellt sein? Einfach in sich gekehrt? Was ist so falsch daran, wenn ich nun mal einfach der Typ Mensch bin, der nicht sofort alles aus sich herausposaunt? Jeglichen Gedanken, jegliches Gefühl, jegliches Empfinden?
 
Ich bin nun mal so. Klar, bei einzelnen Personen muss ich dann aufpassen, dass ich nicht wütend werde, weil diese mir nichts anmerkt. Dann bin ich ganz klar selbst schuld. Aber bei anderen möchte man doch einfach abschalten können und nicht an seine Sorgen denken müssen.
 
Wie ich auf diese Sätze komme? Meine Eltern sind gestern knapp um 23.00 Uhr heil von ihren Ferien zurück gekommen. Klar war für mich an Schlaf nicht zu denken. Immerhin sind es bis zu 15 Stunden Autofahrt! Sie haben es heil geschafft, aber Muddis Blick hat mir überhaupt nicht gefallen. Sie hat sich gefreut, wie ich auch. Aber der zweite Blick war à la „Mädchen, wir reden dann noch ein ernstes Wörtchen!“
 
Im Moment führe ich ein Roboter-Leben. Und das nicht erst seit gestern, das ist mir bewusst. Ich versuche es meiner Therapeutin zu erklären, aber irgendwie versteht mich keiner. Ich bin bei klarem Verstand. Sehe alles und weiss, wo ich was falsch mache. Aber die Motivation, etwas daran zu ändern, fehlt. Und ich weiss, wie schwierig es ist, einen unmotivierten Menschen verstehen zu können, wenn man selbst ein Perfektionist ist. Und da ist der Kern der Sache. Ich bin durch und durch Perfektionist, verlange viel von mir und von anderen und bin eigentlich immer diejenige, welche sehr gepicht darauf achtet, dass sie die Kontrolle nicht verliert.
 
Aber ich habe auch gleichzeitig sehr wohl bewusst wahrgenommen, dass mein Essverhalten, meine Einkäufe und meine Gleichgültigkeit grosse Alarmzeichen für eine anrollende Depression sind. Ich liege meist gerne im Bett und glotze in die Röhre. Einfach etwas anderes aufnehmen, als seine Gedanken und grübeln müssen. Lese und döse viel, habe keinen Antrieb und fühlte mich schlapp. Könnte ständig schlafen und weiss zwar genau, was ich in welcher Situation machen müsste bzw. sollte (ich habe mir ja vieles mühsam und mit Blutschweiss antrainiert), aber der letzte Funke fehlt dann einfach immer.
 
Und doch finde ich, bewältige ich es ganz gut. Ich ritze mich selbst nicht und mir ist das einfach das Wichtigste in meiner Therapie. Da kann ich hungern und fressen zugleich, einkaufen und den Schrank einfach nur noch vollstopfen, ist mir alles lieber, als die Selbstverletzung. Denn die sehe ich als Bestrafung. Und solange ich mich nicht bestrafe, ist doch irgendwie alles doch gut.
 
Ich verlange viel von anderen, ist mir bewusst. Aber ich sehe es doch jetzt am Besten: ich bleibe mehr oder weniger „kontrolliert“, auch, wenn es mir schlecht geht. Und das ist doch sehr wichtig, wenn man selbst merkt, dass man das Gelernte der Therapie doch irgendwie anwenden kann! Wie soll ich es formulieren, dass man versteht, was ich meine… mir geht es nicht gut. Aber ich erkenne es. Bin zwar nicht ganz „positiv“ unterwegs, aber kenne mich in solchen Situationen auch ganz anders. Ich bin seit langem nicht an einen tiefen Punkt angelangt, den ich vor ein paar Monaten sofort erreicht hätte. Ich bin auf eine Art und Weise stark.
 
Andere würden sagen, ich bin faul. Aber ich weiss, was ich leiste. Und es ist ein anstrengendes Leben, sich jeden Tag aufzuraffen, obwohl man am liebsten einfach nicht mehr hier sein würde. Und dies können nur Menschen nachvollziehen, die sensibel sind oder das gleiche durchmachen (mussten). Und natürlich bin ich da Menschen wie Pupa gegenüber hart, welche einfach nur über ihr Leben jammern und nichts daran ändern.
 
