Freitag, 10. Februar 2012

einfach nicht mein tag

Heute ist eigentlich Babbos Geburtstag. Ich bin ihm gegenüber eher noch vorsichtig und meine Annäherung wird doch mehr Zeit benötigen, als uns allen in der Familie bewusst ist. Und doch setzte ich mich ab und zu an den Mittagstisch und esse mit meiner Familie. Trotzdem esse ich im Moment sehr unregelmässig, teilweise tagelang kaum etwas, um danach wieder einen Frustfresstag einzusetzen. Ich weiss, dass dies nicht gut ist und warum mein Körper so reagiert, wie er reagiert. Aber es gehört im Moment zu meiner verzweifelten Situation.

Er hat sich nie explizit für seinen Spruch entschuldigt, mich jedoch trotzdem umarmt und gemeint, dass wir endlich wieder Frieden schliessen sollen. Dass ist jetzt vielleicht gut zweieinhalb Wochen her. Und doch ist es so für mich noch nicht ganz getan. Anscheinend wusste er schon, was er falsch gemacht hatte. Meine Mutter hatte es ihm unter die Nase gerieben und meine Schwester meinte einmal auch frech zu ihm, dass er sich nach einem solchen Spruch nicht über mein Verhalten wundern soll, als er einmal gespielt fröhlich in mein Zimmer gefragt hatte, ob ich immer noch hässig mit ihm wäre.

Da ist und bleibt meine Schwester mit ihren direkten Art halt doch gut.

Soll aber nicht das Thema meines Eintrages sein. Es war einfach ein echt blöder Tag heute. Obwohl er gut gestartet hatte. Aus Jux bin ich mein Horoskop lesen gegangen. Darin stand:

(Quelle: Blick vom 10.02.2012)


Ich dachte mir, dass es also vielleicht mal wieder ein richtig guter Tag werden könnte und war dementsprechend motiviert. Naja... bei den Vorbereitungen gingen die guten Vorsätze flöten. Ich weiss nicht, warum, aber kennt ihr dieses Gefühl auch? Jahrelang gelingt einem etwas und plötzlich will es nicht mehr! Vielleicht klingt das jetzt kindisch, aber bei mir ist das mit dem Lidstrich so. Ich habe ihn immer locker aus der Hand hinter mich gebracht. Ansetzen, durchziehen und fertig ist der perfekte Strich! Aber seit ein paar Wochen will es einfach nicht mehr... Er scheint mir zu ungleich, zu fett, zu dünn, zu schmierig, zu farblos... Ich weiss auch nicht.

Heute musste ich mich sage und schreibe 4 (!!!) mal abschminken, weil es einfach nicht wollte. Ich war immer genervter und zum Schluss schmiss ich den flüssigen Eyeliner zurück hinter den Schminkschrank und benutzte danach einfach schwarze Farbe mit einem Pinsel. Als ich dann die Grundierung auftragen wollte, sah ich wie ein Gespenst aus und durfte auch da von vorne beginnen. Vom ganzen Abschminken schmerzte und brannte meine Haut mit der Zeit und ich war auf 180zig.

Ich schaffte es immerhin auf den Zug und machte es mir bequem. Es ging nicht lange und ich hatte meine Ruhe nicht mehr. Es setzten sich zwei Frauen in das Abteil neben dem meinen und begannen los zu plappern. Es gibt Tage, an denen kann ich es echt nicht haben und heute ist so einer gewesen. Eigentlich reicht es dann, wenn ich einfach nur Musik höre, aber die haben SO laut gesprochen, dass ich die Musik einfach nicht mehr vernehmen konnte! Ich bin eigentlich nicht so und hasse es, wenn man die Musik aus den Stöpseln hören kann, aber heute war mir eh schon alles egal. Ich drehte voll auf und nahm nach ein paar Minuten zufrieden zur Kenntnis, dass sie ihre Lautstärke gedämpft hatten. So macht man das!

Der Kurs war solala. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell Menschen da über ihr Privatleben plaudern. Sie fragen einen direkt aus, was man hat und warum man hier ist (ich habe da nur etwas genuschelt, keine Sau weiss, was bei mir los ist) und dann plappern sie einfach munter weiter. Ich weiss nicht, warum Menschen da keine Hemmschwelle haben! Ich bin da eher vorsichtig und ehrlich gesagt schreckt es mich ab, wenn dann sogar Männer in meinem Alter ankommen und einfach alles frei von der Seele sprechen. Klar, wir sind alle bei der gleichen Institution, aber doch finde ich, sollte man mit so richtigen Privatgesprächen eher warten...

Nicht falsch verstehen: ich habe nichts gegen gute Gespräche und man fühlt sich irgendwie auch geehrt, wenn man so einen vertrauensvollen Eindruck erweckt. Aber wenn mir eine Teilnehmerin dann gleich ihre ganze Leidensgeschichte und dann noch die Stories ihrer Kinder erzählt, wird es mir dann doch zu viel (da muss man doch auch an die Privatsphäre der Kinder bzw. Drittpersonen denken!).

Ich konnte mich spätestens nach der Erkenntnis, dass das Profil eines Typen vom Kurs im gleichen Alter wie ich dem vom Giovanni verdammt ähnlich sieht (zumindest mal Haaransatz, Stirn, Augen und erster Teil der Nase), nicht mehr konzentrieren. Einmal mehr fluchte ich an diesem Tag auf und hätte mir am liebsten die Haare vom Kopf gerissen. Da läuft mir dieser Nachbar in Gedanken nach, obwohl NIE mehr zwischen uns gelaufen ist und dass auch nur, weil ich ihn durch einen blöden Moment zur falschen Zeit angeschaut habe. Ich könnte mir echt selbst den Hals....!!!

Aber wie im letzten Eintrag betreffend nicht gerade gewünschter Begegnungen mit Nachbarn schon geschrieben, wird mich das vielleicht noch zwei Tage beschäftigen und danach habe ich wieder meine Ruhe. Das liegt wahrscheinlich einfach daran, dass ich eine sensible Frau bin, die teilweise einfach zu gerne und leider auch zu schnell wieder in Grübeleien versinkt.

Heute ist mir mal wieder bewusst geworden, wie toll es sich anfühlt, wenn man einfach wie ein Roboter funktioniert. Nicht falsch verstehen: mir ist bewusst, warum wir Menschen Emotionen empfinden und wofür die gut sind (das wurde mir in der Selbsthilfegruppe und wird mir auch noch von der Therapeutin regelmässig eingetrichtert). Aber wenn es mir dann so verschissen geht, wie heute, dann ist es mir einfach lieber, wenn ich gar nichts empfinde und keine üblen Gedanken und Gefühle habe, die mich einfach nur ausbremsen und mich schlechter fühlen lassen. Gegen gute Emotionen habe ich nichts einzuwenden, nur soviel, dass sie leider nicht lange anhalten. Darum hoffe ich, dass ich bald wieder "roboterartig" handeln und mein Leben bewältigen kann. Einfach nur funktionieren und gut ist.

Und doch steht man da und würde am liebsten einfach jeden anschreien, wie blind und egoistisch man eigentlich sein kann! Warum merkt niemand, wie verschissen es mir geht? Wie anders ich bin? Und wenn etwas kommt, klingt es vorwurfsvoll.

Ja, ich erzähle im Moment nichts über das, was bei mir passiert. Und trotzdem finde ich es nicht gerechtfertigt, dass ich so unsichtbar bin und wie Luft behandelt werde.

Wie blind muss man sein? Wie egoistisch kann man sein? Egal, ob es kindisch empfunden wird oder weiss ich was, aber ich tue es genau gleich. Ich nehme die wichtigsten Informationen auf und ansonsten bin ich gleichgültig. Wenn mir etwas erzählt wird, bitteschön. Aber man soll ja nicht zu viel an Hilfe und Ratschläge von mir erwarten. Ich reisse mir einfach den Arsch für niemanden mehr auf. Nicht, wenn ich so behandelt werde. Dafür ist mir meine Kraft einfach zu wichtig im Moment. Mein Nervenkostüm ist unheimlich dünn und ich will nicht toal den Verstand verlieren. Denn dann bin ich bereit für eine Einlieferung.

Ein paar Wochen schon lebe ich einfach so in den Tag hinein. Ich erledige alles, was ich machen muss, erwarte aber nicht mehr viel vom Leben. Frage mich einfach öfters, warum ich hier bin, wenn ich doch nichts dazu beitragen kann und so übersehen werde. Welche Aufgabe ich hier habe und vor allem wünsche und sehne ich mir den Tag herbei, an dem ich einfach endlich gehen kann.

Es ist schwer nachvollziehbar, ich weiss. Und doch fühlt es sich für mich genau so an. Mir ist mein Leben so gleichgültig geworden, dass ich jeden Tag mit dem Ende rechne. Es fühlt sich auch so an, dass ich nicht mehr viel zu erwarten habe bzw. erwarten soll von diesem Leben.

Und doch sind da immer wieder diese Sehnsüchte nach einer einfachen, innigen Umarmung, welche eine enorme Auswirkung haben würde. Aber auch damit finde ich mich ab. Eine starke (und ja, Schande über mich!) männliche Schulter werde ich auch in den nächsten Tagen nicht auftreiben können.

Ich fühle mich minderwertig, unsichtbar und unscheinbar.

Ich sollte aufhören, gleich bekomme ich Besuch. Ich erlöse euch nun für heute. Es waren gerade ein paar Einträge auf einmal. Hat sich alles irgendwie angestaut, obwohl ich mir vorgenommen habe, kürzer zu treten.

Aber das Schreiben tut mir halt gut.

Immerhin etwas.

chinesischer abend

Gestern habe ich mich ja mit meinem Sonnenschein getroffen. Sie ist vor bald zwei Jahren aus der Region in die Innerschweiz gereist. Da liegt unter der Woche, wie leider auch am Weekend, nicht viel drin. Ich verstehe sie total, wenn sie nach Hause will zum Schlafen. Und auch mit dem Zug braucht sie da schnell gute 90 Minuten.

So haben wir uns in ein chinesisches Restaurant gesetzt und lecker, wie auch preisgünstig, gegessen. Es war ungewohnt, denn eigentlich habe ich bis jetzt kaum etwas alleine mit meinem Sonnenschein oder Bonita gemacht. Zusammen mit dem Dreamteam ja.... alleine eher weniger.