Denn ich jammere nicht immer. Vor allem nicht vor anderen Mitmenschen. Ich bleibe hart, kämpfe, gebe mein Bestes (wenn auch reduziert). Ich versuche, mein gelerntes Wissen anzuwenden und sehe nicht sofort alles schwarz. Lasse doch die heiteren Momente zu und sehe nicht nur alles schwarz oder weiss. Und sie ist in dieser Hinsicht ganz anders. Wenn es ihr mies geht, dann richtig. Sie hasst ihre Stimmungsschwankungen und möchte einfach nichts von der Therapie anwenden.
 
Und doch reibt es mich enorm auf, dieses Roboter-Leben. Es bedeutet nämlich, dass ich wirklich kaum etwas an mich heranlasse. Gleichzeitig merke ich meine Fortschritte. Ich denke nicht immer das schlechteste von den Menschen, kann doch abschalten, wenn ich Zeit mit ihnen verbringe und mein Äusseres ist in meinen selbstzerstörerischen Gedanken nicht sofort Hauptthema. Ich denke nicht sofort, dass mich alle dumm, hässlich und nervig finden. Verkrieche mich nicht sofort. Kann in gemeinsamen Momenten abschalten. Und doch, wenn ich alleine bin, hüllt mich diese Hülle der Einsamkeit schnell ein und ich spüre einfach meinen Körper nicht. Bin meist leer. Ich habe einfach keinen Bock, fühle mich ausgelaugt und müde. Wie soll ich es anders erklären, wenn es sich so anfühlt?
 
Keine Ahnung, ob es Spätfolgen meiner Operation sind. Vor allem die monatelange Kortison- und Morphiumeinnahme davor und danach. Dann der schwere Einstieg zurück ins Berufsleben, die zwischenmenschlichen Aspekte, meine Diagnose, die Therapie, andere Umstände und ja, sogar der Zyklus einer Frau ist sehr aussaggebend! Meist zwei bis drei Tage davor fühlen sich die meisten Frauen nämlich wirklich unwohl, sind sehr unzufrieden mit sich selbst und der Umgebung sowie den anderen und sind sehr reizbar und zickig. Und ich weiss dann immer genau: „Ooou, ist wahrscheinlich gleich mal wieder so weit.“
 
Ich weiss einfach nicht, wie ich es besser benennen soll. Ich bin anwesend, aber nicht ganz. Gebe mich anderen gegenüber normal, aber weiss gleichzeitig genau, dass es so nicht weitergehen kann. Bin einfach müde. Schlaff. Habe kaum Bock. Mache dann zwar doch mit, gefolgt von einem unendlichen Gefühl der Einsamkeit.
 
Dabei habe ich vor drei Wochen wieder das erste Mal Volleyball (Beachvolley) spielen können. Es hat im Rücken zwar ordentlich geknackst und das Knie hat dann leicht „pulsiert“, aber ich war stolz auf mich und meine Leistung. Selbst, wenn sie sehr minimal war! Ich hatte es gut in der Runde, danach sassen wir einfach noch ein wenig in der Runde beisammen. Und doch… auf der Rückfahrt nach Hause war ich einfach leer. Ausgelaugt. Heulte und ging nach der Dusche sofort ins Bett. Mit einem enormen Einsamkeitsgefühl.
 
Es gibt Dinge, die weiss man einfach. Und ich weiss, dass ich alleine sein werde auf dieser Welt. Alles selbst bewältigen werde (werden muss) und auch einfach früh nicht mehr da sein werde. Und ehrlich gesagt habe ich kein Bock auf solch ein Leben. Denn vieles muss ich einfach - vom Schicksal her gegeben - so hinnehmen. Ich muss mich damit abfinden, dass Kinder einfach nie ein Thema sein werden.
 
Klar, das ist immer noch eine Kopfsache, ich könnte, wenn ich wollen würde. Aber ich bin da nicht allein auf dieser Welt und ehrlich gesagt, bin ich zu verantwortungsvoll, um einfach ein Kind auf die Welt zu setzen, obwohl ich weiss, was das Leben einem an Schläge zu bieten hat. Und den Mann dazu muss man zuerst auch finden und da bin ich halt doch Realistin: ob ich jemals eine Beziehung eingehen werden kann, steht in den Sternen.
 
Sehnsüchte sind da, klar. Einfach jemanden haben, um den Halt im Leben nicht zu verlieren. Aber ich schweife ab, das verstehen nicht alle Menschen. Solche Gedanken führen nur dazu, dass ich mich noch mieser, noch kleiner und noch gepeinigter fühle.
 