Es war aber eine schöne Erfahrung. Sonnenschein hat sehr offen gesprochen und auch viel mehr, als ich gedacht hatte. Das soll nicht böse klingen, aber wenn wir zu dritt unterwegs waren, hat sie eher zugehört und nicht immer nur von sich gesprochen. Da waren ich oder Bonita-Chiquita-Lolita aktiver. Aber ich fand es sehr schön und irgendwie beweist es einem auch, wie gross das Vertrauen ist. Wir haben Dinge besprochen, die mir bis jetzt kaum von ihr bekannt waren. Ich wusste sie zwar, weil ich sie während der Lehre am Rande mitbekommen habe, aber ich hätte dazumals nie gedacht, dass wir nach der Berufsschule noch so intensiven Kontakt beibehalten.

Ich habe jedoch bei einer Sache gestutzt. Mir ist bewusst, sind es beste Freundinnen und da habe ich überhaupt nichts gegen. Aber irgendwie stimmt mich die Tatsache doch traurig... Es geht darum, dass mir ja Bonita einmal gesagt hatte, dass sie am liebsten nur ihren Freund zum Verabschieden mit an den Flughafen nehmen will. Ich war natürlich entrüstet, behielt es jedoch für mich. Wie sie der Beziehung gegenüber eingestellt ist, würde sie es nicht verstehen.

Anscheinend sind doch ein paar Freundinnen mit an den Flughafen. Ich habe nicht weiter nachgefragt, ob es abgemacht oder eine Überraschung war. Aber irgendwie hat es mich doch getroffen. Es sei dahin gestellt, ob ich gegangen wäre oder nicht (ich tue mir doch nicht freiwillig sie mit ihrem Freund an!), aber doch fühlt es sich irgendwie ganz komisch an, dass man nichts davon gewusst hatte...

Kompliziert zu erklären.... aber ich denke, man weiss, was ich meine.

eindruck & wirkung...

... können unterschiedlicher nicht sein. Eindruck und Wirkung kann einen selbst betreffen, es kann sich dabei jedoch auch um einen Eindruck und die Wirkung eines anderen auf einen selbst handeln. Es gibt verschiedene Formen. Bei mir ist es folgende:

Meine Wirkung auf andere ist nicht gleich mit meinem Eindruck über mich bzw. von mir selbst.

Das geht mir immer wieder so, wenn ich mich mit meinem Berater dieser Stiftung treffe, bei der ich angemeldet bin. Der nimmt mir immer wieder den Wind aus den Segeln.

Es ging ja vor kurzer Zeit mal um mein Bewerbungsfoto. Ich käme da anscheinend ganz anders rüber als jetzt. Dabei ist es keine drei Jahre alt. Ich will kein neues Foto machen, weil nur ich wissen kann, wie sehr ich danach wieder mit meinem Selbsthass und meinem Kritiker zu kämpfen habe. Kein Foto wird mir gefallen und ich finde, das vermittelt dann schlussendlich das Pix auch. Ich kann nicht grinsen und dann denken: "Mein Gott, siehst du scheisse aus. Schau mal deine Haare.... wäh und deine Zähne erst!"

Es geht einfach nicht.

Er hat am Dienstag nochmals nachgefragt, ich habe einfach bestimmt abgelehnt und gemeint, dass ich es im Moment nicht packen und hinter keinem Foto stehen könne.

Natürlich versuchte er danach, mit Argumenten dagegen anzukommen. Wie viel positiver meine Ausstrahlung nun wäre (ich frage mich, wie er das beurteilen will. Ich finde das überhaupt nicht!) und dass ich live total überzeugen würde. Ich wäre eine ganz sympathische, aufgestellte, kompetent wirkende und unkomplizierte Frau. Nun ja, meine Reaktion darauf könnt ihr euch wohl denken.  Ich konnte dem Blick nicht standhalten, nestelte an meinem Schal herum und dachte mir meinen Teil (bzw. der Selbsthass, Kritiker, der niedrige Selbstwert und das überhaupt nicht vorhandene Selbstvertrauen übernahmen ihren "Job" wieder).

Ich weiss auch nicht, warum ich mich seit einem Jahr davon leiten lasse. Es ging vor drei Jahren mit Motivation los, ich war dabei, machte alles, was von mir verlangt wurde und arbeitete hart an mir. Ich kämpfte und gab mein Bestes.

Fakt ist: ich habe dafür bis jetzt nicht das bekommen, was mir meiner Meinung nach zusteht. Ich bin eher bestraft worden. Finde keinen Job, habe Probleme mit meinen Haaren und hasse mein Selbstbild und mit der Männerwelt wird es wohl auch nie zu einem grünen Zweig kommen. Überall stehe ich nur da und schaue den Leuten zu, wie sie ihre Träume erfüllt bekommen.

Und nein, kommt mir jetzt bitte nicht mit: "weiterkämpfen!". Irgendwann einmal kann man einfach nicht mehr. Ich habe über drei Jahre lang gekämpft und werde nur noch weiter bestraft. Ich sehe einfach das Ende des Tunnels nicht mehr und so hart es klingen mag: man fragt sich einfach immer öfters, was eigentlich die Aufgabe eines Menschen auf der Welt ist, wenn man so wenig Beachtung und Aufmerksamkeit in jeglicher Lebenslage (zurück)erhalten bekommt.