In den letzten drei Wochen habe ich gemerkt, wie sehr mir Chicco fehlt. Unser Kater. Die Nähe. Die Streicheleinheiten. Einfach jemand, der merkt, wie es einem geht. Der dann kommt und Zeit mit jemanden verbringt. Ich habe einmal sehr heftig von ihm geträumt und im Traum sogar geweint. Als ich meine Augen aufschlug, weinte ich sogar im realen Leben. Natürlich hatte ich auch noch daran zu knabbern.
 
Und auch sonst belasten mich einige Dinge. Ein Traum mit dem gewissen Mitarbeiter. Da habe ich auch etliche Gedanken, welche ich gerne einfach mal loswerden würde. Aber es fühlt sich nie richtig an. Ich schiebe es vor mich her. Einerseits, weil ich diesen Abstand irgendwie bestimmt gebraucht habe, andererseits, weil es dann einfach zu viel aufwirbelt. Wie der Traum. Denn einer meiner Ängste ist, dass nicht mehr alles gleich sein wird, wenn er zurück kommt. Keine Blicke und Berührungen mehr, wie zuvor. Das wir uns beide in dieser Hinsicht stark verändert haben könnten. Und in diesem Traum war er wie eh und je. So als wolle mir eine Stimme sagen, dass ich mir in diesem Punkt keine Sorgen machen muss. Und in diesem Traum sind wir uns sehr nahe gekommen. Gleichzeitig diese Aktionen von ihm und dann doch wieder das andere krasse Gegenteil. Mit dem Wissen, dass ich mich ja genau gleich verhalte und doch gewisse Empfindungen da sind. Warum sollte es also bei anderen nicht auch so sein.
 
Klar, ich mache mir viel zu viele Gedanken, bevor die Realität überhaupt da war. Und diese kommst vielleicht schon dieses Wochenende rasend auf mich zu. Und ich habe Angst vor der ersten Begegnung.

Menschenmassen im Allgemeinen sind im Moment einfach nicht meins. Ich sitze in einer riesen Menschenmasse und fühle mich doch ganz allein. Klinke mich aus. Stürze mich in die Schwärze meiner Seele. Und daher habe ich auch Angst vor dem Wochenende. Es findet eine Hochzeit eines Mitarbeiters (genau, der launische :-s) statt. Ich bin überredet worden, dort teilzunehmen. Und doch habe ich so ein Gespür, ist es ihm nicht wirklich recht bzw. ich wollte daher lange nicht mit. Aber was macht man nicht alle für die Arbeitsgspänli. Aber ich hasse Hochzeiten. Das wäre schon genug. Und dann noch diese Menschenmasse und die Überzeugung, dass ich mich nicht nur einmal einsam fühlen werde.

Daher habe ich mir ja auch diesen virtuellen Freund an meiner Seite geschaffen. Es geht nicht um das Sexuelle. Es geht einfach darum, dass ich ihn heraufbeschwören kann, wenn ich ihn brauche. Seine Nähe, seine Hand. Einfach die bildliche Vorstellung, dass ich nicht alleine in der Menschenmasse stehe. Mich jemand an der Hand festhält. Und der mir kritisch immer wieder sagt, wie dumm, hässlich und scheisse ich doch bin. Nicht liebens- und lebenswert. Tja, nennt mich sadomasochistisch, ich unterschreib  das sofort!
 
So oder so ist es im Moment einfach nicht gut. Ich bleibe stark, arbeite an mir und versuche, mein Bestes zu geben. Mein Ego lässt etwas anderes gar nicht zu. Aber vielleicht bleibt es hier auf dieser Plattform einfach weiterhin ruhig.
 
Was soll ich gross sagen? Das gleiche, wie bei Mutti: macht euch keine Sorgen. Ich mache keinen Seich. Aber erwartet auch nicht zu viel von mir. Im Moment lebe ich einfach vor mich hin. Ohne grossen Ziele, Wünsche, Bedürfnisse und Sinn(e). Hadere mit mir selbst, meinem Ich, meinen Lebensumständen, meinem Schicksal. Jeder Kämpfer hat seine müden Phasen. Und es ist ja seit Dezember 2013 nicht wirklich leicht. Und unbewusst schon davor nicht. Und das alles kotzt mich teilweise nur noch an.
 
Fakt ist: es war alles schon mal ein wenig leichter.