Lange Zeit war ich überzeugt davon, dass es mir sofort besser gehen würde, wenn ich meine Haare wieder in Ordnung hätte. Klar, es gibt einem wieder Selbstwert zurück, wobei ich bezweifle, dass ich danach wieder total im Einklang mit meinem Körper wäre, wie früher. Warum wohl werde ich das alle mit Essen und Einkaufen kompensiert haben? Genau, damit ich mich genau mit solchen hässigen Gedanken mir selbst gegenüber nicht quälen muss. Aber hätte ich mit einer "normalen" Haarpracht meine Versagensgedanken gelöst? Nein, denn ein Job wäre immer noch nicht in Aussicht.

Fakt ist: ich brauche einen Job. Und muss lernen, mich wieder selbst lieben zu können. Muss erfahren, dass ich meinem eigentlichen ICH vertrauen kann und nicht den Kritiker unterstützen soll.

Es hat sich nach Italien so gut angefühlt. Und mein Handlungsimpuls, einfach nach Italien abzuhauen, wird immer stärker. Vermissen würde mich hier kaum jemand. Und ich stehe echt kurz davor, meine Sachen zu packen, obwohl ich weiss, dass es dort überhaupt nicht leichter werden würde.

Und in dieser Zeit wünscht man sich einfach mal wieder eine Schulter und einen ehrlichen Mensch, der einen einfach in den Arm nimmt, egal, wie sehr man sich dagegen ansträubt. Der einem sagt, wie toll man ist. Das man hübsch ist, egal, was einem wiederfährt. Das man liebes- und lebenswert ist.

Und ja, ich wünsche es mir im Moment um Welten mehr von einem Mann, als von einer Mutter, einer Schwester oder einer Freundin (wobei ich das so oder so im Moment nicht erlebe, weil es keine Sau tut). Und das will etwas heissen, denn eigentlich halte ich nicht viel von unserem Gegengeschlecht. Teilweise ist mir mein Leben im Moment so egal, dass ich gegen all meine Prinzipien verstossen möchte und mich sogar mit einem dahergelaufenen Wichtigtuer oder Macho einlassen würde. Aber das zählt definitiv nicht mehr zu meinen Einstellungen zum Thema Beziehung und Liebe. Und das macht mir Angst. Denn ich stehe nicht auf schnelle und oberflächliche Dinge. Ich bin mir selbst viel mehr Wert als nur eine Affäre zu spielen. Aber nicht einmal dafür würde ich einen Typen finden, da ich sowieso keinen einzigen Mann auf dieser Erde interessiere bzw. etwas in der Art bei einem Herrn erwecke.

Nein, nichts darauf äussern. Ich bin dieser Meinung. Und das nicht erst seit gestern. Da lasse ich mir nicht reinreden.

Donnerstag, 9. Februar 2012

alltag & peinlichkeiten

Ich wusste nicht, wie ich diesen Eintrag benennen sollte, daher habe ich mich einfach dazu entschlossen, die Labels zu nehmen ;-).

In der letzten Zeit sind echt viele Peinlichkeiten passiert. Erst gerade letzten Dienstag war ich nach dem Kurs auf dem Weg zum Bahnhof und als ich die Unterführung runter wollte, habe ich wahrscheinlich die letzten beiden Stufen übersehen. Schnell landete ich auf den Knien und konnte mich zum Glück noch vor den nächsten Stufen auffangen (eine Treppe war zu Ende, die andere begann knapp vor meinen Fingern). Ausserdem hatte es kaum jemand mitbekommen. Ich stand auf und lief einfach weiter. Die Wunden trage ich heute noch *g*.

Vorgestern nach dem Kurs stieg ich bekannte Stufen erneut herunter, als plötzlich ein junger Typ um die Ecke geschossen kam und ebenfalls hoch stolperte. Nur mit dem Unterschied, dass ich fast als Auffangnetz hinhalten musste ;-)! Er schaffte es zum Glück, sich noch vor meinem Bauch selbst aufzufangen (seine Hände waren gegen meinen Bauch gestreckt, er hatte mich jedoch in keinster Weiste berührt).

Tja... es ging im Zug weiter. Ich war hundemüde und eigentlich schlafe ich im Zug nie. Gedöst habe ich zwar  auch schon, aber einschlafen? Nö. Vorgestern ist es mir passiert. Um die Zeit (der Kurs findet nachmittags statt und endet zu einer Rush-Hour *grml*) war der Zug überfüllt und es machte alles nur peinlicher. Es war ruhig, bis ein lautes "Schnarch!" das Abteil füllte. Bevor ich meine Augen öffnen konnte, war ich schon dunkelrot angelaufen. Ich wollte im Boden versinken und als ich meine Augen öffnete, verstand ich die Welt nicht mehr. Niemand schaute mich an, sondern einen Mann ein paar Sitze weiter vorne. Ich war so was von erleichtert und der schnarchte einfach in aller Seelenruhe weiter *g*!

Gestern Nachmittag war ich mit meinem Bruder unterwegs. Ich war erstaunt, aber irgendwie auch glücklich darüber. Ich wollte nämlich etwas für meinen "Sunnäschii" kaufen, weil ich sie heute Abend treffe. Zwar hat sie erst am 20. Februar ihren Geburtstag, aber ich glaube, wir sehen uns bis dahin nicht noch einmal.

Es ging schon "komisch" los. Und eigentlich sollte ich da mehr auf mein Gefühl achten. Im Nachhinein denkt man sich immer, dass man es wissen und erahnen hätte müssen. Nicht umsonst passieren genau an solchen Tagen diese "unerklärlichen" Vorfälle.

Meine Scheibenwischer waren wohl total tiefgefroren und als ich die Scheibe putzen wollte, blieb die Hälfte der Flüssigkeit über die ganze Frontscheibe sitzen. So konnte ich natürlich nicht weiterfahren. Notgedrungen mussten wir halten (zum Glück waren wir noch im Dorf!) und mein Bruder organisierte eine Flasche Wasser. Er hatte einen totalen Lachflash und ich musste früher oder später auch nachgeben und mitlachen. Sah schon lustig aus. Danach konnte es dann endlich raus auf die Autobahn.

Wir hatten eine gute Zeit, ich fand mein Geschenk und mein Bruder kaufte sich zudem zwei Videos, die wir uns mit meiner Schwester dieses Weekend anschauen werden.

Und irgendwie habe ich es mit den Männern diese Woche. Als wir den Gang des Zentrums entlang schlenderten (ich bin nicht gerade die Dickste, aber auch nicht die Dünnste), lief fast ein junger Mann in mich rein! Ich meine, sooooo unsichtbar bin ich nun auch nicht, obwohl... vielleicht doch so unscheinbar :-)? Hoffentlich nicht... obwhol... Ach, lassen wir es, lange Geschichte. Wir wären fast ineinander geprallt und ihr kennt diese Situation bestimmt auch: man nähert sich, beide weichen nach links, beide nach rechts..... doch wieder nach links... oder lieber Mitte?... nee, rechts! Nein, doch nicht. Peinliches Gekicher und in weitem Bogen aneinander vorbei *lach*!

Das war es auch mit dem lustigen Teil. Auf dem Nachhauseweg, und ich könnte mir echt an den Kopf dafür schlagen, blieb mein Blick genau an dem Auto haften, an dem es am wenigsten sollte. Es ist wie, wenn man in einer Bar ist und einer Person begegnet, die man nicht sehen möchte. Man beachtet sie den ganzen Abend über nicht, aber genau in einer unbedachten Sekunde kreuzen sich die Blicke doch. Danach ist es noch peinlicher, weil beide Beteiligten wissen, dass man sich gesehen hat und es trotzdem immer noch ein unangenehmes Gefühl ist, wenn man nicht aufeinander zu geht.

Wir waren keine 500 Meter in der Nähe unserer Wohnung als ich zu spät schaltete, dass ich das Auto von Giovanni angepeilt hatte. Wer sass drin? Natürlich mein lieber Nachbar! Und unsere Blicke hatten sich gekreuzt, wie sollte es auch anders sein *fluch*! Und nun kommt mir diese Situation immer wieder wie ein Gedankesblitz in den Sinn und ich versuche alles abzuschütteln, was mit rauf kommt. Ich habe keine förige Zeit für einen Mann und eine Sache, die für mich schon längstens abgeschlossen ist. Und doch kommen Erinnerungen hoch.

Da komme ich auf seastorm zu sprechen (in Sachen Gemeinsamkeiten, die ich in meinem Kommentar bei dir erwähnt habe :-)). Zwar sind wir nicht in der gleichen Situation, was die Beziehung zu diesen Typen betrifft, aber doch kann ich ihr in diesem Gefühl ganz gut nachfühlen.

Ich war nie mit Giovanni zusammen. Und doch ist vieles zwischen uns (meiner Meinung nach) ungeklärt. Wer meinen früheren Blog kennt, weiss, wovon ich spreche  (er hatte da eine Zeit lang eine eigene Rubrik). Es ist eine lange Geschichte und irgendwie stehe ich doch immer wieder an dieser an. Teilweise vergehen 9 Monate, dann wieder nur ein paar Wochen. Und als er letztes Jahr auch in Apulien war, blieb mir das Herz stehen. Obwohl eigentlich nie etwas Schlimmes zwischen uns passiert ist, geschweige denn war! Und das finde ich krass.

Aber es sind Sachen vorgefallen, die wir bis jetzt nie miteinander besprochen haben. Und um ehrlich zu sein: "unsere Geschichte" ist vor schon bald 9 Jahre vorgefallen, was will man da noch angekrochen kommen und miteinander anschauen wollen (vor allem, will ich das wirklich oder dann doch wieder nicht, weil ich eh kneife... was bringt es mir und und und). Es ist und bleibt eine blöde Idee, selbst dann, wenn man nichts mehr voneinander wollen würde. Auf der anderen Seite will man doch seine Gerechtigkeit erfahren und hat auch Recht auf die Beantwortung seiner offenen Fragen. Denn: irgendwie steht man sich dann doch wieder gegenüber (auch, wenn es nicht häufig vorkommt) und weiss ganz genau, dass da etwas zwischen einander war oder ist oder weiss ich was. Und das fühlt sich eklig an.