Mittwoch, 6. August 2014

splitter

Ich wollte mal wieder ein Buch lesen, von dem ich sicher war, dass es mich wahrscheinlich schnell packen würde. Und dies kann man - muss man jetzt ehrlich zugeben - nur am besten erreichen, wenn man einen Autor auswählt, dessen Schreibstil man schon kennt.
 
Und daher kam für mich ein weiteres Werk von Sebastian Fitzek in Frage. Nun habe ich dann bald all seine Werke durch :-). Muss aufpassen, dass ich für meinen Urlaub noch etwas von ihm zu lesen habe, wobei es mir dann teilweise doch zu unheimlich ist. So alleine in grande Italia :-).
 
Zum Klappentext:
 
Was wäre, wenn...
 
Was wäre, wenn wir die schlimmsten Ereignisse unseres Lebens für immer aus dem Gedächtnis löschen  könnten? Und was, wenn etwas dabei schiefginge?
 
Meine Meinung:
 
Ausnahmweise gab es im Innern des Buches nicht eine detalliertere Zusammenfassung. Somit musste ich einfach auf die Gänsehaut vertrauen, welche beim Lesen der  knappen Sätze oben eingesetzt hat.
 
Es geht um einen Mann, welcher Frau und ungeborenes Kind durch einen Selbstunfall verloren hat. Er hat stark damit zu kämpfen (psychisch wie auch körperliche Spätfolgen). Wie es der Zufall wird, erblickt er ein Inserat einer rennomierten Klinik in einer Zeitung und meldet sich daraufhin. In der Hoffnung, das grausige Ereignis aus seinem Gedächtnis löschen zu können.
 
Natürlich verläuft nicht alles, wie geplant. Wer Fitzek kennt, weiss, dass die Geschichte nun erst recht losgeht. Ein Ereignis jagt das nächste und schnell ist man in einer Erzählung drin, in der der Hauptakteur schlussendlich nur noch um sen Leben kämpft und darum, nicht ganz seinen Verstand zu verlieren. Und verschiedenste Menschen kreuzen dabei seinen Weg.
 
Die Geschichte beginnt schnell. Sie ist spannend und Kapitel sind kurz gehalten. Auch diese Enden immer so gut, dass man einfach schnell die nächsten Seiten lesen möchte, um einfach beruhigt aufatmen zu können, dass es doch anders gekommen ist, wie befürchtet. Fitzek zeigt einem immer wieder verschiedene "Lösungsansätze", die einem gar nicht bewusst werden, wenn man einfach nur noch liesst, mitfiebert und sich somit wie selbst in der Geschichte gefangen fühlt. Man wird zu diesem Hauptakteur, liesst nicht nur noch von ihm.
 
Bis zur Mitte war ich noch voll drin. Dann wurde es selbst mir zu komisch und irgendwie auch... ich weiss nicht. Fast zu viel des guten an psychischen Spielchen. Aber ich blieb dran.
 
Das Ende hat mich wirklich ein wenig ratlos zurückgelassen. Es gab anscheinend wirklich keine andere Lösung und doch fand ich es dann fast zu überspitzt. Ansonsten waren die Enden bis jetzt für  mich immer halbweg nachempfindbar bzw. ich konnte es mir einigermasen so vorstellen, wenn auch nur als sehr guten Spielfilm.
 
Ich bin schlussendlich zweigeteilt. Ab Mitte bis Schluss wurde es mir einfach zu bunt. Zu viel des Guten. Und da braucht es bei mir nicht Blut, Gedärme und Killerangriffe en masse. Da reicht einfach ein Psychospielchen an Fitzek.
 
Er hinterlässt mich mit etlichen Fragen. Was würde ich tun? Wie würde ich als Hauptakteur reagieren, wenn eine gesamte Familien so handeln und agieren würde? Gibt es das wirklich im Wahren leben? Und wie weit geht man, um sein Leben zu retten bzw. ein anderes? Wie schlimm müssen Konfrontationen sein, damit man sie einfach nur vergessen möchte bzw. Knall auf Fall vergisst, weil man so geschockt ist von dieser einzig richtig scheinenden Lösung?
 
Bestimmt einen Versuch wert. Aber auch nicht das beste Werk von Fitzek. Nun mache ich mich bald an "Das Kind" ran. Gemäss meinen Recherchen eines seiner besten Werke. Aber zuerst beende ich noch ein aktuelles von Strobel. Nebst Fitzek und Franz (mein Lieblings-Krimi-Autor) ein weiterer Thrillerschriftsteller, den ich per Zufall kennen - und lieben - lernen durfte.