Ich weiss nicht, was in seinem Leben vor sicht geht und umgekehrt ist es genau so. Ich war nie in ihn verknallt, nur weiss ich es umgekehrt nicht. Ich habe ihm nie gesagt, dass ich mehr von ihm will und in dieser Geschichte müsste ich demzufolge auch keine Angst haben. Ich bin mir keiner Schuld bewusst und eigentlich bin ich zufrieden damit, haben wir so wenig miteinander zu tun und wissen kaum etwas voneinander. Und doch fühlt es sich immer wieder so an, wie es seastorm beschrieben hat. Ich gehe Giovanni bewusst und wann immer ich kann aus dem Weg und vermeide zufällige Begegnungen. Es ist einfach ein unangenehmes Gefühl und man hat einfach immer den Gedanken im Hinterkopf, dass Unausgesprochenes zwischen einem normalen Gespräch oder / und Umgang steht und man dem irgendwie durch zufällige Begegnungen entkommen möchte. Komische Sache, schwer zu erklären.

Ich bin jedoch überzeugt davon, dass die meisten wissen, was ich damit meine :-).

So, bald treffe ich mich mit meinem Sonnenschein. Ich war heute Morgen früh auf den Beinen, habe mein Zimmer, die Dusche, das Wohn- und Esszimmer sowie die Küche geputzt, gesaugt und feucht aufgewischt. Nach einer Beautysession gab es Mittagessen und nun trocknen meine frisch lackierten Fingernägel. Im Moment bin ich da wieder total kreativ. Alle zehn Nägel sind mit Perlmutweiss grundiert, wobei ich bei beiden Händen bei Mittel- und Ringfinger eine graue Diagonale gemacht und gegen oben ausgemalt habe. Sieht sehr edel und toll aus :-).

Habt einen schönen Tag!

Mittwoch, 8. Februar 2012

glücksmoment gefunden

Es war erst im September 2011 als ich am Strand in Torre del' Orso sass und zum letzten Mal für lange Zeit den Wellen beim Tanzen zuschaute, mich abkühle, den Sand unter den Füssen fühlte, raus ins offene Meer lief (ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter, bis beide Schultern unter dem Wasser waren (genial, müsst ihr auch mal machen!)), die Augen schloss und einfach nur dem Ambiente um mich herum lauschte.

Dort versprach ich mir (eigentlich war es auch ein Befehl :-)), dass ich mich immer daran erinnere, sollte es mir mal schlecht gehen. Es ist eine gute Methode, und es nutzt sich auch nicht ab. Ein guter Skill.

Und doch: manchmal ist einem nach mehr. Ich möchte nicht tagtäglich ans Meer denken. Die Sehnsucht wird dann nur zu stark. Und doch musste ich mir nach meinem letzten Eintrag zum Thema glücklich sein etwas einfallen lassen.

Da ist mir etwas in den Sinn gekommen: "La Gina"!

Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich noch gar nicht alle Bilder von meinen Ferien gezeigt habe (wobei ich mich die letzten Jahre mit dem Fotografieren eher zurück gehalten habe. Ich muss nicht jedes Jahr zig tausende von Fotos schiessen. Ich kenne "Lu Salentu" (die Region ;-)) langsam inn- und auswendig und die Alben sind auch auf dem neusten Stand. Wenn ich Pix mache, dann von der Familie. Aber die bleibt heilig und wird hier nicht veröffentlicht).

"La Gina" war mein Mietauto. Als ich es abholen ging, waren mir die fast 900 Euro für 6 Wochen echt zu schade. Ich war geschockt.

Ich meine: 25 Euro / Tag (!!!) für ein Auto (???) ohne Klimaanlage (!!!).

Mit der Zeit jedoch schlich sie sich in mein Herz. Tolle Fahrten und Zeiten sind mir in Erinnerung geblieben. Sie hatte ordentlichen "Pfupf" und obwohl keine Klimaanlage vorhanden war *schwitz*, wollte ich sie am Schluss nicht mehr gehen lassen.

Bei uns gibt es viele staubige Landstrassen. Da ist nichts geteert oder so. Es war ein echter Spass da so durch die Landschaft zu düsen, keine Rücksicht nehmen zu müssen, die Räder spulen zu lassen und den Sand aufzuwirbeln. Ich will nur noch betonen, dass ich eine anständige Autofahrerin bin ;-)!

Es hat echt Spass gemacht. Ein Prachtauto. Für die Verhältnisse in good old Giurdignano (LE).

Nicht erschrecken. Viel Spass beim "Was-Noch-Heil-Ist-Suchen" (wird nämlich schwieriger, als den Schrott zu finden ;-))!

Und ja.... mir geht es irgendwie besser... wenn es auch nur ein kleines Lächeln war, dass meine Lippen umspielt hat und es nach wenigen Sekunden wieder weg ist (auch das gute Gefühl). Aber immerhin.... in Erinnerungen schwelgen hat ab und zu doch etwas Gutes.

PS: die Bilder sind bewusst etwas von mir vergrössert worden. Mir ist nämlich aufgefallen, dass Fotos, die ich aufgenommen habe, eher kleiner ausfallen als die, die ich vom Internet abspeichere... Tipp: auf das erste Bild klicken und Diashow geniessen, hehe.

























Montag, 6. Februar 2012

abendplanung voller serien

Ich war schon ein wenig genervt, wurden in den letzten Wochen nur alte Folgen von "Danni Lowinski" und "Der letzte Bulle" gebracht. Klar, es hat auch seine guten Seiten, vor allem, wenn man eine Sequenz sehr gut fand, eine Folge verpasst hatte oder sich einfach wieder in die ganze Materie einsehen wollte, um dann top informiert mit der neuen Staffel weiter zu machen.

Und doch sind diese Formate doch meistens so, dass man gut mitkommt. Selbst dann, wenn man die ersten zwei Staffeln nicht mitverfolgt haben sollte.

Aber heute hat das Warten ja endlich ein Ende :-)! Von nun an ist der Montagabend voll von Serien, die ich schauen und aufnehmen will. Alle laufen nämlich mehr oder weniger gleichzeitig. Die beiden Exemplare auf Sat1 nehme ich auf, sodass ich die Werbung danach gelassen wegzappen kann.

Mein heutiger Abend sieht wie folgt aus:

1. Desperate Housewives


2. Traumfrau gesucht (wobei ich mich frage, warum ich mir DAS antue (wahrscheinlich gefällt es mir einfach, mich über drei echt hirnlose und dumme Männer lustig machen zu können. Gibt teilweise Aktionen, die mich wirklich nur den Kopf schütteln lassen))


3. Der letzte Bulle (ich liebe diesen Schauspieler und die Person, die er verkörpert einfach! Ein Brummbär mit harter Schale und doch weichem Kern (mit totalem Beschützerpotenzial))


4. Danni Lowinski



Wie ihr sehen könnt, viel vor! Und doch war ich nicht ganz so unproduktiv den Tag über. Ich habe meine Bewerbungen aufgestellt, verpackt und zum Versand bereit gemacht, die Steuererklärung meiner Schwester erledigt (nun fehlt nur noch die meiner Eltern (die von mir, Zio und Bruder sind bereits gemacht --> ich mache das einfach zügig, weil ich das ungern herausschiebe und damit mit der Abrechnung kein grosses Chaos entsteht)), mit Schila die Sonne am Nachmittag genossen (wegen Kälte nur 10 Minuten), weiter im eigenen Krimi gelesen und den Nachmittag im Bett verbracht.

Sonntag, 5. Februar 2012

einfach mal wieder glücklich sein

Mir ist schon klar und bewusst, muss ich meinen Gefühlszustand auch hier selbst und aus eigener Kraft irgendwie "heben" können. Ich sollte mich an dem erfreuen, was um mich herum ist. Wie seastorm einmal gesagt hat, auch an ganz kleinen Dingen.

Und ich glaube, unbewusst tue ich es schon. Nur kommt das Gefühl nicht wirklich mit durch, weil.... naja, warum eigentlich? Irgendwie passt es nicht zur aktuellen Stimmung und ich spüre mich ja selbst kaum noch. Sei es positiv, wie auch negativ. Ich funktioniere einfach. Und um ehrlich zu sein, gefällt mir dieser Umstand "eigentlich" ganz gut. Lieber so, als total negative Gedanken, die mich einfach nur noch weiter nach unten ziehen. Wenn es nicht so wäre, würde ich es nicht Tag für Tag aufs neue versuchen, aufstehen und meine Arbeiten und den Alltag bewältigen.

Es sind einfach immer wieder kleine Fragen, die in ungeschützten Sekunden auftauchen. Dann frage ich mich, warum ich allein bin, warum sich kein Mann für mich interessiert und schliesse daraus, dass ich wirklich so hässlich und unscheinbar bin, wie ich mich fühle. Ich gehe dann weiter auf mein Äusseres, verfluche meine Haare, mein Gesicht, meine Statur, meine Diagnose, wie alles besser wäre ohne all das, mein Umfeld und und und. Schlussendlich bin ich dann jedes Mal überzeugt, dass ich (und mich) eh kein Typ will, alle oberflächlich sind und alle anderen Frauen Glück haben, nur ich nicht. Jede andere angeschlagene Frau (sei es psychisch oder physisch) erlebt eine Beziehung. Was ist so anders an mir? Bin ich wirklich so kalt? Wirke ich echt so distanziert auf andere? So unscheinbar? So hässlich?

Tja, ich gehe dann zu Bett, schlafe ein und am nächsten Tag geht es irgendwie. Bis ich wieder raus unter Leute  muss (Ausgang ist für mich purer Horror (ihr wisst ja, warum --> mein Selbstbild, Selbstvertrauen, Selbsthass)!), etwas im Fernsehen sehe oder mir mal wieder jemand von seiner Beziehung berichtet, ich Päärchen oder eine Frau, die sich im Zug an die starke Schulter ihres Freundes lehnt, sehe oder so.

Ich habe mich anfangs Woche mal gefragt, wann mir mein Leben aus meinen Händen so entglitten ist. Ich finde keine Antwort darauf. Es fühlt sich im Moment schwierig an und jedes Mal nach meinem Bewerbungstag bin ich in einem Tief. Ich frage mich dann ernsthaft, ob ich jemals wieder arbeiten werden kann und alles so packe, wie ich es möchte. Und da dieser Kurs stattfindet, habe ich gratis einen weiteren Blues an Dienstag- und Freitagnachmittag.

Äusserlich merkt man mir nicht viel an. Ich bin ein ruhiger Mensch, lasse mir ungerne in die Karten schauen. Und doch schmerzt es, wenn man anscheinend einfach in der Masse "verschwindet". Auf der anderen Seite bin ich froh darüber, obwohl ich sofort verunsichert bin, wenn mal wieder ein Typ starrt.

Und wie so oft wünsche ich mir in diesen Momenten eine starke Schulter herbei. Jemand, der mich sagt, wie sehr er mich mag, egal, wie ich aussehe. Und so peinlich es mir ist, so ungern gebe ich es zu. Klar, mir ist bewusst, empfinden Menschen um mich herum irgendwie etwas in der Art, obwohl ich es innerlich vehement verneine (gehört zu meiner Diagnose). Es ist schon fast absurd, denn ich bin eigentlich immer andere Ansicht: ich brauche keinen Mann, der mir Bestätigung gibt, und doch sehne ich mit nach genau oben genannten Worten von einem Mann. Klingt doof, oder?

Einfach jemand, der Schutz ausstrahlt. Mich in den Arm nimmt und fest an seine starke Brust drückt. Mich auffängt. Mich hält. Der mir einfach sagt, dass ich okay so bin, wie ich eben bin. Nicht hässlich. Nicht unscheinbar. Nicht weniger wert und doch nicht so anders, wie alle anderen. Dass auch ich das kann. Nähe zulassen. Vertrauen aufbauen und Zeit mit einem Mann verbringen.

Ich weiss nicht, ob man mir ganz folgen kann.

Fakt ist einfach: gestern habe ich plötzlich auflachen müssen. Ich habe mich gefragt, wann ich das letzte Mal so richtig glücklich war. Ich meine richtig, richtig, richtig und rundum glücklich. Ab und zu gibt es Sequenzen in einem Tag, da fühle ich mich gut und mehr oder weniger "okay".

Aber ich spreche hier von einem Hoch. Von einem guten Körpergefühl. Von Tagen ohne Gedanken, Selbstzweifeln und Gefühlen, die mich nur durcheinander bringen.

Die Antwort war schnell da: das letzte Mal habe ich mich in Italien so wohl gefühlt.

Ich war auch da allein, aber ich hatte keine üblen Gedanken, Gefühle oder weiss ich was. Klar, auch dort gab es mal kleinere Einbrüche (Hochzeit und Geburtstagsabend an denen ich mich ganz alleine und einsam auf dieser Welt gefühlt habe, aber ich  mag solche Feste ja sowieso nicht), aber irgendwie ging es mir gut. Es gab sogar drei Tage in zwei Monaten, an denen ich mich richtig hübsch fand. Meine Haare waren mir die meiste Zeit lang egal. Mein Körper auch. Ich machte einfach, wonach mir war. Ich fühlte mich saugut und hätte den ganzen Tag einfach den Wellen zuschauen können.

Ich weiss nicht, woran es liegt. Ich sehe nicht Italien als meine Heimat an. Aber vielleicht als Fluchtort. Ich habe funktionieren können. Es ging alles reibungslos. Vielleicht liegt es auch ein wenig daran. Mir ist bewusst, dort unten verdiene ich nicht und wenn ich dieses Jahr wieder für ein paar Monate die Schweiz verlasse, verbessert es meine Arbeitssituation auch nicht. Ich habe nur noch eine grössere Lücke in meinem Lebenslauf. Wobei ich mir da natürlich etwas einfallen lassen würde.

Ich glaube, hauptsächlich liegt es dort daran, dass mir egal ist, was die Menschen denken. Ich gehe einmal im Jahr runter und kein Mensch erinnert sich an mich und man wird sich wohl kaum so schnell wieder über den Weg laufen. Dort besteht für mich kein Leistungsdruck. Ich gehe zwar auch unter Menschen, aber die sind mir irgendwie so was von egal. Ich glaube echt, das ist einer der Hauptgründe. Und einfach diese Ruhe und dieser Frieden. Dass Gedanken und Gefühle doch übereinstimmen können.

Und ja, ich sehne mir im Moment einfach zwei, drei Tage am Meer herbei. Wie ich da sitze, dem Rauschen zuhöre und in den weiten Horizont rausschaue.

Und sich mir dieses Bild gibt:


Dieser Strand liegt in Torre del' Orso.

Dieses Weekend war ich hauptsächlich zu Hause. Ich bin bei meinem eigenen Krimi fast bei Seite 140 von 369 angelangt. Ich hatte anfangs ganz viele Zweifel (ich finde immer, die ersten Zeilen eines von mir selbst geschriebenen Romans klingen so "kindisch", wenn man nach dem Beenden von vorne beginnt --> ich glaube jedoch, das geht den meisten Menschen so). Ich bin erstaunt und fühle mich auch irgendwie stolz. Es hat bis jetzt alles seine Logik und eine gewisse Spannung ist auch da. Das Privatleben der Ermittler wird doch gut sichtbar und die Dialoge sind auch viel "professioneller" als ich befürchtet habe. Teilweise muss ich echt über meine Wortwahl stutzen (also im positiven Sinn!) und Sätze klingen so, als würde ich jahrelang nichts anderes als das Schreiben machen. Ich hoffe echt, dass ich  mit diesem Krimi weiter komme. Es wäre zu schade um die Arbeit, die investierte Zeit, das Geschriebene und auch das Talent (ja, ich erlaube mir jetzt einfach, so selbstsicher zu sein :-)).